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Danny
(Graham Sibley) und Denise (Tracy Coogan) schweben auf Wolke 7: Das frisch
vermählte Traumpaar macht sich auf den Weg in die Flitterwochen, welche sie
in einem traumhaften Haus am Strand von New Jersey verbringen wollen. Dort
angekommen legen sich die Beiden an den Strand, um ein Sonnenbad zu nehmen
und den schönen Seiten des Lebens zu frönen. Diese Idylle wird aber jäh
unterbrochen, als am Horizont plötzlich ein Mann aus den tosenden Wellen
hervorsteigt und unablässig auf das frisch getraute Paar zusteuert. Ehe
sich Danny und Denise wehren können, erbricht der mysteriöse Fremde eine
ekelerregende Flüssigkeit auf Danny's Gesicht und stirbt anschließend.
Danny wird daraufhin ohnmächtig, wird aber gleich in ein Krankenhaus
überliefert. Dort können die Ärzte nur noch den Tod des jungen Mannes
feststellen. Wie durch ein Wunder steht Danny allerdings nach über 10
Minuten wieder auf und benimmt sich fast schon so, als sei nichts geschehen.
Die Ärzte entlassen ihn deshalb wieder, doch Danny's Verhalten verändert
sich immer mehr ins Unerklärliche. Eigentlich ein Vegetarier, entwickelt
Danny plötzlich Heißhunger auf Fleisch. Zuerst denkt sich Denise nichts
weiter dabei, bis die Eigenart ihres Mannes immer Extremere Züge annimmt.
Als sie ihn eines Tages dabei ertappt, wie er von einem eigenhändig
getöteten Mann isst, gerät sie in einen Gewissenskonflikt und muss sich
zwischen Liebe und Vernunft entscheiden... |
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Bei dem Begriff
"Zombie" denkt man sogleich an die von Lucio Fulci und George
Romero geprägten, äußerst langsam durch die Gegend taumelnden Gestalten,
die ihren Gräbern entsteigen um den Menschen nach ihrem Fleisch zu
trachten. Besonders in den 70ern und 80ern waren diese untoten Gesellen
durchaus beliebt und sorgten ein ums andere Mal ebenso für volle
Lichtspielhäuser, wie auch für ein reges Treiben bei den deutschen
Behörden, die sich mit dem Genre wohl nie so ganz anfreunden konnten.
Nachdem es dann erst einmal still um den Zombiefilm wurde, fand das Genre
seine wortwörtliche Wiederaufstehung sowohl im Mainstream ("Land of
the Dead", "Dawn of the Dead" Remake), wie auch im
Independentsektor. Zählen gerade in letztgenanntem meist nur die blutigen
Effekte, so dachte sich Regie-Neuling David Gebroe, dass er mit "Return
of the Living Dead 3" als Vorbild eine Abwandlung des hinlänglich
bekannten Zombiefilms auf die Beine stellen könnte. Genau wie in Brian
Yuzna's Werk aus dem Jahr 1993 versucht "Zombie Honeymoon" dem
Zombie-Aspekt einen romantischen Anstrich zu verleihen.
Dass das dann aber nicht umwerfend gut klappte, ist sicher nicht dem
Ursprung aus dem Low-Budget Sektor anzudichten. Der Streifen holt viel aus
seinen Möglichkeiten heraus und präsentiert sich als stimmige, schlüssige
Geschichte, die zwar anhand des mangelnden Inhalts ab und an etwas ins
Taumeln gerät und durchaus noch hätte gekürzt werden können, aber alles
in allem gut unterhält. Im Fall von "Zombie Honeymoon" muss man
einfach genau wissen, was einen erwartet, um nicht enttäuscht zu werden.
Wer hier mit einem Film à la "Grossangriff der Zombies" oder
"Woodoo" rechnet, der dürfte enttäuscht werden. Hier geht es
nicht darum, dass sich zahlreiche Untote aus ihren Gräbern erheben, um dann
möglichst viel Menschenfleisch zu fressen, vielmehr stellt der Streifen die
langsame Verwandlung eines Mannes in einen Zombie in den Vordergrund. Das
Interessante dabei ist, dass dieser Mann frisch verheiratet ist und seine
Braut in das ganze Schlamassel mit hineinzieht.
