Cannibal Terror

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Informationen

OT:Terror canibale

ca. 89 Minuten

Spanien, Frankreich 1981

Regie

  • Julio Perez Tabernero
Darsteller

  • Silvia Solar
  • Stan Hamilton
  • Burt Altman
  • u.a.

Cannibal Terror

Story

Hier müssen bereits die ersten größeren Abstriche gemacht werden, ich versuche allerdings mein bestes, um wenigstens ein bisschen was niederzuschreiben.

Gangster entführen die kleine Tochter eines reichen Ehepaars. Die Entführer stellen sich bei der Lösegeldübergabe nicht sonderlich geschickt an, sodass sie nicht klappt, dass Kidnapping erfolgreich durchzuführen. Nach der missglückten Aktion flüchten die Verbrecher in den nahegelegenen Dschungel, in dem eine Menge Kannibalen leben. Eine Frau wird kurz nach dem Eintauchen in das Dickicht von einer handvoll Menschenfresser aufgespürt, verschleppt und schlussendlich abgeschlachtet und verspeist.

Der Rest der Bande kann sich vorerst retten. Allerdings haben die Eltern des entführten Mädchens bereits eine Expeditionsteam zusammengestellt, welches die Verbrecher finden soll. Ab nun beginnt ein schonungsloser Kampf zwischen den drei Parteien, der nach den Gesetzten des Dschungels gespielt wird…

Kritik

„Der meistgesuchte Kannibalenfilm weltweit“. Dieser nette Spruch ziert das Cover der „Red Edition“ DVD und als Genrefan muss man zugeben das es wesendlich uninteressantere Sprüche oder Zusatztitel gibt. Ich bin auf jedem Fall auch auf diesen Scharfmacher reingefallen und meine Enttäuschung wurde im Verlauf immer größer. Immer klarer wurde mir warum man diesen Streifen jahrelang nicht neu auflegte. Seiner Zeit gab es in nur in Südeuropa und die Verantwortlichen wussten sicherlich das es nicht gut wäre in zu Synchronisieren, da die Chance recht groß ist sich lächerlich zu machen.

Laser Paradise hat es aber dennoch gemacht und das die vor nichts zurückschrecken haben sie ja schon mit einigen Neuauflagen bewiesen, die mir und anderen Fans sicherlich noch gut in Erinnerung sind.

Aber kommen wir zum Film selber. Als erstes, circa nach den ersten zwei gesprochenen Worten, fällt einem unweigerlich auf das die Synchronisation unterste Schublade ist. Ich habe zwar schon viel schlechtes gesehen und gehört aber wenn man die nichtpassenden Stimmen zu den verschiedenen Schauspielern hört, weiß man direkt das dieser Film sicherlich Schrott ist. Das dies dann auch wirklich so ist, merkt man wenn die zu recht unbekannten Schauspieler sich in ihrem Beruf, oder vielmehr Hobby, probieren, was teilweise super lächerlich rüberkommt. Passend hierzu gibt es eine Geschichte, die genauso gewöhnlich wie schlicht ist. Es kommt zu einer Entführung, die im Dschungel endet, wo dann die bösen, blutrünstigen Kannibalen warten … so richtig kommt nicht mal raus ob die Menschenfresser gut oder böse sind, was große Schwächen im Drehbuch offen legt. Zudem sind die mitspielenden Kannibalen alles andere als authentisch und beängstigend. Sie werden von Leuten gespielt, die ganz sicher keine südamerikanischen Verwandten hatten, sonder wohl er aus der direkten Nähe des Drehorts stammten. Es gibt kleine, große, dicke, dünne und als besonderen Zusatz sogar verschieden frisierte Menschenfresser…

„Cannibal Terror“ ist also Billigschund und wenn man es nicht genau wissen würde, könnte man meinen das der „Master of Trash“, Jess Franco seine Finger im Spiel hat. Leider gibt es nicht mal ordentliche Goreszenen, das Gezeigte lässt sich an einer Hand abzählen und ist zudem nicht sonderlich gut gelungen.

Alles in allem ist „Cannibal Terror“ also ein Film, den die Welt nicht braucht, es sei denn man möchte seine Sammlung komplettieren. Für andere würde er sich hinten und vorne nicht lohnen und daher rate ich euch auch von diesem Film ab.

Bewertung

Splatter 1.gif
Spannung 1.gif
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Gesamt 1.gif

Ähnlicher Film:

Cannibal Holocaust 2

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Informationen

OT:Schiave Bianche: Violenza in Amazzonia

ca. 86 Minuten

Italien 1984

Regie

  • Roy Garrett
Darsteller

  • Elvire Audray
  • Alvaro Gonzales
  • Will Gonzales
  • u.a.

Cannibal Holocaust 2

Story

Catherine ist ein junges Mädchen mit reichen Eltern, die es ihr ermöglichen, im Ausland, genauer gesagt in London, zu studieren. Zu ihrem 18. Geburtstag wird sie von ihren Eltern eingeladen, den Jubeltag zusammen mit ihnen in ihrer Heimat, Amazonien, zu verbringen. Also reist sie, voller Vorfreude, in ihr Heimatland. Als der Tag gekommen ist freut sie sich, dass neben ihren Eltern auch ihre Tante und ihr Onkel anwesend ist. Sie haben Catherine zwar kein Geschenk mitgebracht, sie laden sie aber zu einer Bootstour auf dem Orinoko ein.

