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"Sie
sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" -
Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur
seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf
schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen
und Massakern abliefert.
Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch
Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem
Regisseur und Produzent Chad Ferrin
("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls"
ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche
Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus
ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein
schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos,
da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade
einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran
rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.
Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst
über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat.
Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera
wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in
L.A.. Oder doch eher "Henry - Portrait of a
Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations
hätten auch John McNaughton gefallen...
Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der
B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine
überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien
wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch
rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller:
Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den
drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er
auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt...
Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was
sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den
allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst
erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich
angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber
Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der
Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl
die "Ghoulies" sein...), legen sich Vorräte mit
gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten
Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf,
warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der
Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende
mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden
sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas,
schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja
pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch
als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.
Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr
Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story.
Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn
sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen
will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt.
Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette
Rückblenden und immer wieder Splatter... Zwischendurch
blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein
netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings
etwas aufgesetzt wirkt.
Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford
Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das
wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und
Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum.
Fazit:
Blutiger Mix aus "Blairwitch" und
"Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird's gefallen... |