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Der kleine Jody
(Christopher Ogden) verehrt seinen Onkel, den Kriegshelden Sam Harper (David
Fralick) beinahe schon abgöttisch und möchte, wenn er mal erwachsen ist,
genau so wie sein Vorbild werden. Als Sam allerdings in Friendly Fire stirbt
und sein Sarg in seine Heimatstadt gebracht wird, ist Jody der einzige, der
wirklich trauert. Während er den Verstorbenen nämlich in guter Erinnerung
hat, freut sich die restliche Verwandtschaft schon fast über Sam's Tod, da
dieser zu Lebzeiten ein regelrechtes Monster war. Was jedoch niemand ahnt,
ist dass Sam auf unerklärliche Weise wieder ins Leben zurückkehrt und sich
am 4. Juli, dem Unabhängigkeitstag, in einem Uncle Sam Kostüm unter die
Bevölkerung der Kleinstadt mischt, um all jene zu töten, die seiner
Ansicht nach die amerikanische Ehre beschmutzen... |
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Auf den ersten Blick ist "I want you
dead, Uncle Sam" ein üblicher Slasher wie etliche andere auch, doch
ein näherer Blick auf die Beschaffenheiten des Ganzen offenbart die
Tatsache, dass hier William Lustig am Werk war, welcher mit
"Maniac" vor gut 26 Jahren einen Genrestreifen schuf, der
mittlerweile schon einen Klassikerstatus hat. Auch durch die "Maniac
Cop" Reihe ist der Gute dem Horrorpublikum im Gedächtnis geblieben,
doch das war es dann auch schon, was Lustig's Filmographie so an halbwegs
bekannten Titeln ausspuckt. Und leider muss gesagt werden, dass sich Lustig
mit seiner bislang letzten Regiearbeit "Uncle Sam", wie der
Streifen im Original schlicht heißt, sicherlich keinen Meilenstein gesetzt
hat, das Filmchen ging zurecht im Einheitsbrei des Genres unter und wird
auch nie den Bekanntheitsgrad eines "Maniac" erreichen.
Zugegebenermaßen hat es heutzutage jeder recht schwer, der sich noch an
einer möglichst neuen Variante des althergebrachten Slasherfilms versuchen
möchte. Im Prinzip wurde schon alles aus dem anfangs noch recht ergiebigen
Potential ausgeschöpft, weshalb sich das Genre schon seit Jahren immer und
immer nur wiederholt. Daran kann auch ein William Lustig nichts ändern,
auch wenn er hierfür ein noch unverbrauchtes Rahmenszenario verwendet haben
mag. "I want you dead, Uncle Sam" bedient sich in erster Linie den
Elementen des amerikanischen Patriotismus, schafft es allerdings nicht,
diesen humorvoll genug zu verarbeiten. Es mag zwar ganz nett sein, einem als
Uncle Sam verkleideten Kerl dabei zuzusehen, wie er Menschen
anti-amerikanischer Gesinnung um die Ecke bringt, doch so öde wie hier
präsentiert, kann das den Streifen nicht in höhere Wertungsebenen hieven.
Nach einer grauenvoll schlechten Eröffnungsszene, in der wir den Tod Sam's
miterleben dürfen, und dabei gleich noch an zahlreiche, eher
mittelprächtige B-Kriegsfilme erinnert werden, stürzt sich "I want
you dead, Uncle Sam" erst einmal in 30 Minuten langweilige Handlung.
Ich habe sicherlich nichts dagegen, wenn Horrorfilme auch etwas Inhalt
bieten wollen, doch dann sollte dieser wenigstens etwas relativ
unverbrauchtes bieten und sich nicht nach den typischen Elementen aus dem
Baukasten zusammenfügen. Die Handlung um den kleinen Jody, der wie besessen
von seinem Onkel ist, nimmt einfach zu viel Spielraum und Dialog in der
ersten Hälfte ein. Bis es überhaupt mal zur Sache geht, sind den ersten
Zuschauern sicherlich schon die Augen zugefallen, was man hier jedoch keinem
verübeln kann. Einziger Pluspunkt hierbei ist, dass die weitgehend
unbekannten Darsteller noch ein Fünkchen Talent besitzen und die
langatmigen 30 Minuten zu Beginn nicht gänzlich zum Martyrium machen. So
ist Christopher Ogden als Jody nicht ganz so penetrant nervend, wie dies
ansonsten meist bei etlichen Jungschauspielern der Fall ist. Mit Isaac Hayes
hat man zudem noch so etwas wie eine Sympathiefigur gefunden.
Nachdem Sam endlich mal von den Toten aufersteht, was übrigens ohne
irgendeinen Grund geschieht, zumindest wird nichts derlei erklärt, geht der
Film dann in genretypischere Bahnen über. Hierzu darf sich der Untote ein
schickes Uncle Sam Kostüm überstreifen, um im Anschluss während einer
Unabhängigkeitsparade ein paar Leute seine Rache spüren zu lassen. Zwar
ist fast alles bei hellem Tageslicht gefilmt und bringt so keinerlei
Atmosphäre, doch wenigstens Spannung, sowie einige härtere Effekte finden
sich nun im Folgenden. Es sieht zwar nicht sonderlich real aus, wenn Sam
einen von der Rennstrecke abgekommenen Sackhüpfer einen Kopf kürzer macht,
doch wird wenigstens nicht nur angedeutet, sondern ausreichend gezeigt. Vom
Gewaltgrad her muss sich "Uncle Sam" nicht hinter diversen anderen
Genreproduktionen verstecken. Es werden unter anderem Leute an Fahnenmasten
erhängt oder mit amerikanischen Flaggen aufgespießt, wobei sich aber alles
im Rahmen eines Slasherfilms bewegt und nicht übertrieben brutal wird.
Der Gewaltgrad lässt sich somit nicht bemängeln, es sind andere Attribute,
die "I want you dead, Uncle Sam" letztendlich so schlecht machen,
wie er es im Endeffekt ungelogen einfach ist. Bis auf die Mordsequenzen hat
William Lustig leider total vergessen, irgend eine Art der Spannung
einzubauen, sodass das Geschehen eigentlich stets nur so vor sich
herdümpelt. Es gibt keine Höhepunkte, nichts, an das man sich noch länger
erinnern würde. Auch fällt immer wieder mal gravierend das vermutlich eher
niedrig gelagerte Budget des Filmes auf, etwa dann, wenn man in einer
Stuntsequenz mit Leichtigkeit die Seile erkennt, an denen der Schauspieler
gerade durch die Luft fliegt.
"I want you dead, Uncle Sam" hat leider in keinem Bereich die
Fähigkeit, durch eigene Ideen oder gar übermäßig viel Unterhaltung zu
glänzen. Es ist ein handelsüblicher Slasher ohne erkennbare Ambitionen zum
Genre-Pflichtfilm, der zwar mit seiner scheinbaren Veralberung des
amerikanischen Patriotismus auf sich aufmerksam machen möchte, jedoch auch
hier nicht die erhoffte Portion an Humor mitbringen kann. Aufgrund einiger
blutiger Effekte für Sammler noch interessant, doch wer an wirklich gutem
Horror interessiert ist, kann sich das Geld sparen. |