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Zwei Jahre nachdem ein idyllisches
Bergstädtchen am Rande eines Sees durch die unkontrollierte Vermehrung
nicht heimischer wasser- und landlebender Raubfische, sogenannter Snakehead
Fische, nur knapp einer ökologischen Katastrophe entgangen ist, kommt es zu
mysteriösen Zwischenfällen: Die grausam verstümmelten Überreste eines
Jäger und seines Hundes werden am Ufer des Sees gefunden. Bei einem
Wettschwimmen wird ein Teenager von irgendeinem Lebewesen unter Wasser
gezogen und getötet.
Der örtliche Sheriff Peters ahnt, dass die Tiefen des Sees ein
Schreckliches Geheimnis bergen. Und tatsächlich findet er mit Hilfe der
Biologin Lori Dale heraus, dass die Snakehead Fische, die angeblich damals
durch Einsatz von Chemikalien und die Trockenlegung ausgerottet schienen,
zurück sind. Durch Wachstumshormone, die ein naiver Wissenschaftler in das
Gewässer geleitet hat, sind die Biester größer und blutrünstiger als je
zuvor!!! Aus einer ökologischen Katastrophe ist eine direkte Bedrohung für
die Menschen geworden.
Vergeblich versucht Peters, den verantwortlichen Bürgermeister von einer
notwendigen Sperrung des Sees zu überzeugen, schließlich findet am
Wochenende ein lukrativer Angelwettbewerb statt. Nicht nur die Teilnehmer
der Veranstaltung befinden sich bald in akuter Gefahr, auch Peters' Tochter,
die zusammen mit einigen Freunden selber Jagd auf die Fische macht, ist den
blutgierigen Kreaturen plötzlich hilflos ausgeliefert. Zusammen mit Lori
nimmt Peters den Kampf gegen den "SNAKEHEAD TERROR" auf... |
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Die Dopingsünden des Käptain Iglo...
Als 1975 Steven Spielbergs "Der weiße Hai" ("Jaws",
USA) in die Kinos kam, blieben die Badestrände der USA leer. Die Menschen
mieden aus Furcht vor dem Grauen aus der Tiefe das Badewasser wie der Teufel
das sprichwörtliche Weihwasser. 30 Jahre später, pünktlich zur
Badesaison 2005 schickt sich nun SPLENDID mit seinem "SNAKEHEAD -
TERROR" an, den deutschen Badegästen den Spaß an der Abkühlung im
kühlen Nass gründlich zu verderben.
Fast unvermeidbar für einen Tierhorror-Film dieser Art strotzt der Film nur
so von Filmzitaten und typischen altbekannten Klischees. Vom
pflichtbewussten Polizeichef, über einen machtgierigen Bürgermeister hin
zu sensationsgierigen Reportern, tollpatschigen Teenie-Gören bis hin zu
irrsinnigen Wissenschaftlern ist wirklich alles vorhanden. Auch die
Story um eigentlich für den Menschen harmlose, durch Genmanipulation zu
blutrünstigen Bestien mutierte Viecher ist alles andere als neu.
Doch wie heißt es so schön: Lieber gut geklaut und neuverbaut, als neu
erdacht und schlecht gemacht. Schon der Beginn des Films ist sehr
stimmungsvoll, indem durch Einblendungen von Zeitungsartikeln und
Pressemeldungen die vorangegangene Ökokatastrophe des Sees geschildert
wird. Direkt danach geht es ab in die Vollen: Die ersten Opfer sind zu
verzeichnen, die Charaktere werden kurz eingeführt, die Fische suchen sich
neue Opfer, die Ordnungshüter gehen den Dingen auf den Grund, letztendlich
geht die Jagd los. Zum Schluss dann der blutige Showdown, sogar mit
Endmonster!!! Man sieht: Der Spannungsbogen ist gewaltig, für Langeweile
keine Zeit!! So gehört es sich für einen guten Horrorfilm!!!
