| Spacer |
| Story |
|
Rob Hanisey (Tyron Leitso) ist ein
erfolgloser Schriftsteller, dem langsam das Geld für Rechnungen und
Miete ausgeht. Seine letzte Hoffnung sieht er in dem Highberger House,
einer Pension, die bisher unveröffentlichte Autoren aufnimmt, um sie
fernab jedweder Ablenkung an ihren Romanen arbeiten zu lassen. Rob hat
Glück, denn gerade wurde ein Zimmer frei, dessen vorheriger Bewohner
sich laut Hausverwalterin Nancy Bloom (Nicola Lipman) angeblich
umgebracht haben soll.
Rob
muss schon bald feststellen, dass in dem Haus mehr haust als nur ein
paar exzentrische, erfolglose Schriftsteller. Immer wieder hört er ein
unablässiges poltern und klopfen und als er den Geräuschen irgendwann
nachgeht, entdeckt er auf der Treppe eine wunderschöne, verstörte Frau
(Clare Grant), die sich ihm als Valerie vorstellt. Valerie fleht Rob
völlig panisch um Hilfe an, bevor sie plötzlich von einem
mysteriösen, schwarzen Biest (Tony Todd) zurück in die Wand gezogen
wird. Rob geht der Sache nach und setzt alles daran, der unbekannten
Schönen zu helfen, zieht damit aber den Ärger der anderen Bewohner auf
sich, denn diese scheinen mehr über den Blutdämonen und seine schöne
Gefangene zu wissen, als sie zuerst zugeben wollen... |
|
|
Bei "Valerie on the Stairs" handelt es
sich um die achte Folge zur zweiten Staffel der ebenso bekannten wie beliebten
amerikanischen TV-Serie "Masters of Horror", für die namenhafte
Horror-Regisseure jeweils eine vollkommen eigenständige und etwa einstündige
Episode des Schreckens abliefern. "Valerie on the Stairs" basiert
auf einer Geschichte des berühmten Horror-Schrifststellers Clive Barker und
wurde für die "Masters of Horror" Serie von keinem anderen als Mick
Garris inszeniert, der die Serie im Jahr 2006 ins Leben rief und bei allen
Episoden stets als Produzent tätig ist. Einen Namen konnte sich Garris zudem
durch die Stephen King Verfilmungen "Schlafwandler", "Riding
the Bullet", "Desperation" und den Mini-Serien "The
Stand" und "The Shining" machen, die bei den King-Fans jedoch
stets geteilt aufgenommen wurden.
"Valerie on the Stairs" ist definitiv
ein Highlight innerhalb der "Masters of Horror" Reihe. Was
vordergründig nach einer typischen Geistergeschichte aussieht, ist in
Wahrheit vielmehr eine dramatische Erzählung über verbotene Träume,
Hoffnungen, Leidenschaft und deren Manifestation in unserer Realität. Mit dem
Highberger House wurde die perfekte Kulisse für dieses perfide und perfekt
durchdachte Kammerspiel ausgewählt, denn innerhalb den Wänden dieser
mehrstöckigen Absteige entsteht schnell eine ganz eigene Atmosphäre, die
vergessen lässt, dass noch eine andere Welt außerhalb dieses Hauses
existiert. Einen großen Teil trug dazu sicherlich die Arbeit des Kameramannes
Jon Joffin bei, der die Bilder stets in äußert interessanten Positionen
einfängt und damit die Einsamkeit innerhalb des Hauses perfekt
festhält.
Die Geschichte geht sehr schnell ihren Gang und
hält sich nicht lange mit Nebensächlichkeiten auf, denn wie bei allen
anderen "Masters of Horror" Folgen war man auch hier wieder zeitlich
auf etwa eine Stunde festgelegt. Während manch andere Regisseure bereits ihre
Probleme damit hatten, macht Mick Garris genau das Richtige aus der
vorgegebenen Richtlinie, da seine Erzählung über einen gequälten Geist
genau den richtigen Mittelwert zwischen flottem, erzählerischem Drive und
notwendiger Charaktereinführung findet. So lernt das Publikum im Laufe der
Handlung einige Bewohner des Highberger House näher kennen und kann sich
somit sehr gut in die Lage des Hauptcharakters Rob Hanisey hineinversetzen.
Niemand schenkt seinen Beobachtungen Glauben und doch bemerkt Rob schnell,
dass die Bewohner mehr über den Geist wissen, als sie zu erzählen bereit
sind.
