Die Vögel – Attack From Above

Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2007
Laufzeit ca. 89 Minuten
Regie Sheldon Wilson
Darsteller Sean Patrick FlaneryStephen McHattieKristin BoothRod Taylor u.a.
Bild
  • 1
  • 78:1 (anamorph/16:9)
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK KJ
Die Vögel - Attack From Above

Story

Es ist der letzte Arbeitstag für den jungen Dorfsheriff Wayne (Sean Patrick Flanery), bevor er seinen Job an den Nagel hängt, um dem 600-Seelen-Dorf gemeinsam mit seiner Frau Cynthia (Kristin Booth) den Rücken zu kehren. Doch ausgerechnet an diesem Tag geschieht bereits am frühen Morgen etwas, das so gar nicht in die sonstige Idylle der kleinen Gemeinde passt, in der Wayne ansonsten bestenfalls mal Strafzettel verteilen muss. Ein Bauer wird tot und mit unzähligen Biss- und Kratzspuren versehen auf seiner Farm aufgefunden. Der bekannte Versager Clyde (Stephen McHattie) ist der Erste, der einen schrecklichen Verdacht äußert, denn angeblich wurde er von unzähligen Raben angegriffen. Natürlich glaubt Wayne den Worten des Trinkers zuerst nicht, doch schon bald soll sich die Behauptung grausam bewahrheiten. Immer mehr Menschen fallen gigantischen Rabenschwärmen zum Opfer, niemand ist vor den gefiederten Monstern sicher. Woher sie kommen und wieso sie töten ist unklar, doch der Mennonite Oskar (John Ralston) scheint mehr zu wissen…