Wie einst Roy Scheider in "Jaws" muss auch hier der örtliche
Polizeichef (sehr gut verkörpert durch den etwas in die Jahre gekommenen
"Agentin mit Herz" ("Scarecrow and Mrs. King, USA, 1983)-
Smartguy Bruce Boxleitner, inkl. leichtem Bauchansatz) versuchen den
skeptischen Bürgermeister von einer Bedrohung überzeugen. Legte
Scheider damals dem Stadtrat ein Foto von einem Haifischauge auf den
Schreibtisch, so ist es in diesem Fall nun ein Snakehead- Zahn (gefunden bei
der fast schon obligatorischen Autopsie).
Selbstverständlich stoßen auch hier die Cassandra-Rufe des besorgten
Polizisten beim Stadtpräses auf taube Ohren, schließlich steht ja
(natürlich...) am nächsten Wochenende ein publikumträchtiges Wettangeln
an!!! Alles andere wäre ja auch langweilig!! ;-) Zu allem Überfluss plagen
den alleinerziehenden Vater noch Beziehungsprobleme mit seiner
Teenie-Tochter, die letztendlich dann sogar selbst in unmittelbare
Lebensgefahr gerät. So entwickelt sich das Fischproblem also auch zu einem
Privatkrieg und zu Peters' Chance endlich für seine Tochter da zu sein.
Neben Bruce Boxleitner erledigen auch die übrigen ihre Rollen durchaus
passabel. Einzig Carol Alt wirkt als langbeinige Biologin mit hochhackigen
Stiefeln und Cowboyhut etwas deplaziert. Als Reaktion auf Peters'
Verwunderung, dass SIE der von der Regierung versprochene Biologie-Experte
sei, meint sie in einer Szene "Biologen sind nicht alle glatzköpfig
und bierbäuchig!" Schade eigentlich. Nichts gegen Emanzipation, aber
in Filmen dieser Art bieten nun mal etwas verschrobenere Charaktere einen
höheren Unterhaltungswert, als eine schön anzusehende, taffe Heldin. Man
denke z.B. nur mal an Richard Dreyfuss' Auftritt als schräger Meeresbiologe
im "Weißen Hai"...
Die Darstellung der Teenager in "SNAKEHEAD TERROR" ist dafür
wirklich gelungen, zumal sie die oft eingeschlagenen Pfade ähnlicher Filme
stellenweise verlässt. Hier gibt es keine "Nimm Drogen, hab Sex, dann
holt Dich gleich die Hex" - Abstrafung, wie in herkömmlicher
Teenie-Slashern. Im Gegenteil: Der vernünftige Freund der Polizistentochter
lehnt ein Kampftrinken ab, schlägt stattdessen ein Wettschwimmen vor, um
dabei dann als Fischfutter die endgültig letzte Niederlage seines Lebens zu
kassieren...
Tierhorror-Filme besitzen den Vorteil, dass sie wohl in den seltensten
Fällen besondere Schnittauflagen seitens der FSK vorgeschrieben bekommen,
so dass blutige Special Effects sogar hierzulande zumeist ungeschnitten zu
bewundern sind bzw. viele dieser Filme trotz herber Splattereinlagen mit
einer Freigabe ab 16 Jahren davonkommen (Man denke hier z.B. an den
äußerst blutigen, seinerzeit trotz 16er Freigabe indizierten "PIRANHA
2 - Fliegende Killer" ("Piranha 2: The Spawning", James
Cameron, USA, 1981), dessen Idee mit den Attacken der Fische zu Wasser und
zu Lande offensichtlich auch für "SNAKEHEAD TERROR" Pate
gestanden hat). Das mag wohl in erster Linie daran liegen, dass die von
Jugendschützern so oft angeführte Gefahr des
"Nachahmungseffekts" hier kaum gegeben sein dürfte. Und wenn es
dennoch heutzutage einem Teenager gelingen sollte, sich durch
Genmanipulation ein paar überdimensionale Killerfische heranzuzüchten,
dann dürfte ohnehin bald alles zu spät sein ;-)
"SNAKEHEAD TERROR" kann mit wirklich gelungenen Spezialeffekten
überzeugen, wobei man auf den übermäßigen Einsatz (billiger)
Computereffekte, wie z.B. in "Anaconda" (Luis Llosa, Brasilien,
Peru, USA, 1997) verzichtet, sondern den Weg einer funktionierenden Mischung
aus Computer- und klassischen (Latex-)Effekten einschlägt. Mit einigen
überraschenden Schockeffekten und gerade zum Schluss hin wirklich deftig
blutigen Szenen, in denen die nun zu Lande attackierenden Fischen gleich zu
Dutzenden mit Axt und Großkaliberflinte zu Fischstäbchen verarbeitet
werden, kommen Käptain Iglo und Horrorfans gleichermaßen voll auf Ihre
Kosten!!!
