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Eine olle Hexenschnepfe kriegt Besuch vom
Abgesandten des Gehörnten. Sie soll den Sohn des Teufels gebären. Anfangs
findet sie das trotz aller Sympathie für die schwarze Magie nicht so toll,
aber als der Satansbraten erst mal gelegt ist, macht sie doch einen auf
liebevolle Mutter und schließt den kleinen Morak (so der Name des Bengels)
ins Herz. Das Schicksal (bzw. das Drehbuch) will es, dass zeitgleich ein
junger, guter Knabe von ehrenwerten Leuten auf die Welt kommt, also so quasi
als "Gegen-Kind"...
Jahre später: Morak ist zum Mann (und James-Brolin-look-a-like) gereift und
bekommt von seiner Hexenmutti kurz vor deren Tod seine wahre Bestimmung
geflüstert. Er soll sich eine schöne Prinzessin unter den Nagel reißen
und bei Sonnenfinsternis den Thron des Feuers besteigen. Dann könnte er die
Welt knechten, wie es sich für einen Sohn des Teufels gehört. Rumknechten
tut Morak aber auch schon so genug. Auf und um seiner Burg wütet er wie die
Axt im Walde, lässt Dörfer niederbrennen, Leute foltern und stellt
sonstige schlimme Dinge an. Unter anderem lässt er auch die junge
Prinzessin entführen, mit der er seine Prophezeiung erfüllen will.
Inzwischen hat auch Siegfried seinen Job als Helden aufgenommen. Er
schmuggelt sich in die Burg des Finsterlings, wird gefangen, kann
entfliehen, wird wieder gefangen, verliebt sich in die Prinzessin, kann
wieder entfliehen, wird wieder gefangen, landet im Brunnen des Wahnsinns,
kann wieder entfliehen, u.s.w... |
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"Du musst den Thron besteigen am Tag der
Nacht, während des Tages, nicht später als bis Sonnenuntergang". -
Der Thron des Feuers, der Brunnen des Wahnsinns, die Höhle der Tränen...
Es bedarf nur wenig Worte, um zu erkennen, dass der Lachsack des
italienischen Kostüm-Films weit geöffnet ist!! THRONE OF FIRE ist
einer dieser Filme, bei denen der Zuschauer schon während des Betrachtens
nicht weiß, ob er sich nun kneifen oder auf die Schenkel klopfen soll. Ein
Trash- Feuerwerk, das wirklich seinesgleichen sucht.
Der Film vergewaltigt so manche beliebte Götter- und Heldensage und bedient
die gängigen Klischees nicht nur, sondern kriecht ihnen förmlich in den
Arsch! Der Titelheld heißt Siegfried und ist so eine Mischung aus Frank
Langella und Rudi Bommer. Wenn er sich seinen Text ins Gedächtnis ruft,
schielt er. Der titelgebende Thron des Feuers wurde von Odin selbst
geschmiedet (wahrscheinlich mit Thors Hammer...) und hat die hässliche
Angewohnheit, jeden zu verbrennen, der sich unrechtmäßig auf den Schemel
niederlässt. Das sind nur ein paar "Anleihen", die sich THRONE OF
FIRE erlaubt.
Der Oberscherge des Fieslings ist so ein typischer dicker Glatzkopf mit
Suppensieb im Gesicht. Das muss wohl damals die Standard-Besetzung für
Schurkenrollen gewesen sein. Wer da nicht mindestens acht bis zehn ähnliche
Rollenschurken aufzählen kann, hat definitiv noch nie Sonntags nachmittags
Kabel 1 gesehen.
Die Schlachtenszenen erinnern eher an ein gepflegtes Polo-Spiel der
englischen Gesellschaft. Dabei tragen die "Krieger" lustige
Bettvorleger und Plastik-Wikingerhelme aus der Karnevalsabteilung von
Karstadt. Reihenweise werden Hochsitze angesteckt, die man dem Zuschauer als
Wohnbehausungen der armen Leute verkaufen will. Da werden sich manche Jäger
aber freuen...
Im Getümmel taucht plötzlich eine blonde Kampf-Amazone mit 80er Jahre
Porno-Stirnband auf. Es stellt sich heraus, dass sie die prophezeite
Prinzessin ist, der eine Zwangsheirat mit Morak blüht. Die holde Maid ist,
bis auf ihre fellbeklebten Skistiefel, spärlich bekleidet und immer auf der
Suche nach Streit. Dieser resultiert dann in erster Linie daraus, dass die
Braut irgendwie ziemlich doof ist oder nicht richtig zuhören kann. Als
beispielweise Siegfried sie befreien will, stellt er sich erst mal ganz
gentleman-like in aller Ausführlichkeit vor. Kurze Zeit später, als der
ebenfalls sehr clevere Bursche ("Mein Plan? Wir müssen hier
raus!") vom bösen Schurken Morak gemeuchelt werden soll, heißt es von
Seiten der Hobby-Cicciolina nur: "Entschuldigung, wer immer Ihr auch
seid...". Kurzzeitgedächtnis, ick hör Dir trapsen...
Die ganze Story ist eigentlich ein Hin- und Her an dämlichen Entscheidungen
und Aktionen der Charaktere. Das Motto des Helden lautet dabei: Wie breche
ich schnell aus, um noch schneller wieder gefangen zu werden? Der Schurke
ist da schon etwas gewiefter: "Ab mit ihm in den Brunnen des
Wahnsinns!" Ja wenn das mal nix is...
Ist der Held erst mal in den Brunnen geplumpst, kehrt auch bald schon der
Wahnsinn ein: Der Brunnen erweist sich als eine Art
Dracula-LSD-Indiana-Jones-Pappmache-Grotte. Quadratmeterweise
Sprühdosenspinnweben, funky Lichteffekte in psychedelischen Farben und
allerlei Getier warten auf unseren Möchtegern-Nibelungen. Das Getier ist
wirklich von der Übelsten Sorte! Skorpione? Spinnen? Tausendsassa und
Käsemilben? Pöh!! Das WIRKLICH ÜBELSTE Gewänz piesakt den armen Siggi:
Eine grausame GANS(!!!), ein Uhu, ein müder Panther und eine schläfrige
Schlange. Da macht der neunmal kluge Aushilfs-Zombie, der Siegfried
zutextet, schon etwas mehr her, zumindest, was das Make-Up angeht. Das ist
nämlich so schlecht, dass sogar Lucio Fulci zum Glockenseil gegriffen
hätte...
Die Finsterling-Freunde haben ihre Kostüme ganz klar aus den
Requisitenkammer der letzten Dracula-Verfilmung geklaut. Schwarz-rote
Regenkäppies sehen zwar edel aus, erweisen sich im Schwertkampf aber als
eher unpraktisch. Kein Wunder, dass der siegreiche Held immer halbnackt
rumrennt.
Das Ende von THRONE OF FIRE ist ein Paradebeispiel für gelebte
demokratische Monarchie. Die frisch gekrönte Königin kann sich nicht
entscheiden, mit welchem Adelstitel sie ihren Retter Siegvieh nun belohnen
soll (wir erinnern uns, sie ist nicht so ganz helle, gelle...). Kurzerhand
gröhlen ihre 12 bis 15 Untertanen mal eben den Siggi zum neuen König,
inklusive "Zwangsheirat".
Franco Prosperi versteckt sich hier hinter dem Pseudonym Michael E. Lemick.
Warum nur?...
Fazit: Den Grenzen ist wirklich keine Fantasie gesetzt!! ;-)
Italo-Barbaren-Klamauk, der garantiert jeden Filmabend rettet!!! ;-) |