Es ist ein wunderschöner Tag, als sie auf dem Fluss sind und alle genießen die Sonne und die Stille, als plötzlich Catherines Mutter von einem Giftpfeil getroffen wird. Wenig später sind ihre Eltern tot, Tante und Onkel können flüchten. Sie selbst wurde von einem Giftpfeil in den Arm getroffen und muss nun regungslos mit ansehen, wie eine Gruppe Wilder auf das Boot kommt und ihre Eltern enthauptet. Sie selbst wird von einem Wilden gerettet, der ihr den Giftpfeil aus dem Arm zieht und die Wunde aussaugt.

Catherine wird von den Wilden entführt und in deren Lager verschleppt. Ab nun durchlebt sie eine schreckliche Zeit unter den wilden Indianern, sie schafft es aber zu überleben. Umukai, ein stattlicher Kämpfer, hat sich in der Zwischenzeit in das blonde Mädchen verliebt und macht ihr von nun an den Hof. Catherine geht aber vorerst nicht auf die Liebesbeweise ein, da sie denkt das er zu den Mördern gehört.

Einige Zeit verstreicht, in der es das Mädchen geschafft hat mit den Wilden zu kommunizieren. Bei einem, der zahlreichen, Streitgesprächen zwischen Catherine und Umukai, erzählt ihr der Indianer, dass es nicht die Kopfjäger waren die ihre Eltern getötet haben, sondern das ihre Verwandten Verbrecher angeheuert haben um die drei Wohlhabenden zu töten. Umukai war nur Zeuge dieser Aktion und hat Catherine gerettet. Das blonde Mädchen will diese Geschichte erst nicht glauben, doch bald macht sie sich auf zu dem Landsitz ihrer Eltern, wo ihre Tante und ihr Onkel mittlerweile leben, um grausame Rache zu üben…

Kritik

Vorweg die Information, dass der Film damit prahlt, auf wahren Begebenheiten zu beruhen, was ich allerdings bezweifeln möchte. Schon die Logik verbietet mir den Gedanken, dass diese Geschichte auch nur annähernd stimmen könnte. Nur als Beispiel : Warum schneiden die Indianer denen die Köpfe ab, die sie retten wollen und warum kommt es in dieser Szene nicht zu einer Auseinandersetzung zwischen den Verbrechern und den Wilden? Man bekommt, im Film, erst gegen Ende mitgeteilt das es nicht die Indianer waren, die diese Bootsbesatzung getötet haben und so einsteht ein großes Logikloch.

Der Film selber erinnert ein einen Dokumentation über den Dschungel und das kleine, kopfraubende Völkchen. Es gibt wunderschöne Naturaufnahmen, welche dem Film eine natürliche Atmosphäre verschaffen. Die Geschichte selber, wird gut und relativ spannend erzählt und mit der Schilderung des wahren Ausgangs der Mordgeschichte nimmt die Handlung auch einen unerwarteten Richtungswechsel vor. Plötzlich geht es nicht mehr um die verschmähte Liebe des Umukai und das Überleben der blonden Frau, inmitten der Fremden, sondern um Rache.

Die Protagonistin, die eindeutig im Mittelpunkt des Films steht, spielt weniger befriedigend. Sie wirkt verkrampft und das sie fast die ganze Zeit „oben ohne“ rumläuft, erhöht nicht unbedingt den Guckgenuss. Die Indianer, die wohl allesamt Laien sind, wirken dagegen ehr natürlich und das sollen sie ja auch.

Eigentlich hatte ich mal irgendwo gelesen das der Film um ganze 10 Minuten geschnitten sein soll. Wenn ich dieser DVD glauben schenken darf sind es allerdings nur zwei, die es aber durchaus in sich haben. Sicherlich wird einem hier kein Splatter a la Peter Jackson geliefert, es ist aber irgendwie beruhigend wenn man weiß das an diesem Film nicht rumgemetzelt wurde. Neben den Splatterszenen wurden in der Originalfassung auch einige kleine Schnitte gemacht, die ich einfach nicht nachvollziehen kann. Was bringt es einem einen Satz aus einem längeren Dialog rauszuschneiden, der eigentlich nichtssagend ist? Verstehe das wer will, ich tue es nicht!

Schlussendlich bleibt mir nur noch zu sagen das dieser Film Genrefans gefallen wird und auch Freunde von Amazonasdokumentationen, im filmischen Sinne, werden auf ihre Kosten kommen. „Amazonia – Kopfjagd im Regenwald“ ist allerdings in der Videoversion nur ein durchschnittlicher Film, in der DVD Version allerdings ein guter!

Bewertung

Splatter 3_5.gif
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Story 4.gif
Ekelfaktor 3_5.gif
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Gesamt 4.gif

Cannibal Man

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Informationen

OT:La Semana del Asesino

ca. 90 Minuten

Spanien 1971

Regie

  • Eloy de la Iglesia
Darsteller

  • Vicente Parra
  • Emma Cohen
  • Eusebio Poncela
  • u.a.

Cannibal Man

Story

Marcos ist ein etwa 30jähriger Mann, der auf den ersten Blick normal wirkt. Seinen Lebensunterhalt verdient er in einer Fleischfabrik, die für ihre gute Suppe bekannt ist, die nur mit dem besten Fleisch gekocht wird. Neben der Arbeit vergnügt sich Marcos mit seiner neuen Freundin, die einige Jahre jünger ist als er. Als die beiden eines Nachts unterwegs sind, kommt es zu einem handfesten Streit mit einem Taxifahrer. Marcos tötet ihn im Kampf mit einem Stein, woraufhin die beiden flüchten.

