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Die schwedische Familie Hansson lebt in einem
Vorort von Stockholm und führt ein offensichtlich glückliches Leben. Vater
Ulrik verdient seine Brötchen als Architekt, Frau Monika kümmert sich um
die drei Kinder, wovon die ältere Tochter Saga bereits recht flügge
geworden ist. Befreundet ist Familie Hansson mit den Eheleuten Fredrik und
Helen, mit denen sie ihren letzten Urlaub verbracht haben.
Eines Nachts wacht Ulrik von einem Alptraum geplagt auf und verspürt einen
starken Schmerz in der Brust. Monika benachrichtigt sofort einen
medizinischen Notdienst, der dann aber doch nicht anrücken muss, da der
Brustschmerz genau so schnell verschwindet, wie er gekommen ist. Ulrik
schläft später wieder ein und ist noch erschrockener, als er morgens wach
wird. Sein Ehebett und er sind voller Blut und die Frau sowie die beiden
kleinen Kinder verschwunden.
Ulrik verständigt die Polizei, die genau so ratlos ist wie er. War es ein
Einbruch? Oder hat Ulrik vielleicht seine Familie umgebracht? Als er wenig
später seine Stiefel verdreckt auffindet, hat er eine schlimme Vermutung.
Hat vielleicht sein Schlafmittel etwas damit zu tun? Ist er ein
Schlafwandler? Um die herauszufinden schnallt sich Ulrik vor dem
Schlafengehen eine Kamera um. Er nimmt das Schlafmittel mir reichlich
Alkohol, schläft ein und sieht am nächsten Morgen Schreckliches... |
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Der skandinavische Film
"Sleepwalker" ist ein ausgesprochen guter Beitrag zum
Horror-Genre, der von vorne bis hinten mit Spannung und erstaunlichen
Storyverläufen glänzen kann. Zwar beginnt das Drehbuch von Johan
Brännström sehr ruhig, doch der Zuschauer merkt schnell, dass die
offensichtlich heile Welt der Familie Hansson nicht so heile zu sein
scheint. Regisseur Johan Runeborg zeigt die homogene Familie, mit ihren
Freunden, wie sie gerade aus dem Urlaub zurückgekehrt sind. Vater Ulrik
zeichnet dabei alles auf Video auf. Das ist eine schöne Einleitung in das,
was nach dem schreckhaften Erwachen des Ulrik abgeht.
Komischerweise hat es "Sleepwalker" bislang nicht geschafft, den
deutschen Filmmarkt zu erobern. Es gab lediglich eine Ausstrahlung im
deutsch französischen Spartensender Arte. Doch mit der
DVD-Veröffentlichung von EPIX ändert sich das nun glücklicherweise. Denn
sonst würde dem geneigten Betrachter ein echtes Horror-Thriller-Schmankerl
vorenthalten bleiben. "Sleepwalker" ist besonders, weil er
komplett ohne Effekthascherei,
Schockeffekte und (Menschen-)blutrünstige Szenen auskommt. Und dennoch
sorgt er dafür, dass dem Betrachter der Schrecken durch Mark und Bein
fährt. Das Beobachten des schlafgestörten Protagonisten ist stets spannend
und immer wieder überraschend. Drehbuchautor Johan Brännström muss für
seine Arbeit, die sicherlich längere Zeit in Anspruch genommen hat,
ausdrücklich gelobt werden. Die Arbeit wurde bis ins kleinste Detail
bearbeitet und hält bis zum Schluss unerwartbare Überraschungen bereit.
Ebenso gut wie das Geschriebene ist das Kamera-Spiel des Regisseurs Johannes
Runeborg, der in seinem Erstlingswerk erstaunliches Geschick zeigt. Welten
scheinen sich abzuwechseln. Die eine, in der der Protagonist
"normal" zu sein scheint und die andere, die mit der Handkamera
eingefangene, in der er sich als kranken, unzurechnungsfähigen
Schlafwandler sieht. Darsteller Ralph Carlsson liefert bei der Darstellung
des Ulrik einen soliden Job ab und bleibt in der schwer zu spielenden Rolle
stets glaubhaft. Gleiches gilt für die übrigen Beteiligten, die außer der
attraktiven Tuva Novotny allerdings nur Nebenrollen besetzen.
Aufgrund der teils sehr dichten Atmosphäre, der wendungsreichen Story und
den spannungsreichen Einlagen kann man Schlafwandler nur empfehlen. Und dies
nicht nur Freunden des Horror-Films. Es gibt zwar auch eine Passage im Film,
die etwas weniger temporeich ist, alles in allem ist "Sleepwalker"
aber ein Nervenkitzel auf hohem filmischem Niveau. |