[Rec]²

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Informationen

Drehland Spanien
Drehjahr 2009
Laufzeit ca. 81 Minuten
Regie Jaume Balagueró Paco Plaza
Darsteller Manuela Velasco Leticia Dolera Ferran Terraza Javier Botet u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (anamorph/16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Spanisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
[Rec]²

Story

In einem großen Mietshaus in Barcelona ist eine Seuche ausgebrochen. Menschen verwandeln sich zu blutrünstigen Kreaturen. Da die Situation nicht unter Kontrolle gebracht werden kann, wird ein Sonderkommando in das Haus geschickt, um dort nach dem Entstehen der Tragödie zu forschen. Als Verstärkung steht den Polizisten ein Priester zur Seite, der eine Blutprobe vom Ursprung der Epidemie besorgen soll, damit die Seuche ausgerottet werden kann.

Doch es soll keine einfache Expedition ins Haus des Schreckens werden. Es scheint, als sein nicht einfach eine neue Krankheit ausgebrochen, sondern als hätte die eine höhere Macht die Finger im Spiel…

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Kritik

Nach dem der spanische Publikumserfolg „[REC]“ sogar als „Quarantäne“ für den amerikanischen Markt erfolgreich nachverfilmt wurde, war es nur eine Frage der Zeit, bis es zu einer neuen Auflage kommen sollte. Immerhin war das Ende des Films so gestaltet, dass eine Fortsetzung durchaus Sinn macht. Und da ist er nun. Nach knapp zwei Jahren Wartezeit erscheint „[REC]2“.

Aber mit was für Erwartungen an solch einen Streifen rangehen. Ist es doch üblicherweise so, dass zweite Teile eines Erfolgsfilms ruck zuck in den Kasten gebracht werden, um noch mal schnell ein paar Euro zu machen. Immerhin hat man sich dazu entschieden, die beiden Erfolgs-Regisseure Jaume Balagueró („Hell’s Resident”, „Fragile – A Ghost Story”, „Darkness”, „The Nameless” u.a.) und Paco Plaza („Romasanta – Im Schatten des Werwolfs“, „Second Name – Dein Name sei Tod“) zu halten.

Die Story beginnt genau da, wo der Vorgänger aufhört. Das Treiben reiht sich an die Vorgeschichte an. Man darf das Sonderkommando und den Arzt dabei beobachten, wie sie sich in ihre gefährliche Arbeit stürzen. Natürlich mit Kameras ausgestattet, damit die Polizeiführung Bildmaterial hat und wir nicht auf die Wackel-Bilder verzichten müssen.

Was sich einem dann bietet ist bekannt. Dunkle Gänge, wütende Infizierte, ängstliche Nicht-Infizierte, wackelige Bilder, Blut, Dunkelheit. Alles Zugaben, die in einen guten Horror-Streifen gehören und für Atmosphäre und Spannung sorgen. Aber wer den Vorgänger-Film gesehen hat, wird nichts wirklich Neues entdecken. Man merkt schnell, dass etwas fehlt. Etwas, was mehr Schwung in die Geschichte bringt. Ihr Tiefe einverleibt und den Betrachter fordert. Denn die vorhandenen Schock-Effekte sorgen zwar für Erschrecken, da man die meisten Szenen schon zu kennen meint, stumpft man bei der deren Sichtung doch merklich ab.

Was etwas Schwung in die Geschichte bringt ist eine Parallel-Story um ein paar Jugendliche, welche sich im Haus befinden. Diese sind natürlich auch mit einer Hand-Kamera ausgestattet und kommen nach der ersten Hälfte zum Einsatz. Zudem wirft die Rolle des unsympathischen Priesters, der auf der Suche nach einem Gegenmittel ist, ein paar Fragen auf. Er scheint mehr mit der Sache zu tun zu haben, als man das anfangs denkt und lenkt das Geschehen unübersehbar in die Fußstapfen des Film „Der Exorzist“. Gegen Ende verschwinden dann auch logischerweise die Prallelen zum Vorgänger. Es wird anders, an dieser Stelle wird aber natürlich nicht verraten, inwiefern.

Dass man es, bei dem überwiegenden Teil an bekannten Stoff, dann doch aushält und nicht einschläft liegt natürlich an den verschiedenen Schock-Momentan und der Tatsache, dass „[REC]2“ von hervorragender technischer Qualität ist. Vorausgesetzt natürlich, man wird von den Wackel-Bildern nicht angewidert.

Spannung wird ebenso erzeugt wie Atmosphäre und die Darsteller bieten meist glaubhafte Leistungen. Auch wenn man sich mit niemanden so richtig identifizieren kann. Was nicht ganz so glaubhaft ist sind einige CGIs. Ein bekanntes Problem bei Produktionen mit wenig finanziellem Rückhalt. Blutige Szenen gibt es zwar einige, aber richtig harte sind nicht dabei. Vielleicht von einer, computergenerierten, abgesehen. Manchmal, wenn mal wieder mit der automatischen Waffe geschossen wird, meint man sich in einem Ego-Shooter-Spiel zu befinden. Der Spannung und dem Unterhaltungsfaktor tut dies aber keinen wirklichen Abbruch. Gerade weil von der Maske eine gute Arbeit abgeliefert wurde und die angreifenden „Viecher“ schön gruselig aussehen.

Summa summarum bringt „[REC]2“ zu wenig Neues mit, um richtig überzeugen zu können. Freunde von „[REC]“ werden gut bedient und erhalten quasi eine direkte Fortsetzung mit hohem Tempo und relativ viel Action. Wem der Vorgänger schon nicht gefallen oder interessiert hat, sollte die Finger von diesem Film lassen.

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DVD

Die Silberscheibe aus dem Hause Universum Film, bietet neben einem üppigen Anteil an Extras eine Bild- und Tonqualität, wie man sie erwarten darf. Das Bild ist natürlich in keinem perfekten Zustand. Es wird ja stets mit irgendwelchen Kameras gedreht, die irgendwelche Leute mit sich rumtragen.

Als Bonus gibt es zum einen ein paar Trailer, nach dem Einlegen der DVD. Im sehr gut gestalteten DVD-Menü hat man die Möglichkeit, sich weitere Trailer anzugucken. Fünf an der Zahl. Des weiteren kann man ins Submenü „Bonusmaterial“ wechseln, welches folgende Beiträge bereitstellt: Ein Making Of (11:52 Minuten), Behind The Scenes (53:29 Minuten), REC 2 On Tour (08:35 Minuten), Pressekonferenz (10:56 Minuten) und den Trailer zum Film. Alles ist mit deutschen Untertiteln versehen und interessant zu betrachten. Im Punkto Extras kann man da kaum etwas besser machen.

Bewertung

Splatter 2010_2_5.gif
Spannung 2010_4_5.gif
Story 2010_3_5.gif
Ekelfaktor 2010_3.gif
Atmosphäre 2010_4.gif
Tonqualität 2010_5.gif
Bildqualität 2010_5.gif
Zusatzmaterial 2010_5_5.gif
Gesamteindruck 2010_4.gif

Ähnlicher Film:

Dracula

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Informationen

og_title OT: Dracula
origin_date
  • Großbritannien
  • 2006
duration ca. 90 Minuten
Regie Bill Eagles
Darsteller Marc Warren Dan Stevens Sophia Myles Stephanie Leonidas
Bildformat
  • 1
  • 78:1 (anamorph / 16:9)
Tonformat Deutsch Dolby Digital 5.1 Englisch Dolby Digital 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
Ländercode code_2.jpg
Freigabe fsk_16.gif

Dracula

Story

London 1899: Dem jungen Arthur Holmwood scheint das Glück in die Wiege gelegt worden zu sein. Er ist der Sohn reicher Eltern, gutaussehend und bald mit seiner großen Liebe Lucy Westenra verheiratet. Doch der Adelige trägt etwas in sich, von dem er erst nach dem grausamen Tod seines Vaters erfährt. Er hat Syphilis. Da die Krankheit zu seiner Zeit unheilbar ist, versucht Arthur alles mögliche, um seinen sicheren Tod hinauszuzögern.

Er hört von einem Grafen aus Transsylvanien, dem es möglich sein soll eine Blutwäsche zu machen. So lässt er den Grafen Dracula nach London holen, um sich helfen zu lassen. Die düstere Gestallt, die sich bereits am einem verschollenen Freund von Arthur gelabt und verjüngt hat, hat allerdings nichts Gutes im Sinn. Ihm ist nicht nur egal das Arthur krank ist, er ist auch sehr an dessen Frau interessiert…

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Kritik

Eigentlich sollte man ja meinen, dass es für ein Film-Studio nicht sonderlich lukrativ ist, die x-te Fassung einer Dracula-Geschichte zu drehen. Und vor allem dann, wenn es sich um die Geschichte aus der Vorlage von Bram Stoker handelt die ja nun wirklich oft auf dem Bildschirm zu sehen war.