Paula, die Freundin, ist nach der Tat fix und fertig und möchte das Marcos sich der Polizei stellt, was der aber vehement ablehnt. Als sich der Streit zuspitzt, erwürgt er das junge Mädchen und versteckt die Leiche in seinem Schlafzimmer. Als am nächsten Tag sein Bruder bei ihm vorbeischaut, erzählt er ihm die Geschichte. Sein Bruder zwingt Marcos zur Polizei zu gehen und droht das er ihn sonst selber anzeigt, was sein Todesurteil bedeutet.

Als weitere Menschen von den Morden erfahren, ist es auch um sie geschehen. Marcos hat bald arge Probleme mit den Leichen, da seine Wohnung fürchterlich stinkt und selbst Deosprays nichts mehr nutzen. Aber zum Glück ist da ja noch die Fleischfabrik, die eine Maschine hat, in der Fleischtücke zermahlen werden. Marcos muss sich aber beieilen, da man ihm bereits auf den Schlichen ist…

Kritik

Als erstes muss man wohl erwähnen, dass „Cannibal Man“ nicht unbedingt ein Kannibalenfilm ist, auch wenn der Titel darauf schließen lässt. Zwar kommt es zu einer Szene, in welcher der Protagonist anstatt seiner Lieblingssuppe versehentlich eine aus seiner Arbeitsstelle vorgesetzt bekommt, in der möglicherweise Menschenfleischstücke enthalten waren. Marcos hat ja die Leichenteile in der Fleischmaschine entsorgt, sonst kommt es aber zu keinem Kannibalismus. Daher ist es auch kein Streifen des Kannibalensubgenre sondern nur ein Thriller, mit menschlichem Beigeschmack.

Marcos ist im Film in keiner wirklich glücklichen Lage. Der erste Mord passierte noch aus dem Affekt heraus, dann hat er aber wirklich Pech, da sein Plan nicht hinhaut alles zu verschweigen. Immer mehr Leute erfahren von seinem Treiben, was die ganze Sache eskalieren lässt. Dabei kommt es dann aber nicht nur zu grausamen Szenen, denn es gibt zusätzlich einige gehörige Prisen schwarzen Humor. Allen voran natürlich die Szene mit der Suppe, in der Carols plötzlich schlecht wird…

Splattertechnisch gibt es nicht allzu viel zu berichten. Es gibt lediglich eine ganz nette Szene mit einem Beil, dass ein Opfer mitten ins Gesicht bekommt. Der Effekt ist gelungen und trotz des hohen Alters des Films ansehnlich. Schauspielerisch bekommt man Durchschnittskost geboten, allerdings sticht der Protagonist etwas heraus, da er wirklich authentisch wirkt.

Durch die Morde und die etwas auswegslose Situation des Hauptdarstellers, erinnert der Film ein wenig an „Henry – Portrait Of A Serial Killer“. „Cannibal Man“ besitzt eine ähnlich beklemmende Atmosphäre, die im Zusammenspiel mit der schlichten, aber guten Story zu unterhalten weiß. Spannung gibt es zwar weniger, allerdings fragt man sich hin und wieder was Marcos wohl als nächstes passiert und ob das gut geht (für wen auch immer).

Etwas langweilig wirken die Dialoge, die meist nicht viel zu sagen haben, sich aber trotzdem über weite Strecken des Films erstrecken. Es gibt zwar gute Ansätze, die versuchen Marcos Psyche offen zulegen, es bleibt allerdings meist bei diesem Ansatz, obwohl die ein oder andere Klärung sicherlich interessant gewesen wäre. Man weiß nämlich nicht warum Marcos diesem Tötungstrieb unterliegt. Hat es was mit seiner Vergangenheit zu tun, oder weil er jüngere Mädchen liebt, oder liegt es vielleicht daran, dass er mit seinem schlichten Leben unzufrieden ist? Fragen über Fragen, die nicht beantwortet werden, was aber natürlich Raum für die Phantasie lässt.

Alles in allem ist „Cannibal Man“ ein guter Film, der ein wenig an die guten alten Giallo erinnert, dem aber auch ganz klar sein Alter anzusehen ist. Wen komische Frisuren, Klamotten und veraltete Musik nicht stören, der sollte sich diesen Streifen mal zu Gemüte führen.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 4.gif
Story 4.gif
Ekelfaktor 5.gif
Atmosphäre 4.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen

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Informationen

OT:Cannibal

ca. 90 Minuten

Deutschland 2005

Regie

  • Marian Dora
Darsteller

  • Carsten Frank
  • Victor Brandl
  • Tobias Sickert
  • Joachim Sigl
  • u.a.
Cannibal - Aus dem Tagebuch des Kannibalen

Story

„Der Mann“ (Carsten Frank) ist auf der Suche nach einem anderen Menschen, der in der Lage ist, sein tiefstes, inneres Verlangen zu stillen. Sein insgeheimer Traum ist es, einen anderen Mann zu schlachten und zu verspeisen. Es kommt zu vielen Treffen, doch die anderen Männer machen stets Rückzieher. Bis „Der Mann“ im Internet „Das Fleisch“ kennen lernt. Dieser trägt den Wunsch in sich, gegessen zu werden bis nichts mehr von ihm übrig ist…

