Memories Of Murder

Informationen

Drehland Südkorea
Drehjahr 2003
Laufzeit ca. 132 Minuten
Regie Bong Joon-ho
Darsteller Song Kang-ho Kim Sang-kyeong Kim Roi-ha Song Jae-ho u.a.
Bild
  • 1
  • 85:1 (16:9)
Ton DD5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Koreanisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK 16
Memories Of Murder

Story

Ende der 80er Jahre in einem südkoreanischen Dorf: Wieder wird nach einem regnerischen Tag eine Frauenleiche aufgefunden. Die Aufklärungsarbeiten der Polizei gehen nur stockend voran. Die tollpatschigen Gesetzeshüter um Detective Park Doo-Man sind nicht in der Lage, den Tatort ergebnisorientiert abzusichern, um so wichtige Beweise zu sichern.

So ist es auch nicht verwunderlich, dass der Polizei-Trupp willkürlich Personen festnimmt, um aus ihnen ein Geständnis raus zu prügeln. Mit überschaubarem Erfolg. Als ein Hauptverdächtiger präsentiert wird, wird dem, mittlerweile zur Verstärkung eingetroffenen Inspektor Seo, schnell klar, dass dieser nicht der gesuchte Serienmörder sein kann. Der neue Inspektor bringt zwar Schwung in die Untersuchungen, den maroden Apparat kann er aber nicht umkrempeln. Und so kommt es unweigerlich zu weiteren bestialischen Morden…

Memories Of Murder  Memories Of Murder

Kritik

Der koreanische Filmbeitrag „Memories Of Murder“ entstammt einer wahren Geschichte und war nicht zuletzt deswegen 2003 der meistgesehene Film des Landes. Man muss aber nicht zwingend aus Südkorea stammen, um den Film gut zu finden. Er lohnt auch für Leute, die sich mit der originalen Thematik nicht beschäftig haben, da er doch etwas anders ist, als übliche Beiträge zum Subgenre.

Denn hier steht nicht die Charakterisierung des Mörders in Mittelpunkt. Dies ist auch nicht möglich, da der Übeltäter nie gefasst werden konnte. Das Geschehen konzentriert sich auf die Polizeiarbeit. Südkorea reflektiert sich hier selbst. Versucht den unglaublichen Fall des ersten „offiziellen“ Serienmörders aufzuarbeiten. Ob die gezeigte Darstellung der Polizeiarbeit der Realität entspricht, kann an dieser Stelle natürlich nicht beantwortet werden. Das Ganze wirkt aber stellenweise wie in einem schlechten Film. Einem völlig überdrehten Film, wo zum Beispiel eine Wahrsagerin zur Lösung des Falls hinzugezogen wird.

Das menschliche Drama, was durch die schlechte Arbeit ausgelöst wird, wirkt dagegen alles andere als überdreht. Es macht sich oftmals eine deprimierenden Grundstimmung breit, welche die Atmosphäre im Film deutlich beeinflusst. Menschen leiden, Menschen machen Fehler. Immer und immer wieder. Dabei kommt auch Neid zum Tragen, den die heimischen Polizisten auf den neuen, den fremden, den gebildeten Cop aus der Großstadt haben.

Parallel dazu wird auch das Korea der 80er Jahre vorgestellt. Das Militär hat das Sagen und erlaubt unmenschliche Verhörmethoden. Das Gesundheitssystem ist schlecht. Frauen werden nicht respektiert. Es fehlt oft an Wissen und der technische Fortschritt ist noch überschaubar.

Dass das Geschehen real rüberkommt, ist nicht zuletzt den sehr guten, aber hier zulande wohl eher unbekannten Darstellern zu verdanken. Bis auf kleine Ausnahmen in der polizeilichen Ermittlung wirkt alles zu 100% authentisch. Die dargestellten Rollen sind zudem sehr gut charakterisiert. Regisseur Bong Joon-ho nimmt sich viel Zeit, um die verschiedenen Hauptpersonen vorzustellen.

Die Zeit ist in diesem Film ein großer Faktor. Dauert er doch mit über zwei Stunden recht lange. Umso erstaunlicher ist es da, dass keinerlei Langeweile aufkommt. Das Erzähltempo ist ruhig, Actionszenen gibt es kaum und keine polizeiüblichen Verfolgungsszenen. Auch auf brutale Spezialeffekte wird vollends verzichtet. Der Film ist zwar hart, zeigt dies aber nicht durch Blutvergießen. Billige Effekte wären hier sicherlich auch total fehl am Platz. Obwohl man zugeben muss, dass die überaus ekelhafte Szene mit den Pfirisch-Stücken nicht so detailliert hätte wiedergegeben werden müssen. Wer den Film gesehen hat wird wissen was gemeint ist.

„Memories Of Murder“ vergeht langsam – aber intensiv. Unterstrichen wird dies vom einem großartigen Soundtrack, der es versteht Stimmungen zu intensivieren und sich nicht hinter der visuellen Meisterleistung verstecken muss. Denn auch optisch bietet der Film ganz großes Kino. Tolle Bilder, aufwendige Kamerafahrten, satte Farben und im Gegensatz dazu atmosphärische Dunkelszenen. Besonders in der Optik spürt man die Feinheit mit der die Macher an dieses Werk rangegangen sind.

„Memories Of Murder“ ist mit keinem anderen Serienmörder-Film zu vergleichen. Und das, obwohl sich eigentlich viele Filme des Subgenre ähneln. Hier wird Wert auf das Unvollkommene gelegt. Es gibt den Verbrecher mit seinen perfekten Taten nur am Rande. Der Profiler mit dem perfekten Aufklärungsmethoden ist nicht vorhanden. Die Schlinge, die sich dem Täter immer enger um den Hals zieht ist hier nur ein seidener Faden.

Dennoch braucht der Film keinen Vergleich mit den Größen des Serienmörder-Films scheuen.

Memories Of Murder  Memories Of Murder

DVD

Das Bild der DVD geht klar. Es ist zwar nicht das klarste, der Film hat ja aber auch schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Etwas blöd ist, dass man einen kleinen Fitzel des Bildes an der falschen Stelle sieht. Ganz links gibt es das rechte Ende. Es fällt zwar nicht stark auf, wenn man es aber mal erblickt hat ist es lästig. Der Ton ist nicht zu bemängeln, da er klar und intensiv aus den Boxen strömt.

Im schlichten Hauptmenü kann man sich zu den Extras navigieren, die leider etwas spärlich ausgefallen sind. Neben dem Trailer OmU gibt es noch eine Trailershow mit vier Titeln. Zum Glück gibt es aber noch Bonusmaterial außerhalb der DVD. Nämlich ein Booklet, Über mehrere Seiten werden Informationen zum Film preisgegeben. Mit schönen Fotos. Das ist eine sehr gute Idee, die gut umgesetzt wurde und etwas über die lüttige Verpackung hinwegsehen lässt.

Bewertung

Splatter Memories Of Murder
Spannung Memories Of Murder
Story Memories Of Murder
Ekelfaktor Memories Of Murder
Atmosphäre Memories Of Murder
Tonqualität Memories Of Murder
Bildqualität Memories Of Murder
Zusatzmaterial Memories Of Murder
Gesamteindruck Memories Of Murder

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