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Eine Gruppe junger
Leute, unter ihnen auch die attraktive Lisa (Candice Lewald), hält sich in
ihrer Freizeit bevorzugt in dem örtlichen Bowlingcenter auf, wo sie
allerdings regelmäßig von dem Macho Steve (Alastair Gamble) und seinen
Schergen schikaniert werden. Eines Abends vergisst Lisa versehentlich ihre
Tasche in dem Center und muss deshalb ohne ihre Freunde noch einmal zurück.
Ein großer Fehler, denn Steve und seine Freunde halten sich noch immer in
dem geschlossenen Gebäude auf und der selbstverliebte Macho wollte es Lisa
schon lange heimzahlen, dass sie ihn auf einer Party vor geraumer Zeit hatte
abblitzen lassen. Steve und zwei seiner Kollegen vergewaltigen die hilflose
Frau daraufhin brutal und penetrieren sie zudem noch mit einem Bowling-Pin,
bevor sie sie verletzt zurücklassen.
Am
nächsten Tag tragen die rivalisierenden Gruppen, auf der einen Seite der
Freundeskreis von Lisa, auf der anderen Steve und seine Anhänger, einen
Bowling-Wettstreit aus und zu der großen Überraschung der Vergewaltiger
taucht auch die Misshandelte zu jenem Ereignis auf. Für einen der
Anwesenden soll es eine ganz besondere Nacht werden, eine Nacht der Rache
und der Vergeltung. Einer nach dem anderen verschwindet alsbald und wird von
einem vermummten Killer aufs Brutalste getötet. Ist es Lisa, die blutige
Rache übt, oder treibt gar ein ganz anderer sein schreckliches Unwesen im
Bowlingcenter? |
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Es ist schwer, sich
als Regisseur in der heutigen Zeit einen Namen im Horror-Genre zu machen.
Mittlerweile wurde beinahe alles gesagt, beinahe alle Grenzen wurden
ausgelotet und bei einem Großteil dessen, was von diversen Newcomern für
die Fans zubereitet wird, handelt es sich lediglich um halbgare Gerichte
ohne eigene Zutaten. Einer, der sich dagegen wehrt, in diese Sparte
gedrückt zu werden, ist der Regisseur, Drehbuchautor, Produzent und
FX-Spezialist Ryan Nicholson, der bereits mit seinem Kurzfilm
"Torched", sowie dem extrem brutalen "Hostel"-Verschnitt
"Live Feed" für Aufsehen sorgte. Zwar stieß die kostengünstige
Aufmachung seiner Werke bis dato nicht bei allen Genre-Fans auf Anerkennung,
dennoch ließen sie bereits erahnen, was da in Zukunft noch folgen würde.
Mit
"Gutterballs" steht nun das nächste Werk Nicholson's in den
Startlöchern, mit dem er seine vorangegangenen Arbeiten noch einmal
gewaltig zu toppen wusste und eine provokante, schmutzige und amüsante
Splatter-Granate schuf, die sich einen Dreck um Konventionen und Grenzen
schert und in absolut allen Belangen absolut auf ein erwachsenes Publikum
ausgerichtet zu sein scheint. "Gutterballs" geht noch zwei, drei
Schritte weiter als mittlerweile zur Mainstream-Unterhaltung gehörende
Werke wie "Hostel" und Konsorten. Wo solche Filme aufhören,
fängt "Gutterballs" gerade erst an, auch wenn sich
Genre-Anhänger hier wieder auf eine gewöhnungsbedürftige Inszenierung
einstimmen müssen.
Das geringe Budget
des Werkes ist ihm nur zu deutlich anzusehen, was jedoch zum Teil sicherlich
gewollt war. Nicholson präsentiert sein Werk als Rückbesinnung auf die
Slasher der 70er und 80er und serviert es im selben optischen Stil wie die
Klassiker des Genres. Allerdings hat "Gutterballs" im Grunde
weitaus mehr mit dem Rape & Revenge-Genre zu tun als mit Klassikern wie
"Maniac" und "Halloween", auf die er bereits beim
Cover-Artwork verweist. Auslöser des blutigen Treibens ist eine nicht
gerade zimperlich dargestellte Vergewaltigung, die minutenlang detailreich
und schonungslos wiedergegeben wird und zum großen Höhepunkt sogar einen
Bowling-Pin als Penetrationsobjekt ins Spiel bringt. Ziemlich starker Tobak,
im Fall von "Gutterballs" allerdings nur der Auftakt.
Innerhalb der 94
Minuten wird gesplattert, was das Zeug hält. Gesichter werden in
Poliermaschinen vollkommen zermatscht, Penisse detailliert zerteilt und Blut
auf alle nur erdenkliche Arten vergossen. Verbunden wird dies außerdem mit
sehr detaillierten Sexszenen, auch an Pornografie grenzende Nahaufnahmen
sind hier keine Seltenheit. Dennoch ist die Vergewaltigung eindeutig die
verstörendste Szene des Films, die Morde hingegen sind allesamt eher
spaßig angelegt. Ein Pärchen beispielsweise wird beim Sex in der 69er
Stellung getötet, indem der Killer des Gesicht des einen jeweils in das
Geschlechtsteil des anderen drückt. Abgefahren und einfach herrlich.
Zugegeben,
zimperlich geht es hier zu keinem Zeitpunkt zu, das trifft auch auf die
Dialoge zu. Es gibt vermutlich keinen einzigen Satz im Film, in dem das Wort
"verfickt" in all seinen Variationen keine Verwendung findet.
"Gutterballs" bedient pausenlos eine sehr vulgäre Fäkalsprache,
was allerdings sehr schnell gewaltig nervt. Auch die Synchronisation fiel
nicht unbedingt sehr professionell aus, weshalb "Gutterballs"
guten Gewissens im O-Ton betrachtet werden darf, in Sachen Story oder
Charakterentwicklung verpasst auch der englisch-ungeübte hier sicherlich
nichts. Zu den großteils unbekannten Schauspielern lässt sich im Grunde
nur sagen, dass sie ihre jeweiligen Rollen passabel rüberbringen, auch wenn
das Drehbuch sicherlich keine großen Leistungen von ihnen forderte.
"Gutterballs"
ist neuzeitliche Hardcore-Exploitation, die ihr Ding ohne Rücksicht auf
Verluste durchzieht und sich dabei weder an Grenzen, noch am guten Geschmack
stört. Exzessive Gewalt trifft hier auf sexuelle, beinahe pornografische
Darstellungen, vor trashig-charmanter B-Movie Kulisse. Ryan Nicholson gelang
auf seine Weise eine nette Hommage an das Rape & Revenge- und
Slasherkino der früher 80er, der man eine deutliche Steigerung zu seinem
vorherigen Werk "Live Feed" nicht absprechen kann. Fans
blutrünstiger Unterhaltung, die starke Nerven mitbringen, sollten
"Gutterballs" jedenfalls eine Chance geben.
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