Kritik

„Cannibal“ ist ein überaus kontroverser Film und ich bin froh, dass ich ihn selbst mal sehen konnte. Während ich dies tat stauten sich in mir zahlreiche Eindrücke und am Ende ließ mich Marian Dora’s mit einer zweigeteilten Meinung zurück. Eines jedenfalls ist absolut sicher: „Cannibal“ ist kein massenverträglicher Film, er ist pures Gift für den gewöhnlichen Mainstreamkonsumenten. Dora, der hiermit seinen Debütfilm ablieferte, verarbeitete klar ersichtlich die Geschehnisse um den Kannibalen von Rothenburg Armin Meiwes. Im ersten Moment ruft dies natürlich Erinnerungen an Martin Weisz‘ „Rohtenburg“ wach, der in Deutschland verboten wurde, doch genauer betrachtet handelt es sich um zwei grundverschiedene Filme. Während „Rohtenburg“ für ein größeres Publikum gedreht wurde, ist „Cannibal“ anstößigstes Independent-Kino ganz im Stil eines Jörg Buttgereit.

Die Aufmachung des Films ist, um es in einem Wort festzuhalten, sehr simpel. Der Kostenpunkt des Ganzen hat laut des Regisseurs im unteren, vierstelligen Bereich gelegen und das sieht man „Cannibal“ auch an. Der hier angewandte Stil dürfte die Zuschauer sicherlich spalten und sowohl Aussagen wie „langweilig“, als auch „künstlerisch“ hervorrufen. Es wird in „Cannibal“ kaum gesprochen, im ganzen Film sind maximal 10 Sätze zu hören. So ist das Gezeigte oftmals sehr ruhig, insbesondere im ersten Viertel. Unspektakulär sehen wir einen gewöhnlichen Mann, der durch eine typische Deutsche Stadt schlendert und sich am Bahnhof mit einem anderen Mann trifft. Schnitt. Der Mann geht nach Hause, chattet, sucht nach einem Gleichgesinnten. Keine Dialoge und kaum Musik untermalen diese Szenarien. Auch die Kamera hält stets statisch auf das Geschehen drauf. Langeweile entsteht jedoch nie, denn eine pessimistische, düstere Grundstimmung ist bereits jetzt vorhanden.

Im weiteren Verlauf des Films entsteht zu keiner Sekunde Spannung, da man als Zuschauer immer weiß, was passieren wird. Der Mann trifft sich mit dem Fleisch, die beiden tauschen zuerst Zärtlichkeiten aus, bevor dann der eigentliche Grund des Treffens gezeigt wird. Die Schlachtung und Verzehrung des Fleisches. Die Inszenierung ist dabei immer klar als aus dem Amateursektor stammend zu bemerken, doch für ein derart geringes Budget hat Marian Dora erstaunlich viel aus seinen Möglichkeiten gemacht. „Cannibal“ hat nichts mit den peinlichen Gehversuchen junger Amateurfilmer gemeinsam, die sich mit dem selbst zusammengesparten Geld an einem Blutspritzfilmchen versuchen wollen, er wirkt sehr viel professioneller, gekonnter. Die bereits erwähnten Parallelen zu Buttgereit sind dabei nicht von der Hand zu weisen: Die Lokations, insbesondere das Haus des Mannes, wirkt einsam und unmenschlich. Wenig Licht erleichtert die Sichtverhältnisse, überall findet sich Schmutz und Verwesung. Fette Spinnen und sonstiges Ungeziefer krabbelt an den Wänden entlang.

Inmitten dieser abstoßenden, kalten Umgebung finden zwei Seelen zueinander, die eine höhere Macht scheinbar zusammengeführt hat und die ein inneres Bedürfnis verbindet. „Cannibal“ erklärt die Hintergründe der Menschen in keinster Weise. Von „dem Fleisch“ erfahren wir nur, dass er aus Freiburg stammt, während wir einige winzige Ausschnitte aus der Jugend des „Mannes“ sehen. Die körperliche Nähe, die die beiden Männer eingehen wird dabei, ebenso wie die spätere Gewalt, in aller Genauigkeit gezeigt. Das Fleisch und der Mann spielen nackt im Garten, liebkosen und küssen sich, haben Sex. Das alles wird so gezeigt, das homophobe Menschen sicherlich angewidert ihren Blick abwenden werden und Erinnerungen an einen Softporno wach werden. An dieser Stelle aber ein Lob an die beiden Hauptdarsteller, die im Film fast zu 70% nackt zu sehen sind und viele unangenehme Aufnahmen über sich ergehen ließen.

Sobald es in „Cannibal“ dann ans Eingemachte geht, zeigt sich deutlich, wieso der Film in diversen Kreisen so schnell von sich reden machte. Marian Dora zeigt derart viele Anstößigkeiten, dass es zart besaiteten Zuschauern sehr schnell den Magen umdrehen dürfte. Die gesamte zweite Hälfte des Films handelt von der Tötung, Schlachtung und Verspeisung eines Menschen und dies wird in jedem noch so grausamen Detail gezeigt. Wenn etwa in Nahaufnahme zu sehen ist, wie der Mann dem Fleisch langsam den Penis abzubeißen versucht, dann ist dies nur der Auftakt für einen perversen Ekelmarathon. Sämtliche Körperflüssigkeiten fließen in Strömen, Gedärme werden entnommen und der Körper des Getöteten fachgerecht zerlegt. Dies spielt sich alles in einem dunklen Kellerraum ab, was für eine absolut deprimierende, verstörende Atmosphäre sorgt. Mir persönlich hat „Cannibal“ nicht auf den Magen geschlagen, doch für alle zart besaiteten Zuschauer spreche ich eine strengste Warnung aus.