Nach der Betrachtung muss man aber sagen, dass es sich gelohnt hat. Die BBC hat hier ein gutes Werk produziert, welches sich glücklicherweise nicht genau an die Vorlage hält und so mit einer etwas neuen, interessanten Geschichte daherkommt. Es wird sich nicht so sehr auf die Geschichte des Grafen Dracula konzentriert, sondern auf die des jungen Adeligen. Er hat derartige Probleme, dass ihm jedes Mittel zur Lösung recht ist. Quasi lässt er sich auf einen Packt mit dem Teufel ein, was er aber viel zu spät merkt. Das Dracula nicht so sehr im Mittelpunkt steht, könnte Freunde des Fürsten der Finsternis natürlich etwas stören. Auch die restlichen Blutsauger kommen etwas kurz. Ebenso wie Vampir-Jäger Van Helsing. Aber dafür kann man eine nette Geschichte verfolgen, die interessant ist und kaum Längen aufweist.

Die Geschichte ist optisch natürlich in ein altes Gewand gehüllt. Immerhin spielt der Film im Jahre 1899. Die Drehorte sind wirklich gut anzusehen und dem Zuschauer wird durchaus glaubhaft vermittelt, dass man sich am Ende des vorvorherigen Jahrhunderts befindet. Mit opulenten Kostümen und stimmigen Kulissen wird eine gute Atmosphäre erzeugt. Die Spannung hält sich über die gesamte Spielzeit in Grenzen. Einen wirklichen Spannungsbogen vermisst man. Und doch interessiert es einen, wie die Geschichte ausgeht.

Bluttechnisch hält sich „Dracula“ in den meisten Szenen zurück. Das FSK 16 ist gerechtfertigt, auch wenn hier mal gepfählt und da mal ein Kopf abgerissen wird. Natürlich gibt es auch einige erotische Szenen, was für einen Vampir-Film ja nicht ungewöhnlich ist. Diese dauern zum Glück, bis auf eine Szene, nicht unnötig lange.

Darstellerisch bekommt man recht gute Leistungen geboten. Marc Warren („Hellraiser: Deader“) hat die Hauptrolle erhalten und spielt diese mit langer Perücke durchaus ordentlich. Das er nicht die Qualität eines Christopher Lee wiedergeben kann ist klar, man hat aber schon schlechtere Blutsauger über die Leinwand huschen sehen. Sophia Myles („From Hell“, „Underworld“) kommt als “Draculas Braut” nicht wirklich gut rüber, dafür kann ihre Kollegin Stephanie Leonidas aber auftrumpfen. Es bleibt zu hoffen, dass auf Leonidas demnächst mal öfter zurück gegriffen wird. Und das nicht nur in Kleinstproduktionen. Regisseur Bill Eagles, der bis dato fast nur Serien, aber auch den halbfiktionalen Serienmörder-Film „Riverman“ gedreht hat, muss eine grundsolide Arbeit attestiert werden. Die „Dracula“ Auflage von 2006 wird zwar sicherlich niemanden vom Hocker hauen, ist aber ein guter Film, den man sich ruhig mal zu Gemüte führen kann, da er gut unterhält und mal eine etwas andere Geschichte rund um den Grafen Dracula erzählt.

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DVD

Auf der DVD, die der Horror-Page Redaktion vorlag handelt es sich um eine Ansichts-DVD. Diese verfügt zwar über keine eingeschränkte Bild- und Tonqualität, aber keinerlei Extras. Ob das in der künftigen Veröffentlichung auch so ist, kann an dieser Stelle nicht beantwortet werden. Bild und Ton sind auf jeden Fall einwandfrei, also zu keiner Zeit zu bemängeln.

Bewertung

Splatter 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Spannung 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Story 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif
Ekelfaktor 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Atmosphäre 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ton 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Bild 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Extras
Gesamt 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif

Ähnlicher Film:

  • Dracula

 

Autumn Of The Living Dead

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Informationen

Drehland Kanada
Drehjahr 2009
Laufzeit ca. 105 Minuten
Regie Steven Rumbelow
Darsteller Dexter Fletcher Dickon Tolson Lana Kamenov David Carradine u.a.
Bild
  • 1
  • 78:1 (anamorph/16:9)
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
LC 2
FSK 16
Autumn Of The Living Dead

Story

Ohne Vorwarnung rafft ein tödliches Virus große Teile der Bevölkerung dahin. Der Tod kommt schnell und schmerzhaft, ist aber nicht das Ende für den Infizierten. Er muss als verrottender Untoter weiter durch die Welt ziehen. Michael, Emma und Carl sind unter den wenigen Überlebenden und versuchen vor den Untoten-Horden zu flüchten. Die Zweckgemeinschaft zieht sich in eine abgelegene Hütte zurück. Dort merken sie mit der Zeit, dass die Toten sich offenbar weiterentwickeln. Je länger sie tot sind, desto lebendiger werden sie…

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Kritik

Der kanadische Filmbeitrag „Autumn Of The Living Dead“ läutet eine neue Ära ein. Eine, wo Zombies keine Zombies mehr sind. Die Billigproduktion wartet zwar mit einem Titel (zumindest in Deutschland) auf, der auf einen Romero-Verschnitt hoffen lässt, die Hoffnung wird beim Gucken aber recht fix im Keim erstickt. Das große Problem des Films ist, dass von den Zombies so gut wie keine Gefahr ausgeht. Was natürlich blöd ist. Die Überlebenden haben kein Problem damit, mal durch eine Zombie-Ansammlung zu gehen. Es reicht, die faulenden Kollegen einfach zur Seite zu schubsen. Dies hat natürlich zur Folge, dass weder die Lebenden noch die Toten ernsthaft angegriffen werden müssen und der Zombie-Fan somit um alles das beraubt wird, warum er das Subgenre mag.

Kein Gore, kein Splatter, keine Kopfschüsse, keine abgerissenen Körperteile, keine Gedärme…. Diese Liste könnte man um all das vervollständigen, was man in einschlägigen Filmen bereits zu Gesicht bekommen hat. Somit kann „Autumn Of The Living Dead“ durchaus von sich behaupten, anders zu sein. Vielleicht will der Streifen auch gar kein Zombiefilm sein, da die Nennung „Zombie“ im Film auch gar nicht vorkommt. Vielmehr versucht er sich, die zwischenmenschlichen Beziehungen unserer Gruppe zu durchleuchten. Die ist leider durchaus einschläfernd, da nichts interessantes passieren will. Dies liegt sicherlich auch am Plot, der ebenso aussagelose ist. Die Seuche kommt, die Gruppe flieht. Vielmehr passiert nicht. Zwischendrin gibt es noch einen kleinen Abstecher, wo Mr. Kung-Fu alias David Carradine („Frankensteins Todes-Rennen“, „Kill Bill: Vol. 1“ u.v.a.) mitspielt. Diese Szene lockert das Geschehen zwar etwas auf, reist aber natürlich auch nichts mehr raus.

Noch problematischer wird es allerdings bei der Inszenierung. Hierfür könnte Prinz Valium verantwortlich gewesen sein. Klar: Der Film entstammt einen Buchvorlage und kommt dieser nahe. Aber dennoch muss man sich für das guckende Publikum etwas überlegen, damit es nicht in den Fernsehsesseln einschläft. Möglicherweise ist die Charakterdarstellung im Buch interessanter und die Dialoge besser zu verfolgen. Auf dem Bildschirm kann das aber niemanden vom Hocker hauen.

Auch in Sachen Spannung und Atmosphäre kann man nicht viel berichten. Für einen Endzeit-Film ist die Atmosphäre nicht dicht und nicht verstörerisch genug. Es werden zwar ein paar nette, kalte Bilder eingefangen, für einen guten Gesamteindruck ist das aber viel zu wenig. Zudem sind die Kulissen nicht überzeugend. In anderen Filmen mit ähnlicher Thematik hat man da schon viel bessere Sachen gesehen. Ganz nett anzusehen sind allerdings die Masken der verrottenden Virusverseuchten.

Die ausgelöste Apokalypse löst keine Überlebensangst aus. Vielmehr wird der Verlust der Lebenden betrauert. Denn das die Protagonisten überleben scheint sicher. Die umherlaufenden Toten werden nämlich nicht durch ihre Fleischeslust angetrieben, sondern nur durch laute Geräusche. Warum auch immer. Von Momenten der spannenden Art bleibt man somit verschont. Was die Haltekraft der Augenlider nicht wirklich unterstützt.

Die unbekannte, aber recht solide agierende Schauspielcrew sorgt auch für keine Aufreger. David Carradines Auftritt kann, wie bereits erwähnt, zwar für etwas Abwechslung sorgen, die dann aber auch schnell wieder in der Ereignislosigkeit auflöst.

Dem geneigten Betrachter sollte klar sein, dass die Verfilmung von „Herbst“ alles andere ist als ein Zombie-Film in bekannter Manier. Diese Untoten schonen ihr Gebiss und haben nur Bock auf laute Geräusche. Das ist zwar durchaus mal etwas anderes, da die Inszenierung aber auch nicht zu gefallen weiß und Spannung sowie Atmosphäre zu wenig ausgeprägt sind, ist „Autumn Of The Living Dead“ ein Film, den man eventuell doch lieber im DVD-Regal stehen lassen sollte. Zumal er mit 105 Minuten auch recht lang geworden ist. Es sei denn, man fand das Buch zum Film gut und möchte sich ein Bild von der Verfilmung machen.

