Hügel der blutigen Augen

OT: The Hills Have Eyes
ca. 86 Minuten
USA 1977
 
Regie
Wes Craven
Darsteller
Susan Lanier
Robert Houston
Martin Speer
Dee Wallace
u.a. 
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Familie Carter ist auf dem Weg von Cleveland nach Kalifornien. Dabei durchqueren sie mit ihrem Auto und dem dahinterhängenden Wohnmobil die Wüste. Als sie in der Einöde tanken, sind sie noch frohen Mutes. Denn sie wissen nicht, dass sie wenig später einen Unfall haben sollen, der ihnen die Weiterfahrt unmöglich macht.

Das Dumme dabei ist, dass sie nicht nur mitten im sandigen Nirgendwo gestrandet sind, sondern das dieses Gebiet auch vom Militär als Atomversuchsgelände genutzt wird. Zudem hören sie seltsame Stimmen über Funk und etwas scheint in den Hügeln, der unmittelbaren Umgebung, vor sich zu gehen. Etwas Todbringendes...



 

Fünf Jahre nachdem Meister-Regisseur Wes Craven (u.a. „Nightmare - Mörderische Träume“, „Scream - Schrei!“) die Zuschauer mit seinem „Last House On The Left“ schockierte, wagte er sich an einen ganz besonderen Stoff. Mit Wüste, Rednecks, komischen Außerirdischen und ebenfalls einer gehörigen Portion Terror. „Der Hügel der blutigen Augen“, der im Jahre 2006 vom Franzosen Alexandre Aja neu aufgelegt wurde („The Hills Have Eyes“), stellte im Produktionsjahr 1977 schon etwas Besonderes dar. Die Zuschauer durften in die Kinos kommen, um sich außergewöhnlich terrorisieren zu lassen.

Der Film hat natürlich mehr zu bieten, als blanken Terror. Gleich von Anfang an wird eine bedrohliche Atmosphäre aufgebaut. Die karge Wüstenlandschaft ist nicht gerade einladend. Die tollen Felsansammlungen sind sicherlich der Traum eines jeden Geologen, aber trotzdem will man da natürlich nicht tot über dem Zaun hängen. Auch die Tankstelle, die von den Reisenden betreten wird, ist alles andere als ein schöner und sicherer Aufenthaltsort. Doch dann kommt es bei den Reisenden zum Schlimmsten: Sie verunglücken mit ihrem Wagen. Lustigerweise wegen Terror von oben und einem niedlichen Häschen von unten. Oben jagend Militärflugzeuge über ihre Köpfe, was den Fahrer zur Weißglut bringt. Dies ist schön in Szene gesetzt. Und da der Auto-Pilot nicht ganz bei der Sache ist, wird er von einem friedlich wirkenden Hasen von der Fahrbahn, direkt in einem Busch, getrieben.

Und dann geht es auch schon wenig später los mit dem Terror. Finsteren Gestalten wollen den sechs Gestrandeten an den Pelz. Wer, wie, warum und wieso wird im Verlauf aufgeklärt. Zumindest fast. Sicher ist aber, dass es nicht besonders gut um die Familie steht. Einer nach dem anderen muss um sein Leben fürchten. Auf Effekte der splattrigen Art wird dabei nicht unbedingt gesetzt. Es gibt zwar hier und da etwas zu sehen, so blutrünstig wie das Remake ist „Hügel der blutigen Augen“ aber lange nicht. Nette Effekte gibt es auch für die Ohren. Die musikalischen Einlagen sind alles andere als handelsüblich. Es gibt unterschiedlich frequentierte Töne, die immer wieder monoton aus den Boxen strömen. Monoton aber passend. Wie die bekannte Faust aufs Auge. 

Leider kommt es während der verschiedenen Terror-Szenen immer wieder zu Passagen, die etwas an Tempo verlieren. Das Geschehen zieht sich leicht in die Länge. Die Grundspannung bleibt zwar durchaus vorhanden, es passiert weniger als erhofft. Zwischendrin hat man es auch immer mal wieder mit unseren außerirdischen Rednecks zu tun. Warum außerirdisch und warum Rednecks wird hier aus spannungstechnischen Gründen verschwiegen. Es sein nur soviel gesagt: Es gibt zwei deutsche Synchronisationen zu dem Film. Die originale hat erstaunliches mit den Charakteren gemacht... Aber kommen wir zurück zu den außerirdischen Rednecks. Hier sticht natürlich Charakterkopf Michael Berryman („Cut And Run“, „Im Todestal der Wölfe“ uva.) hervor. Er spielt hier seine Paraderolle. Nicht weil er das so gut macht, sondern weil er perfekt reinpasst. Richtig gut spielt auch niemand der übrigen Crew. Allerdings gibt es auch kaum Ausschläge nach unten. Die wenig durchleuchteten Charaktere kommen den Darstellern da natürlich zugute.

Wenn man bedenkt, dass der Film im Jahre 1977 gerade mal 230.000 US-Dollar an Produktionskosten angehäuft hat, ist es schon erstaunlich, wie gut er funktioniert. Die paar Längen, die aufkommen, verzeiht man ihm. Somit ist es auch kein Wunder, dass sich Alexandre Aja des Stoffes angenommen hat und ein ebenbürtiges, da blutigeres, Remake gezaubert hat. Und das, ohne die Story großartig zu verändern. Wer das Remake mochte, wird sicherlich auch das Original mögen. Und umgekehrt.

Review by ThS

Der Autor

Splatter
Spannung
Story
Ekelfaktor
Atmosphäre
Gesamt

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