Wenn man „Cannibal“ als Film an sich betrachtet dann ist er definitiv langweilig, das kann nicht geleugnet werden. Er bietet keine Unterhaltung im eigentlichen Sinn, vielmehr eine Verfilmung dessen, was sich so tatsächlich abgespielt hat. Viele Stellen ziehen sich sehr dahin, die Höhepunkte im Film sind die Gewaltszenen. Wer schon einiges an Splatter gesehen hat, wird sich von diesen nicht mehr schockieren lassen und wartet vergeblich auf den angekündigten Schlag in die Magengrube. Was man „Cannibal“ jedoch lassen muss, ist, dass Marian Dora hiermit etwas sehr eigenständiges, düsteres geschaffen hat und die Akteure ihre Sache beide sehr glaubwürdig machen.

„Cannibal“ ist nicht der überragende Film, den ich erwartet habe, doch dies muss relativ betrachtet werden. Es handelt sich hierbei um eine kostengünstige Independent-Produktion, und gemessen an den begrenzten Möglichkeiten des Regisseurs wurde noch das Beste herausgeholt. Für schwache Nerven ist der Streifen in keinster Weise geeignet, er stellt in brutalster Härte die Tötung und Schlachtung eines Menschen dar und spart dabei kein Detail auf. Dennoch möchte ich nicht verschweigen, dass „Cannibal“ mich an manchen Stellen schon langweilte, was zu einer mittleren Gesamtwertung führt.

Weitere Informationen:

Cannibal – Aus dem Tagebuch des Kannibalen bei Filmundo.

Bewertung

Splatter 5.gif
Spannung 2.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 5.gif
Atmosphäre 4_5.gif
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Ähnlicher Film:

Cannibal Holocaust

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Informationen

Originaltitel Cannibal Holocaust
Länge 95 Minuten
Drehjahr 1979
Drehland Italien
Regie Ruggero Deodato
Schauspieler
  • Robert Kerman
  • Francesca Ciardi
Cannibal Holocaust

Story

Ein New Yorker Filmteam wird in den südamerikanischen Dschungel geschickt, um dort eine Reportage über zwei verfeindete Eingeborenenstämme zu machen. Die jungen Leute sind für ihre professionelle Art bekannt, die ihnen schon Ruhm und Ehre hat zukommen lassen. Doch das Team soll aus den Weiten des Dschungels nicht mehr zurückkommen und so macht sich Professor Monroe, zusammen mit zwei Adjutanten, auf den Weg in das unergründete Land, um nach dem berüchtigten Team zu suchen.

Die drei treffen im Dschungel auf einen Eingeborenenstamm, die ihnen deutlich machen, dass das Filmteam hier war und sie anschliessend dahin führen, wo der Weg der Vermissten endete. Beim Urwaldmarsch machen sie dann einen Fund, der das bestätigt, was man nicht gehofft hatte. Sie finden einen der Vermissten, besser gesagt seine menschlichen Überreste. Im Kannibalendorf entdeckt der Professor dann neben den weiteren Leichen das Filmmaterial, was er nach einem Hnadel für sich beanspruchen kann.

Die Reise führt die drei nun zurück nach New York, wo sich Experten daran machen, dass stark in Mitleidenschaft geratene Material aufzubereiten. Aus den verwendbaren Resten soll eine soll eine Fernsehreportage gedreht werden, die den Zuschauern einen Schrecken einjagen soll. Doch als die Filmrollen betrachtet werden, sehen die Verantwortlichen grausame Szenen, die sicherlich nicht für das Fernsehpublikum geeignet sind. Es hat den Anschein als ob das Filmteam nicht nur dokumentiert hat, sie haben die friedlichen Dschungelbewohner wohl für ein grausames Spielchen benutzt…

Kritik

Der Kannibalenfilm hat sich in seiner Hochzeit zwar nicht unbedingt einen guten Namen gemacht, von den Fans jetzt mal abgesehen, denn er steht für Gedärme, wilde Wilde, Kastrationen und leider auch für Tiersnuff. Letzteres ist zwar nicht in allen Filmen dieses Subgenres enthalten, doch in „Cannibal Holocaust“ kann man leider zusehen wie das ein oder andere Tierchen vor der Kamera abgeschlachtet wird. Sicherlich ist die unnötig wie ein Kropf und es gibt auch keinen Menschen der dies sehen will, doch eigentlich darf man sich nicht beschweren wenn Leute wie Deodato so etwas aufgegriffen haben. Was glaubt ihr, wie die Wurst auf euer Brötchen gekommen ist? Es hat sich bestimmt kein Metzger bereiterklärt das zu tötende Tier in sein Ableben zu streicheln… Aber das ist eine andere Diskussion. Wenn Deodato meint er müsse so die Härte des Tötens zeigen, soll er das machen, ich heisse es auf jeden Fall nicht gut!

Was aber eigentlich in diesem Streifen gezeigt werden soll ist die Ausschlachtung der Wehrlosen und somit bekommt der Film, dem man das wohl nicht zutraut, eine kritische Aussage. Die Reporter sind es, die aus dem friedlichen Wildvolk aggressive Menschenfresser machen. Nur weil die Amerikaner eine Geschichte brauchen, versuchen sie ein komplettes Dorf auszulöschen, indem sie die Menschen zusammentreiben und anstecken. Diejenigen die fliehen wollen, werden einfach abgeknallt und natürlich wird alles filmgerecht festgehalten.

