Audition

Audition

Informationen

OT:Ôdishon

ca. 115 Minuten

Japan, Südkorea 1999

Regie

  • Takashi Miike
Darsteller

  • Renji Ishibashi
  • Ryo Ishibashi
  • Eihi Shiina
  • u.a.

Audition

Story

Vor ein paar Jahren starb die Frau des Geschäftsmannes Aoyama. Er zog seinen Sohn, der damals noch ziemlich jung war, groß und lebt bis Heute mit ihm allein. Im laufe der Jahre sehnt sich Aoyama aber immer mehr danach wieder zu heiraten und auch der Sohn meint es sei sicherlich kein Fehler, da der Vater oft alleine und zurückgezogen ist. Aoyama will aber nicht irgendeine Frau haben, nein sie soll hübsch, kultiviert, gut erzogen und und und sein und vor allem wünscht er sich bis zu seinem Tode mit ihr glücklich zu werden. Nur ist es heutzutage nicht mehr ganz so einfach eine solche Frau zu finden und er will in seinem Alter keine Fehler mehr machen (sagt er selber). Er denkt sich also einen Plan zusammen mit seinem besten Freund aus, welcher zufällig ein TV – Produzent ist. Aoyama gibt sich als Kritiker aus und die beiden starten eine Audition für ein Filmprojekt. [Eine Audition ist praktisch eine Schauspielerauswahl, bei der man allerlei Frauen/Männer (in diesem Fall Frauen) zum Vorsprechen einlädt und dann die Passende auswählt.] Nur gibt es dieses Filmprojekt in Wahrheit gar nicht. Es dient lediglich dazu, dass Aoyama seine ideale Traumfrau findet. Sobald er dann die richtige gefunden hat, was auch gar nicht lange dauert, wird alles abgeblasen und die Kandidatinen werden nach Hause geschickt. Seine Wahl trifft die junge schöne Asami. Asami ist zwar etwas schüchtern, aber es ist im Grunde genau die Frau die Aoyama sich wünscht. Also macht er sich langsam aber sicher an sie heran. Da Asami keine anderen Freunde und Bekannte hat und außerdem sehr zurückgezogen lebt geht sie auch ziemlich schnell auf dessen Anmache ein. Aoyama erlebt von nun an schöne Zeiten mit der mysteriösen jungen Frau. Nur eines findet er seltsam, er darf nicht zu ihr nach Hause kommen, sie spricht so gut wie nie von ihrer Vergangenheit und alles was sie ihm erzählt stellt sich früher oder später als Lüge heraus. Das kümmert ihn aber nicht weiter, denn in seinen Augen ist diese Frau perfekt. Eine Morgens ist sie aber auf einmal verschwunden und Aoyama hat nicht mal den kleinsten Hinweis wo Asami sein könnte. Hat er etwas falsch gemacht? Je mehr er dann aber anfängt nach ihr zu suchen desto mehr kommt dann die grausame Wahrheit über die mysteriöse Frau ans Licht. Die Suche nach ihr endet dann schließlich bei im Zuhause wo Asami schon auf ihn wartet und ein grausames Spiel mit ihm startet.

