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In seiner mittlerweile zehnjährigen
Schaffenszeit musste das amerikanische Filmstudio "The Asylum"
bereits einige Kritik einstecken, die sich meist gegen die wenig
einfallsreichen Storys des Studios richtete. Über die Jahre hinweg hat man
sich bei The Asylum vermehrt darauf konzentriert, kostengünstige und
schnell gedrehte B-Movie Varianten bekannter Hollywoodfilme zu inszenieren,
die in den meisten Fällen die Besonderheit haben, beinahe zeitgleich mit
ihren berühmten Pendanten zu erscheinen. So veröffentlichte The Asylum
einen Tag vor dem Kinostart von Peter Jackson's "King Kong" den
Film "King of the Lost World", der eine auffallend ähnliche Story
erzählt und brachte "The Da Vinci Treasure" nur vier Tage nach
dem Thriller "The Da Vinci Code" heraus. Dies waren zwei Beispiele
von einigen, die Liste ließe sich nach Belieben noch wesentlich weiter
fortsetzen. Nun ist auch "The Hills Have Eyes" ein Werk, das in
die geldgeilen Finger der Asylum-Vorsitzenden geriet und kurzerhand in
"Hillside Cannibals" abgewandelt wurde.
Der Film erschien 18 Tage nach seinem Vorbild
und, obwohl die Story nicht exakt die selbe ist, ist zu jedem Zeitpunkt klar
ersichtlich, wo die meisten Ideen für das Werk herkamen. Dabei waren es
jedoch nicht Alexandre Aja, oder Wes Craven, der das Original zu
"THHE" inszenierte, die die Thematik in alle Munde brachten,
vielmehr beruhte schon "Hills Have Eyes" auf den Erzählungen um
den geisteskranken Menschenfresser Sawney Bean, der im 16. Jahrhundert in
Schottland gelebt haben soll und von dem man sich erzählt, dass er und
seine 46 inzestuös gezeugten Kinder und Enkelkinder an die 1000 Menschen
brutal ermordet und verspeist haben sollen. Eine grausige Geschichte, an die
man sich in "Hillside Cannibals" sogar noch näher hielt, als dies
in "The Hills Have Eyes" der Fall war.
So hört man manche der degenerierten
Kannibalen ihren wahnsinnigen Anführer deutlich Sawney Bean nennen,
während auch die Lebensverhältnisse der Menschenfresser deutlich an die
Erzählungen erinnern, die über den echten Bean im Umlauf sind. Allerdings
wäre es stark übertrieben, "Hillside Cannibals" so etwas wie
eine vernünftige oder historisch korrekt ausgelegte Handlung zusprechen zu
wollen, denn wenn das Werk in einem Punkt gänzlich versagt, dann in der
Präsentation einer vernünftigen Geschichte. Dies fängt schon bei den
Hauptcharakteren an, die liebloser nicht in den Plot hätten geworfen werden
können. Nicht einmal die Namen der fünf typischen Protagonisten darf das
Publikum erfahren, geschweige denn ihre Motivationen und Hintergründe. Dem
Zuschauer werden fünf beliebige junge Leute vorgesetzt, die bereits nach 10
Minuten um ihr Leben kämpfen dürfen. Zwar darf man "Hillside
Cannibals" durchaus zugestehen, dass er sehr schnell zur Sache kommt
und sich nicht erst durch eine öde Vorgeschichte hangelt, doch nachteilig
wirkt sich dies dann auf der Gegenseite so aus, dass einem die Figuren und
ihre Leiden komplett egal sind.
Und was macht ein Horrorfilm, der einem
keinerlei sympathische Bezugspersonen bieten kann? Er versucht dieses Manko
durch möglichst viel derbe Gewalt zu kompensieren, darauf griffen auch die
Macher dieses B-Movies zurück. Dies hat zur Folge, dass man es hier mit
einer Schlachtplatte zu tun hat, die sich sehen lassen kann. In ständiger
Regelmäßigkeit werden Köpfe eingeschlagen, Finger abgebissen, Kehlen
durchgeschnitten und und und. Der Blutlevel ist auf einem Niveau, von dem
viele Hollywood-Horrorstreifen nur träumen können, allerdings hebt dies
"Hillside Cannibals" nicht erheblich in seinem Niveau, das von
einem Nichts an Handlung bestimmt wird. Der Erzählung fehlt einfach dadurch
der Drive, da nichts Nennenswertes passiert und keinerlei Dramaturgie
entsteht. Die komplette Handlung besteht daraus, dass zwei der fünf
Touristen den ersten Angriff der Kannibalen überleben und in deren Höhle
geschleppt werden, wo sie so lange gefoltert werden, bis ihnen die Flucht
gelingt und sie kurz darauf wieder von der hässlichen Inzestfamilie
geschnappt werden. Das war alles, bis auf einen kurzen Auftritt eines
Sheriffs, der nicht der ist, der er zu sein vorgibt ("Texas Chainsaw
Massacre" lässt grüßen) und einer weiteren Clique junger Leute, die
sehr schnell das Zeitliche segnet, kaut die Handlung immer wieder die selben
Elemente durch.
Obwohl dank einer recht annehmbaren
Atmosphäre und den hübschen Höhlenkulissen, die meist nur von dem Schein
eines flackerndes Kerzentlichts erhellt werden, keine Langeweile aufkommt,
was auch auf die kurze Laufzeit von 79 Minuten zurückzuführen ist, will im
Gegensatz dazu leider auch keine Spannung entstehen. Die Hauptakteure sind
einem, wie bereits erwähnt, gänzlich egal und deshalb können sie auch
noch so von den Kannibalen durch die Gegend gehetzt und wieder eingefangen
werden - es kümmert einen einfach nicht, stattdessen wartet man irgendwann
nur noch auf die nächsten blutigen Szenen, die das einzig Nennenswerte an
diesem Machwerk darstellen. Etwas erfreulich ist dagegen wiederum, dass man
den Kannibalen ihre Parts als verwilderte und inzestuös geborene
Wahnsinnige durchaus abnimmt. Die allesamt eher weniger hübschen und
zahlreich vorhandenen Menschenfresser, die sich nur durch undefinierbare
Laute verständigen, und für die das Abschlachten von Reisenden der einzige
Lebensinhalt zu sein scheint, wirken durchaus bedrohlich und glaubhaft. Dies
kann man dafür leider nicht von den Schauspielern behaupten, denen
aufgetragen wurde, in die Rollen der Hauptprotagonisten zu schlüpfen. Nicht
nur, dass in den wenigsten Fällen so etwas wie Talent vorhanden ist, die
deutsche Synchro macht es nur noch schlimmer, da sie nicht zu den
Lippenbewegungen passt und total lieblos heruntergeleiert wurde.
Mit "Hillside Cannibals" schuf Leigh
Slawner, der unter anderem schon für für die Billigversionen von
"Eragon" ("Dragon")und "Fluch der Karibik"
("Pirates of Treasure Island") verantwortlich war, einen Film, der
sich an "The Hills Have Eyes" und den Erzählungen um Sawney Bean
orientiert, dabei aber bis auf einige wenige Lichtblicke, wie den vielen
Goreszenen und der einigermaßen passablen Atmosphäre, nichts bieten kann.
Die Handlung ist absolut flach und wird in keiner Weise spannend
präsentiert, die Akteure sind unsympathisch und agieren unlogisch, es fehlt
dem Geschehen an allen Ecken und Enden am nötigen Drive. Wer sich einen
Horrorfilm nur den blutigen Szenen wegen kauft, darf hier zugreifen, allen
anderen dagegen ist von "Hillside Cannibals" abzuraten. |