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DVD

Die DVD von Savoy (im Vertrieb von Sunfilm) lässt im DVD-Menü, dank der apokalyptischen Musikeinlage, noch auf einen zünftigen Zombie-Reisser hoffen. Die Extras sind spärlich. Lediglich acht Trailer wurden als Zusatz auf die Scheibe gepresst. Bild und Ton sind gut. Da gibt es für eine Low-Budget-Produktion absolut nichts zu meckern.

Bewertung

Splatter 2009_1_5.gif
Spannung 2009_2.gif
Story 2009_2.gif
Ekelfaktor 2009_2.gif
Atmosphäre 2009_2.gif
Tonqualität 2009_5.gif
Bildqualität 2009_5.gif
Zusatzmaterial 2009_2.gif
Gesamteindruck 2009_2.gif

Ausbruch der Pantherkatzen

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Informationen

OT:Curral de Mulheres

ca. 87 Minuten

Brasilien 1982

Regie

  • Oswaldo De Oliveira
Darsteller

  • Sandra Graffi
  • Elisabeth Hartmann
  • Mauricio do Valle
  • Márcia Fraga
  • Sérgio Hingst
  • u.a.

Ausbruch der Pantherkatzen

Story

Das fiese Gangsterpärchen Edgar und Helena hat ein lukrative Geschäftsidee für sich entdeckt: Die beiden sexhungrigen Subjekte locken junge hübsche Mädchen auf ihre Farm im Dschungel Brasiliens und versprechen ihnen die Aussicht auf beruflichen Erfolg in seriösen Jobs. Doch Edgar und Helena sind Menschenhändler, die die Mädchen einsperren und lüsternen Freiern anbieten. Um den unerträglichen Qualen zu entkommen, planen die Frauen die Flucht. Diese führt sie in den undurchdringlichen Dschungel, in dem weitere Gefahren und ebenfalls üble Zeitgenossen auf sie warten…

Kritik

Im Dschungel sind die Möpse los… Eines steht fest: Auf Oswaldo De Oliveira, Brasiliens wohl bekanntesten Schmuddelfilmer ist Verlass:

Lieferte er 1980 den hierzulande beschlagnahmten, weltweit jedoch unglaublich erfolgreichen Schmuddel-Sexploiter „Prison of Dead“ („A Prisao“, Brasilien, 1980) ab, so stürzte er sich zwei Jahre später mit „Ausbruch der Pantherkatzen“ (auch unter dem Titel „Amazon Jail“ bekannt) erneut mitten rein ins Getümmel nackter weiblicher Körper. Und man muss sich echt Sorgen machen um die brasilianische Textilindustrie. Entweder gibt es dort wohl keine Knöpfe oder die Klamotten werden aus Papier hergestellt. Es ist jedenfalls faszinierend, wie schnell sich die hier agierenden Damen ihre Kleider vom Leibe reißen können… Es vergehen wohl kaum mehr als fünf Minuten, in denen sich nicht die ein oder andere Darstellerin „die Blöße“ gibt. Gelegenheiten dazu ergeben sich natürlich reichlich. Und falls mal nicht: auch egal!! Dann wird eben trotzdem blankgezogen… Die Darsteller des Films dürften hierzulande weitestgehend unbekannt, scheinen aber in ihrer brasilianischen Heimat durchaus einen gewissen Bekanntheitsgrad durch Mitwirkung an einigen für Brasilien typischen Telenovelas zu besitzen. Und es macht sich dann auch teilweise positiv bemerkbar, dass einige Protagonisten offensichtlich eine schauspielerische Ausbildung genossen haben, da sie im Gegensatz zu vielen Kolleginnen und Kollegen ähnlicher Sexploiter nicht ganz so minderbemittelt dastehen. Naja, eine große schauspielerische Herausforderung stellt der Film für die Akteure allerdings auch nicht unbedingt dar, da sich gerade die Aktionen der weiblichen Beteiligten im wesentlichen auf Nackttanzen, gegenseitiges Befummeln und unbeholfenes Umherstolpern zum möglichst schnellen Nackigwerden beschränken. Besonders hervorzuheben sind bei den Darstellern das „Duo Infernal“ Edgar und Helena: Irgendwie hat unser „Held“ Edgar eine auffallende Ähnlichkeit mit einem Sänger der 70er Jahre Schlager-Truppe „Dschingis Khan“… 😉 Seine Partnerin Helena macht als der lesbischen Liebe nicht abgeneigte wollüstige Aufseherin in bester Ilsa-Manier eine gute Figur!! Über die doch sehr dürftigen „Handlung“ hüllen wir an dieser Stelle einmal wohlwollend den Mantel des Schweigens, schließlich dient sie bei derartigen Sexploitation-Movies ja in erster Linie ohnehin nur als Aufhänger und soll die Zeit zwischen den für derartige Produktionen eigentlich wichtigen (sprich freizügigen) Szenen überbrücken. Es ist jedoch mal wieder bemerkenswert, mit welcher Dreistigkeit die Drehbuchautoren (falls es solche in diesem Fall überhaupt gab) einen hanebüchen zusammengeschusterten Szenen-Flickenteppich als Geschichte präsentieren. Sei’s drum: Da man(n) weiß, was einen bei einem Sexploiter erwartet, wäre alles andere doch eine ziemliche Überraschung… Sehr trashig-unterhaltsam sind dann auch ein paar ganz „überraschende“ Handlungs-Einfälle, wie z.B. die Ideen der Mädchen, wie sie Verfolger oder Wärter ablenken können, um ihre Flucht zu organisieren. Der kundige Sexploitation-Fan kann es schon erahnen: Ein Nackttanz (hier mal mit exotischem Bodypainting) muss her!! Oder ein aufreizendes Öko-Outfit mit spärlichen Bikinis aus Blättern… Etwas sehr strange dann noch der Auftritt eines heuchlerischen Missionars gegen Ende des Films, der in blütenweißem Anzug und ebensolchem Schirmchen durch den Dschungel stiefelt, seine Untertanen zum Goldschürfen knechtet und die absolute Keuschheit predigt, sich im weiteren Verlauf aber dann doch als Lustmolch und Grabscher entpuppt (wie übrigens ca. 98% aller im Film vorkommenden männlichen Personen…). Wer weiß, vielleicht hatte De Oliveira im Dschungel nebenan Werner Herzog gerade bei seinen Dreharbeiten zu „Fitzcarraldo“, der ja im selben Jahr entstand, beobachtet und sich die Idee des „weißen Mannes“ im Dschungel dort einfach mal geliehen. Wer sich damit abfinden kann, dass der Film weder das Prädikat „besonders wertvoll“ erhalten, noch positiven Anklang bei der Frauenrechtsbewegung finden dürfte, wird durch dieses Stück Schmuddelkino mit hohem Trashfaktor bestens unterhalten!!! Fazit: Sexplotation–Kino in Vollendung: Handlung? – Minimal; Frauenanteil? – Hoch; Bekleidung? – Kaum…

Bewertung

Splatter 2.gif
Spannung 3_5.gif
Story 3.gif
Ekelfaktor 2_5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

  • Prison of Dead
  • ca. 187 andere Frauenknastfilme

Aura

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Informationen

OT:Trauma

ca. 104 Minuten

Italien, USA 1993

Regie

  • Dario Argento
Darsteller

  • Christopher Rydell
  • Asia Argento
  • Laura Johnson
  • u.a.

Aura

Story

David ist mit seinem Auto unterwegs und bemerkt plötzlich, dass ein Mädchen auf einer hohen Brücke steht und im Begriff ist, sich das Leben zu nehmen. Er schafft es glücklicherweise sie zu überreden und lädt sie zum Essen und zum Reden ein. Schnell bemerkt David, dass mit der 16 jährigen Aura etwas nicht stimmt. Sie ist einem Heim entflohen, ihr Arm weist Einstiche auf, die von Drogenspritzen stammen und zudem leidet das junge Mädchen an Magersucht.

Aura ist im Gespräch leider nicht zugänglich und so wundert es auch nicht, dass sie von der Verabredung flüchtet, ohne sich bei David zu bedanken. Auf ihrer Flucht wird sie von zwei Sicherheitsbeamten gefasst und zu ihren Eltern zurückgebracht, nicht zurück ins Heim. An der Tür wird Aura von ihrer Mutter empfangen, die einen netten Eindruck macht, der aber täuscht, denn in Wahrheit ist sie ein strenges Biest.

