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Wohl kein anderer Film
beschreibt mit derartiger Authentizität und Eindringlichkeit die
unmenschlichen Grausamkeiten im Zuge von Inquisition und Hexenverfolgung
durch religiösen Fanatismus. Eingebettet in einen historischen
Hintergrund
Im Gegensatz zu vielen
Nachzüglern, v.a. aus Deutschland und Spanien, die mit ähnlich gelagerten
Themen im Zuge der "Hex-Ploitation"-Welle mal eben schnelle Münze
an der Kinokasse machen wollten (und zugegebenermaßen teilweise auch sehr
unterhaltsam sind...), wirkt DER HEXENJÄGER zu keinem Zeitpunkt aufgesetzt
oder effekthaschend, was sicherlich in erster Linie auch ein Verdienst
seines Hauptdarstellers ist: Die Rolle des Matthew Hopkins' scheint
Horrorlegende Vincent Price auf den Leib geschrieben zu sein. Er verkörpert
die Rolle des durchtriebenen und lüsternen Hexenjäger mit einer dermaßen
unglaublichen Intensität, dass es nicht verwunderlich ist, dass ihm von
vielen Kritikern diese Darstellung als eine seiner besten Leistungen seiner
glorreichen Karriere als Schauspieler bescheinigt wird.
Neben der, hervorragenden
schauspielerischen Leistung, sorgt vor allem auch das schlüssige Drehbuch
für Unterhaltung auf Spitzenniveau: Angesichts der Ungerechtigkeit, die den
Opfern widerfährt, in Verbindung mit der Arroganz und Heimtücke des
Hexenjägers, bleibt der Zuschauer über die ganze Handlung hinweg
angespannt, darauf hoffend, dass die Ungerechtigkeit endlich ein Ende findet
und die Übeltäter bestraft werden.
DER HEXENJÄGER ist ein
zeitloses Vermächtnis eines leider viel zu früh gestorbenen Genies: Das
junge Regie-Talent Michael Reeves setzte, von schweren Depressionen geplagt,
schon früh seinem Leben ein Ende. Unzufriedenheit über seinen grandiosen
Film dürfte garantiert nicht der Anlass für seinen Freitod gewesen
sein.
Auch filmtechnisch gesehen,
kann dieser Genre-Beitrag überzeugen. Besonderes Augenmerk sei
diesbezüglich auch auf die für ihre Zeit wirklich genialen Übergänge
gerichtet: Während die Kamera die Brandung des Meeres einfängt, färbt
sich diese plötzlich blutrot, um sich alsdann in die Glut des
Scheiterhaufens zu verwandeln. Effekte die sich vielleicht erst bei
mehrmaligem Betrachten des Films offenbaren...
Die deutsche Fassung ist zwar
gekürzt, jedoch tut es dem Gesamtwerk keinen großen Abbruch. Sämtliche
Gewaltszenen wirken im Kontext auch in ihrer "bereinigten" Form
noch äußerst schockierend, nicht zuletzt aufgrund ihres historischen
Hintergrundes. Hardcore-Splatter-Fans dürfte der Film allerdings nur ein
müdes Lächeln hervorlocken...
Einziger Kritikpunkt: Das
Fehlen von "Hexenmeister" Herbert Fux ... !!!
Fazit: DER Klassiker unter den
Hexen-Filmen!! Vincent Price in Höchstform!! Ein absolutes MUSS für alle
Horrorfans!! |