Interessant dabei ist auch, dass es sich hierbei
um eine durchaus ungewöhnliche Geistergeschichte handelt, denn die oftmals
nackt auftretende Valerie strahlt in ihren Auftritten eine immense erotische
Anziehungskraft aus, was sich bis in eine geträumte Sexszene zwischen ihr und
Rob hineinsteigert. Valerie ist die personifizierte Schönheit, die von einem
abscheulichen Monster gefangen gehalten wird, welches sie immer wieder in die
Welt hinter den Wänden zieht. Für Rob gilt es, das Mysterium um das
Geisterwesen zu lüften und auch hier wird "Valerie on the Stairs"
zu keiner Sekunde langweilig. Die Auflösung weiß letztendlich auch zu
gefallen und zerschlägt die Vermutungen des Publikums sehr schnell wieder.
Hier hat man sich glücklicherweise nicht bei irgendwelchen Vorbildern aus der
japanischen Geistermythologie bedient, sondern vielmehr eine ganz eigene,
zutiefst tragische Story zum Leben erweckt.
"Valerie on the Stairs" verbindet
einige unerwartete Schockmomente und dezent eingestreuten Gore mit einem
mystischen Liebesdrama. Hier ist es insbesondere die Story, die einem lange
nach dem Abspann noch sehr positiv in Erinnerung bleiben wird und somit hebt
sich der Streifen deutlich von anderen "Masters of Horror" Kollegen
ab, die lediglich durch ihren Blutfaktor unterhalten können. Mick Garris
erzählt mit "Valerie on the Stairs" eine fesselnde Handlung, die
auch ein Publikum überzeugen wird, das sich ansonsten eher weniger für
Horror begeistern kann, da der Schrecken und der Blutfluss hier erst im
letzten Drittel Einzug erhalten und ansonsten sehr viel Wert auf eine
konstante Steigerung der Spannung gelegt wurde. Die Schauspieler wurden
allesamt sehr passend besetzt und lassen keine Wünsche offen. Tyron Leitso
verkörpert den Hauptcharakter glaubhaft, während man sich des weiteren noch
auf einen gewohnt-verrückten Christopher Lloyd freuen darf, der wohl jedem
noch aus der "Zurück in die Zukunft" Trilogie bekannt sein dürfte.
Das grausame Monster wird derweil von Tony Todd verkörpert, der dabei nicht
selten Erinnerungen an den Candyman wachruft.
"Valerie on the Stairs" ist eine
absolut überzeugende und fesselnde Geschichte um die Folgen von verbotenen
Träumen und unerfüllten Sehnsüchten, die keine pausenlosen Blutschwälle
braucht, um sein Publikum gut zu unterhalten. Etwas Gore gibt es zwar auch
hier mal zu sehen, in erster Linie wird die "Masters of Horror"
Episode aber einzig und allein von ihrer tollen Story, sowie der einzigartigen
Atmosphäre getragen, die dem Ganzen etwas sehr mystisches einhaucht.
Schauspielerisch top besetzt, storytechnisch fesselnd und im letzten Drittel
auch um einige Schreckmomente nicht verlegen, ist "Valerie on the
Stairs" eine "Masters of Horror"-Folge, die man gesehen haben
sollte. |
|
"Valerie on the Stairs" ist seit
kurzem im Handel erhältlich und zwar im Vertrieb des Labels Splendid. Hierbei
hat man sich auch wirklich etwas einfallen lassen, denn die Scheibe kommt als
optisch hochwertiges Metallpack daher, das leider bei genauerer Betrachtung
einige Mankos aufweist. Im Gegensatz zu den qualitativ hochwertigeren
Steelbooks lassen sich diese Metalbooks sehr viel leichter verbeulen und sind
im inneren mit einem Material ausgestattet, das die DVD selbst stark
beschmutzt. So ist es leider nötig, die DVD in eine Extra-Hülle zu legen, um
sie vor größerem Schaden zu bewahren. Sieht man davon aber ab und sorgt für
gewisse Präventionen, gibt es an der Scheibe selbst nicht viel auszusetzen.
Über ein hübsch animiertes Menü lassen sich eine Vielzahl interessanter
Extras anwählen. So zum Beispiel ein aufschlussreiches Making Of, sowie
reichlich andere Unterpunke, bei denen man einiges über die Entstehung dieses
Films erfährt. Weiterhin findet sich auf dem Silberling noch die
obligatorische Trailershow, die hier ebenfalls sehr ansehnlich animiert wurde.
|