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Wer auch zu denjenigen gehört, die nach
Sichtung von Rob Zombie's Faketrailer "Werewolf Women of the SS"
der Meinung waren, dass sich die Thematiken Horrorfilm und zweiter Weltkrieg
außerordentlich gut verbinden lassen, für den dürfte der Streifen
"Horrors of War" ein dringliches Must See darstellen, denn wie der
Titel hierbei schon andeutet, wagten sich die beiden Regisseure Peter John
Ross und John Whitney hiermit an ein nicht ganz alltägliches
Genre-Crossover heran. "Band of Brothers" trifft hier auf absurden
Horrortrash, wenn es die alliierten Streitkräfte mit Hitler's letzter
Geheimwaffe zu tun bekommen - Zombies und Werwölfe in Soldatenuniform. So
absolut bescheuert sich dies anhören mag, muss man der Idee doch einen
gewissen Mut anerkennen, könnte man doch im ersten Moment noch dem Verdacht
erliegen, dass hier mit Sicherheit ein gewisser Lloyd Kaufman am Werk war.
Anders als die Story sicherlich vermuten lässt, handelt es sich hierbei
aber nicht um eine Parodie auf das Kriegsfilm-Genre, sondern (und jetzt
sollte man sich festhalten) um einen völlig ernstgemeinten
Horror-Kriegsfilm. Diese Tatsache ist es dann letzten Endes auch, die
"Horrors of War" den Boden unter den Füßen wegzieht.
Dass sich Horrorfilme und wenig Budget gut miteinander vertragen, ist
hinlänglich bekannt. Nicht umsonst ist dieses Genre oftmals die erste
Anlaufstelle für junge Filmemacher, um ihr Können unter Beweis zu stellen.
Vorbilder gibt es genügend und oftmals lassen sich schon mit geringen
Mitteln tolle Wirkungen erzielen. Anders sieht es dann aber schon beim
Kriegsfilm aus. Wer jemals versucht hat, sich einen actionreichen Kriegsfilm
mit dem Budget eines Amateurprojekts vorzustellen, wird schnell zu der
Einsicht kommen, dass dieses Vorhaben einfach nur geradewegs nach hinten
losgehen kann. Wie würden wohl "Der Soldat James Ryan",
"Apocalypse Now" und "Full Metal Jacket" aussehen, wenn
nicht Spielberg, Coppola und Kubrick, sondern motivierte, dafür aber nur
bescheiden ausgestattete Amateure dafür verantwortlich gewesen wären?
Undenkbar. Fatal. Kann eine glaubhafte Kriegsatmosphäre überhaupt mit der
Finanzierung eines Low-Budget Titels erzeugt werden? Es gibt sicherlich
Werke in der Filmhistorik, die dies belegen, doch "Horrors of War"
gehört ohne Frage nicht dazu.
Es muss an dieser Stelle noch einmal erwähnt werden. Für Freunde des
gewissen Trashgehalts wäre es sicherlich ein Fest gewesen, wenn man den
Streifen auch für diese Zielgruppe ausgerichtet hätte, denn Zombies und
Werwölfe in Naziuniform sieht man nicht alle Tage. Anscheinend ging den
Machern an diesem Punkt aber der Mut abhanden. Untote in Kriegsuniform zu
kleiden war scheinbar kein Problem, dafür scheint es undenkbar gewesen zu
sein, ein derart heißes Eisen wie den zweiten Weltkrieg mit Komik anrühren
zu wollen. Stattdessen beschloss man von Seiten der Macher, sich selbst der
Lächerlichkeit preiszugeben und eine derartige Story mit todernster
Grundstimmung verkaufen zu wollen. Gut, zumindest die Konsequenz, mit der
Ross und Whitney auf dieses Unterfangen zuschritten, muss gelobt werden,
handelt es sich doch bei den Uniformen um glaubhafte Nachbildungen und bei
den meisten Waffen sogar um authentische Exemplare aus dem zweiten
Weltkrieg.