Noch in der gleichen Nacht findet eine mysteriöse Veranstaltung in Auras Elternhaus statt, in dessen Anschluss Auras Eltern im Garten enthauptet werden. Aura beobachtet etwas seltsames im Garten, geht hinaus und sieht eine Kopflose Leiche und einem Mann im Gebüsch, der die beiden Köpfe seiner Opfer präsentiert. Aura flüchtet erneut und kommt nach einem langen Weg bei David unter, der ihr ja noch vor kurzem das Leben rettete. David erfährt von dem Mord, der ein weiterer des „Kopfjägers“ war und ist umso besorgter um das Mädchen. Der Freundin von David ist dies aber egal, da sie eifersüchtig ist und so das Krankenhaus informiert, damit sie Aura abholen, was auch so geschieht.

Im Krankenhaus geschieht dann der nächste Mord. Einer Krankenschwester wird der Kopf abgetrennt, was zeigt dass der Mörder etwas mit Aura zutun haben könnte. Als David dies erfährt befreit er das junge Mädchen aus der Klinik und macht sich mit ihr auf dem Weg, über den Mörder zu recherchieren. Das soll sich allerdings als nicht so einfach rausstellen, da zum einen die Spuren etwas verwirrend sind und zum anderen Aura nicht gerade die beste Mitarbeiterin ist und immer wieder von ihren eigenen, großen Problemen abgelenkt wird…

Kritik

„Aura“ ist nicht nur ein Film, der typisch für seinen Regisseuren, Dario Argento, ist, er war der Durchbruch eines bis dato unbekannten jungen Mädchens, dass auf den Namen Asia Argento hört und die Tochter des Regisseurs ist. Mittlerweile ist sie eine anerkannte Schauspielerin, die in mehreren berühmten Filmen wie zum Beispiel „Triple X – xXx“ oder auch „B-Monkey“ mit von der Partie ist. Aber wie gesagt, schaffte sie mit „Aura“ den Durchbruch und das weil sie als heranwachsende eine schwierige Rolle nahezu perfekt gespielt hat.

Denn die seelisch labile Aura ist alles andere als ein ganz normales Mädchen und das, was in ihrer Umgebung passiert ist ebenfalls weit ab von der Norm. Aber von Dario Argento ist man ja auch gar nichts anderes gewöhnt. Der italienische Meisterregisseur liebt es mit schwierigen Geschichten zu spielen und sie zu vor der Kamera zu präsentieren, wie es sonst keiner macht. Seine berühmten Kamerafahrten gehören natürlich auch dazu, auch wenn sie in diesem Streifen nicht so stark vertreten sind, wie in anderen. Man muss sowieso feststellen, dass es alles, was Argento ausmacht, in Schonkost gibt. Sei es die Atmosphäre, die Spannung, die Splattereinlagen oder auch der sonst so ausdruckstarken Bilder des Meisters. Nicht das jetzt jemand denkt das die ganze Argento-Palette schlecht ist, denn das ist sie ganz gewiss nicht, es fehlt aber der Glanz der 10 Vorgängerfilme. Vielleicht liegt Argentos Bescheidenheit aber daran, dass dieser Film in den Staaten produziert wurde und wohl auf ein breites Publikum aus war?

Auch wenn die Splatterszenen nicht so hart sind, wie in einigen seiner anderen Streifen, kann man nicht gerade von ihnen behaupten sie wären harmlos, was sicherlich auch an dem Verantwortlichen Tom Savini liegt. Es gibt einige Enthauptungen, die mit einem sehr raffinierten Werkzeug durchgeführt werden, dass von Savini erfunden wurde. ES handelt sich dabei um einen Mechanismus, der eine Saite in Form einer Schlinge, langsam zusammen zieht, bis das Haupt schliesslich abgetrennt ist. Glücklicherweise sind diese Darstellungen nicht der Zensur zum Opfer gefallen, denn die, hier in Deutschland erhältlichen Fassungen können als ungeschnitten betrachtet werden. In der Empire Version fehlt lediglich eine Handlungsszene und die Auflage auf DVD, die von Laser Paradiese stammt, ist sogar gänzlich ungeschnitten.

So kann man also die Handlung schnittfrei verfolgen, was von Vorteil ist, da sie sonst wohl noch schwieriger zu verstehen wäre als ohnehin schon. Es ist halt ein typischer Argento-Streifen und Leute, die seine Filme kennen wissen wohl was gemeint ist. Zudem ist „Aura“ ein typischer Giallo, verfeinert mit einer Liebesgeschichte, die etwas Abwechslung in das Jäger- und Opferspiel bringt. Insgesamt gesehen ist „Aura“ sicherlich nicht Argentos bester Film, er gehört aber zu den guten im Horrorgenre und wurde von den meisten Kritikern wohl zu Urecht niedergemacht. Klar merkt man ihm an das er in Amerika produziert wurde, man merkt ihm aber auch an, wessen Stempel er trägt!

Bewertung

Splatter 4.gif
Spannung 3_5.gif
Story 3_5.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 3_5.gif
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Ähnlicher Film:

August Underground

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Informationen

OT:August Underground

ca. 71 Minuten

USA 2001

Regie

  • Fred Vogel
Darsteller

  • Kyle Dealman
  • Casey Eganey
  • Dan Friedman
  • Fred Vogel
  • u.a.

August Underground

Story

Zwei völlig geisteskranke Typen vertreiben sich die Zeit damit, andere Menschen zu entführen und diese dann zu Tode zu quälen. Ihren Alltag nehmen sie dabei stets mit einer Videokamera auf. Egal ob die Beiden eine Anhalterin totprügeln oder ein Geschäft überfallen, jede noch so abscheuliche Tat wird von ihnen gefilmt…

Kritik

Hört man sich so nach den härtesten Filmen um, stößt man zwangsläufig immer wieder auf die selben Titel. Bei einer Aufzählung dürfen sowohl die berüchtigten "Guinea Pig" Streifen, wie auch das Foltermachwerk "Oxen Split Torturing" nicht fehlen, ganz zu schweigen natürlich von Titeln wie "Men Behind the Sun" oder "The Untold Story". Was allerdings wirklich hart ist, ist eine rein subjektive Frage, was wiederum zu der Erkenntnis führt, dass all diese Listen und Statements in irgendwelchen Foren Bullshit sind, die niemand braucht. Klar, sie stellen eine brauchbare Einkaufsliste dar, doch welcher Film denn nun wirklich der Schlimmste von allen ist, muss man für sich selbst beantworten. Der Amerikaner Fred Vogel hat es unglaublicher weise geschafft, gleich an mehreren Filmen beteiligt gewesen zu sein, die wunderbar auf eine derartige Liste passen. Zum Einen hat der Gute die Effekte für "Murder-Set-Pieces" kreiert, außerdem war er bei den Werken "August Underground", sowie der Steigerung "August Underground’s Mordum" als Regisseur tätig. Diese beiden Streifen prägten das Genre des Pseudo-Snuffs nachhaltig und stellen das bis dato realistischste dar, was man in diesem Bereich anfinden kann. Snuff Filme sind eigentlich ein moderner Mythos, kamen aber durch Joel Schumacher’s düsteren Thriller "8MM – Acht Millimeter" richtig ins Gespräch. Ein Snuff Film zeigt die reale Tötung eines Menschen, die rein aus Unterhaltungszwecken begangen wurde. Zuerst wollte Fred Vogel eigentlich einen Zombiefilm drehen, um darin seine Effektkünste zu zeigen, doch da ihm dazu das nötige Kleingeld fehlte, dachte er sich etwas neues, gewagtes, vor allen Dingen aber günstiges aus. In einem Interview gab Vogel mal an, dass man sich "August Underground" wie ein Video vorstellen sollte, das man irgendwo auf der Straße findet. Man nimmt es mit nach Hause, sieht es sich an und stellt mit Entsetzen fest, dass man das Videotagebuch zweier völlig Geisteskranker Mörder in Händen hält. "August Underground" ist durch und durch auf Realismus getrimmt und ist auf den ersten Blick auch absolut nicht als Fake zu entlarven. Der Film hat nicht mehr als 2000 $ gekostet, gefilmt wurde mit einer wackeligen, nicht besonders hochwertigen Kamera. Im Nachhinein wurde das Material dann sogar erneut bearbeitet, so dass es einen noch günstigeren Eindruck erweckt. Was so abartig an dem Ganzen ist? Nun, an und für sich zeigt "August Underground" nichts, was man nicht schon kennt, es ist vielmehr die Art und Weise, wie die Macher die Gewalt transportieren. Man hat tatsächlich den Eindruck, auf die Amateuraufnahmen zweier völlig kaputter Menschen gestoßen zu sein. Alles wirkt so intensiv real, dass es einen an einem wunden Punkt trifft. Es ist überaus starker Tobak, was uns Vogel und seine Kumpanen hier vorsetzen. Wir sehen eine mit Blut und Kot beschmierte Frau, die an einen Stuhl gefesselt ist und der man die linke Brust mit einem Messer verstümmelte. Fröhlich betreten die beiden kranken Typen den Raum, schreien die Frau erst einmal ausgiebig an und machen sich dann über ihren Freund lustig, der ein Zimmer nebenan bereits verfaulend in einer Badewanne liegt und dem der Penis abgeschnitten wurde. Das war jedoch noch längst nicht alles. Die Frau wird dazu gezwungen, einen abgetrennten Zeh in den Mund zu nehmen und entledigt sich im Minutentakt vor Angst zitternd ihrer Körperflüssigkeiten. Der kleine Raum in dem sie gefesselt auf einem Stuhl sitzt ist voller Körperausscheidungen und Bildern von anderen Opfern. Das Opfer wird jedoch nicht einfach erlöst, es wird einfach weiterhin angebrüllt und weiteren Demütigungen ausgesetzt. Damit keine "Langeweile" aufkommt gibt es in regelmäßigen Abständen einen Szenenwechsel. So sehen wir zum Beispiel, wie einer der Killer, gespielt von Fred Vogel himself, sich einer Anhalterin mit sexuellen Absichten nähert, sie dann aber grundlos halb tot schlägt und irgendwo im Gras liegen lässt. Das ist jedoch noch eine eher harmlose Szene. Und, vergleicht man das Ganze mal mit Vogel’s Folgewerk "Mordum" ist das, was wir hier zu sehen bekommen, noch gar nichts. Dort werden dann Bauchwunden penetriert und die Opfer minutenlang vollgekotzt, doch weitere Einzelheiten erspare ich Euch an dieser Stelle. "August Underground" verbreitet eine absolut deprimierende, abartige Stimmung und ist nur für feste Mägen zu empfehlen, die Erfahrung mit derartigen Filmen haben. Ich würde sogar sagen, dass dieses Machwerk einen Tick besser ist als "Mordum", da die Gewalt und die Obszönitäten hier nicht so überzeichnet sind, dass es einem wie eine einzige, groß angelegte Provokation vorkommt. Nein, "August Underground" wirkt einfach wie die perversen Auswüchse einiger kranker Geister. Hier gibt es keine Möglichkeit, das Ganze mit Sprüchen wie "Ist ja nur ein Film" zu verharmlosen. Es sieht nicht so aus wie ein Film und es fühlt sich nicht so an. "August Underground" ist kurz, ganz kurz davor als authentisch aussehender Snuff durchzugehen. Obwohl ich mit "August Underground" nicht ganz so hart wie mit "Mordum" ins Gericht gehen möchte, stellt sich mir dennoch die Frage, wer an so etwas Gefallen findet? Ich muss zugeben, dass Fred Vogel sein Ziel erreicht hat, und mit geringsten Mitteln einen Film inszenierte, der Entsetzen und Abscheu hervorruft, doch die Frage ist, ob sich tatsächlich jemand für so etwas begeistern kann? Ich habe es nicht direkt bereut, "August Underground" gesehen zu haben, was allerdings nichts an meiner Meinung ändert, dass wir es hier mit allem – nur nicht mit einem guten Film zu tun haben. Man muss die Dinge betrachten, wie sie sind und der Streifen ist einfach nicht mehr als ein 70minütiges, auf realistisch gestelltes Pseudo-Snuff Filmchen. Menschenverachtend, Frauenfeindlich, pervers und für die Meisten einfach nicht geeignet.

