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Schon als kleines Mädchen ist Susan
fasziniert von Spinnen. Ihre Mutter hingegen hat eine starke Spinnenphobie
und verbietet ihr jeden Umgang mit derlei Getier. Susan findet heraus, dass
ihre Mutter ein Verhältnis mit ihrem Onkel Walter, einem Polizei Inspektor,
hat. Da sie es nicht ertragen kann, dass die beiden ihren Vater,
hintergehen, setzt sie kurzerhand ihrer Mutter eine Vogelspinne ins Bett.
Die Frau stirbt vor lauter Panik.
Jahre später. Aus der kleinen Susan ist eine attraktive junge Frau
geworden. Sie lebt zusammen mit ihrem Vater, einem Leichenbeschauer. Seit
dem Tod ihrer Mutter konnte sie sich ganz ihren achtbeinigen Lieblingen
widmen. Im Keller ihres Landhauses züchtet sie Dutzende von Spinnen. In der
Schule gilt sie wegen ihres seltsamen Hobbys als Außenseiterin.
Als drei Halbstarke in die Leichenhalle ihres Vaters eindringen, überrascht
Susan sie. Die Drei machen sich einen Spaß daraus, Susan zu drangsalieren
und töten eine ihrer Spinnen. Susans Rache ist grausam: Sie setzt den
Teenagern ein paar Spinnen ins Auto, als diese sich gerade im Autokino mit
ihren Freundinnen vergnügen. Nur ein junges Mädchen überlebt
traumatisiert.
Nancy, eine Freundin des Mädchens, hegt den Verdacht, dass Susan für den
Tod ihrer Freunde verantwortlich ist. Ihr Freund konfrontiert Susan mit der
Vermutung, setzt ihr die Pistole auf die Brust. Kurz darauf wird auch er
Opfer einer Spinnenattacke. Nancy wendet sich an Susans Onkel Walter. Doch
der geile alte Sack hat inzwischen ein Auge auf Susan geworfen. Um sie und
nicht zuletzt auch seine Karriere zu schützen, beseitigt er die unliebsamen
Zeugen von Susans Taten.
Susan ist fassungslos über das Verhalten ihres Onkels. Es kommt zur
Katastrophe... |
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Spinnen gehören ja nicht gerade zu den
Tieren, die auf der Beliebtheitsskala einen der vorderen Plätze einnehmen.
Kein Wunder, dass sie häufig als Plagegeist und Ekelfaktor für
phantastische Filme (von Tarantula bis Harry Potter) herhalten müssen.
Auch bei KUSS DER TARANTEL setzt der Regisseur auf die Abneigung der
Zuschauer gegenüber Spinnen. Deshalb lässt er seine Protagonistin Susan,
als schöne Eigenbrödlerin mit unglücklicher Kindheit, im Keller auch
keine Murmeltiere oder Eichhörnchen züchten. Und im finsteren Keller mit
weißen Wänden kommen die Spinnen in ihren Käfigen (!!!) natürlich am
besten zur Geltung. Susan - eine Art Freak, der sich ausschließlich den
Spinnen widmet. Etwas untypisch für ein gutaussehendes Mädchen im besten
Teenageralter, aber naja...
Anfangs, nach dem Mord an den Teenagern, empfindet sie noch eine gewisse
Reue. Mit der Zeit steigert sie sich jedoch regelrecht in einen Wahn. Sie
glaubt, dass sich die ganze Welt gegen sie und ihre Spinnen stellt und sie
auseinander bringen will. Schon bald muss der nächste dran glauben. Diesmal
ein unliebsamer Zeuge, der ihr auf die Schliche zu kommen droht. Der Beginn
eines großen Rachefeldzugs: Susan gegen den Rest der Welt? Nicht ganz.
Susan ist eben nicht so... Stattdessen kommt jetzt ihr Onkel Walter ins
Spiel. Ein schmieriger, gieriger Cop. Ein Stelzbock, sozusagen. Einst stieg
er der Mutter nach, nun ist Susan das Objekt seiner Begierde.
Anders als in Filmen wie Mörderspinnen oder Arachnophobia wirken die
Spinnen hier seltsamer Weise nicht wirklich ekelig oder bedrohlich,
vorausgesetzt, der Zuschauer leidet nicht an extremer Spinnenangst. Das mag
sicherlich daran liegen, dass man als kleine Hauptdarsteller des Films
nicht, wie der Titel fälschlicherweise vermuten lässt, Taranteln genommen
hat, sondern mexikanische Rotknievogelspinnen (eine sehr schöne Webseite
zum Thema gibt es hier: http://webspider.cabanova.de). Possierliche
Tierchen, die man am liebsten knuddeln möchte.
Der Film besitzt ein typisches 70er-Jahre-Flair. Unaufdringlich,
schnörkellos, geradezu ruhig und melodramatisch. Passend dazu auch der
Soundtrack.
Das Ende ist makaber und wirklich sehr gelungen. Leider allerdings auch
etwas abrupt, vor allem, wenn man sich von dem Film einen richtigen
Tierhorror-Film versprochen hatte. So bleiben die Spinnen eher Mittel zum
Zweck. Somit ist "Der Kuss der Tarantel" weniger Tierhorror,
sondern eher ein Thriller mit Tieren. Dafür aber ein umso mehr
unterhaltsamer und stilvoller Vertreter seiner Art.
Fazit: "Carrie" mit Spinnen statt Telekinese. Netter 70ies
Thriller mit Tierhorror-Ansätzen. Schön! |