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Eric
Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer
was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen
Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur
sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut
gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack
nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.
Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des
Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades
verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in
der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch
die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die
sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie
verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.
Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund
Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem
Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls,
menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre
wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst,
ist es zu spät!" |
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"Sie
sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" - Ebenso harte, wie
heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im
Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen
und Massakern abliefert.
Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von
Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin
("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht
das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges
Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos
schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon
kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran
rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.
Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken
im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen,
Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert.
"Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry - Portrait of a
Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John
McNaughton gefallen...
Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des
Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei
den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber.
Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell
nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er
auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt...
Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber
nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden
Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich
angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine
soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder
(das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein...), legen sich Vorräte
mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der
Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie
sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende
mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich
finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls
ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als
Opfer für einige deftige Splattereinlagen.
Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte,
statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig
lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera
herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung
gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder
Splatter... Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf.
Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt
wirkt.
Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den
Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen
gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum.
Fazit:
Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der
Splatter-Gemeinde wird's gefallen... |