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Bei
"Heartstopper" handelt es sich um eine ziemlich neue, kanadische
Produktion, wobei man sich aber nach dem zweifelhaften Genuss des Filmes die
Frage stellen muss, warum er eigentlich entstanden ist. Regie hierbei
führte ein gewisser Bob Keen. Wirft man einen Blick in seine Filmographie,
dann fällt schnell auf, dass der Gute bislang bei zahlreichen Produktionen
für die Make-Up Effekte verantwortlich war ("Hellraiser",
"Waxwork II", "Candyman", "Dog Soldiers,"
"Das Imperium schlägt zurück" uvm.), allerdings eher selten als
Regisseur zu fungieren schien. Zudem ist keiner seiner eigenen Filmchen
weiter bekannt, was aber nicht weiter wundern sollte. Anscheinend ist auch
Bob Keen einer von vielen Effekte-Künstlern, die bei ihren Leisten bleiben
sollten und auf dem Regiestuhl nichts verloren haben.
Zu kritisieren gibt es an "Heartstopper" einiges, fangen wir
einfach mal mit der Story an. Diese ist so dämlich, inhaltslos und
althergebracht, dass man den Drehbuchautoren ihren Aufschrieb an eine
möglichst empfindliche Körperstelle tackern sollte. Dieser Schmerz würde
dann ungefähr dem entsprechen, den man als Käufer von
"Heartstopper" erleiden muss. Ein Killer, der einen Pakt mit dem
Teufel hat, verfolgt eine junge Frau durch ein Krankenhaus, damit er in
ihren Körper schlüpfen kann. Was sich wie ein schlechter Witz anhört, ist
leider traurige Realität. Doch es kommt tatsächlich noch schlimmer. In
"Heartstopper" wird kaum etwas erklärt. Weder erfahren wir, was
genau es mit dem teuflischen Pakt auf sich hat, noch, wieso Chambers
ausgerechnet scharf darauf ist, in Saras Körper zu kommen. Ebenso wird ein
paar mal angedeutet, dass Sara wohl telekinetische Fähigkeiten besitzt,
doch näheres erfahren wir auch dazu nicht. Die einzige Charakterisierung,
die wir erhalten, ist die, dass es sich bei der jungen Frau um ein
Mobbing-Opfer handelt, welches den Spott nicht mehr ertragen konnte und sich
von einer Brücke stürzte. Anschließend wurde sie von Sheriff Berger
gefunden und ins Krankenhaus gebracht, der halt zufällig noch einen
verkohlten Leichnam auf dem Rücksitz liegen hatte. Tolle Story, wirklich.
Nun gut, kann man sagen, so lange dieser Murks noch halbwegs anständig
inszeniert wurde, ist ja noch nicht alles verloren. Doch auch das ist nicht
der Fall. Die beinahe selbe Story hatten wir schon in "Halloween
2", nur dass sie dort wesentlich besser erzählt wurde. Ein roter Faden
findet sich leider nicht, alles wirkt lustlos aneinandergereiht. Chambers
darf Sara ein bisschen hinterher rennen, dabei ein paar Angestellte und
Patienten töten und nachdem er dank einer Playstation Portable (!!) endlich
sein Ende findet, ist der ganze Spaß auch wieder zu Ende. Bis dies
allerdings der Fall ist, ist man als Konsument nicht selten in Versuchung,
den Film einfach auszuschalten. "Heartstopper" spielt ein
beliebiges Horrorszenario ab, ist dazuhin noch so dunkel, dass man in den
meisten Szenen viel zu wenig erkennen kann. Hier und da taucht mal der
Killer auf, Sara darf wieder wegrennen, sich erneut verstecken und
zwischendurch mal mit Leidensgenossen Walter turteln, der aussieht, als
hätte man ihn aus einer Hawaiianischen Bar entführt.
Es scheint einfach als hätte Keen sein bestes gegeben, um den Film
möglichst schlecht in den Kasten zu bringen. Nicht einmal Splattereffekte,
für die der Gute in anderen Produktionen schon vielfach verantwortlich war,
gibt es hier zufriedenstellend zu sehen. Ab und zu darf zwar mal jemand
sterben, doch das ist dann meist so langweilig und unblutig inszeniert, dass
es keinen mehr vom Hocker haut. Für weiteres Unbehagen sorgen indes
furchtbar dümmliche Dia- bzw. Monologe. Ganz egal, ob Chambers nun ein
Gespräch mit dem "dunklen Fürsten" führt, den wohl nur er sehen
kann, oder ob er nun Sara androht, dass er sie zur Schlampe der Hölle
machen werde, unfreiwillige Lacher hat "Heartstopper" gewiss
einige in petto. Als positiv kann aber auch das nicht erachtet werden, da
der Streifen nicht darauf abzielt, lustig zu sein. Er versucht sogar,
atmosphärisch daher zu kommen, doch durch Dauerregen, Gewitter und einen
Stromausfall alleine kann man leider noch keine Spannung erzeugen.
Es überrascht sicherlich niemanden, dass auch die Schauspieler nicht
sonderlich viel hergeben. Eine Frage, die ich mir nun schon des öfteren
gestellt habe ist, was wohl Robert "Freddy Krüger" Englund dazu
bewegt haben mag, in diesem Filmchen mitzuwirken. Das Geld kann es nicht
gewesen sein, was war es dann? Vielleicht schuldete er Keen noch einen
Gefallen, anders kann ich mir diesen gequälten und gelangweilten Auftritt
als Sheriff nicht erklären.
Der Tiefpunkt des Films ist jedoch James Binkley als bemüht
furchteinflößender Killer. Leider wirkt er dank seinen permanenten
Selbstgesprächen mehr lächerlich als unheimlich und auch sein Äußeres
kann nicht mehr viel herausreißen, das keineswegs spektakulär daherkommt.
Wenn ein Slasherfilm mit einem derartigen Killer vorlieb nehmen muss, dann
kann aus dem Endprodukt ja von vorneherein nichts werden.
Ich frage mich oft, wie denn eigentlich ein richtig schlechter Film
aussieht, bzw. woran man diesen erkennt. Und obwohl ich mich bei
"Heartstopper" zumindest nicht pausenlos gelangweilt habe, stand
für mich sofort fest, dass diese Art von Horrorfilm nicht mehr zu
unterbieten ist. "Heartstopper" bietet untalentierte und
gelangweilte Schauspieler, die sich in einem Krankenhaus ein ödes Katz- und
Mausspiel liefern und dabei schon fast selbst einschlafen. Ernsthaft blutig
wird es dabei nie und auch an bedeutende Spannungsmomente kann ich mich
nicht mehr erinnern. "Heartstopper" ist ein Film für die Tonne,
schlicht und einfach. |