"August Underground" erzeugt ein Gefühl von Abscheu und Unwohlsein und liegt wohl weit über der Grenze des Zumutbaren vieler. Dennoch fehlt hier das Übertriebene, das lediglich dem Selbstzweck dient und das "Mordum" in meinen Augen zu einem einzigen, großen Ärgernis machte. Dadurch ist "August Underground" zwar einen kleinen Tick besser, aber noch lange kein guter Film. Wer so was mit Sprüchen wie "Toller Film, weil man dadurch sehen kann, wie krank manche Menschen sind" verteidigt, geilt sich vermutlich auch daran auf, wenn kleine Mädchen entführt und über Jahre hinweg in ein Kellerverlies gesperrt werden. Von der atmosphärischen Seite her ist "August Underground" sicherlich interessant, aber letztendlich ist es einfach menschenverachtender Schund.

Bewertung

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Ähnlicher Film:

  • Mordum

Die Augen eines Fremden

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Informationen

OT:Eyes Of A Stranger

ca. 82 Minuten

USA 1981

Regie

  • Ken Wiederhorn
Darsteller

  • Lauren Tewes
  • Jennifer Jason Leigh
  • John DiSanti
  • u.a.

Die Augen eines Fremden

Story

Jane ist Fernsehmoderatorin und seit langem auf der Suche nach Gerechtigkeit. Sie hat miterleben müssen, wie ihre kleine Schwester vergewaltigt wurde und anschließend ein ganz anderes Mädchen war, dass trotz körperlicher Unversehrtheit weder gucken noch sprechen kann.

Als in Miami, dem Wohnort von Jane und ihrer Schwester, ein Killer umgeht und vornehmlich Frauen als Opfer auswählt, werden alte Erinnerungen wach und da Jane beim Fernsehen arbeitet, kann sie ihre Meinung kundtun, auch wenn ihre Kollegen das nicht gerne sehen.

Aber es reicht ihr nicht, ihre Meinung über den Äther zu schicken, sie will mehr gegen den Täter unternehmen. Eines Tages sieht sie im Parkhaus einen Mann, der sich verdächtig verhält und somit unter strengste Beobachtung gesetzt wird. Doch ob Jane den Richtigen gefunden hat steht in den Sternen. Sie wird bald lediglich merken, dass sie sich in eine gefährliche Situation eingelassen hat…

Kritik

Man könnte meinen das es sich bei „Die Augen eines Fremden“ um einen lauen Thriller halten könnte, doch dieser Eindruck täuscht. Sicherlich ist die Story nicht unbedingt von Innovationen durchtrieben aber der Film bietet Fans des Horror-Thrillers einiges.

Zum einen wäre da die Namen der Beteiligten, die alles andere als unbekannt sind. Angefangen vom Regisseur Ken Wiederhorn („Die Schreckensmacht der Zombies“, „Return of the Living Dead Teil II“) über die sehr bekannte Schauspielerin Jennifer Jason Leigh, die sich als junges Mädchen zeigefreudig präsentiert, bis hin zu Tom Savini. Letzterer ist natürlich Hauptverantwortlicher für einen weiteren positiven Aspekt, denn einige Spezialeffekte im Film sind sehr hart und brillant in Szene gesetzt.

Gleich zu Beginn kommt es zu einer „Kopf-ab-Szene“, bei der man sich fragen muss warum sie damals überhaupt im Film bleiben durfte (natürlich in der deutschen Version). Im Anschluss daran wird es erst einmal etwas ruhiger, sodass sich der hochgeschnellte Puls etwas beruhigen kann. Es wird eine gradlinige Story erzählt, die mit einigen langweiligen, da langgezogenen Szenen daherkommt. Aber zum Glück gibt es immer mal wieder interessante Einschübe und gegen Ende wird der Film klar besser. Und das Ende? Na ja… der gute, alte Tom hat sich zum Glück nicht lumpen lassen und bietet einem wieder mal eine recht blutige Szene, wie man sich ja schon denken kann.

Die Hauptdarsteller Lauren Tewes, Jennifer Jason Leigh und John DiSanti machen ihre Sache ganz gut und runden somit den guten Eindruck ab. Sicherlich gibt es Schwächen in der Handlung, die Atmosphäre könnte etwas dichter sein und auch musiktechnisch hätte man einiges besser machen können, doch insgesamt gesehen ist „Die Augen eines Fremden“ ein solider Horror-Thriller mit Slasher-Ambitionen, den man sich in einer ruhigen Minute durchaus mal angucken kann. Fans von Tom Savini oder auch Jennifer Jason Leigh sollten dies ohnehin tun.

Bewertung

Splatter 3.gif
Spannung 2_5.gif
Story 3_5.gif
Ekelfaktor 3.gif
Atmosphäre 3_5.gif
Gesamt 3_5.gif

Ähnlicher Film:

Auf bösem Boden

0

Informationen

Drehland Österreich
Drehjahr 2006
Laufzeit ca. 83 Minuten
Regie Peter Koller
Darsteller Birgit Stauber Aleksandar Petrovic Kari Rakkola Faris Rahoma u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (16:9)
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen Deutsch
Untertitel Englisch
LC 2
FSK KJ
Auf bösem Boden

Story

Das leicht verpeilte Liebespaar Romeo und Julia wollen eine neue Wohnung beziehen. Diese finden sie in einer verfallenen Fabrikhalle. Ein äußerst schmieriger Makler versucht ihnen das Angebot schmackhaft zu machen, was aber nicht von Nöten ist, das sich Romeo und Julia nach einem Quickie für den Kauf entscheiden. Doch der Makler ist nicht zufrieden zu stellen. Er will mehr. Nämlich den beiden Verliebten an die Wäsche.