Mit etwas mehr Budget hätte man somit sicherlich noch den einen oder
anderen Nutzen aus diesen Gegebenheiten ziehen können, doch anhand der
letztendlichen Aufmachung des Films hätte man sich diesen Aufwand schenken
können. Die meiste Zeit über robben die alliierten Soldaten in kleinen
Gruppen durch den Wald, stoßen immer wieder mal auf gesichtslose,
versteckte Deutsche, die daraufhin erschossen werden usw. Irgendwann machen
Gerüchte die Runde, dass der Feind eine Art "Supersoldat" zum
Einsatz bringt. Flashbacks von deutschen Soldaten, die einen auf allen
vieren gehenden Kameraden an einer Leine in ein Kriegsgebiet bringen,
welcher sich bei näherer Betrachtung als Werwolf erweist, können, man
glaube es oder nicht, tatsächlich für etwas Gruselstimmung sorgen, doch
leider nicht all zu lang. Schnell entsteht die Erkenntnis, dass man um
uniformierte Zombies und Werwölfe einfach keinen vernünftigen Plot spinnen
kann. Die meiste Zeit dieser 91 Minuten Laufzeit beschränken sich also auf
billig wirkende Gefechtssituationen in irgend einem Wald, Märsche durch
einen Wald, oder hin und wieder mal Lagebesprechungen.
Horror - und Kriegsfilme vertragen sich nicht, das beweist sich spätestens
dann, wenn gewisse Handlungssequenzen aufeinanderfolgend einfach nicht
zusammenpassen. So wird man einmal Zeuge, wie ein Trupp amerikanischer
Soldaten in ein Haus französischer Zivilisten eindringt und dort zwei
Frauen vergewaltigt, was insofern in den Kontext eines Antikriegsfilmes
passt, dass es einen von dem Geschehen distanziert und abstößt. In der
nächsten Sequenz prügeln sich die Soldaten dann wieder mit plötzlich
anrückenden Nazizombies, wodurch jegliche Atmosphäre wieder abhanden
kommt. Die Regisseure wehrten sich mit Händen und Füßen dagegen, aus
diesem Werk Trash werden zu lassen und das ist letzten Endes auch der
größte Fehler, da man das alles einfach nicht ernst nimmt und sich so auch
schnell Langeweile breit macht. Die Inszenierung ist dabei allerdings für
einen Low-Budget Independentfilm in Ordnung, die Kameraeinstellungen ok. Wer
jedoch einen ernstzunehmenden Kriegsfilm sehen will, ist hier an der
falschen Adresse. Explodierende Granaten machen eher den Eindruck von
China-Böllern, die ständig auftauchenden, CGI animierten Flugzeuge sehen
mehr als peinlich aus und wirken deplaziert, Kriegsatmosphäre sucht man
also trotz brauchbarer Requisiten vergebens. Genau so sieht es mit Gore aus,
denn trotz des Zombie-Subplots ist "Horrors of War" beinahe
blutleer, bis auf einige Kopfschüsse gibt es nichts zu sehen. Die
unbekannten Schauspieler machen ihre Sache dafür annehmbar, wenn einem von
den Akteuren auch keiner lang in Erinnerung bleiben wird.
Der Versuch, das Horrorgenre mit dem
Kriegsfilm zu verknüpfen, ist hiermit eindeutig nach hinten losgegangen,
"Horrors of War" ist im Gesamtkontext unglaubwürdig, dämlich und
peinlich. Hätte man wenigstens zu seinem Budget gestanden und hieraus einen
blutigen Trashfilm werden lassen, hätte das Ganze noch ganz anders aussehen
können, doch in der jetzigen Form will der Streifen einfach nicht
überzeugen. Nazi-Zombies passen einfach nicht in einen ernstgemeinten
Kriegsfilm, auch wenn man die Idee schon loben muss. "Horrors of
War" ist letztendlich nur etwas für alle, die sich ohnehin jeden
Scheiß ansehen, und dabei keine all zu hohen Ansprüche haben, da der
Streifen so vielleicht noch ganz unterhaltsam sein kann. Allen anderen sei
aber klar abgeraten. |