Open Water

Open Water

Informationen

OT:Open Water

ca.77 Minuten

USA 2003

Regie

  • Chris Kentis
Darsteller

  • Blanchard Ryan
  • Daniel Travis
  • Saul Stein
  • Estelle Lau
  • u.a.

Open Water

Story

Die Beziehung des jungen Paares Susan (Blanchard Ryan) und Daniel (Daniel Travis) leidet unter dem stressigen Berufsalltag der Beiden und droht langsam in die Brüche zu gehen. Um etwas Zeit für sich zu haben, buchen sie einen Urlaub auf einer idyllischen Insel, wo sie es sich mal richtig gut gehen lassen wollen. Kaum angekommen, nehmen Susan und Daniel an einem Tauchausflug teil. Mit einigen anderen Teilnehmern und zwei Aufsichtspersonen fahren sie hinaus aufs offene Meer. Das Wasser ist äußerst einladend und die Beiden können kaum genug von den faszinierenden Tiefen des Meeres bekommen. Doch dann der Schock: Als sie wieder auftauchen ist ihr Boot verschwunden. Der Tauchlehrer hat sich beim Durchzählen geirrt und das junge Paar mitten im Meer vergessen.

Anstatt sofort in Panik auszubrechen, versuchen Susan und Daniel Ruhe zu bewahren und darauf zu hoffen, dass ihr Verschwinden bald bemerkt wird. Nach einigen Stunden liegen die Nerven allerdings blank und das Paar hat mit allerlei Beschwerlichkeiten zu kämpfen: Feuerquallen und die Seekrankheit Susan’s sind dabei nur die kleinsten Probleme, denn irgendwann tauchen die ersten Haie auf…

Kritik

Haie wurden schon derart oft als böse Killer in Filmen verwendet, dass es unmöglich ist, alle Streifen dieses Tierhorror-Subgenres aufzuzählen. Eines steht aber leider fest, und zwar dass es sich meist um billige Plagiate des berühmten Weißen Haies aus dem Jahr 1975 handelt. Nur wenige Filmemacher schaffen es, dieser limitierten Thematik etwas Neues abzugewinnen. Um so erstaunlicher ist es, dass dies gerade einem nur 130.000 $ teueren Independentfilm gelungen ist, der von den Eheleuten Chris Kentis und Laura Lau aus eigener Tasche finanziert wurde. Gedreht wurde mit einem kleinen Team meist an Wochenenden oder während den Ferien. Die Mühen sollten sich aber noch lohnen, denn Lion’s Gate Films bezahlte später 2,5 Millionen $, um sich die Rechte an "Open Water" zu sichern.

Allerdings handelt es sich hierbei nicht um einen typischen Film aus der Sparte Haihorror, in dem möglichst viele kreischende Opfer von einem monströsen Killerhai aufgefressen werden. Nein, was wir hier haben ist eine ganze Spur furchteinflößender und vor allen Dingen realistischer. Die wiedergegebene Ausgangssituation ist absolut plausibel und authentisch und hat sich so schon sehr oft tatsächlich derart abgespielt, wie meine Internet-Recherchen ergaben. Dass zwei Taucher einfach im Meer vergessen werden ist glaubhaft und verschafft "Open Water" eine viel dichtere Atmosphäre, als sie irgend ein effektgeladener Horrorfilm jemals aufweisen könnte.

Ausschlaggebend dafür ist auch, dass Regisseur Chris Kentis nicht nur inhaltlich, sondern auch filmtechnisch auf Authentizität setzt. Gedreht wurde ausschließlich mit einer an "The Blair Witch Project" erinnernden Digitalkamera und dementsprechend "billig" sieht das Bild im ersten Moment auch aus. Ganz klar: "Open Water" ist keine Hollywoodunterhaltung, will dies aber auch gar nicht sein und hat dies vor allen Dingen auch gar nicht nötig. Effekte gibt es im Film keine zu bestaunen, die Haie sind stets echt. Die Darsteller, die bei den Dreharbeiten insgesamt über 120 Stunden im Wasser waren, mussten sich mit mehreren Haien abgeben, was oftmals die Frage aufwirft, ob die gezeigte Angst echt oder wirklich nur gespielt ist.