Kritik

Wenn man einmal die letzen zwei Sätze meine Storybeschreibung ignoriert könnte man meinen man hat es mit einem waschechten Liebesfilm zu tun. Wenn dem aber so währe hätte ich mir den Film sicherlich nicht gekauft, da ich absolut nicht auf schnulzige Liebesgeschichten stehe. Es muss also einen anderen Grund geben, denn im Grunde ist der Film zu beginn doch ein Liebesfilm in Reinform. „Audition“ ist eindeutig in zwei Hälften aufgeteilt auf die ich jetzt mal beide eingehen werde. In der ersten Hälfte passiert eigentlich nicht sonderlich viel. Okay es passieren natürlich schon ein paar Sachen aber es ist alles sehr langsam erzählt und Spannung gibt es so gut wie keine. Alles was wir hier zu sehen bekommen ist wie Aoyama seine Frau verliert, daraufhin mit seinem Sohn, der inzwischen logischerweise älter geworden ist, lebt und schließlich die Audition veranstaltet. Dort lernt er auch schon Asami kennen und versucht sie zu gewinnen, was nicht all zu lange dauert und es läuft alles wunderbar. Hört sich jetzt wahrscheinlich ultralangweilig an, ist es aber nicht wirklich. Es gibt zwar die ein oder andere Szene die man hätte kürzen können, bzw. weglassen aber richtige Langeweile hab ich eigentlich nicht empfunden. Meiner Meinung nach hätte man aber die 60 Minuten erste Hälfte ruhig auf 45 Minuten komprimieren können, aber das ist nur meine Meinung. So tragisch ist es aber nicht. Ich sag immer, lieber der Anfang als das Ende. Seine wahre Stärke aber zeigt „Audition“ in der zweiten Hälfte, die ungefähr 45 Minuten geht. Ab hier wandelt sich die Liebesgeschichte nämlich in einen immer mehr und mehr bedrückenden Psychothriller um. Auf der Suche nach Asami stößt Aoyama immer wieder auf Hinweise die uns in einer Art Bilderrausch und Visionen über Asamis Vergangenheit gezeigt werden. Als er dann daheim ankommt und einen Drink zu sich nimmt kippt er auf einmal um (Es war eine Art Betäubungsmittel drin) und erfährt die ganze erschreckende Wahrheit über diese Frau durch Visionen. Diese taucht auf einmal auf und gibt ihm eine Spritze die ihn vorübergehend lähmt und ihn sehr schmerzempfindlich macht. Asami fängt an ihn zu foltern und die letzten 15 Minuten werden damit zu einem schockierenden Horrorfilm. Während die erste Hälfte sehr ruhig und langsam erzählt wird, werden wir ab hier mit allen möglichen schockierenden Bildern bombardiert, die uns die ganze Wahrheit zeigen. Asami ist nämlich in Wirklichkeit eine durchgeknallte Psychopathin die sich an der Männerwelt rächen will, da sie in ihrer Kindheit sexuell missbraucht und misshandelt wurde. Jeder der sie in irgendeiner Form hintergeht wird grausam bestraft, so wie wir es an Aoyama sehen können. Wüsste man als Zuschauer nicht im Vorfeld was in der zweiten Hälfte so alles passiert, würde man es sicherlich nie für möglich halten das Asami zu solchen Taten fähig ist. Sie macht nämlich nicht einmal annähernd den Eindruck das sie eine Psychopathin ist. Sie ist zwar etwas seltsam, aber sind wir das nicht alle irgendwie *gg*?! Der Charakter des Aoyama wird perfekt verkörpert und man gewinnt als Zuschauer sofort Sympathie für ihn, die auch niemals abbricht. Am Ende leidet man sogar richtig mit ihm mit, da er so ein netter Kerl ist, der das ganze wirklich in keiner Weise verdient. Anderseits währe es natürlich wiederum langweilig wenn ihm nichts passieren würde, denn dann währe der ganze Film ja total sinnlos. Gerade durch die Sympathie zum Hauptdarsteller ist es umso drastischer ihn in den letzten 15 Minuten leiden zu sehen. Meiner Ansicht nach ist das alles sehr Meisterhaft inszeniert, so das man auch nach dem Abspann noch an den Film denkt. Insgesamt gesehen schlägt der Film aber in der kompletten zweiten Hälfte, die wie schon erwähnt 45 Minuten geht, ein wie eine Bombe. Wahrscheinlich kommt es einem gerade wegen dem sehr langsamen Anfang noch drastischer und beklemmender vor als es ohnehin schon ist. In den letzten 30 Minuten gibt es dann sogar noch ein paar Splatterszenen zu sehen. Zum einen wird uns wiedereinmal demonstriert zu was eine Klavierseite alles gut sein kann außer zum Klavierspielen. Übrigens hat uns das ja auch schon Lucio Fulci in „Nightmare Concert“ gezeigt. Auch noch zu erwähnen ist auf jeden Fall die Szene mit den Nadeln die sogar beim Zuschauen richtig weh tut, da man den Schmerz richtig mitspürt. Ich sag da mal nur, „Und stich und stich und stich und stich“. Das alles ist ziemlich krass inszeniert und dürfte für jeden Ottonormalfilmgucker ziemlich harte Kost sein und bei dem ein oder anderen sicherlich ein unwohles Gefühl in der Magengegend auslösen. Aber, ganz so hart wie man es auf diversen Internetseiten immer wieder zu lesen bekommt ist das Finale nicht. Ich hatte mir es jedenfalls nach allen möglichen Kritiken ein bisschen härter vorgestellt, aber wahrscheinlich