Durch diese Szenen wirk der Film unheimlich authentisch und das ist es wohl, was „Cannibal Holocaust“ zu einem „sehenswerten“ Film macht, der über die gesamte Spielzeit fesselt und erschüttert. Es hat den Anschein, dass man sich in einer Reportage befindet und nicht in einem billigen, italienischen Streifen, der auf einer Modewelle ritt. Zudem merkt man schnell wie die Rollen verteilt sind, was natürlich zur Folge hat das man eine gesunde Antipathie gegen die Protagonisten aufbaut. Nicht weil die so dämlich spielen, dass ist ihnen aufgrund des dokumentarischen Filmstiels sogar gut gelungen, viel ehr merkt man das die geldgeilen Amerikaner nur auf das eine aus sind: Eine brutale Story. Brutalität bekommt man im Film selbstverständlich auch geboten. Deodato wäre nicht Deodato wenn er nicht irgendwelche Kastrationen, Gedärmeorgien und Körperteilabtrennungen in den Film betten würde und somit für den ein oder anderen Brechreiz sorgt. Es gibt genretypisch sehr harte Szenen, die sicherlich nicht von jedem gesehen werden sollten.

Leider sieht das die deutsch Justiz ähnlich, sie geht allerdings noch etwas weiter als ich. Dieser Film wurde bei seinem ersten Auftritt in Deutschland, als er vom Marketing-Label unter dem Namen „Nackt und zerfleischt“ angeboten wurde zwar nur gekürzt und nicht beschlagnahmt, allerdings ist die ungeschnittene Neuauflage von Astro sowohl auf DVD und auch VHS beschlagnahmt.

Insgesamt gesehen ist „Cannibal Holocaust“ sicherlich der gelungenste Kannibalenfilm, da er eine mitreissende Handlung besitzt und weiss wie man den Zuschauer durch ständige Schocks vorm Betrachtungsgerät fesselt. Lediglich der Tiersnuff ist abstossend, aber so viele Jahre nach dem Dreh kann man da eh nichts mehr gegen machen.

Bewertung

Splatter 5.gif
Spannung 4_5.gif
Story 4_5.gif
Ekelfaktor 6.gif
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Cannibal Holocaust

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Informationen

Originaltitel Cannibal Holocaust
Länge 95 Minuten
Drehjahr 1979
Drehland Italien
Regie Ruggero Deodato
Schauspieler
  • Robert Kerman
  • Francesca Ciardi
Cannibal Holocaust

Story & Kritik

Wir befinden uns im Jahre 1979 in Südamerika. Ein Reporterteam, dass aus 3 Männern und einer Frau bestehet kommt gerade aus Afrika zurück. Die 4 beschließen als nächstes in einen Dschungel in Südamerika zu gehen und eine Reportage über Kannibalen zu machen. Sie nehmen natürlich Waffen mit, weil die Kannibalen ja angeblich sehr gefährlich sein sollen. Einer von dem Team hat eine Videokamera und filmt jeden Schritt, den die anderen machen. Und ich meine Damit wirklich jeden Schritt. Also steigen die vier in das Flugzeug und fliegen los und das ist auch das letzte was man von ihnen weiß.

Man hat inzwischen schon seit sechs Monaten nichts mehr von den vier Reporten gehört. Deshalb macht sich ein kleines Rettungsteam auf den Weg um nach den Verschollenen zu suchen. Unterwegs habe sie ein paar Auseinandersetzungen mit den Eingeborenen. Als die Eingeborenen merken, dass das Rettungsteam friedlich ist, kommt man mit einander mehr oder weniger ins Gespräch. Man stellt fest, dass die Eingeborenen eigentlich ziemlich freundlich gegenüber Fremden sind. Es gibt aber immer noch keine Spur von den Reportern. Am nächsten Tag findet aber einer aus dem Rettungsteam einen Haufen Knochen und Schädel und irgendwo dazwischen eine Videokamera.

Wieder zurück in der Zivilisation. Die Reporter sind tot, aber man ist ganz wild darauf, was sie gefilmt haben. Und zwar so wild, dass man es gleich im Free TV senden will, ohne den Streifen vorher anzuschauen. Einer der Angestellten kann es nicht lassen, er muss den Film anschauen. Was er aber darauf sieht, wird er wohl nie wieder vergessen.

Also die Reporter gehen in den Dschungel um die Kannibalen zu filmen. Natürlich machen sie auch unterwegs Blödsinn mit der Videokamera. Im Kannibalendorf angekommen, müssen sie feststellen, dass die Kannibalen gar nicht so aggressiv und unfreundlich sind wie erwartet. So ein Pech für die Reporter, denn dann wird das mit der Reportage über aggressive Kannibalen auch nichts. Also beschließt man einen Angriff eines anderen Stammes zu simulieren und natürlich alles zu Filmen. Dabei benehmen sich die Reporter wie die letzten Dreckschweine! Entschuldigung für die Wortwahl, aber glaubt mir es stimmt! Bei der Prozedur wird das Dorf abgefackelt, ein paar Frauen vergewaltigt und ein paar Kannibalen getötet. Irgendwann reicht es den Kannibalen dann und sie schlagen grausam zurück…

Wie oben schon gesagt ist „Cannibal Holocaust“ ein weltbekannter Film, vor allem bei den Kritikern. Er ist wohl der schockierendste Film der je gedreht worden ist und das macht ihn weltbekannt. Vor allem wohl auch deswegen, weil er in über 50 Ländern verboten ist. Durch diese ganzen Titel, die der Film mit sich schleift werden Leute, wie ich, doch recht neugierig und holen sich den Film. Ich kann gleich sagen! Die eine hassen ihn, die anderen finden ihn sehr gut! Ich schließe mich denen an, die ihn sehr gut finden, aber was ist an dem Film so schlimm? Ich versuche ihn jetzt einfach mal objektiv zu betrachten.

