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Mit
„Crazy Eights“ kommt ein Film daher, der laut DVD-Cover „der
unheimlichste Horrorfilm des Jahres“ sein soll. Unheimlich ist das Ganze
auch, aber ob es sich hierbei nun um den unheimlichsten Film des Jahres
handelt, darf doch sehr bezweifelt werden. Allerdings ist „unheimlich“ das
Stichwort des Films.
Es gibt zum Beispiel Dialoge, die unheimlich dämlich sind. Bestes Beispiel
hierfür dieser: „Hier gibt es soviel Schimmel, dass man eine Kuh damit
ersticken könnte“. Nach dem Ausspruch dieser und ähnlicher Zeilen stehen
einem die Fragezeichen ins Gesicht geschrieben. Auch nett ist die Szene, in
der eine Lehrerin in einem dunklen Vorführungsraum den Letzten bittet, dass
Licht auszumachen. Dies sind aber nur Randnotizen. Wer denkt, dass der Film
lustig gedreht wurde oder er sich bei „Crazy Eights“ eine Extra-Portion
Trash abholen könnte, irrt leider. Der Film versucht ernst zu sein, was ihm
auch im Grunde gelingt. Nur halt mit kleinen Ausnahmen.
„Crazy Eights“ lebt von seiner düsteren Atmosphäre und dem Gebäude, in
dem sich ca. 80% der Handlung abspielt. Es ist zwar leicht unlogisch, dass die
Gefangenen nicht fliehen können, da aber insgesamt mehrere Ungereimtheiten
auftauchen, kann man diese auch verkraften. Neben der Atmosphäre kommt es zu
einigen Schock-Sequenzen, die einem das Blut in den Adern gefrieren lassen.
Auch gut gelöst wurde die Sache mit dem Geist. Man ahnt während der
Betrachtung oft, dass er da ist und sieht ihn ab und an mal in kurzen
Sequenzen. So bleibt die Spannung in den gruseligen Szenen auf einem recht
hohem Niveau. Wenn man ehrlich ist, war es das aber auch schon an positiven
Aspekten, die „Crazy Eights“ zu bieten hat.
Schlecht ist auf jeden Fall die Story, die zu Einen bei anderen Filmen
abgekupfert wurde und zum Anderen leicht verwirrend ist. Man kann nicht immer
alles nachvollziehen. Auf den kompletten Durchblick wartet man vergebens.
Zudem kommt das Problem, dass das Gezeigte meist höchst unspektakulär
ausfällt und Innovation auf der Strecke bleibt. Die Umsetzung ist auch
nicht sonderlich gelungen. Im Film gibt es Höhen und Tiefen. Höhen, die
einen bestens unterhalten und Tiefen, die einem die Augenlider schwer machen.
Hier hätte Regieneuling James Koya Jones mehr Gleichgewicht reinbringen
müssen. Zudem hätte es nicht schlecht getan, wenn er die Rollen im Film mit
etwas mehr Leben und etwas weniger Klischee beladen hätte. Man hat aber schon
schlimmeres gesehen.
Dies gilt im Übrigen auch für die Darsteller. Diese fallen, so komisch das
klingen mag, gar nicht wirklich auf. Weil ihre Rollen nicht sonderlich viel
hergeben und sich keiner völlig daneben benimmt. Dina Meyer („Starship
Troopers“, „SAW“), Traci Lords („Blade“) und Gabrielle Anwar („Body
Snatchers – Angriff der Körperfresser „) dürften dem ein oder anderen
bekannt sein.
Völlig daneben ist die Freigabe des Films, die mit KJ ausgegeben wurde. Es
gibt zwar Morde, diese werden allerdings alle in Off durchgeführt. Splatter
ist hier Fehlanzeige. Besonders schade ist das deswegen, weil einige der Morde
durchaus kreativ und ungewöhnlich sind.
„Crazy
Eights“ ist, wenn man die positiven und negativen Aspekte gegeneinander
abwiegt, ein Film, den man gesehen haben kann, aber sicherlich nicht gesehen
haben muss. Er ist nicht wirklich schlecht, aber auch nicht richtig gut. Er
versteht es streckenweise gut zu unterhaltsam, ist aber nicht zielstrebig
genug inszeniert und kommt mit Logiklücken daher, die nicht gerade klein sind
und es einem das Verstehen schwierig machen. |