Diese Rechnung hat er allerdings ohne Romeo gemacht, der ihm zuvorkommt und sich ihm entledigt. Wer jetzt aber denkt, dass das abgedrehte Pärchen seine Ruhe hat, irrt. Denn es gibt noch einen Hausbesitzer, der noch schräger als alle anderen drauf ist und um Längen brutaler. Als erstes erfährt dies Romeo am eigenen Leib. Den er nicht mehr bewegen kann. Nachdem er eine Leiche verbuddeln will, wird er selbst zu einem Teil von Mutter Erde. Und dann wird ihm auch noch die Sicht mit einem Eimer genommen. Es sieht nicht gut aus für den jungen Romeo, der aber keineswegs gewillt ist, die Opferrolle anzunehmen…

11_2008_Auf_boesem_Boden_1.jpg11_2008_Auf_boesem_Boden_2.jpg

Kritik

Jung-Filmemacher Peter Koller hat es nicht wie viele seiner Kollegen aus dem Low-Budget-Bereich gemacht. Er hat sich für seinen ersten Langfilm kein handelsübliches Thema zur Brust genommen und versucht schlichte Standardware in den Kasten zu bringen. Es gibt keinen Slasher, keine Zombies oder ähnliche simplen Mutanten. Koller hat einen Weg beschritten, für den ihm Respekt gezollt werden muss. Er hat sein, über viele Jahre, erspartes Geld zusammengekratzt und alles auf eine Karte gesetzt. Top-or-flop. Wie die Sache ausgegangen ist, muss sicherlich jeder für sich selbst entscheiden. Die Zielgruppe dürfte positiv überrascht sein, wer wenig mit Amateur-Produktionen anfangen kann, wird wohl eher erschreckt werden. Warum muss man dann schon selber rausfinden…

Der Film ist sehr professionell gedreht worden. Auf guter Hardware, dessen eingefangene Bilder mit einem flotten, sehr guten Schnitt veredelt wurden. Dank Braun- und Rausch-Filtern steht die ganze Zeit über eine düstere, dreckige Atmosphäre an. Man meint sich ein manches Mal in einem Italo-Western, auch wenn dieser Eindruck von der Handlung und dem österreichischen Hinterhof nicht wiedergegeben wird. Ein nicht geringer Teil, von „Auf bösem Boden“ lebt von dieser ungewöhnlichen Atmosphäre.

Der gelernte Immobilienmakler und österreichische Flughafen-Arbeiter Peter Koller hat Talent zum Filmemachen. Ohne Frage. Mit wenig Geld hat er etwas ganz Besonderes geschaffen. Er bietet den bizarren Stoff so dar, dass kaum langatmige Szenen entstehen und man stets wissen will, wie es weiter geht. Nur gegen Ende zieht es sich etwas.

Die Kurzweiligkeit ist durchaus verwunderlich, da der Stoff an sich nicht viel bietet. Die Geschichte kann problemlos in einem Satz wiedergegeben werden. Na ja… will man die kleinen, belebenden Seitenstorys einbeziehen braucht man vielleicht zwei. Fakt ist aber, dass es nicht all zuviel zu berichten gibt. Dies stört aber nicht weiter, da es, wie bereits erwähnt, meist sehr unterhaltsam ist. Grund hierfür ist zum einen die gute Kameraführung, die einem extrem gute Einblicke in das Geschehen gibt. Aus allen möglichen Winkeln und Betrachtungsweisen. Des Weiteren ist auch das Stilmittel des Regisseurs ein belebendes Element. Alles geht rasendschnell. Ist unübersichtig, wenig gradlinig und abgefahren. An einigen Stellen gibt es auch komödiantische Einlagen. Diese sollen ein wenig an „Tom & Jerry“ erinnern, was aber sicherlich nicht immer zutreffend ist.

Die überdrehte Darstellung kommt in erster Linie den Darstellern zu gute. Hauptdarsteller Aleksandar Petrovic ist Arbeitskollege von Regisseur Peter Koller und präsentiert sich offensichtlich ganz gerne vor der Kamera. Ihm ein Talent zur Darstellung zuzusprechen wäre nicht gerecht. Seine unsympathische Rolle kommt ihm aber entgegen. Birgit Stauber, die schon in einigen TV-Produktionen und Ittenbachs „Legion Of The Dead“ (als Jaqueline) zu sehen war, bleibt weitgehend blass. Der Finne Kari Rakkola, der den Psycho-Hausbesitzer mimt, hinterlässt einen völlig überzogenen Eindruck. Auch der restliche Teil der Crew kann das überzogene Verhalten der Darsteller präsentieren. Da der Film aber keinen Wert auf Glaubwürdigkeit legt, brauchen die Protagonisten auch nicht mit professionellen Charakterdarstellungen zu glänzen. Man fühlt sich als Zuschauer aber ein manches mal wie in „Steiner Theaterstadl“, was der Betrachtung nicht immer dienlich ist.

Der Film ist mit KJ eingestuft, ist auch böse und manchmal etwas hart. Zum großen Blutvergießen kommt es aber trotzdem nicht. Dafür gibt es andere Effekte. Gerade der Spezialeffekt am Ende ist überragend. Zumindest wenn man noch mal auf das knappe Budget von 60.000€ zurückblickt. Mehr wird an dieser Stelle aber nicht verraten.

„Auf bösem Boden“ ist in der Gesamtbetrachtung ein interessanter Film. Für eine Klein-Produktion großes Kino. Zumindest was den wenig kommerziellen Bereich betrifft. Für sein erstes Lang-Film-Werk muss Peter Koller gelobt werden. Der Film hat zwar einige Schwächen (Darsteller, Dramaturgie gegen Ende, unlustige Komikeinlagen, fehlende Differenzierung zwischen bösem Film oder lustigen Film), macht aber Spaß und ist unterhaltsam sowie ungewöhnlich. Um ein richtig großer Film zu werden fehlt es ihm an substanziellen Material. Es wird halt nicht wirklich viel erzählt. Aber das sollte niemanden wundern. Vielmehr sollte man sich von diesem außergewöhnlichen Film beeindrucken lassen.

11_2008_Auf_boesem_Boden_3.jpg11_2008_Auf_boesem_Boden_4.jpg

DVD

Die DVD wurde von dem neuen Label Dark Shadow Films in Form einer Special 2-Disc Edition auf den Markt gebracht, die dem DVD-Liebhaber das bietet, was er sich wünscht. Bild und Ton sind für eine Low-Budget-Produktion exzellent. In dieser Form nicht zu kritisieren. Gleiches gilt für die Extras. Die muss man gesehen haben. Besonders das über 90 Minuten dauernde Making Of lässt keine Fragen offen. Zudem gibt es noch einen Audiokommentar, Gag-Reel, entfallene Szenen, einen Kurzfilm namens „Skrypt“, Captain Clap Reel, Trailer und ein 20seitiges Booklet in der DVD, in dem man noch mal einiges nachlesen kann.

Bewertung

Splatter 2008_1_5.gif
Spannung 2008_3_5.gif
Story 2008_2_5.gif
Ekelfaktor 2008_3.gif
Atmosphäre 2008_4_5.gif
Tonqualität 2008_6.gif
Bildqualität 2008_6.gif
Zusatzmaterial 2008_6.gif
Gesamteindruck 2008_4_5.gif

Ähnlicher Film:

Audition

0

Informationen

OT:Ôdishon

ca. 115 Minuten

Japan, Südkorea 1999

Regie

  • Takashi Miike
Darsteller

  • Renji Ishibashi
  • Ryo Ishibashi
  • Eihi Shiina
  • u.a.

Audition

Story

Vor ein paar Jahren starb die Frau des Geschäftsmannes Aoyama. Er zog seinen Sohn, der damals noch ziemlich jung war, groß und lebt bis Heute mit ihm allein. Im laufe der Jahre sehnt sich Aoyama aber immer mehr danach wieder zu heiraten und auch der Sohn meint es sei sicherlich kein Fehler, da der Vater oft alleine und zurückgezogen ist. Aoyama will aber nicht irgendeine Frau haben, nein sie soll hübsch, kultiviert, gut erzogen und und und sein und vor allem wünscht er sich bis zu seinem Tode mit ihr glücklich zu werden. Nur ist es heutzutage nicht mehr ganz so einfach eine solche Frau zu finden und er will in seinem Alter keine Fehler mehr machen (sagt er selber). Er denkt sich also einen Plan zusammen mit seinem besten Freund aus, welcher zufällig ein TV – Produzent ist. Aoyama gibt sich als Kritiker aus und die beiden starten eine Audition für ein Filmprojekt. [Eine Audition ist praktisch eine Schauspielerauswahl, bei der man allerlei Frauen/Männer (in diesem Fall Frauen) zum Vorsprechen einlädt und dann die Passende auswählt.] Nur gibt es dieses Filmprojekt in Wahrheit gar nicht. Es dient lediglich dazu, dass Aoyama seine ideale Traumfrau findet. Sobald er dann die richtige gefunden hat, was auch gar nicht lange dauert, wird alles abgeblasen und die Kandidatinen werden nach Hause geschickt. Seine Wahl trifft die junge schöne Asami. Asami ist zwar etwas schüchtern, aber es ist im Grunde genau die Frau die Aoyama sich wünscht. Also macht er sich langsam aber sicher an sie heran. Da Asami keine anderen Freunde und Bekannte hat und außerdem sehr zurückgezogen lebt geht sie auch ziemlich schnell auf dessen Anmache ein. Aoyama erlebt von nun an schöne Zeiten mit der mysteriösen jungen Frau. Nur eines findet er seltsam, er darf nicht zu ihr nach Hause kommen, sie spricht so gut wie nie von ihrer Vergangenheit und alles was sie ihm erzählt stellt sich früher oder später als Lüge heraus. Das kümmert ihn aber nicht weiter, denn in seinen Augen ist diese Frau perfekt. Eine Morgens ist sie aber auf einmal verschwunden und Aoyama hat nicht mal den kleinsten Hinweis wo Asami sein könnte. Hat er etwas falsch gemacht? Je mehr er dann aber anfängt nach ihr zu suchen desto mehr kommt dann die grausame Wahrheit über die mysteriöse Frau ans Licht. Die Suche nach ihr endet dann schließlich bei im Zuhause wo Asami schon auf ihn wartet und ein grausames Spiel mit ihm startet.