Lediglich die wirklich miserabel umgesetzten Computeranimationen vom
Oberviech hätten sich die Verantwortlichen sparen können. Trash-Fans
dürften hier jedoch ihre helle Freude haben, genauso wie an den
merkwürdigen Fischaugen-Perspektiven, die die Kamera stellenweise bietet.
Ebenfall lustig anzusehen ist die Privat-Jagd der vier Teenies auf die
Snakeheadmörderbande, die ihren Freund verspeist hat. Im Boot des Vaters
eines "Stefan-Effenberg-vor-zwanzig-Jahren"-Lookalikes heizen sie
über den See, bewaffnet mit Harpune und Kleinrevolver. Dabei folgen sie den
Signalen eines hypermodernen Sonargerätes, dass die Fische in Form von
niedlichen Pixeltierchen anzeigt. Eine Art light-Version von James Camerons
"Aliens" (USA, 1986) ???
Wo wir nun mit "Stefan Effenberg" schon einen prominenten
Beteiligten erkannt haben, darf auch der unterbelichtete Biologe nicht
unerwähnt bleiben, der "es ja nur gut gemeint hat", als er durch
die massenhafte Zugabe von Doping-Hormonen in das Wasser des Sees die
Fischfauna desselben und somit die Anglerattraktivität des kleinen
Städtchens ein bisschen in Schwung bringen wollte: Herbert Feuerstein!!!
Naja, vielleicht ist William B. Davis gegenüber dem deutschen Comedy-Juwel
etwas groß gewachsen, aber ansonsten wie aus dem Gesicht geschnitten!! ;-)
Aufmerksame Zuschauer können dann während der Verfolgungsjagd zwischen
Polizei und "Herbert Feuerstein" noch einen wunderschönen
Filmfehler entdecken, der vom Amusementfaktor fast schon mit der berühmten
Armbanduhr an der Hand eines Komparsen in "Ben Hur" (William
Wyler, USA, 1959) vergleichbar ist.
"Das ist alles nur geklaut" sang einst die deutsche Popband
"DIE PRINZEN". Angesichts der Vielzahl der Anlehnungen der
Handlung an thematisch ähnlich gelagerte Klassiker des (Tier-) Horrorfilms
trifft die Aussage dieses Songtitels durchaus auch auf "SNAKEHEAD
TERROR" zu. Aufgrund seines hohen kurzweiligen Unterhaltungswertes und
der fesselnden Spannung, verbunden mit einigen Splattermomenten und dem für
solche B-Movie-Spektakel so charakteristisch- trashigem Charme, gilt für
"Snakehead Terror" eindeutig eher die von NDW-Star
"MARKUS" postulierte Devise "Ich will Spaß, ich geb'
Gas!"
Fazit: Der Sommer ist da! Und passend dazu der "Snakehead
Terror"!! - Unbeschwerter Tierhorror mit einer unterhaltsamen Mischung
aus Spannung, Spaß, Ekel und trashiger Action!! Geheim-Tipp!! |