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Während einer Sonnenfinsternis kommt es für
die junge Naina und ihre Eltern zu einem folgenschweren Ereignis. Sie sind
mit ihrem Auto auf der Straße unterwegs, als ein unvorsichtiger
Verkehrsteilnehmer, der den abgedunkelten Stern beobachtet, einen Unfall
baut. Naina wird von mehreren Glassplittern getroffen und erblindet.
Jahre später hat sich die blinde Naina durchringen können, sich einer
Hornhauttransplantation zu unterziehen. Die Operation verläuft ohne
Probleme und Naina kann sogar schon wieder Konturen erkennen. Doch
irgendetwas scheint mit ihrer neuen Sehkraft nicht zu stimmen. Sie sieht
mehr als andere es sehen können. Und das was sie sieht, erfreut sie nicht
gerade. Sie kann Geister von Toten erkennen, die ihr eine solche Angst
einjagen, dass sie viel unglücklicher ist als vor der Operation. Nainas
einzige Chance auf Besserung scheint es, den toten Spender der Hornhaut
ausfindig zu machen um dann herauszufinden, warum sie diese unheilvolle Gabe
übernommen hat. |
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Das die Amerikaner von der 1998 beginnenden
Grusel-Welle aus Asien profitieren wollten, ist hinlänglich bekannt. „Ring“
oder auch „The Grudge“ wurde amitypisch verwurstet was für
unterschiedlichste, doch meist negative, Reaktionen sorgte. Jetzt haben sich
die Inder in einem Asia-Horror-Remake versucht. Und zwar von „The Eye“.
Ein Film von den Pang-Brüdern, aus dem Jahre 2002, der viele Nachfolger
inspirierte. Allerdings ist „The Eye“ sicherlich nicht solch ein
Überfilm, wie in manches Review darstellt. Er muss zum Beispiel mit dem
Problem kämpfen, dass er über viele Längen verfügt.
Bei „Naina“ ist das anders. Zumindest im ersten Teil des Films. Dieser
hat bis auf die Grundidee auch nicht viel mit seinem asiatischen
Genre-Kollegen gemeinsam. In herrlich anzusehenden, stimmungsvollen Bildern
wird hier die Geschichte der Naina erzählt. Als sich ihr Leben ändern
soll, da sie im Krankenhaus liegt und auf ihre Operation wartet, ändert
sich auch die Stimmung des Films. Sie wechselt ins Düstere. Alles wirkt auf
einmal bedrohlich und als dem Zuschauer bewusst wird, was es mit dem
kleinen, kranken Mädchen auf sich hat ist Schluss mit lustig.
Die Atmosphäre ist in diesem Teil des Films wirklich sehr dicht und die
Spannung schlägt stellenweise Spitzen im Maximalbereich. Wären hier noch
ein paar mehr Schockmomente serviert worden, hätten herzschwache Zuschauer
wohl ein richtiges Problem. Aber das mit der Spannung geht wieder vorbei,
als es zum nächsten Szenenwechsel kommt, bei dem Naina etwas über die
Herkunft ihrer Sehkraft erfahren will. An dieser Stelle soll jetzt nicht
zuviel verraten werden, doch dieser Abschnitt ist mit Sicherheit der
interessanteste. Es gibt sehr viele Informationen die das Gucken zur Freude
machen. Bis zu dieser Stelle gibt es schon gewaltige Unterschiede zu dem
Vorbild-Film „The Eye“. „Naina“ weißt bis hierhin so gut wie keine
Länge auf und transportiert wesentlich mehr Informationen. In Sachen Grusel
gibt es zwar klare Vorteile für das Original, vom Unterhaltungswert siegt
bis hierhin aber „Naina“.
Doch dann kommt das Problem des Films. Und zwar, dass „Naina“ zum Ende
hin an Qualität verliert. Das sehr langgezogene Ende ist zwar stellenweise
Interessant, wirkt aber zu sehr in die Breite gezogen und ist vom Tempo her
viel zu langsam. Es gibt zum Glück immer wieder Wachrüttler, insgesamt
sehnt man sich aber das Ende herbei.
Regie-Debütant Shripal Morakhia hat insgesamt eine gute Arbeit abgeliefert,
die sich sehen lassen kann. Auch Hauptdarstellerin Urmila Matondkar weiß zu
gefallen, wenn sie auch in einigen Szenen einen weniger professionellen
Eindruck hinterlässt. Auf Bollywood typische Gesangseinlagen wurde
gänzlich verzichtet, was sicherlich nicht die schlechteste Idee bei einem
Horror-Film ist. Bei den Effekten gibt es sowohl positives als auch
negatives zu vermelden. Schlecht sind einige CGIs, die dem Film etwas
Authentizität rauben. Klar, Grusel-Geschichten mit Geistern sind nicht
unbedingt glaubhaft, die computeranimierten Bilder zerstören aber ein wenig
den ernsthaften Gesamteindruck. Splattertechnisch gibt es lediglich eine
Szene, die etwas Würgen auslösen könnte. Bei dieser fühlt man sich an
den netten Zombie aus „Zombie – Day Of The Dead“ erinnert, der vom
OP-Tisch aufstehen will und nicht alles bei sich halten kann...
Insgesamt betrachtet ist „Naina“ ein sehr solide gedrehter Film mit
einem hohen Unterhaltungsfaktor. Einem Vergleich mit „The Eye“ hält er
locker stand, auch wenn er prinzipiell ganz anders ist. |