Kritik

Wenn man einmal die letzen zwei Sätze meine Storybeschreibung ignoriert könnte man meinen man hat es mit einem waschechten Liebesfilm zu tun. Wenn dem aber so währe hätte ich mir den Film sicherlich nicht gekauft, da ich absolut nicht auf schnulzige Liebesgeschichten stehe. Es muss also einen anderen Grund geben, denn im Grunde ist der Film zu beginn doch ein Liebesfilm in Reinform. „Audition“ ist eindeutig in zwei Hälften aufgeteilt auf die ich jetzt mal beide eingehen werde. In der ersten Hälfte passiert eigentlich nicht sonderlich viel. Okay es passieren natürlich schon ein paar Sachen aber es ist alles sehr langsam erzählt und Spannung gibt es so gut wie keine. Alles was wir hier zu sehen bekommen ist wie Aoyama seine Frau verliert, daraufhin mit seinem Sohn, der inzwischen logischerweise älter geworden ist, lebt und schließlich die Audition veranstaltet. Dort lernt er auch schon Asami kennen und versucht sie zu gewinnen, was nicht all zu lange dauert und es läuft alles wunderbar. Hört sich jetzt wahrscheinlich ultralangweilig an, ist es aber nicht wirklich. Es gibt zwar die ein oder andere Szene die man hätte kürzen können, bzw. weglassen aber richtige Langeweile hab ich eigentlich nicht empfunden. Meiner Meinung nach hätte man aber die 60 Minuten erste Hälfte ruhig auf 45 Minuten komprimieren können, aber das ist nur meine Meinung. So tragisch ist es aber nicht. Ich sag immer, lieber der Anfang als das Ende. Seine wahre Stärke aber zeigt „Audition“ in der zweiten Hälfte, die ungefähr 45 Minuten geht. Ab hier wandelt sich die Liebesgeschichte nämlich in einen immer mehr und mehr bedrückenden Psychothriller um. Auf der Suche nach Asami stößt Aoyama immer wieder auf Hinweise die uns in einer Art Bilderrausch und Visionen über Asamis Vergangenheit gezeigt werden. Als er dann daheim ankommt und einen Drink zu sich nimmt kippt er auf einmal um (Es war eine Art Betäubungsmittel drin) und erfährt die ganze erschreckende Wahrheit über diese Frau durch Visionen. Diese taucht auf einmal auf und gibt ihm eine Spritze die ihn vorübergehend lähmt und ihn sehr schmerzempfindlich macht. Asami fängt an ihn zu foltern und die letzten 15 Minuten werden damit zu einem schockierenden Horrorfilm. Während die erste Hälfte sehr ruhig und langsam erzählt wird, werden wir ab hier mit allen möglichen schockierenden Bildern bombardiert, die uns die ganze Wahrheit zeigen. Asami ist nämlich in Wirklichkeit eine durchgeknallte Psychopathin die sich an der Männerwelt rächen will, da sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht und misshandelt wurde. Jeder der sie in irgendeiner Form hintergeht wird grausam bestraft, so wie wir es an Aoyama sehen können. Wüsste man als Zuschauer nicht im Vorfeld was in der zweiten Hälfte so alles passiert, würde man es sicherlich nie für möglich halten das Asami zu solchen Taten fähig ist. Sie macht nämlich nicht einmal annähernd den Eindruck das sie eine Psychopathin ist. Sie ist zwar etwas seltsam, aber sind wir das nicht alle irgendwie *gg*?! Der Charakter des Aoyama wird perfekt verkörpert und man gewinnt als Zuschauer sofort Sympathie für ihn, die auch niemals abbricht. Am Ende leidet man sogar richtig mit ihm mit, da er so ein netter Kerl ist, der das ganze wirklich in keiner Weise verdient. Anderseits währe es natürlich wiederum langweilig wenn ihm nichts passieren würde, denn dann währe der ganze Film ja total sinnlos. Gerade durch die Sympathie zum Hauptdarsteller ist es umso drastischer ihn in den letzten 15 Minuten leiden zu sehen. Meiner Ansicht nach ist das alles sehr Meisterhaft inszeniert, so das man auch nach dem Abspann noch an den Film denkt. Insgesamt gesehen schlägt der Film aber in der kompletten zweiten Hälfte, die wie schon erwähnt 45 Minuten geht, ein wie eine Bombe. Wahrscheinlich kommt es einem gerade wegen dem sehr langsamen Anfang noch drastischer und beklemmender vor als es ohnehin schon ist. In den letzten 30 Minuten gibt es dann sogar noch ein paar Splatterszenen zu sehen. Zum einen wird uns wiedereinmal demonstriert zu was eine Klavierseite alles gut sein kann außer zum Klavierspielen. Übrigens hat uns das ja auch schon Lucio Fulci in „Nightmare Concert“ gezeigt. Auch noch zu erwähnen ist auf jeden Fall die Szene mit den Nadeln die sogar beim Zuschauen richtig weh tut, da man den Schmerz richtig mitspürt. Ich sag da mal nur, „Und stich und stich und stich und stich“. Das alles ist ziemlich krass inszeniert und dürfte für jeden Ottonormalfilmgucker ziemlich harte Kost sein und bei dem ein oder anderen sicherlich ein unwohles Gefühl in der Magengegend auslösen. Aber, ganz so hart wie man es auf diversen Internetseiten immer wieder zu lesen bekommt ist das Finale nicht. Ich hatte mir es jedenfalls nach allen möglichen Kritiken ein bisschen härter vorgestellt, aber wahrscheinlich bin ich da schon so arg abgehärtet. Wer am Ende jedenfalls auf Oberkranke Folterszenen im Stil von „Guinea Pig“ 1 und 2 hofft wird enttäuscht sein, soviel kann ich schon mal vorwegnehmen. Das Ende bei „Audition“ ist zwar hart aber nicht übertrieben brutal (Dieser Satz gilt natürlich nur für Leute die in Sachen Splatter eingeweiht sind). „Audition“ überzeugt eher viel mehr durch seine beklemmende Atmosphäre und man liegt wohl nicht daneben wenn man ihn grob als Psychothriller einordnet. Wo wir schon bei Genre sind muss ich sagen das es extrem schwer ist diesen Film zuzuordnen, oder eine Zielgruppe zu finden. Leute die gerne Liebesfilme anschauen werden sich zwar in der ersten Stunde köstlich amüsieren, danach aber empört den Raum verlassen und diesen Film als Schund abstempeln. Als Thriller bzw. Horror wiederum kann man ihn auch nicht bezeichnen, da einfach zu viele Elemente für ein solches Genre fehlen. Genau sowenig ist „Audition“ ein Spaltterfilm, da es splattertechnisch nur sehr wenig zu sehen gibt. In Sachen Splatter trifft wohl auch so mehr oder weniger der Satz zu „In der Kürze liegt die Würze“. Man kann den Film im Grunde nicht richtig einordnen, es ist einfach ein bizarrer Film für Leute die gerne mal etwas abgedrehtes und ein bisschen zum nachdenken sehen wollen jenseits der üblichen Mainstraime Filme. Die Schauspielerische Leistung ist übrigens auf sehr hohem Niveo, besonders bei den zwei Hauptdarstellern Aoyama und Asami. Auch die Nebenrollen wie zum Beispiel der Freund oder der Sohn sind perfekt besetzt, so dass keiner in irgend einer Form gestellt wirkt. Positiv finde ich auch die deutsche Synchronisation, die diesmal wirklich brauchbar ist. Gerade bei japanischen Filmen kommt es nämlich oft vor das die deutsche Synchronisation unter aller Kanone ist. Als bestes Beispiel währe da wohl „Battle Royale“ oder „Ring“, bei denen die Hauptdarsteller zwar glaubwürdig reden, die Stimmen der Nebendarsteller aber gar nicht passen. Bei „Audition“ hingegen passt wirklich alles und wer dennoch nicht zufrieden ist kann immer noch auf japanisch umschalten und deutsche Untertitel einblenden. Regisseur Takashi Miike ist übrigens auch nicht unbekannt. Hierzulande kennen ihn Wahrscheinlich nicht sehr viele, aber in Japan ist er ein Kultregisseur der seine Filme wirklich wie am Fließband runterkurbelt. Eine Kleinigkeit noch. Irgendwie erinnert der Film mich auch an die „Geschichten aus der Gruft“, denn im Grunde ist er nach dem selben Prinzip aufgebaut. Aoyama kommt nämlich nur durch einen hinterhältigen Trick, die gestellte Audition, an Asami heran und bekommt deshalb am Ende seine Quittung. Der Unterschied aber ist, dass Aoyama sehr sympathisch und das alles nicht verdient, was man ja bei den Leuten aus „Geschichten aus der Gruft“ nicht immer behaupten kann. Das aber nur so am Rande. Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen deutschen DVD Version von rem rapideyemovies/One World Entertainment die ich, wenn ich mich richtig erinnere, für 19 Euro gekauft habe. Und ich bereue den Kauf keinesfalls, da die Scheibe in sehr guter Qualität daherkommt! Die Bildqualität ist Top und in Widescreen. Der Ton ist auch in 1A Qualität und wird in Dolby Digital präsentiert. Bei den Sprachen kann man zwischen dem Originalton japanisch oder dem wirklich gutsynchronisierten deutschen Ton wählen. Untertitel sind deutsche und englische vorhanden. Als Extras gibt es den Trailer zum Film selber, Trailer zu anderen Filmen ein Interview mit dem Regisseur Takashi Miike, Bio-/ Filmographien und Setfotos. Nicht gerade viel, aber besser als nichts. Die Menüs sind animiert und die Film ist ab 18 freigegeben (echt unglaublich das er noch von der FSK freigegeben wurde!). Die deutsch DVD ist sehr zu empfehlen, nur dummerweise findet man sie nicht überall. Unter umständen müsst ihr da schon etwas herumsuchen und auch etwas mehr bezahlen als sonst. Ebenfalls ungeschnitten ist die deutsche VHS Fassung vom selbigen Label, welche ich bisher aber auch nur ein einziges mal zu kaufen gesehen habe. Solltet ihr keine deutsche Fassung finden könnt ihr aber immer noch zur englischen oder Amerikanischen DVD greifen, die ebenfalls ungeschnitten sind und über die man auch in vielen Auktionshäusern und Onlineshops immer wieder stolpert.

