Kunoichi – Lady Ninja

Informationen

OT:Kunoichi ninpô chôYagyû gaiden: Edobana jigoku-hen

ca.74 Minuten

Japan 1998

Regie

  • Hitoshi Ozawa
Darsteller

  • Yûko Moriyama
  • Hitoshi Ozawa
  • Momoka Saeki
  • Kaoru Okawa
  • u.a.

Kunoichi - Lady Ninja

Story

Auf Befehl des dunklen Fürsten Akinari überfallen sieben dämonische Krieger ein Nonnenkloster überfallen, töten die Bewohner und Brennen das heilige Haus nieder. Nur sieben Töchter des Clans überleben das Massaker. Sieben weibliche Ninjas, Meisterinnen des Schwertkampfs, ausgestattet mit tödlichen Tricks. Gemeinsam mit dem Samurai Jubei machen sie sich auf, dem Shogun und seinen Dämonen das Handwerk zu legen…

Kritik

Frauen an den Herd das Schwert!

Bis Ende der 80er Jahre, konnte man(n) meinen, Ninja-Filme seien ausschließlich Männer-Filme. Mit wenigen Ausnahmen (z.B. den genialen Trash-Perlen "Geheimkommando D.E.A.T.H." oder "Das Frauenlager der Ninja") war es seinerzeit den Richard Harrisons, Sho Kosugis, Stuart Steens oder Paulo Tochas der Filmwelt überlassen, das Plastikschwert zu schwingen, Rauchbomben zu werfen und mit Stirnband und Schlafanzug durch den Wald zu hüpfen.

Dann schlug Anfang der 90er Jahre endlich die Stunde der Kunoichi, der weiblichen Ninjas. Der Regisseur MasaraTsushima setzte gleich in einer ganzen Reihe von Ninja-Filmen Frauen als tapfere Kriegerinnen in Szene.

Kunoichi – Lady Ninja ist nun Hitoshi Ozawas Beitrag zum fernöstlichen Furien-Fest.

Rasant inszeniert, legt der Film weniger wert auf eine solide Story oder leicht nachvollziehbare Handlung. Hier regieren Action, schnelle Schnitte, abgedrehte Charaktere und Rockmusik. Die Heldinnen verfügen über Zauberkräfte, die den Tricks der Schurken in nichts nachstehen. Irgendwie kommt Kunoichi – Lady Ninja schon fast wie eine Art Real-Anime rüber.

Die Story um die Ninja-Bräute, die sich gemeinsam mit ihrem Lehrmeister Jubei Yagyu auf den Kriegspfad gegen dämonische Schurken ist nicht gerade weltbewegend innovativ und dient eigentlich nur als Aufhänger für Schwertkämpfe, Wire-Fu-Einlagen und allerlei obskure Actionszenen.

Wenn ein Film allerdings versucht, in erster Linie von Action und Bildgewalt zu leben, dann sollte den Verantwortlichen für entsprechende Szenen auch das nötige Budget und Knowhow zur Verfügung stehen. Dies scheint offensichtlich beim Dreh von Kunoichi nicht der Fall gewesen zu sein. Die Spezial-Effekte der Actionsequenzen bewegen sich auf billigstem TV-Niveau und werden nur noch von den wirklich grausigen CGI-Animationen in negativer Hinsicht getoppt. Für eine Film-Produktion aus der Zeit der Jahrtausendwende ein ziemliches Armutszeugnis. Da lobt man sich doch eher die klassische Handarbeit alter Eastern oder Ninja-Filme aus den 70er oder 80er Jahren, die entweder perfekt (z.B. bei Regisseuren wie King Hu oder Chang Cheh) oder zumindest unterhaltsam dilettantisch (à la Godfrey Ho) war.

Apropos klassisch: Die Figur des einäugigen Samurai Jubei Yagyu dürfte Eastern-Fans bekannt sein. Bereits Jahre zuvor trat Martial-Arts-Ikone Sonny Chiba u.a. in Fukasaku Kinjii’s "Samurai Reincarnation" (Makai tenshô) als energischer Krieger mit Augenklappe und Schwert gegen allerlei Dämonen und Schurken an. In Kunoichi – Lady Ninja übernimmt Regisseur Hitoshi Ozawa persönlich den Part des großen Samurai. Seine Darstellung wird jedoch durch den Auftritt der Ninja-Ladies in den Schatten gestellt, allen voran Yuko Moriyama. Die zierliche Action-Lady, die unter anderem zuvor in der "Zeiram"-Serie (1991-1993) ihre Frau stand macht als Anführerin der Kunoichi mit Minirock und rotem Haarband eine aufregende Figur.

Schade, dass ihre Auftritte als Schwertkämpferin in dem Film ein bisschen zu kurz kommen. Sie ist leider keine zweite "Azumi".

Ein zweiter "Azumi" ist dann auch der ganze Film nicht. Ihm fehlt trotz Blutfontänen, Action und schneller Schnitte einfach die Coolness und Bildgewalt von Ryûhei Kitamura’s Meisterwerk aus dem Jahre 2003.

Ein weiteres Manko stellt zudem die teilweise wirklich ätzende Synchronisation dar. Die Schurken quietschen, kreischen und zischen, dass man sich Sorgen um sein Gehör machen muss.

Bevor der Tinnitus einsetzen kann ist der Film nach 74 Minuten Spielzeit allerdings vorbei.

Fazit: Ein Film wie ein Comic. Poppiges Action-Kino ohne Tiefgang. Sieben Ninja-Frauen unterhalten ganz gut, sind aber sicherlich nicht jedermanns Sache.

Bewertung

Splatter Kunoichi - Lady Ninja
Spannung Kunoichi - Lady Ninja
Story Kunoichi - Lady Ninja
Ekelfaktor Kunoichi - Lady Ninja
Atmosphäre Kunoichi - Lady Ninja
Gesamt Kunoichi - Lady Ninja

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