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Das
leicht verpeilte Liebespaar Romeo und Julia wollen eine neue Wohnung
beziehen. Diese finden sie in einer verfallenen Fabrikhalle. Ein
äußerst schmieriger Makler versucht ihnen das Angebot schmackhaft zu
machen, was aber nicht von Nöten ist, das sich Romeo und Julia nach
einem Quickie für den Kauf entscheiden. Doch der Makler ist nicht
zufrieden zu stellen. Er will mehr. Nämlich den beiden Verliebten an
die Wäsche.
Diese Rechnung hat er allerdings ohne Romeo gemacht, der ihm zuvorkommt
und sich ihm entledigt. Wer jetzt aber denkt, dass das abgedrehte
Pärchen seine Ruhe hat, irrt. Denn es gibt noch einen Hausbesitzer, der
noch schräger als alle anderen drauf ist und um Längen brutaler. Als
erstes erfährt dies Romeo am eigenen Leib. Den er nicht mehr bewegen
kann. Nachdem er eine Leiche verbuddeln will, wird er selbst zu einem
Teil von Mutter Erde. Und dann wird ihm auch noch die Sicht mit einem
Eimer genommen. Es sieht nicht gut aus für den jungen Romeo, der aber
keineswegs gewillt ist, die Opferrolle anzunehmen... |
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Jung-Filmemacher Peter
Koller hat es nicht wie viele seiner Kollegen aus dem Low-Budget-Bereich
gemacht. Er hat sich für seinen ersten Langfilm kein handelsübliches Thema
zur Brust genommen und versucht schlichte Standardware in den Kasten zu
bringen. Es gibt keinen Slasher, keine Zombies oder ähnliche simplen
Mutanten. Koller hat einen Weg beschritten, für den ihm Respekt gezollt
werden muss. Er hat sein, über viele Jahre, erspartes Geld zusammengekratzt
und alles auf eine Karte gesetzt. Top-or-flop.
Wie die Sache
ausgegangen ist, muss sicherlich jeder für sich selbst entscheiden. Die
Zielgruppe dürfte positiv überrascht sein, wer wenig mit
Amateur-Produktionen anfangen kann, wird wohl eher erschreckt werden. Warum
muss man dann schon selber rausfinden...
Der Film ist sehr professionell gedreht worden. Auf guter Hardware, dessen
eingefangene Bilder mit einem flotten, sehr guten Schnitt veredelt wurden.
Dank Braun- und Rausch-Filtern steht die ganze Zeit über eine düstere,
dreckige Atmosphäre an. Man meint sich ein manches Mal in einem
Italo-Western, auch wenn dieser Eindruck von der Handlung und dem
österreichischen Hinterhof nicht wiedergegeben wird. Ein nicht geringer Teil,
von „Auf bösem Boden“ lebt von dieser ungewöhnlichen Atmosphäre.
Der gelernte Immobilienmakler und österreichische Flughafen-Arbeiter Peter
Koller hat Talent zum Filmemachen. Ohne Frage. Mit wenig Geld hat er etwas
ganz Besonderes geschaffen. Er bietet den bizarren Stoff so dar, dass kaum
langatmige Szenen entstehen und man stets wissen will, wie es weiter geht. Nur
gegen Ende zieht es sich etwas.
Die Kurzweiligkeit ist durchaus verwunderlich, da der Stoff an sich nicht viel
bietet. Die Geschichte kann problemlos in einem Satz wiedergegeben werden. Na
ja... will man die kleinen, belebenden Seitenstorys einbeziehen braucht man
vielleicht zwei. Fakt ist aber, dass es nicht all zuviel zu berichten gibt.
Dies stört aber nicht weiter, da es, wie bereits erwähnt, meist sehr
unterhaltsam ist. Grund hierfür ist zum einen die gute Kameraführung, die
einem extrem gute Einblicke in das Geschehen gibt. Aus allen möglichen
Winkeln und Betrachtungsweisen. Des Weiteren ist auch das Stilmittel des
Regisseurs ein belebendes Element. Alles geht rasendschnell. Ist
unübersichtig, wenig gradlinig und abgefahren. An einigen Stellen gibt es
auch komödiantische Einlagen. Diese sollen ein wenig an „Tom & Jerry“
erinnern, was aber sicherlich nicht immer zutreffend ist.
Die überdrehte Darstellung kommt in erster Linie den Darstellern zu gute.
Hauptdarsteller Aleksandar Petrovic
ist Arbeitskollege von Regisseur Peter
Koller und präsentiert sich offensichtlich ganz gerne vor der Kamera. Ihm ein
Talent zur Darstellung zuzusprechen wäre nicht gerecht. Seine unsympathische
Rolle kommt ihm aber entgegen. Birgit Stauber, die schon in einigen TV-Produktionen und Ittenbachs
„Legion Of The Dead“ (als Jaqueline) zu sehen war, bleibt weitgehend blass. Der Finne Kari
Rakkola, der den Psycho-Hausbesitzer mimt, hinterlässt einen völlig
überzogenen Eindruck. Auch der restliche Teil der Crew kann das überzogene Verhalten der
Darsteller präsentieren. Da der Film aber keinen Wert auf Glaubwürdigkeit
legt, brauchen die Protagonisten auch nicht mit professionellen
Charakterdarstellungen zu glänzen. Man fühlt sich als Zuschauer aber ein
manches mal wie in „Steiner Theaterstadl“, was der Betrachtung nicht immer
dienlich ist.
Der Film ist mit KJ eingestuft, ist auch böse und manchmal etwas hart. Zum
großen Blutvergießen kommt es aber trotzdem nicht. Dafür gibt es andere
Effekte. Gerade der Spezialeffekt am Ende ist überragend. Zumindest wenn man
noch mal auf das knappe Budget von 60.000€ zurückblickt. Mehr wird an
dieser Stelle aber nicht verraten.
„Auf bösem Boden“ ist in der Gesamtbetrachtung ein interessanter Film.
Für eine Klein-Produktion großes Kino. Zumindest was den wenig kommerziellen
Bereich betrifft. Für sein erstes Lang-Film-Werk muss Peter Koller gelobt
werden. Der Film hat zwar einige Schwächen (Darsteller, Dramaturgie gegen
Ende, unlustige Komikeinlagen, fehlende Differenzierung zwischen bösem Film
oder lustigen Film), macht aber Spaß und ist unterhaltsam sowie
ungewöhnlich. Um
ein richtig großer Film zu werden fehlt es ihm an substanziellen Material. Es
wird halt nicht wirklich viel erzählt. Aber das sollte niemanden wundern.
Vielmehr sollte man sich von diesem außergewöhnlichen Film beeindrucken
lassen.
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Die
DVD wurde von dem neuen Label
Dark Shadow Films in Form einer Special 2-Disc Edition auf den Markt gebracht,
die dem DVD-Liebhaber das bietet, was er sich wünscht. Bild und Ton sind für
eine Low-Budget-Produktion exzellent. In dieser Form nicht zu kritisieren.
Gleiches gilt für die Extras. Die muss man gesehen haben. Besonders das über
90 Minuten dauernde Making Of lässt keine Fragen offen. Zudem gibt es noch
einen Audiokommentar,
Gag-Reel, entfallene Szenen, einen Kurzfilm namens „Skrypt“, Captain Clap
Reel, Trailer und ein 20seitiges Booklet in der DVD, in dem man noch mal
einiges nachlesen kann.
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