Moralisch vertritt "Zombie Honeymoon" also keine klare Aussage.
Während Danny nur frisst, um seinem Trieb gerecht zu werden, steht ihm
Denise aus Liebe bei und hilft ihm sogar ab und an bei seinen Taten. Bis es
aber soweit ist, kommt "Zombie Honeymoon" erst sehr gemächlich in
Fahrt und dürfte für all jene, die auf Spannung und Gore hoffen, eine
herbe Enttäuschung darstellen. Zu Beginn erhält man nämlich den Eindruck,
sich einen typischen Liebesfilm anzusehen. Dabei rutscht "Zombie
Honeymoon" aber nicht ins Kitschige ab, sondern zeigt seinem Publikum
einfach das Zusammenleben eines frisch verheirateten Paares. Auf
blankpolierte Hollywood-Schnulzendialoge und regenbogenfarbene
Zuckerwatte-Tralalamomente muss man dabei aber verzichten. Richtig
interessant wird es allerdings erst, wenn langsam die Verwandlung eintritt.
Anfangs kaum sichtbar, aber immer bedrohlicher kündigt sie sich an. Zuerst
wird Danny nur beim Sex wesentlich aggressiver, später fällt er auf
offener Straße über Menschen her.
Die Splattereffekte fallen alles in allem spärlich aus, können sich für
ein 16er Werk aber sehen lassen. Danny geht nicht unbedingt zaghaft mit
seinen Opfern um, sondern reißt ihnen ohne Vorwarnung große Fleischstücke
aus den Körpern, was von der FX-Crew ansehlich umgesetzt wurde. Wenn man
bedenkt, dass es sich um einen Independentfilm handelt, dann kann man
wirklich nicht meckern, wenn wieder mal Gedärme frei liegen oder Danny an
Leichen rumknabbert. Das hat man alles schon schlechter gesehen. Und auch,
wenn der Hauptprotagonist großteils sein menschliches Antlitz behält,
verwandelt er sich gegen Ende auch immer mehr äußerlich in einen Zombie,
was ebenfalls ordentlich inszeniert wurde.
Das größte Problem des Films ist, dass er dem Konsumenten nichts volles
und nichts halbes bieten kann. Wer mal wieder Lust auf einen romantischen
Filmabend mit seiner Freundin hat, für den ist das Werk ebenso wenig
geeignet wie für all jene, denen mal wieder nach anspruchsloser
Blutspritzunterhaltung der Sinn steht. Dennoch dürfen sich alle, die schon
"Return of the Living Dead 3" dank seines dramatischen Untertons
mochten, auch mal an "Zombie Honeymoon" heranwagen. Der Film ist
wirklich sauber inszeniert, daran gibt es nichts auszusetzen. Vor allem
gegen Ende wird er sogar noch einmal ungemein atmosphärisch, wenn Danny in
dem dunklen Haus eine Leiche nach der anderen zerlegt und Denise mit diesem
Wahnsinn nicht mehr klarkommt. Erwähnenswert ist auch, dass Tracy Coogan
und Graham Sibley die Hauptrollen glaubhaft verkörpern können, obwohl sie
beide kaum Schauspielerfahrung besitzen.
Einen klassischen Zombiefilm hat David Gebroe mit "Zombie
Honeymoon" nicht abgeliefert, und so sollte man auch noch einmal seine
Erwartungshaltung überdenken, um sich mit dem Werk anfreunden zu können.
Der Streifen schlägt in etwa die Richtung von "Return of the Living
Dead 3" ein, ist dabei aber nicht ganz so blutig, sondern setzt auch
auf eine Handlung, die dagegen eher gemächlich und ruhig geschildert wird.
Aus technischer Sicht ist der Streifen für sein Budget top, doch leider
schleichen sich einige Längen in das Werk ein, die den Sehgenuss etwas
trüben. Dennoch ist "Zombie Honeymoon" für alle, die auch neuen
Ideen gegenüber offen sind, sicher keine Fehlinvestition. |