Ich würde sagen, der Film ist in zwei Hälften aufgeteilt. In den ersten fünf Minuten erfahren wir etwas über die vier Reporter, wie sie aus Afrika kommen, sich auf den Weg in den Dschungel machen und dann für sechs Monate verschwinden. Sonst sehen wir in den ersten 45 Minuten eigentlich nur wie das Rettungsteam die vier Vermissten sucht und schließlich den Film finden. Man kann sagen die ersten 45 Minuten kommen wie ein Abendteuerfilm rüber. Ganz anders wird es aber in der zweiten Hälfte des Films! In den zweiten 45 Minuten wird nämlich das aufgenommene Videoband der Reporter angeschaut. Und hier sehen wir eine Grausamkeit nach der anderen. Und zwar können wir hier miterleben, wie sich die Reporter aufführen nur um eine Story zu bekommen. Aber die Kannibalen kapieren schnell worum es geht und schlagen grausam zurück.

Der Film baut eine sehr gute Atmosphäre auf und das liegt vor allem daran, dass in der zweiten Hälfte alles so leicht wie ein Amateurvideo rüberkommt. Blairwitch Projekt lässt grüßen *gg*! Ich meine damit, dass manchmal die Kamera wackelt oder kurz ausfällt, und und und. Das alles kommt sehr gut rüber, so dass man das Gefühl bekommt man sei dabei. Der Film hat aber auch ein paar ziemlich eklige Szenen, was für dieses Genre aber durchaus normal ist.

Neben all der Splatterszenen, die echt gut gelungen sind, bringt der Film auch noch eine richtige Botschaft mit sich. Und zwar sollte sich jeder nach dem Film mal eines überlegen: Wer sind eigentlich die Kannibalen? Die oder wir selber?

Man kann nämlich richtig beobachten, wie sich die zivilisierten Menschen benehmen, wenn es keine Gesetze gibt. Die Reporter denken einfach: Hier im Dschungel können wir machen was wir wollen, ohne dafür Rechenschaft ablegen zu müssen. Der Film soll deshalb eine Art Gesellschaftskritik darstellen. Von vielen wird die Gesellschaftskritik gar nicht gesehen und der Film wird als Schund abgestempelt. Deshalb gilt, wenn ihr „Cannibal Holocaust“ anschaut, dann das Hirn bitte nicht ganz ausschalten!

Ein sehr dicker Kontrapunkt bekommt der Film von mir aber. Und zwar wegen den Tiersnuffszenen. Leider ist es wahr! In „Cannibal Holocaust“ mussten leider bei den Dreharbeiten echte Tiere sterben. Meine Meinung nach eine Riesen Schweinerei, die niemand sehen will. Der Regisseur ist deshalb auch vor Gericht gekommen und bekam ein Jahr Drehverbot.

Sonst aber ist „Cannibal Holocaust“ ein sehr gelungener Film, der gleichzeitig ein kleines Meisterwerk ist. Die Story von dem Film ist wirklich sehr gut durchdacht und die Schauspieler wirken recht überzeugend. Außerdem ist wie oben schon erwähnt die Atmosphäre einfach genial! Nur die Tiersnuffszenen ziehen den Film ziemlich runter!

Bewertung

Splatter 5.gif
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Ekelfaktor 6.gif
Atmosphäre 5.gif
Gesamt 5.gif

The Ghouls – Cannibal Dead

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Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2003
Laufzeit ca. 75 Minuten
Regie Chad Ferrin
Darsteller Timothy Muskatell Tina Birchfield Carlo Corazon Gil Espinoza u.a.
Bild 4:3
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
  • Deutsch
  • Englisch
LC 2
FSK KJ
The Ghouls - Cannibal Dead

Story

Eric Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.

Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.

Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls, menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst, ist es zu spät!"

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Kritik

"Sie sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" – Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen und Massakern abliefert.

Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin ("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.

Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry – Portrait of a Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John McNaughton gefallen…

Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt…

Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein…), legen sich Vorräte mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.

Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder Splatter… Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt wirkt.

Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum. Fazit: Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird’s gefallen…

01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_3.jpg01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_4.jpg

DVD

Die betrachtete Version des Films befindet sich mit den Titeln "Jack Frost 2" und Attack Of The Killer Hog" auf der "Horror Collection 3" DVD. Das Bild und der Ton können bei "The Ghouls" nicht mal im Ansatz überzeugen. Das Bild weiß keine Schärfe auf, verfügt über blasse Farben und kommt völlig durcheinander, wenn es mal schnelle Bewegungen abgeben soll. Hier wurde quasi nicht mit dem allerbesten Ausgangsmaterial gearbeitet. Der Ton schafft es auch nicht zu überzeugen. Er ist nicht gut abgemischt und oft viel zu undeutlich. Amateur-Niveau also.

An Bonusmaterialien gibt es die beiden erwähnten Filme. Das ist ja schon mal ne ganze Menge und dürfte einigen Speicherplatz der DVD ausfüllen. Oben drauf gibt es dann noch eine kleine Trailershow aus dem Hause Epix.

