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1990, Kalifornien: Ein Mitarbeiter des Mojave
Forschungs- und Entwicklungszentrums des Verteidigungsministeriums
schmuggelt zwei Reporter in das Gebäude, um ihnen ein geheimes
Gen-Experiment an Schlangen zu zeigen, welches das Militär hier
durchführt. Die vermeintlichen Reporter entpuppen sich allerdings als
Terroristen, die das Gebäude in die Luft jagen. Den genmanipulierten
Schlangen hingegen gelingt die Flucht in die Freiheit..
Einige Jahre später erschüttern heftige Erdbeben das Gebiet um das
Städtchen Santa Mira Springs. Dies hat zur Folge, dass die damals
entflohenen Schlangen, die sich mittlerweile in einer Erdhöhle
niedergelassen haben, wachgerüttelt werden und äußerst übellaunig an die
Oberfläche kriechen. Das erste Opfer der bissigen Reptilien ist der Hund
des Automechanikers Bob Jenkins (Lee de Broux), welcher sein Herrchen
kurzerhand mit einer todbringenden Krankheit ansteckt, die von den Schlangen
übertragen wird. Der Biss stellt die Ärzte Ärzte David Henning (Treat
Williams) und Eric Foreman (Hannes Jaennicke) vor ein Rätsel, da sie sich
nicht erklären können, von was die Infektion herrührt. Erst als mit der
Zeit mehr und mehr Menschen mit Schlangenbissen eingeliefert werden und kurz
darauf trotz medikamentöser Behandlung sterben, wird man sich dem Ernst der
Lage bewusst. Die Epidemie breitet sich rasend schnell aus, weshalb das
Militär Quarantäne über die Stadt verhängt. Wenn nicht schnell ein
Gegenmittel gefunden wird, droht die komplette Vernichtung der Stadt, um
eine landesweite Epidemie zu vermeiden... |
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Was passiert, wenn die Story eines top
besetzten und teuren Katastrophenfilms auf einen Regisseur trifft, der nur
für seine B-Movies aus dem Horror, Trash und Erotikbereich bekannt ist? Wer
die Antwort auf diese Frage wissen will, für den dürfte
"Venomous" genau der richtige Streifen sein, der in Deutschland
kurzerhand in "Snake Zone - Straße ins Jenseits" umbenannt wurde
- was es dabei allerdings mit der ominösen Straße ins Jenseits auf sich
hat, habe ich bis jetzt noch nicht verstanden. Wie dem auch sei, eine gute
Voraussetzung für einen unterhaltsamen Film ist schonmal, dass man die
Regie mit Fred Olen Ray einem Mann anvertraute, der schon über 90 Filme
inszenierte, von denen sich viele gut mit "Snake Zone" vergleichen
lassen. Und obwohl der Streifen letztendlich nicht unbedingt über das
Niveau eines TV-Thrillers hinauskommt, ist es gerade sein Unerhaltungswert,
der ihn doch noch über die Runden bringt.
Wer "Outbreak", jenen Katastrophenfilm aus dem Jahre 1995 mit
Dustin Hoffman, Morgan Freeman, Kevin Spacey und vielen weiteren Stars in
den Hauptrollen gesehen hat, der wird sofort ein Déjà-vu haben, wenn er
sich die Handlung von "Snake Zone" durchliest, da man den Eindruck
erhalten könnte, dass die Drehbuchautoren Dan Golden und Sean McGinly mit
keinerlei eigenen Ideen zu Werke gingen sondern das eben genannte Vorbild
minimal umschrieben und einfach noch ein paar genmanipulierte Schlangen in
die Strory quetschten. Und voila, fertig ist der billige Tierhorrorfilm
fürs Fernsehen, der fürs PG-13 natürlich auf all zu heftige Szenen
verzichtet und stattdessen auf familientaugliche Thriller-Elemente setzt.
Halt, ganz so schlimm ist es dann doch wieder nicht, aber in gewisser Weise
sind es derartige Gedanken, die einem des öfteren durch den Kopf gehen,
während man sich "Snake Zone" ansieht.
