The Ghouls – Cannibal Dead

Informationen

OT:The Ghouls

ca.75 Minuten

USA 2003

Regie

  • Chad Ferrin
Darsteller

  • Timothy Muskatell
  • Tina Birchfield
  • Carlo Corazon
  • Gil Espinoza
  • u.a.

The Ghouls - Cannibal Dead

Story

ic Hayes ist eine Sensationsreporter. In Los Angeles ist schließlich immer was los. Mit seiner Kamera ist er auf der Jagd nach außergewöhnlichen Bildern. Je blutiger, je reißerischer, desto besser. Denn nur sensationelle Aufnahmen bringen ordentlich Geld ein. Geld, das Eric gut gebrauchen kann: Er hat Wettschulden, und die übliche Portion Crack nach Feierabend ist auch nicht gerade billig.

Zu blöd, dass Eric immer den entscheidenden Moment zu spät am Ort des Geschehens ist. Dass er von den Polizisten beim Filmen eines Blutbades verjagt wird. Oder aber, dass er im entscheidenden Moment keinen Film in der Kamera hat. Wie in dieser Nacht, als Eric nach einer Zechtour durch die Gegend fährt. In einer Seitenstraße sieht er drei Gestalten, die sich über eine Prostituierte hermachen. Eine Vergewaltigung? Nein: Sie verspeisen die Frau! Eric ist entsetzt, rennt davon.

Da er keine Beweise hat, glaubt ihm niemand. Gemeinsam mit seinem Freund Clift macht er sich auf, den Tatort zu untersuchen. Von einem Obdachlosen erfährt er die schreckliche Wahrheit: Die Ghouls, menschenähnliche Wesen treiben ihr Unwesen, machen Jagd auf ihre wehrlosen Opfer. "Sie kommen in der Nacht! Und wenn Du sie siehst, ist es zu spät!"

Kritik

"Sie sind ein Parasit! Sie leben von Elend andere Leute!" – Ebenso harte, wie heuchlerische Worte, die der Chefredakteur seinem Schmuddel-Kameramann Eric im Film an den Kopf schmeißt, als dieser ihm die gewünschten Fotos von Leichen und Massakern abliefert.

Vorwürfe, die Kritiker und Jugendschützer nur zu gern auch Regisseuren von Splatterfilmen machen. Bestimmt auch dem Regisseur und Produzent Chad Ferrin ("Unspeakable"), denn sein "The Ghouls" ist wahrlich nicht das, was der gemeine gutbürgerliche Kinogänger als oscarpremierwürdiges Autorenfilm-Opus ansehen dürfte. "The Ghoulies" ist ein schnörkellos schmuddeliges Splatterfilmchen. Schnörkellos, da der Film bei ohnehin schon kurzer Spieldauer von gerade einmal 75 Minuten (hat da eventuell jemand dran rumgeschnippelt?) direkt und ohne Umwege zur Sache kommt.

Schmuddelig, deshalb, weil der Regisseur den Film bewusst über weite Strecken im Dokumentations-Stil gehalten hat. Nachrichtenfetzen, Polizeifunkmitteilungen. Die Handkamera wackelt, das Kerzenlicht flackert. "Blairwitch" in L.A.. Oder doch eher "Henry – Portrait of a Serial-Killer"? Die schmuddeligen Hinterhof-Locations hätten auch John McNaughton gefallen…

Die semiprofessionelle technische Umsetzung passt sich der B-Atmosphäre des Films an. Kein Hightech, keine überladenen Effekte. Die wenigen Stunts bei den Kloppereien wirken auch eher improvisiert, kommen daher aber sympathisch rüber. Gleiches gilt auch für die Darsteller: Hauptdarsteller Timothy Muskatell nimmt man den drogensüchtigen Schmuddeljournalisten ab, nicht nur weil er auch mal im hohen Bogen aus dem Auto kotzt…

Zombies in Horror-Filmen sind ja immer gerne willkommen. Was sind denn aber nun Ghouls? Was unterscheidet sie von den allseits bekannten schmatzenden Mitessern? Optisch zunächst erstmal garnichts! Kalkweißes Gesicht, leicht bläulich angelaufen, eingefallene Augen, schlurfender Gang. Aber Ghouls haben eine soziale Ader: Sie wohnen zusammen in der Kanalisation, haben kleine Kinder (das dürften dann wohl die "Ghoulies" sein…), legen sich Vorräte mit gehäuteten Reportern an und kratzen auch mal ihren toten Kollegen von der Windschutzscheibe. Eine Antwort darauf, warum sie das alles tun, was genau sie sind, liefert der Film leider nicht. Stattdessen gibt es nur nett klingende mysteriöse Worte, wie: "Nach Einbruch der Nacht werden sie Dich finden!" Ist ja immerhin auch etwas, schließlich erledigen die Ghouls ihren Job ja pflichtgemäß, sorgen als Täter, später im Showdown auch als Opfer für einige deftige Splattereinlagen.

Insgesamt legt Regisseur Chad Ferrin bei seinem Film mehr Wert auf Effekte, statt auf eine ausgefeilte logische Story. Einige Szenen sind sogar hochgradig lächerlich, etwa, wenn sich Reporter Eric hinter seiner gestohlenen Kamera herjagen will, aber beim Aufstehen von einer Bank direkt umknickt. Als Entschädigung gibt es dafür dann aber ein paar nette Rückblenden und immer wieder Splatter… Zwischendurch blitzt Kritik an der Sensationsgier der Medien auf. Ein netter Ansatz, der angesichts des Dargebotenen allerdings etwas aufgesetzt wirkt.

Angeblich hat Regisseur Chad Ferrin extra seinen Ford Mustang verkauft, um den Film drehen zu können. Ob es das wirklich wert war? Naja, immerhin ist Laufen gesund, und Splatterfilme finden ja immer ihr Publikum. Fazit: Blutiger Mix aus "Blairwitch" und "Zombie". Der Splatter-Gemeinde wird’s gefallen…

Bewertung

Splatter The Ghouls - Cannibal Dead
Spannung The Ghouls - Cannibal Dead
Story The Ghouls - Cannibal Dead
Ekelfaktor The Ghouls - Cannibal Dead
Atmosphäre The Ghouls - Cannibal Dead
Gesamt The Ghouls - Cannibal Dead

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