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Seit
Hideo Nakata’s Meisterwerk „Ring“ ("Ringu", Japan, 1997) ja
eine wahre Flutwelle ostasiatischer Gruselfilme in Richtung deutschen
Filmmarkt auslöste, scheint der Strom unterhaltsamer Genrebeiträge aus
Fernost einfach nicht abreißen zu wollen.
Nachdem die Filme jüngeren Datums inzwischen weitestgehend alle auch die
deutsche Leinwand oder das Heimkino erreicht haben, wenden sich die
Verleihfirmen inzwischen auch verstärkt den asiatischen Gruslern zu, die
schon einige Jährchen mehr auf dem Buckel haben.
Recht so: Schließlich gibt es offenbar noch unzählige bislang hierzulande
unbekannte kleine Meisterwerke zu entdecken.
HYPNOSIS erschien bereits 1999, unmittelbar nach dem „Ring“- Boom.
Dank e-m-s kommen nun endlich auch die deutschsprachigen Filmfans in den
Genuss dieses Gruselthrillers rund um Hypnose, Selbstmord und "grüne
Affen".
Eines
vorweg: Um ein Meisterwerk handelt es sich bei Hypnosis nun wahrlich nicht,
dazu fehlt dem Film einfach eine konsequente Linie und ernsthafte
Geschlossenheit. Dennoch weiß er über fast die gesamte Spielzeit gut zu
unterhalten.
An
Hypnosis dürften sich die Geister scheiden. Anscheinend waren sich die
Macher der Films selber nicht ganz klar, welchen Weg sie mit ihrem Werk
verfolgen sollten. Den der grotesken, fast schon lächerlich anmutenden
Gruselkomödie oder den des ernsthaften Schockers.
Das Resultat ist entsprechend eine Schnittmenge aus beidem. "Weder
Fisch noch Fleisch", werden einige sagen. "Fischburger" wäre
vielleicht ein passender Begriff. Denn größtenteils funktioniert die
Mischung ganz ordentlich.
Leider
driften sowohl einige schauspielerische Darbietungen, wie auch einige
Dialoge stellenweise etwas zu sehr ins Lächerliche ab. Vom Kommissar auf
die letzten Worte der Selbstmordopfer angesprochen, erwidert z.B. die
Polizistin, dass diese etwas „affig“ gewesen seien.
Generell fühlt man sich bei der ganzen Diskussion um den „grünen Affen“
wohl unweigerlich an die Simpsons-Folge erinnert, in der Homer seinem
Nachbarn Ned Flanders einen giftgrün leuchtenden radioaktiven Affen ins
Haus schleust ;-) Homers deutsche Synchronstimme Norbert Gastell gibt sich
auch in Hypnosis die Synchro-Ehre und spricht den Vorgesetzten von Kommissar
Sakurai.
Letzterer wird übrigens von Ken Utsui gespielt, dem Helden unzähliger 50er
und 60er Jahre Japan- Sci-Fi- Movies.
Ein weiteres Manko sind die etwas langatmig, zudem auch relativ schlecht
gespielten Rückblenden auf die Jugendzeit des Kommissars, die zwar für die
Handlung sehr wichtig sind, jedoch von der Umsetzung her etwas arg schnulzig
rüberkommen und den Filmfluss ein wenig stören. Auf Dauer sehr nervig ist
außerdem die Hypnose-Macke der jungen Dame, die sich immer zwischendurch
mal wieder als „friedlebendes Alien“ vorstellt.
Im
krassen Gegensatz zu diesen doch eher albernen Dialogen und Szenen stehen
dann jedoch einige wirklich heftige Momente.
So beweisen die Drehbuchautoren in Hinsicht auf die Selbstmorde einen sehr
kruden Geschmack. Diese Suizide bzw. deren Resultate sind zudem auch sehr
gut und effektiv inszeniert. Besonders hervorzuheben wären da
beispielsweise die offenen Beinbrüche der Läuferin oder der
Baseballspieler, dem als Opfer seiner Ballmaschine die Basebälle noch
zentimetertief im deformierten Gesicht stecken.
Zum Glück überwiegen diese ernsthaften Momente des Films. Zum Schluss hin
wird er mit einigen gelungenen Gruselparts und einzelnen Schockeffekten
sogar Hideo Nakatas Grusel-Klassiker sehr ähnlich, inklusive bleichem
Mädchen und Fernsehgerät ;-)
Hat
man sich jedoch einmal an einen gewissen Grad etwas schrägen Humors und
stellenweise übertriebener Darstellung gewöhnt, wie er anscheinend ja im
fernöstlichen Kino traditionell häufig anzutreffen ist, kann man sich auch
als Zuschauer mit westeuropäischen Sehgewohnheiten gut mit dem Film
arrangieren.
Die
Idee um eine Massenhypnose und die Manipulation des menschlichen
Unterbewusstseins ist wirklich nicht schlecht, die filmische Umsetzung des
Themas zwar ganz nett und unterhaltsam. Mit ein bisschen mehr
Fingerspitzengefühl und konsequenter Ernsthaftigkeit hätte Hypnosis jedoch
noch wesentlich mehr aus dem Stoff rausholen können.
HYPNOSIS bietet eine teilweise krude Mischung aus übernatürlichem „Ring“-
Grusel und herkömmlichen Kriminalfilm, versetzt mit einigen
komödiantischen Einlagen. Zwar nicht gerade bahnbrechend, jedoch sehr
unterhaltsam und bei weitem besser als die meisten westlichen Genrefilme der
letzten Jahre. Für Fans asiatischen Gruselhorrors ist HYPNOSIS
ohnehin Pflicht!!! |