August Underground

August Underground

Informationen

OT:August Underground

ca. 71 Minuten

USA 2001

Regie

  • Fred Vogel
Darsteller

  • Kyle Dealman
  • Casey Eganey
  • Dan Friedman
  • Fred Vogel
  • u.a.

August Underground

Story

Zwei völlig geisteskranke Typen vertreiben sich die Zeit damit, andere Menschen zu entführen und diese dann zu Tode zu quälen. Ihren Alltag nehmen sie dabei stets mit einer Videokamera auf. Egal ob die Beiden eine Anhalterin totprügeln oder ein Geschäft überfallen, jede noch so abscheuliche Tat wird von ihnen gefilmt…

Kritik

Hört man sich so nach den härtesten Filmen um, stößt man zwangsläufig immer wieder auf die selben Titel. Bei einer Aufzählung dürfen sowohl die berüchtigten "Guinea Pig" Streifen, wie auch das Foltermachwerk "Oxen Split Torturing" nicht fehlen, ganz zu schweigen natürlich von Titeln wie "Men Behind the Sun" oder "The Untold Story". Was allerdings wirklich hart ist, ist eine rein subjektive Frage, was wiederum zu der Erkenntnis führt, dass all diese Listen und Statements in irgendwelchen Foren Bullshit sind, die niemand braucht. Klar, sie stellen eine brauchbare Einkaufsliste dar, doch welcher Film denn nun wirklich der Schlimmste von allen ist, muss man für sich selbst beantworten. Der Amerikaner Fred Vogel hat es unglaublicher weise geschafft, gleich an mehreren Filmen beteiligt gewesen zu sein, die wunderbar auf eine derartige Liste passen. Zum Einen hat der Gute die Effekte für "Murder-Set-Pieces" kreiert, außerdem war er bei den Werken "August Underground", sowie der Steigerung "August Underground’s Mordum" als Regisseur tätig. Diese beiden Streifen prägten das Genre des Pseudo-Snuffs nachhaltig und stellen das bis dato realistischste dar, was man in diesem Bereich anfinden kann. Snuff Filme sind eigentlich ein moderner Mythos, kamen aber durch Joel Schumacher’s düsteren Thriller "8MM – Acht Millimeter" richtig ins Gespräch. Ein Snuff Film zeigt die reale Tötung eines Menschen, die rein aus Unterhaltungszwecken begangen wurde. Zuerst wollte Fred Vogel eigentlich einen Zombiefilm drehen, um darin seine Effektkünste zu zeigen, doch da ihm dazu das nötige Kleingeld fehlte, dachte er sich etwas neues, gewagtes, vor allen Dingen aber günstiges aus. In einem Interview gab Vogel mal an, dass man sich "August Underground" wie ein Video vorstellen sollte, das man irgendwo auf der Straße findet. Man nimmt es mit nach Hause, sieht es sich an und stellt mit Entsetzen fest, dass man das Videotagebuch zweier völlig Geisteskranker Mörder in Händen hält. "August Underground" ist durch und durch auf Realismus getrimmt und ist auf den ersten Blick auch absolut nicht als Fake zu entlarven. Der Film hat nicht mehr als 2000 $ gekostet, gefilmt wurde mit einer wackeligen, nicht besonders hochwertigen Kamera. Im Nachhinein wurde das Material dann sogar erneut bearbeitet, so dass es einen noch günstigeren Eindruck erweckt. Was so abartig an dem Ganzen ist? Nun, an und für sich zeigt "August Underground" nichts, was man nicht schon kennt, es ist vielmehr die Art und Weise, wie die Macher die Gewalt transportieren. Man hat tatsächlich den Eindruck, auf die Amateuraufnahmen zweier völlig kaputter Menschen gestoßen zu sein. Alles wirkt so intensiv real, dass es einen an einem wunden Punkt trifft. Es ist überaus starker Tobak, was uns Vogel und seine Kumpanen hier vorsetzen. Wir sehen eine mit Blut und Kot beschmierte Frau, die an einen Stuhl gefesselt ist und der man die linke Brust mit einem Messer verstümmelte. Fröhlich betreten die beiden kranken Typen den Raum, schreien die Frau erst einmal ausgiebig an und machen sich dann über ihren Freund lustig, der ein Zimmer nebenan bereits verfaulend in einer Badewanne