Der Grund, wieso "Open Water" bei einem breiten Publikum eher durchgefallen, als auf Anklang gestoßen ist, ist eine falsche Erwartungshaltung. Der Trailer ließ auf einen spannenden Thriller hoffen. Das ist "Open Water" zwar in jeder Hinsicht auch, allerdings nur, wenn man sich auf ihn einlässt. Gerade der Anfang wirkt wie ein günstiges Urlaubsvideo eines beliebigen Paares und ist auch nicht sonderlich interessant. Dennoch war der Anfang von Nöten, um die Distanz zwischen dem Ehepaar zu zeigen, die im weiteren Filmverlauf noch eine Rolle spielen soll. Sobald Susan und Daniel dann an dem Tauchgang teilnehmen, baut der Streifen schlagartig eine immense Spannung auf, die an den Nerven zerrt und ein unwohles Gefühl ausbreitet. Man weiß, dass etwas passieren wird, wünscht dem Paar aber dennoch, dass sie noch rechtzeitig auf das Boot kommen und leidet sofort mit ihnen mit.

Dann aber der Schock, als das Boot weg ist. Von da an geht der Film eigentlich erst richtig los und serviert einem einen psychologischen Thriller, der unter die Haut geht und trotz seiner beschränkten Thematik nicht langweilt. Susan und Daniel haben immer wieder mit neuen Problemen zu kämpfen und werden von Stunde zu Stunde deutlich angeschlagener. Als die Nerven dann blank liegen, ist es ungemein interessant zu beobachten, wie sich die beiden Charaktere in dieser Extremsituation verhalten. Während Daniel schneller aufgibt, versucht Susan um jeden Preis, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sobald dann die Haie auftauchen wird der Thriller zu einem gänsehauterzeugenden Horrortrip. Dutzende Haie schwimmen unter dem ängstlichen Paar, in der Lage, jederzeit anzugreifen und sich ihre Beute zu holen. Immer wieder mal blitzen plötzlich Rückenflossen auf und schwimmen schemenartige Schatten durchs Wasser, was die Spannungskurve immer höher schaukelt.

Die beiden Hauptdarsteller sind nicht sonderlich bekannt, wobei dem einen oder anderen sicherlich der Name Blanchard Ryan ein Begriff sein könnte. Die Schauspielerin war schon in ein paar Streifen zu sehen, von denen aber bis auf "Super Troopers – Die Superbullen" keiner einen all zu großen Bekanntheitsgrad verzeichnen kann. Ryan, die zu Beginn der Dreharbeiten noch eine wahnsinnige Angst vor Haien hatte, holt das Beste aus ihrem Charakter heraus, auch wenn sie erst in Spannungsmomenten richtig aus sich herausgehen kann. Daniel Travis hingegen ist deutlich anzusehen, dass er hier erstmals vor einer Kamera stand, was ihn leider dazu bringt, hin und wieder mal etwas dick aufzutragen. Im großen und ganzen aber eine zufriedenstellende Leistung.

Wer sich an dem relativ günstigen Look des Films stört, ist absolut selbst schuld. "Open Water" ist ein überraschend packender und mitreißender Psycho-Thriller, dessen Ausgangssituation wohl zum Schlimmsten gehört, was einem Menschen passieren kann. Dank einer Laufzeit von nur 76 Minuten und vielen Einfällen wird der Streifen zu keinem Zeitpunkt wirklich langweilig, auch wenn der Anfang natürlich dazu da sein muss, um die Charaktere ein bisschen vorzustellen. "Open Water" entspricht nicht den typischen Sehgewohnheiten, weshalb es notwendig ist, sich auf den Film einzulassen und im wahrsten Sinne des Wortes in ihn einzutauchen. Für das was es ist, nämlich eine Low-Budget Independentproduktion war "Open Water" jedenfalls super und sollte von jedem mal gesehen werden.

Bewertung

Splatter Open Water
Spannung Open Water
Story Open Water
Ekelfaktor Open Water
Atmosphäre Open Water
Gesamt Open Water

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