Bewertung

Splatter 2009_5.gif
Spannung 2009_3_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_4_5.gif
Atmosphäre 2009_3_5.gif
Tonqualität 2009_3.gif
Bildqualität 2009_2_5.gif
Zusatzmaterial 2009_5.gif
Gesamteindruck 2009_3.gif

The Ghouls – Cannibal Dead

0

Informationen

OT:The Ghouls

ca.75 Minuten

USA 2003

Regie

  • Chad Ferrin
Darsteller

  • Timothy Muskatell
  • Tina Birchfield
  • Carlo Corazon
  • Gil Espinoza
  • u.a.

The Ghouls - Cannibal Dead

Story

ic Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.

Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.

Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls, menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst, ist es zu spät!"

Kritik

"Sie sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" – Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen und Massakern abliefert.

Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin ("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.

Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry – Portrait of a Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John McNaughton gefallen…

Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt…

Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein…), legen sich Vorräte mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.

Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder Splatter… Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt wirkt.

Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum. Fazit: Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird’s gefallen…

Bewertung

Splatter 5.gif
Spannung 3_5.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 4_5.gif
Atmosphäre 3_5.gif
Gesamt 3.gif

Ähnlicher Film:

The Ghouls – Cannibal Dead

0

Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2003
Laufzeit ca. 75 Minuten
Regie Chad Ferrin
Darsteller Timothy Muskatell Tina Birchfield Carlo Corazon Gil Espinoza u.a.
Bild 4:3
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
  • Deutsch
  • Englisch
LC 2
FSK KJ
The Ghouls - Cannibal Dead

Story

Eric Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.

Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.

Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls, menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst, ist es zu spät!"

01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_1.jpg01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_2.jpg

Kritik

"Sie sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" – Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen und Massakern abliefert.

Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin ("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.

Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry – Portrait of a Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John McNaughton gefallen…

Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt…

Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein…), legen sich Vorräte mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.

Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder Splatter… Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt wirkt.

Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum. Fazit: Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird’s gefallen…

01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_3.jpg01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_4.jpg

DVD

Die betrachtete Version des Films befindet sich mit den Titeln "Jack Frost 2" und Attack Of The Killer Hog" auf der "Horror Collection 3" DVD. Das Bild und der Ton können bei "The Ghouls" nicht mal im Ansatz überzeugen. Das Bild weiß keine Schärfe auf, verfügt über blasse Farben und kommt völlig durcheinander, wenn es mal schnelle Bewegungen abgeben soll. Hier wurde quasi nicht mit dem allerbesten Ausgangsmaterial gearbeitet. Der Ton schafft es auch nicht zu überzeugen. Er ist nicht gut abgemischt und oft viel zu undeutlich. Amateur-Niveau also.

An Bonusmaterialien gibt es die beiden erwähnten Filme. Das ist ja schon mal ne ganze Menge und dürfte einigen Speicherplatz der DVD ausfüllen. Oben drauf gibt es dann noch eine kleine Trailershow aus dem Hause Epix.

Bewertung

Splatter 2009_5.gif
Spannung 2009_3_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_4_5.gif
Atmosphäre 2009_3_5.gif
Tonqualität 2009_3.gif
Bildqualität 2009_2_5.gif
Zusatzmaterial 2009_5.gif
Gesamteindruck 2009_3.gif

The Ghouls – Cannibal Dead

0

Informationen

Drehland USA
Drehjahr 2003
Laufzeit ca. 75 Minuten
Regie Chad Ferrin
Darsteller Timothy Muskatell Tina Birchfield Carlo Corazon Gil Espinoza u.a.
Bild 4:3
Ton
  • DD5.1
  • 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
  • Deutsch
  • Englisch
LC 2
FSK KJ
The Ghouls - Cannibal Dead

Story

Eric Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.

Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.

Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls, menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst, ist es zu spät!"

01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_1.jpg01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_2.jpg

Kritik

"Sie sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" – Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen und Massakern abliefert.

Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin ("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.

Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry – Portrait of a Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John McNaughton gefallen…

Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt…

Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein…), legen sich Vorräte mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.

Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder Splatter… Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt wirkt.

Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum. Fazit: Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird’s gefallen…

01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_3.jpg01_2009_ghouls_cannibal_dead_the_4.jpg

DVD

Die betrachtete Version des Films befindet sich mit den Titeln "Jack Frost 2" und Attack Of The Killer Hog" auf der "Horror Collection 3" DVD. Das Bild und der Ton können bei "The Ghouls" nicht mal im Ansatz überzeugen. Das Bild weiß keine Schärfe auf, verfügt über blasse Farben und kommt völlig durcheinander, wenn es mal schnelle Bewegungen abgeben soll. Hier wurde quasi nicht mit dem allerbesten Ausgangsmaterial gearbeitet. Der Ton schafft es auch nicht zu überzeugen. Er ist nicht gut abgemischt und oft viel zu undeutlich. Amateur-Niveau also.

An Bonusmaterialien gibt es die beiden erwähnten Filme. Das ist ja schon mal ne ganze Menge und dürfte einigen Speicherplatz der DVD ausfüllen. Oben drauf gibt es dann noch eine kleine Trailershow aus dem Hause Epix.

Bewertung

Splatter 2009_5.gif
Spannung 2009_3_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_4_5.gif
Atmosphäre 2009_3_5.gif
Tonqualität 2009_3.gif
Bildqualität 2009_2_5.gif
Zusatzmaterial 2009_5.gif
Gesamteindruck 2009_3.gif