Leute die mal einen etwas anderen Film sehen wollen und nichts gegen das asiatische Kino haben können ruhig mal einen Blick riskieren. Bedenkt aber zwei Sachen. 1) „Audition“ ist ein sehr ruhiger Film. 2) Dieser Film hat ein sehr drastisches und krasses Finale, mit dem nicht jeder klarkommen wird. Ottonormalfilmgucker sollten gänzlich die Finger von ihm lassen!

Bewertung

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Story 5.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 5.gif
Gesamt 5.gif

Ähnlicher Film:

Attack Of The Killer Hog

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Informationen

Drehland Argentinien
Drehjahr 2000
Laufzeit ca. 99 Minuten
Regie Agustín Cavalieri Marcos Meroni
Darsteller Agustín Cavalieri Diego Contreras Diego Ferraro Gabriel Grieco u.a.
Bild 4:3
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK KJ
Attack Of The Killer Hog

Story

In einer argentinischen Stadt geht der Wahnsinn um. Nachdem eine neue Droge in den Umlauf gekommen ist, ist nichts mehr wie es war. Hierzu gesellt sich das Problem, dass ein Psychokiller umgeht. Zwei Polizisten kümmern sich um das Problem, doch ihre Ermittlungen laufen weitgehend ins Leere.

Unterstützung erhalten die beiden Ordnungshüter von einem Stricher. Bald steht die Vermutung im Raum, dass eine Apokalypse bevorsteht. Auch das Außerirdische kommen sollen. Und der gesuchte Mörder scheint eine Stoffpuppe in Form eines Schweins zu sein…

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Kritik

Die Story klingt für den geneigten Trash-Fan sicherlich nicht schlecht und als Trash-Granate respektive -Wundertüte wird "Attack Of The Killer Hog" ja auch angepriesen. Was der Story im geschrieben Wort zu entnehmen ist, kann beim Betrachten aber nicht gerade einfach nachvollzogen werden. Denn dieser argentinische Beitrag ist alles andere als leichte Kost. Das Geschehen setzt sich aus unzähligen, meist zusammenhanglos erscheinenden Szenen zusammen.Hier eines von zahlreichen Beispielen: Einem Typ wird aus dem Nichts eine Banane zugeworfen. Bis er sie gefangen, geschält und das erste Mal reingebissen hat gibt es zig Schnitte und Bildwechsel. Dann schmeißt er die Banane grundlos hinter sich. Durch diesen glücklichen Umstand hat er den Killer (Eine Handpuppe in Schweinegestallt) umgestoßen, weswegen das Tierchen das Messer aus den Händen verliert. Der Typ zieht seine Jacke aus. Der Mörder grunzt. Der Typ verdrischt einen Koffer. Szene vorbei. Von diesen Szenen gibt es derartig viele, die zusammenhanglos aneinandergereiht sind, dass einem zwischendurch mal die Augen und das Gehirn wehtun können.So viele wirre Ideen, wie sie in "Attack Of The Killer Hog" vorkommen, kann man wohl nur haben, wenn man selbst auf dem Stoff ist, um den es in diesem Streifen geht. Und wenn man so einen Film herstellt muss man sich ja auch Gedanken machen, wer die Zielgruppe sein könnte. Sicherlich könnten Amy Winehouse oder PeteDoherty damit etwas anfangen. Ob der Film aber für den Ottonormalverbraucher oder den Filmfan geschaffen wurde, darf bezweifelt werden. Aber man darf nicht übersehen, dass die ein oder andere Szene durchaus gelungen ist. Da wurde handwerklich gut gearbeitet. Würde man den Film in circa 587 Kurzfilme aufteilen, wären sicherlich 100 gute dabei.

Ein großes Problem ist aber, dass der überwiegende Teil, des Films zu Recht als Schrott bezeichnet werden darf. Klar: Hier wird Trash dargeboten. Allerdings eine Art des Trashs, die nicht leicht verdaulich ist. Zumindest, man muss sich wiederholen, über sehr weite Strecken.

Auch hierfür ein kleines Beispiel: Als sehr einfallsreich haben sich die Zuständigen für die Spezialeffekte in einer Szene gezeigt, wo offensichtlich eine junge Frau umgebracht wird. Unter dem mordlüsternen Grunzen des Schweinchens und Slasher-Lauten sieht man wie am Computer-Monitor ein Bild mit den schönen Worten „Happy First Time“ mit einem dicken roten Paint-Pinsel verhunzt wird. Dieses soll wohl einen Angriff darstellen, bei dem es einem die Worte verschlägt…

Gesplattert wird nicht wirklich. Es gibt zwar ein paar wenige blutige Szenen und auch eine Szene, wo Gedärme durchgewühlt werden, oder eine Kopf-Malträtierung, dies darf aber nur als eine Erweiterung der sinnfreien Aneinanderreihungen gesehen werden. Die gefühlten 20.000 verschiedenen Schauplätze bieten natürlich Abwechslung pur. Es kommt auch keine richtige Langeweile auf, da es vom Inhalt her ja auch eine Abwechslung nach der anderen gibt. Es kommt von daher eher so etwas wie Gleichgültigkeit auf. Ein schleichender Nihilismus macht sich breit, der aus der Überforderung des Gehirnparts stammen kann, der für das logische Denken zuständig ist.

Da die Darsteller und die Synchronisation auch nicht gerade die Bringer sind und Schnitt als auch die Kamera sehr gewöhnungsbedürftig, hat man es unterm Strich mit einem nicht so guten Beitrag zu tun, der nur für extreme Trash-Fans empfehlenswert ist. Für alle anderen ist er wohl viel zu anstrengend zu gucken.

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DVD

Der Ton ist nicht gut abgemischt und das Bild aufgrund der verschiedenen Filter schwer zu bewerten. Beim Film geht es auch nicht unbedingt um ein besonders scharfes Bild, womit man den einen oder anderen Qualitätsverlust problemlos verkraften kann.

"Attack Of The Killer Hog" ist Teil der Horror Collection 3 aus dem Hause Epix. Neben ihm findet man noch die Filme “Jack Frost 2“ und „The Ghouls – Cannibal Dead“ auf der DVD. Da bleibt natürlich nicht sonderlich viel Platz für Extras. Allerdings hat man noch eine kleiner Trailershow auf die Scheibe gepresst.

Bewertung

Splatter 2009_2.gif
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Story 2009_1_5.gif
Ekelfaktor 2009_3.gif
Atmosphäre 2009_3.gif
Tonqualität 2009_4.gif
Bildqualität 2009_3.gif
Zusatzmaterial 2009_5.gif
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