bin ich da schon so arg abgehärtet. Wer am Ende jedenfalls auf Oberkranke Folterszenen im Stil von „Guinea Pig“ 1 und 2 hofft wird enttäuscht sein, soviel kann ich schon mal vorwegnehmen. Das Ende bei „Audition“ ist zwar hart aber nicht übertrieben brutal (Dieser Satz gilt natürlich nur für Leute die in Sachen Splatter eingeweiht sind). „Audition“ überzeugt eher viel mehr durch seine beklemmende Atmosphäre und man liegt wohl nicht daneben wenn man ihn grob als Psychothriller einordnet. Wo wir schon bei Genre sind muss ich sagen das es extrem schwer ist diesen Film zuzuordnen, oder eine Zielgruppe zu finden. Leute die gerne Liebesfilme anschauen werden sich zwar in der ersten Stunde köstlich amüsieren, danach aber empört den Raum verlassen und diesen Film als Schund abstempeln. Als Thriller bzw. Horror wiederum kann man ihn auch nicht bezeichnen, da einfach zu viele Elemente für ein solches Genre fehlen. Genau sowenig ist „Audition“ ein Spaltterfilm, da es splattertechnisch nur sehr wenig zu sehen gibt. In Sachen Splatter trifft wohl auch so mehr oder weniger der Satz zu „In der Kürze liegt die Würze“. Man kann den Film im Grunde nicht richtig einordnen, es ist einfach ein bizarrer Film für Leute die gerne mal etwas abgedrehtes und ein bisschen zum nachdenken sehen wollen jenseits der üblichen Mainstraime Filme. Die Schauspielerische Leistung ist übrigens auf sehr hohem Niveo, besonders bei den zwei Hauptdarstellern Aoyama und Asami. Auch die Nebenrollen wie zum Beispiel der Freund oder der Sohn sind perfekt besetzt, so dass keiner in irgend einer Form gestellt wirkt. Positiv finde ich auch die deutsche Synchronisation, die diesmal wirklich brauchbar ist. Gerade bei japanischen Filmen kommt es nämlich oft vor das die deutsche Synchronisation unter aller Kanone ist. Als bestes Beispiel währe da wohl „Battle Royale“ oder „Ring“, bei denen die Hauptdarsteller zwar glaubwürdig reden, die Stimmen der Nebendarsteller aber gar nicht passen. Bei „Audition“ hingegen passt wirklich alles und wer dennoch nicht zufrieden ist kann immer noch auf japanisch umschalten und deutsche Untertitel einblenden. Regisseur Takashi Miike ist übrigens auch nicht unbekannt. Hierzulande kennen ihn Wahrscheinlich nicht sehr viele, aber in Japan ist er ein Kultregisseur der seine Filme wirklich wie am Fließband runterkurbelt. Eine Kleinigkeit noch. Irgendwie erinnert der Film mich auch an die „Geschichten aus der Gruft“, denn im Grunde ist er nach dem selben Prinzip aufgebaut. Aoyama kommt nämlich nur durch einen hinterhältigen Trick, die gestellte Audition, an Asami heran und bekommt deshalb am Ende seine Quittung. Der Unterschied aber ist, dass Aoyama sehr sympathisch und das alles nicht verdient, was man ja bei den Leuten aus „Geschichten aus der Gruft“ nicht immer behaupten kann. Das aber nur so am Rande. Meine Meinung basiert auf der ungeschnittenen deutschen DVD Version von rem rapideyemovies/One World Entertainment die ich, wenn ich mich richtig erinnere, für 19 Euro gekauft habe. Und ich bereue den Kauf keinesfalls, da die Scheibe in sehr guter Qualität daherkommt! Die Bildqualität ist Top und in Widescreen. Der Ton ist auch in 1A Qualität und wird in Dolby Digital präsentiert. Bei den Sprachen kann man zwischen dem Originalton japanisch oder dem wirklich gutsynchronisierten deutschen Ton wählen. Untertitel sind deutsche und englische vorhanden. Als Extras gibt es den Trailer zum Film selber, Trailer zu anderen Filmen ein Interview mit dem Regisseur Takashi Miike, Bio-/ Filmographien und Setfotos. Nicht gerade viel, aber besser als nichts. Die Menüs sind animiert und die Film ist ab 18 freigegeben (echt unglaublich das er noch von der FSK freigegeben wurde!). Die deutsch DVD ist sehr zu empfehlen, nur dummerweise findet man sie nicht überall. Unter umständen müsst ihr da schon etwas herumsuchen und auch etwas mehr bezahlen als sonst. Ebenfalls ungeschnitten ist die deutsche VHS Fassung vom selbigen Label, welche ich bisher aber auch nur ein einziges mal zu kaufen gesehen habe. Solltet ihr keine deutsche Fassung finden könnt ihr aber immer noch zur englischen oder Amerikanischen DVD greifen, die ebenfalls ungeschnitten sind und über die man auch in vielen Auktionshäusern und Onlineshops immer wieder stolpert.

Leute die mal einen etwas anderen Film sehen wollen und nichts gegen das asiatische Kino haben können ruhig mal einen Blick riskieren. Bedenkt aber zwei Sachen. 1) „Audition“ ist ein sehr ruhiger Film. 2) Dieser Film hat ein sehr drastisches und krasses Finale, mit dem nicht jeder klarkommen wird. Ottonormalfilmgucker sollten gänzlich die Finger von ihm lassen!

Bewertung

Splatter Audition
Spannung Audition
Story Audition
Ekelfaktor Audition
Atmosphäre Audition
Gesamt Audition

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