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Antonio Frau wandert, nach der Ermordung
seiner Freundin, für lange Zeit ins Gefängnis. Nach 25 Jahren kommt er
wieder frei und will sein Leben neu aufbauen. Er erbt eine leerstehende
Pension, sucht sich eine neue Frau und will die Welt vom denen befreien, die
schlecht für die Gesellschaft sind. Vorzüglich Frauen.
Da seine neue Ehefrau nachts arbeitet, hat
Frau viel Zeit, sich tagsüber mit seinen Opfern zu beschäftigen. Damit
niemand etwas davon erfährt, hat er den Raum 6 hergerichtet. Hier werden
die Opfer gequält, vergewaltigt, getötet und mit der Kettensäge
zerstückelt. Damit seine Taten nicht umsonst sind, führt er ein
illustriertes Tagebuch, um der Welt später damit zu helfen.
Doch
sein Treiben ist nicht frei von Fehlern und da er bereits wegen Mordes
verurteilt wurde, kommt die Polizei, bei der Suche nach den vermissten
Opfern, schnell auf seinen Namen. Eine Verhaftung scheint nicht abwendbar
und so fasst er den Entschluss, durch sein Tagebuch reich und berühmt zu
werden. |
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Als besonders hart und schonungslos wird das
Serienmord-Drama "H6 - Tagebuch eines Serienkillers" angepriesen,
doch diese plakativen Ansprüche können bei weitem nicht eingehalten
werden. Das heißt nicht, dass der Film etwas für den lustigen
Familiennachmittag ist, doch die Vorstellungen, die einem bei Betrachtung
des DVD-Covers in den Sinn kommen, werden nicht auf die Matschscheibe
transportiert. In Sachen Härte kann er nicht mit vielen modernen Filmen
mithalten, die noch mit einem FSK 16 davongekommen sind ("Final
Destination 2", "Wrong Turn" usw.). Die physische Härte
spielt sich im Off ab und selbst in Sachen Vorstellung gibt es viele andere
Beispiele, die das Gehirn des Betrachters mehr belasten. Auch die
Schonungslosigkeit hält sich in bescheidenen Grenzen. Filme wie "Henry
- Portrait Of A Serial Killer" oder "TCM" sind bei weitem
schonungsloser.
Was Regiedebütant Martin
Garrido Baron, ein zum Zeitpunkt des Drehs gerade einmal 21 jähriger
Künstler, abliefert, kann sich aber trotzdem sehen lassen. Man darf halt
nur nicht mit der Erwartungshaltung an den Film gehen, dass dort mit der
Kettensäge zerstückelt wird oder der Film so verstörend ist, wie es
einige Filme über reale Serienmörder sind. Martin Garrido Baron erzählt
nüchtern und ohne Wertung die Geschichte eines schwer gestörten Geistes,
der völlig emotionslos Mordet. Dies ist natürlich keine alltägliche
Geschichte, kommt aber in vielen Szenen alltäglich, ja manchmal sogar etwas
langweilig, rüber. Das liegt nicht zuletzt daran, dass Martin Garrido Baron
viele
Male sehr lange mit der Kamera starr auf dem Szenario bleibt, auch wenn es
nicht gerade spannend ist. Detailverliebtheit ist ja normalerweise kein
schlechtes Stilmittel, hier in einigen Szenen aber fehl am Platz. Dann,
nachdem das Tempo rausgenommen wird, gibt es immer mal wieder schön
eingefangene Bilder des malenden Regisseurs.
Positiv
zu erwähnen sind auch die aus dem Off gesprochenen Kommentare des
Protagonisten. Sie sind oft sehr zynisch und spiegeln den Gesamteindruck des
Films gut wider. Das Springen des Antonio
Frau zwischen dem "normalen" Leben mit seiner Frau und dem
"unnormalen" mit seinen Opfern, wird glaubhaft in den Kasten
gebracht, was einige weibliche Darsteller als Opfer nicht gerade behaupten
können. Hier klafft die Schere zwischen Können und Nichtkönnen schon
kräftig.
Freunde des Spezialeffekts
kommen trotz der Ankündigung auf dem DVD-Cover nicht auf ihrer Kosten. Es
wird nichts gezeigt, was sonderlich blutig ist und eine Freigabe ab über 16
rechtfertigt. Anders sieht dass mit der nicht blutigen Gewalt aus, die
überdurchschnittlich ausgekostet wird. Gerade die Vergewaltigungs-Szenen,
die doch sehr übertrieben lange dargestellt werden.
Optisch und akustisch
weiß "H6 - Tagebuch eines Serienkillers" aufgrund der Bilder, der
klassischen Musik und der Stimme aus dem Off zwar zu gefallen, filmisch
bleibt aber einiges im Argen. Der Film ist etwas zu kühl, von den Opfern
sowie dem Täter erfährt man so gut wie gar nichts und Regiedebütant Martin
Garrido Baron hat zu wenig temporeiche Szenen eingebaut, die einem die
langwierigen Passagen hätte vergessen machen können. Gerade die Sache,
dass sich nicht mit der Psyche des Serientäters beschäftig wird, lässt
einen bitteren Nachgeschmack zurück, da der Titel doch deutlich mehr
erhoffen lässt. Somit bleibt "H6 - Tagebuch eines
Serienkillers" ein Film, der sich nur für Viel- respektive Allesgucker
lohnt, oder halt für Leute, die mehr Wert auf Optik/Akustik anstatt des
Inhalts legen. |