liegt und dem der Penis abgeschnitten wurde. Das war jedoch noch längst nicht alles. Die Frau wird dazu gezwungen, einen abgetrennten Zeh in den Mund zu nehmen und entledigt sich im Minutentakt vor Angst zitternd ihrer Körperflüssigkeiten. Der kleine Raum in dem sie gefesselt auf einem Stuhl sitzt ist voller Körperausscheidungen und Bildern von anderen Opfern. Das Opfer wird jedoch nicht einfach erlöst, es wird einfach weiterhin angebrüllt und weiteren Demütigungen ausgesetzt. Damit keine "Langeweile" aufkommt gibt es in regelmäßigen Abständen einen Szenenwechsel. So sehen wir zum Beispiel, wie einer der Killer, gespielt von Fred Vogel himself, sich einer Anhalterin mit sexuellen Absichten nähert, sie dann aber grundlos halb tot schlägt und irgendwo im Gras liegen lässt. Das ist jedoch noch eine eher harmlose Szene. Und, vergleicht man das Ganze mal mit Vogel’s Folgewerk "Mordum" ist das, was wir hier zu sehen bekommen, noch gar nichts. Dort werden dann Bauchwunden penetriert und die Opfer minutenlang vollgekotzt, doch weitere Einzelheiten erspare ich Euch an dieser Stelle. "August Underground" verbreitet eine absolut deprimierende, abartige Stimmung und ist nur für feste Mägen zu empfehlen, die Erfahrung mit derartigen Filmen haben. Ich würde sogar sagen, dass dieses Machwerk einen Tick besser ist als "Mordum", da die Gewalt und die Obszönitäten hier nicht so überzeichnet sind, dass es einem wie eine einzige, groß angelegte Provokation vorkommt. Nein, "August Underground" wirkt einfach wie die perversen Auswüchse einiger kranker Geister. Hier gibt es keine Möglichkeit, das Ganze mit Sprüchen wie "Ist ja nur ein Film" zu verharmlosen. Es sieht nicht so aus wie ein Film und es fühlt sich nicht so an. "August Underground" ist kurz, ganz kurz davor als authentisch aussehender Snuff durchzugehen. Obwohl ich mit "August Underground" nicht ganz so hart wie mit "Mordum" ins Gericht gehen möchte, stellt sich mir dennoch die Frage, wer an so etwas Gefallen findet? Ich muss zugeben, dass Fred Vogel sein Ziel erreicht hat, und mit geringsten Mitteln einen Film inszenierte, der Entsetzen und Abscheu hervorruft, doch die Frage ist, ob sich tatsächlich jemand für so etwas begeistern kann? Ich habe es nicht direkt bereut, "August Underground" gesehen zu haben, was allerdings nichts an meiner Meinung ändert, dass wir es hier mit allem – nur nicht mit einem guten Film zu tun haben. Man muss die Dinge betrachten, wie sie sind und der Streifen ist einfach nicht mehr als ein 70minütiges, auf realistisch gestelltes Pseudo-Snuff Filmchen. Menschenverachtend, Frauenfeindlich, pervers und für die Meisten einfach nicht geeignet.

"August Underground" erzeugt ein Gefühl von Abscheu und Unwohlsein und liegt wohl weit über der Grenze des Zumutbaren vieler. Dennoch fehlt hier das Übertriebene, das lediglich dem Selbstzweck dient und das "Mordum" in meinen Augen zu einem einzigen, großen Ärgernis machte. Dadurch ist "August Underground" zwar einen kleinen Tick besser, aber noch lange kein guter Film. Wer so was mit Sprüchen wie "Toller Film, weil man dadurch sehen kann, wie krank manche Menschen sind" verteidigt, geilt sich vermutlich auch daran auf, wenn kleine Mädchen entführt und über Jahre hinweg in ein Kellerverlies gesperrt werden. Von der atmosphärischen Seite her ist "August Underground" sicherlich interessant, aber letztendlich ist es einfach menschenverachtender Schund.

Bewertung

Splatter August Underground
Spannung August Underground
Story August Underground
Ekelfaktor August Underground
Atmosphäre August Underground
Gesamt August Underground

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  • Mordum
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