100 Tears

Informationen

OT:100 Tears

ca. 90 Minuten

USA 2007

Regie

  • Marcus Koch
Darsteller

  • Raine Brown
  • Joe Davison
  • Georgia Chris
  • Jack Amos
  • u.a.

100 Tears

Story

Die beiden Reporter Mark (Joe Davison) und Christine (Raine Brown) haben keine Lust mehr auf belanglose Boulevard-Meldungen und befassen sich neuerdings mit Serienkillern, um auf diese Weise vielleicht mal an eine reißerische, interessante Nachricht zu kommen. Da tut ihnen ein schrecklicher Zufall einen Gefallen, denn ein unbekannter Killer, der sich selbst als Clown verkleidet, hat in einem Obdachlosenheim in Tampa Bay, Florida, zahlreiche Menschen brutal ermordet. Die Reporter wittern natürlich ihre große Chance und nehmen die Fährte des Killers auf. Sie sammeln allerhand Informationen und Hinweise und stoßen alsbald auf einen Wanderzirkus, deren Mitarbeiter mehr zu wissen scheinen, als sie zu gestehen bereit sind. Langsam aber sicher lüften Mark und Christine das Geheimnis um den Killerclown mit dem überdimensionalen Fleischerbeil und machen den Geisteskranken alsbald auf sich aufmerksam…

Kritik

Obwohl Clowns die Menschen eigentlich zum Lachen bringen sollen, ist es doch nicht ungewöhnlich, dass viele Leute sogar eher eine Angst vor den geschminkten Unterhaltern verspüren, was mittlerweile schon in einigen Horrorfilmen aufgegriffen wurde. Mit "100 Tears" kommt nun ein weiterer Vertreter aus der Low-Budget Ecke, der einen griesgrämigen Clown zum schlachtenden Psychopathen werden lässt. In Szene gesetzt wurde das äußerst bluthaltige Werk von einem gewissen Marcus Koch, der bislang als Regisseur noch nicht sonderlich aktiv war, sondern eher im Hintergrund agierte. So zeichnet sich Koch für die Special Effects vieler Low-Budget und Indepentenproduktionen verantwortlich, unter anderem hat er sich mit seiner FX-Kenntnis bereits an "The Toxic Avenger IV", "Nikos the Impaler", "Ghost Lake" oder "Between Two Worlds" beteiligt. Bei "100 Tears" durfte der Effekt-Spezialist endlich mal für sein eigenes Werk Hand anlegen und in Sachen Gewaltdarstellung so richtig die Sau rauslassen. Der Streifen kommt mit einer enormen Menge an Splatter und Gewalttätigkeiten daher, die dann sogleich auch den Hauptinhalt des Films bilden. Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei "100 Tears" um eine sehr günstige Produktion und somit sollten die Erwartungen an den Streifen selbst nicht zu hoch angesetzt werden. Von den Effekten alleine lebt der Clown-Splatter dann allerdings doch nicht, denn im Gegensatz zu vielen Filmen der selben Preisklasse, erzählt "100 Tears" zumindest noch eine halbwegs brauchbare, wenn auch nicht gerade oscarreife Story. Die Handlung folgt parallel den Bluttaten von Gurdy, dem Clown und den Ermittlungen des Reporterpärchens Christine und Mark. Während die Beiden das Puzzle immer weiter zusammensetzen und dem Killer auf die Schliche kommen, richtet der in regelmäßigen Abständen wahre Blutbäder an, bis die beiden Handlungen letztendlich zusammenlaufen und die Reporter mit dem Irren konfrontiert werden. Vor allem anfangs legt "100 Tears" ein überraschendes Tempo an den Tag und steigt sogleich mit einem Massaker in einem Obdachlosenheim ein, bei dem sich der Zuschauer fragen muss, wie dies später noch zu toppen sein wird. Mit einem riesigen Fleischerbeil werden massenhaft Gliedmaßen abgetrennt, fröhlich Köpfe abgeschlagen und auf allerhand Arten Körper deformiert, so dass es nicht wundert, dass "100 Tears" in den USA sogar mit einem seltenen NC-17 Rating bedacht wurde. Nach dem blutigen Einstieg hält sich der Streifen im weiteren Mittelteil eher zurück, um die beiden Charaktere Mark und Christine einzuführen. Die Zwei machen dabei einen durchaus seltsamen Eindruck, da sie in einer Art Wohngemeinschaft leben und sich zwar ständig sexuelle Anspielungen zuschleudern, im Endeffekt aber kein Paar sind, sondern lediglich gemeinsam arbeiten. Für die tragenden Figuren einer Low-Budget Produktion gehen diese Charaktere allerdings in Ordnung, da die Schauspieler Raine Brown und Joe Davison durchaus ein gewisses Talent mitbringen und die beiden Reporter somit nicht gänzlich unsympathisch verkörpern. So lässt man sich dann auch als Zuschauer die etwas actionlosere Phase des Films ein, in der hauptsächlich auf Ermittlungen gesetzt wird. Das eine oder andere Detail wird dabei zwar etwas überspannt, so dass gelegentlich leichte Langeweile aufkommt, doch alles in allem lässt sich "100 Tears" ohne Einschlafgefahr überstehen. Irgendwann macht der Film dann eine etwas unglaubwürdige Wendung, wenn wir über die Vergangenheit Gurdys aufgeklärt werden und zudem erfahren, dass er eine Tochter hat. Diese sucht er dann kurzerhand auf und macht sie zur Mittäterin seiner blutigen Amokläufe. Wieso ein junges Mädchen sich einem solchen Wahnsinn anschließen würde, erklären uns Marcus Koch und sein Drehbuchautor Joe Davison nicht, ab dem Zeitpunkt hat "100 Tears" dann schlicht und einfach zwei Killer. Gegen Ende wird dann wieder fleißig abgeschlachtet, es wird erneut geköpft, zerstückelt und verstümmelt was das Zeug hält, Arme und Beine fliegen fleißig durch die Szenerie und Köpfe werden mit Herzenslust von Clownsstiefeln zerstampft. Hier offenbart sich dann ein weiteres Mal die eigentliche Stärke des Films. Die Effekte sind zahlreich und ordentlich in Szene gesetzt, wodurch die sonstigen Stärken oder Schwächen von "100 Tears" beinahe schon belanglos erscheinen. Sehr blutiger Low-Budget Splatter, in dem ein fieser Killerclown mit einem gigantischen Fleischerbeil für reichlich Kunstblutverguss sorgen darf. Letztendlich ist "100 Tears" ohnehin nur für Splatterfans interessant, die sich an sonstigen Aspekten nicht sonderlich stören, doch auch für diese sei erwähnt, dass die eigentliche Inszenierung des Films zwar sehr billig, alles in allem aber ordentlich geraten ist. Die parallelen Handlungen, die letztendlich zusammenfinden, sind halbwegs interessant, die Hauptcharaktere ausreichend und der Killerclown furchteinflößend. Sicherlich kein Must-See und definitiv nur für Low-Budget Kenner empfehlenswert, aber alles in allem ein Garant für 90 unterhaltsam-blutige Minuten.

Bewertung

Splatter 100 Tears
Spannung 100 Tears
Story 100 Tears
Ekelfaktor 100 Tears
Atmosphäre 100 Tears
Gesamt 100 Tears

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