Dass die Story kaum plausibel erscheint, muss wohl nicht näher erläutert
werden. Dies fängt schon zu Beginn an, wenn das Forschungszentrum des
Verteidigungsministeriums in einer großen Explosion in die Luft fliegt und
ausgerechnet die Schlangen unbeschadet überstehen und unbemerkt in die
Freiheit fliehen können. Der Rest ist vorhersehbar, wenn auch nicht dem
Standard eines Tierhorrorfilms entsprechend. So konzentriert sich
"Snake Zone", bzw. "Venomous" weniger auf seine
schlängelnden Titelgeber, als vielmehr auf die Epidemie, die von ihnen
ausgelöst wird. So ist es auch fraglich, ob es sich hier überhaupt um
einen Tierhorrorfilm im eigentlichen Sinne handelt, da es vielmehr die
todbringende, von den Schlangen übertragende Infektion ist, die für Angst
und Entsetzen sorgt und bekämpft werden muss.
Im Großen und Ganzen ist es jedoch egal, in welche Ecke man "Snake
Zone" stecken möchte, denn letzten Endes ging es Fred Olen Ray hier
nur um eines, um die kurzweilige Unterhaltung seiner Zuschauer, weshalb man
auf Logik auch weitgehend verzichtete und sich durch unpassend scheinende
Actionszenen selbst den Status eines ernstzunehmenden Katastrophenfilms
abspricht. So entführt jemand in einer Sequenz beispielsweise seinen schwer
kranken Bruder aus dem Krankenhaus, nur um anschließend von einem
Militärhelikopter verfolgt und spektakulär zur Strecke gebracht zu werden,
natürlich nicht, ohne dass er zuvor noch einmal eine im Kofferraum liegende
Panzerfaust abfeuern darf. Noch Fragen?
Die gut strukturierte Handlung lässt immer wieder mal einen Spannungsmoment
aufblitzen und ist durchaus abwechslungsreich aufgebaut. In der ersten
Hälfte konzentriert man sich auf die Ausbreitung der Infektion, so sieht
man beispielsweise, wie sich mehr und mehr Menschen anstecken und
anschließend innerhalb weniger Stunden sterben. Eine Krankenschwester
berührt das Glas eines Infizierten und stirbt kurz darauf selbst, ein
angesteckter Koch geht trotz auffallender Symptome zur Arbeit und steckt so
noch mehr Menschen an und so weiter. Schon zu diesem Zeitpunkt ist der Film
nie langweilig, da sich das Virus rasend schnell ausbreitet und immer mehr
Opfer fordert. Die zweite Hälfte des Films entwickelt sich dann zu einem
Wettlauf gegen die Zeit, in der ein Ärzteteam schnellstmöglich ein
Gegenserum herstellen muss, wenn es verhindern will, dass die gesamte Stadt
vom Militär eingeäschert wird. Hierbei darf dann einer der Ärzte nebenbei
noch seine Ex zurückgewinnen, die sich natürlich auch noch infiziert, und
im letzten Moment gerrettet wird, so dass auch eine Liebesgeschichte nicht
fehlt.
Man sollte aufgrund der Schlangen keinen reinrassigen Horrorfilm erwarten,
denn das ist "Snake Zone" nicht. Auf Schockmomente wartet man
meist vergeblich, ebenso auf Blut, welches hier Mangelware ist. Für mich
dies jedoch einer der Filme, bei denen man diese Merkmale kaum vermisst, da
er dafür andere Stärken hat, so beispielsweise seine durchgängige
Spannung und Unterhaltung, wie auch die gut aufgelegten Schauspieler. Der
Bekannteste von ihnen dürfte wohl Treat Williams sein, denn man noch aus
"Octalus" in angenehmer Erinnerung hat. Er erledigt seinen Job in
der Hauptrolle souverän. Erwähnenswert ist auch noch, dass der deutsche
Schauspieler Hannes Jaenicke einen Part ergattern konnte und in einer Rolle
als Arzt zu sehen ist.
Regisseur Fred Olen Ray und Produzent Jim Wynorski, beides große Namen im
B-Bereich, schufen gemeinsam einen unterhaltsamen und auf lockere
Unterhaltung getrimmten Tierhorror-Verschnitt von "Outbreak", den
man nicht unbedingt ernst nehmen kann, der aber 97 Minuten lang nicht
langweilig wird. Action, Spannung und etwas Dramatik sind hier gegeben,
dafür müssen Horrorfans, die mit falschen Erwartungen an den Streifen
gehen, allerdings auf Blut und Ekelszenen verzichten. "Snake Zone"
ist bestimmt keiner von den Filmen, die man gesehen haben muss, aber er ist
andererseits auch keine Zeitverschwendung. Die beste Wahl also, wenn sonst
mal wieder nichts Brauchbares läuft. |