Die Vögel - Attack From Above  Die Vögel - Attack From Above

Kritik

Wenn ein neuer Horrorfilm auf dem Markt erscheint, der beinahe exakt den gleichen Titel trägt wie ein bekannter Klassiker des Genres, dann lässt dies die Fans in den meisten Fällen hellhörig werden. Allerdings ist die Namensgleichheit im Falle von "Die Vögel – Attack from above" gar nicht im Sinne der Macher, sondern wurde vom deutschen Verleih erstellt, vermutlich, um mehr Kunden zu ködern. Zugegeben: Mit seinem finsteren Cover, dem bekannten Namen und seinem "Keine Jugendfreigabe" – Rating macht "Die Vögel – Attack from above" sicherlich einiges her und wird einer potentiellen Kundschaft die Kaufentscheidung wesentlich erleichtern. Blöd nur, dass es sich dabei um eine regelrechte Mogelpackung handelt, denn letztendlich hat "Kaw", wie der Streifen im Original heißt, seine Freigabe in keinster Weise verdient. Doch dazu später mehr. Ein Vergleich mit Hitchcock’s Klassiker fällt hierbei schon aus Prinzip schwer, denn zum einen liegen 44 Jahre zwischen den Werken und zum anderen wurde "Die Vögel – Attack from above" für den amerikanischen Sci-Fi Channel produziert und demzufolge muss man sich in diesem Fall auch auf ein traditionelles B-Movie einstellen. Hier liegt an und für sich noch nicht die Problematik, gibt es doch in regelmäßigen Abständen immer wieder brauchbares aus dem Reich der aggressiven Tiere zu bestaunen. Nein, kompliziert wird es erst dann, wenn das Projekt in die Hände eines Teams gelegt wird, das sich gar nicht darüber im Klaren zu sein scheint, was es dem Publikum eigentlich bieten möchte. Das Drehbuch von Benjamin Sztajnkrycer verläuft konstant ohne irgendwelche Überraschungen oder Wendungen, während die Inszenierung von Regisseur Sheldon Wilson, der uns 2004 bereits "Shallow Ground" bescherte, über weite Strecken absolut belanglos und fernab jeder Spannung bleibt. Die Charaktere werden nach bekannten Mustern eingeführt. Da wäre der allseits bekannte und beliebte junge Sheriff, der allerdings einen Ortswechsel anstrebt und deshalb seinen letzten Tag im Dienst antritt. Weiterhin hätten wir noch den typischen Versager und Säufer, der anfangs noch äußerst dubios daherkommt und schlussendlich den großen Helden spielen darf. Hier ist alles vertreten, was in einen solchen Film gehört. Der alte Arzt, der sich das Ganze auch nicht so recht erklären kann, junge Leute, die immer wieder in Gefahr geraten und gerettet werden müssen, sowie zwei seltsame fanatische Mennoniten, die mehr zu wissen scheinen. So weit ist das sicherlich tragbar, rechnet man doch bei einem Film wie "Kaw" mit derlei Klischeefiguren, doch wenn sie absolut schlampig eingeführt werden, dann ist das definitiv ein Zeichen gröbster Vernachlässigung des Plots. Ein solcher braucht "Die Vögel – Attack from above" letztendlich auch nicht. Pausenlos folgt eine Vogelattacke der nächsten, der Streifen hangelt sich regelrecht von Spannungsmoment zu Spannungsmoment und lässt dabei eine Figurenentwicklung oder Charaktereinführung vollkommen außen vor. Action und Schockmomente bestimmen den Drive des Films und nehmen ihn schlussendlich vollends ein. Blöd nur, wenn die Attacken der zahlreichen Raben immer nach gleichem Muster ablaufen und das Steuer irgendwann auch nicht mehr herumreißen können. Doch zumindest darf gesagt werden, dass teilweise mit echten, trainierten Tieren gearbeitet wurde und die Vögel deshalb nicht allesamt zu künstlich aussehen. In diversen Massenszenen ist die Herkunft aus dem Computer aber ohne große Probleme zu erkennen. Eine gewisse bedrohliche Atmosphäre macht sich durchaus breit, wenn die Raben zu Hunderten auftauchen und über ihre wehrlosen Opfer herfallen. In dieser Hinsicht bietet "Kaw" zwei, drei durchaus spannende Szenen in denen die Ausweglosigkeit der Menschen anhand einer solchen gigantischen Überzahl an Tieren mehr als deutlich wird und man fast schon froh sein kann, dass sich Vögel außerhalb des Bildschirms in der Regel friedlich verhalten. Der Erklärungsversuch, wieso die Tiere zu gefährlichen Bestien mutiert sind, darf in "Die Vögel – Attack from above" natürlich auch nicht fehlen, hier gibt man kurzerhand dem Rinderwahnsinn die Schuld. Für Logik war das Tierhorrorgenre ja noch nie berühmt, aber was uns Sheldon Wilson hier bisweilen auftischt, geht gerne mal an die Grenze des Erträglichen. Die Raben sind allem Anschein nach so intelligent, dass sie sogar in der Lage sind, Steine zu transportieren um mit gezielten Attacken Autoscheiben zu zerstören. "Die Vögel – Attack from above" geht leider irgendwann jedweder Charme abhanden. Der Film wirkt außerordentlich kostengünstig inszeniert, spielt sich immer in ähnlichen Szenarien ab und befindet sich, was Settings und Ausstattung anbelangt, beinahe schon auf Amateur-Niveau. Hier wirkt keine Kulisse lebendig oder glaubhaft. Noch enttäuschender ist aber das Fehlen jedweder rabiater Gewalt, mit der man anhand einer Freigabe ab 18 Jahren rechnen würde. Ansonsten hat die FSK immer nachsehen, wenn die Gewalt von Tieren ausgeht und verleiht großzügige 16er Freigaben, aber hier hatte wohl jemand einen schlechten Tag. "Die Vögel – Attack from above" zeigt nichts, was eine Freigabe ab 18 rechtfertigen würde. Hin und wieder dürfen die Vögel natürlich mal ihre Schnäbel zum Einsatz bringen, aber bis auf etwas herausgerissenes Fleisch bleibt der Streifen absolut gewaltarm. Die Schauspieler erledigen ihren Job dafür souverän. Der aus "Der blutige Pfad Gottes" und "Suicide Kings" bekannte Akteur Sean Patrick Flanery mimt hier den sympathischen Dorfsheriff, der sich an seinem letzten Tag mit gefräßigen Raben herumärgern darf und bleibt dabei stets charismatisch. Eine positive Überraschung ist der Auftritt von Rod Taylor als alterndem Arzt. Taylor war bereits in Hitchcock’s "Die Vögel" zu sehen und so war es ein feiner Zug von Sheldon Wilson, ihm auch hier eine Rolle anzubieten. Eine weitere passende Besetzung war Stephen McHattie in der Rolle des Losers, der letztendlich noch über sich hinauswachsen darf, da man McHattie seinen Charakter jederzeit abnimmt. "Die Vögel – Attack from above" ist leider nur ein unterdurchschnittlicher Versuch einer Hommage an Hitchcock’s "The Birds". Zwar bleibt der Film durchgehend action- und spannungsreich, dennoch wirkt das Gezeigte oftmals einem beliebigen Low-Budget Projekt entnommen und absolut lieblos abgedreht. Die echten Vögel verleihen dem Ganzen Atmosphäre, doch leider sind ihre aus dem Computer stammenden Kollegen sehr schnell zu entlarven. Dem Film mangelt es an einem richtig spannenden Plot, wie auch an blutigen Szenen, die Freigabe ab 18 sollte vermutlich nur dazu dienen, mehr Käufer anzulocken. Was bleibt ist ein Film, den sich Tierhorror-Fans zwar noch ansehen können, der aber trotzdem weit hinter den Erwartungen zurückbleibt.

Die Vögel - Attack From Above  Die Vögel - Attack From Above

DVD

"Die Vögel – Attack from above" erschien hierzulande im Vertrieb von Splendid, welche den Film einmal als gängige Amaray, sowie als limitiertes Metallpack auf den Markt bringen. Während das Amaray bereits auf dem Markt ist, soll das Metallpack angeblich Ende Februar erscheinen. Interessierte sollten sich für das Amaray entscheiden, denn ausstattungstechnisch ist es mit der limitierten Edition identisch, welches man aufgrund des sicherlich minderwertigen Metallpacks im Regal stehen lassen sollte. Als Bonus findet sich auf den DVDs ein Making of, sowie ein Interview mit Rod Tayler und Sheldon Wilson.

Bewertung

Splatter Die Vögel - Attack From Above
Spannung Die Vögel - Attack From Above
Story Die Vögel - Attack From Above
Ekelfaktor Die Vögel - Attack From Above
Atmosphäre Die Vögel - Attack From Above
Tonqualität Die Vögel - Attack From Above
Bildqualität Die Vögel - Attack From Above
Zusatzmaterial Die Vögel - Attack From Above
Gesamteindruck Die Vögel - Attack From Above

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