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Die besten Jahre von Nikki Grace scheinen
vorbei zu sein. Als Schauspielerin hatte sie sich in Hollywood einen Namen
gemacht, dann blieben die Angebote aber aus. Da ist es natürlich logisch,
dass sie sehr gespannt ist, ob sie noch mal eine neue Chance erhält.
Und in der Tat: Regisseur Stewart engagiert sie für die Hauptrolle seines
neuen Films. "On High in Blue Tomorrows" soll er heißen und
bahnbrechend sein. Allerdings muss Stewart nach einigen Proben zugeben, dass
es sich um eine Art Remake handelt, was den Schauspieler an Nikkis Seite
nicht gerade entzückt. Er ist sich für eine solche Arbeit eigentlich zu
schade, akzeptiert die Umstände dann aber. Gerade weil die Vorlage nie zu
Ende gedreht wurde. Der Film konnte nicht fertig gestellt werden, weil die
Hauptdarsteller während des Dreh umgebracht wurden.
Nikki merkt bereits beim Beginn der Aufnahmen, dass dies alles andere als
ein normaler Job wird. Sie scheint mit der Rolle zu verschmelzen. Auch ihr
Partner bekommt Probleme. Allerdings sind diese nicht ganz so surreal… |
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Mit „Inland Empire“ ist ein neuer Film von
Star-Regisseur David Lynch in unsere Landen gekommen, der, wie zu erwarten
ist, alles andere als eine normale Filmkost darstellt. Somit ist klar, dass
es nur eine kleine Zielgruppe gibt, die für diesen Film geeignet ist. Denn
wer von diesem Film unterhalten werden möchte, muss sich schon arg
anstrengen.
Lynch präsentiert nach einem relativ normalen Beginn den nackten Wahnsinn:
Aneinanderreihungen, die nur mit viel Wohlwollen so etwas wie Sinn ergeben,
geben sich die Hand. Und das schneller als es für das Auge und das Hirn gut
ist. Das Ganze erstreckt sich über keinen geringeren Zeitraum als über
stolze 172 Minuten, was die Anstrengung im hohen Maße strapaziert.
Es scheint nahezu unmöglich dieses massive Einprasseln von Ideen an einem
Stück durchzuhalten. Wenn man es nicht besser wüsste, würde man meinen,
dass Lynch sein Publikum hasst. Es malträtieren will und es dafür leiden
lassen möchte, dass es sich sein Werk zu Gemüte führt. Aber genau diese
(eventuelle) Intention weckt Kräfte. Es ist einem eh klar, dass von Lynch
kein einfacher Film kommen kann und so reißt man sich zusammen, um
durchzuhalten.
Lynch präsentiert „Inland Empire“ wie ein Bild eines Künstlers. Viele
Menschen können sich davor stellen, sich gedankenversunken das Kinn reiben
und eine Menge in das Gesehene reininterpretieren. Vermutlich werden bei der
Auslegung der Story viele und nicht nur eine Meinung herauskommen. Zu
vielfältig sind die gewonnen Eindrücke.
Da könnte man dem Meister natürlich auch vorwerfen, seinem intellektuellen
Stamm-Publikum nur eine billige Vorlage vor die Füße zu schmeißen. Quasi
einen Bildrahmen, in dessen leeren Inhalt man seine eigene Meinung pressen
kann. Ohne jemals Unrecht mit dem zu haben, was man im Anschluss darin
sieht. Dieser Eindruck entsteht nicht nur aufgrund der wilden
Aneinanderreihungen. Auch die Technik lässt drauf schließen. Lynch
verwendet als Kamera nämlich eine Digitalkamera. Und das nicht gerade so,
wie einige Leute die aufgrund begrenzter finanzieller Mittel trotzdem einen
guten Film drehen wollen. Schärfe und Belichtung lassen in einigen Momenten
zu wünschen übrig. Und die Führung der Kamera ist alles andere als
wackelfrei.
Auch die schauspielerischen Leistungen sind nicht frei von Kritik. Jeremy
Irons („Die Unzertrennlichen“, „Stirb langsam – Jetzt erst recht“)
spielt noch am besten, ist aber leider nicht so oft vor der Kamera, wie man
es sich wünscht. Laura Dern („Wild At Heart - Die Geschichte von Sailor
und Lula“, „Blue Velvet“) überspielt ihre Rolle maßlos. Vielleicht
aber weil Lynch es ihr angeordnet hat. Auch der Rest der Crew neigt zum
Overacting. In einigen Fällen erweist sich dies aber als durchaus sinnvoll.
„Inland Empire“ lässt nach der Betrachtung eigentlich nur zwei
Wertungen zu. Die volle Punktzahl oder das Minimum. Einen Film, den man
nicht verstehen sondern nur wahrnehmen kann und dessen Betrachtung kaum
Spaß macht, verdient eigentlich null Punkte. Bei jedem anderen Regisseur
als Lynch wäre dies wohl der Fall. Interpretiert man das in den Film, was
man gerne sehen möchte, kommt man kaum drum herum ihm viele Punkte zu
geben. Aus beiden Wertungen ergibt sich die dritte und wohl auch logischste
Alternative, beide Wertungen abzugeben, was den besonderen Film letztendlich
im Mittelmaß ansiedeln lässt. |