An American Haunting

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Informationen

og_title OT: An American Haunting
origin_date
  • USA
  • 2005
duration ca. 92 Minuten
Regie Courtney Solomon
Darsteller Donald Sutherland Sissy Spacek Rachel Hurd-Wood James D’Arcy
Bildformat
  • 2
  • 35:1 16:9
Tonformat Deutsch Dolby Digital 5.1 Englisch Dolby Digital 5.1
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
Ländercode code_2.jpg
Freigabe fsk_16.gif
An American Haunting

Story

Im Winter des Jahres 1818 soll John Bell einen folgenschweren Gerichtsprozess gegen eine Bäuerin, von der vermutet wird das sie eine Hexe ist, verlieren. Nach dem Urteilsspruch der wegen einem zu hohen Zinssatz gefällt wird, beschimpft die Hexe die Familie. Denn John hat nicht ganz fair bei dem Deal gehandelt und wird im Nachhinein nicht dafür bestraft. Kurz nach dem Prozess scheint sich bei der Familie Bell einiges geändert zu haben. Zwar versuchen sie so wie früher zu leben, doch das ist nicht mehr möglich. Offensichtlich liegt ein Fluch auf der Familie aus Tennessee. Tochter Betsy Bell scheint am schlimmsten betroffen. Sie wird von unsichtbaren Geistern brutal terrorisiert und ist dem mysteriösen Umstand schutzlos ausgeliefert. Auch Vater John hat arge Probleme mit dem unsichtbaren Plagegeist. Erst findet die Familie kaum Unterstützung aus ihrem kleinen Dorf. Ihnen wird nicht geglaubt. Auch der Lehrer von Betsy ist sehr skeptisch und versucht die geschehenen Phänomene auf logische und natürliche Art nachzuvollziehen. Doch als das Treiben im Hause der Bells zunimmt, gehen dem Gelehrten die Argumente aus. Offensichtlich hat sich nach der Verfluchung wirklich ein Geist im Haus eingenistet, der die Familie Bell vertreiben oder sogar töten will…

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Kritik

Der Film „An American Haunting“ beruht auf einem angeblich wahren Fall, der im Tatsachenroman „The Bell Witch – An American Hauntin“ von Bret Monahan festgehalten wurde. Regisseur Courtney Solomon nahm sich diesen Roman zur Vorlage und schuf einen sehr guten Horror-Film. Und das ist nicht selbstverständlich, da man als Fan des Genre genug Vergleichmöglichkeiten hat und die Meßlatte somit sehr hoch liegt. Doch „An American Haunting – Der Fluch der Betsy Bell“ kann dem Vergleich stand halten. Er brauch sich nicht mal hinter Genre-Größen wie „Poltergeist“ oder „Der Exorzist“ zu verstecken. Gerade auch weil die Sets, inklusive Kleidung, sehr glaubhaft und liebevoll angelegt wurden. Zudem ist die Außenkulisse, die leider nicht so oft zu sehen ist, extrem gut gelungen. Man ahnt storytechnisch also was vor sich geht. Das kleine Mädchen hat ein Problem mit einem Dämon, der sich an ihr auslässt. Dennoch versteht es Regisseur Courtney Solomon gut, diese Szenen so effektvoll zu gestallten, dass man sich als Zuschauer unweigerlich erschrecken lassen muss. Und das nicht gerade in wenigen Szenen. Spannung ist also genug vorhanden und eine dichte Horror-Atmosphäre wird auch mitgeliefert. Da kann man es verkraften, dass das Gezeigte leicht vorhersehbar und von der Story her auch etwas dünn ist. Aber immerhin muss man zwangsweise vor dem Fernseher verweilen, da man schließlich wissen möchte ob das Ende gut oder schlecht für die kleine Protagonistin ausgeht. Gerade durch die Tatsache, dass viele nicht an den Geist glauben, ihn anzweifeln und dem kleinen Mädchen die Schuld geben, lässt den Betrachter von einer Stimmungsecke in die nächste rennen. Man denkt sich in der einen Szene: “Klar, dass kann nur ein Geist sein“. Um in der nächsten dann dem Lehrer zu lauschen und sich zu revidieren: „Hmm… Klingt logisch was der sagt, wahrscheinlich ist das Mädchen nur gestört…“. Das Mädchen, also Betsy Bell, wird von der jungen Rachel Hurd-Wood glaubhaft gespielt. Es war sicherlich nicht leicht für die junge Schauspielerin die diversen Terror-Szenen in den Kasten zu bringen. Dennoch kann man ihr die übernatürlichen Angriffe problemlos glauben. Sie stellt sogar etwas die Schauspiellegende Donald Sutherland in den Schatten. Und das obwohl er gewohnt gut agiert, in einigen Szenen aber auch ein wenig überfordert wirkt. Sissy Spacek spielt die Mutter und hat nicht wirklich genug zu tun, um sich auszuzeichnen. Das einzige Problem des Film ist es, dass es gegen Ende etwas uninteressanter wird. Zwar zieht das Tempo mächtig an, die vielen Wiederholungen nerven aber etwas. Betsy Bells Attacken und Geistererscheinungen nehmen zu, zeigen aber nicht viel Neues. Ebenfalls etwas störend ist das hinterher mehr Fragen auftauchen als beantwortet werden. Dies schmälert den guten Gesamteindruck von „An American Haunting“ aber nur wenig. Unterm Strich bleibt ein guter Horror-Streifen zurück, der sich bestens für einen gruseligen DVD-Abend eignet.

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DVD

Das Label Splendid hat diesen Film zum einen als Einzel- und zum anderen als Doppel-DVD auf den Markt gebracht. Beide DVDs verfügen über ein angenehm animiertes Menü mit stimmungsvollem Hintergrund-Sound. Auf der Haupt-DVD, die auch den Film beinhaltet, befinden sich ein paar Trailer als Bonusmaterial. Anders sieht das bei der Zweiten aus, die folgende Features enthält: Regisseur Courtney Salomon berichtet knapp eine viertel Stunde über seinen Film (mit optionalen deutschen Untertiteln), es gibt ein ebenfalls knapp 15 Minuten dauerndes Interview mit Sissy Spacek (auch mit optionalen UT), dann gibt es vier! verschiedene alternative Enden, einen Stunt und nicht verwendete Szenen. Insgesamt sind das über 75 Minuten an Extramaterial, was den Daumen des Betrachters unweigerlich noch oben schießen lässt. Am Bild und auch am Ton gibt es nicht das Geringste auszusetzen: Vorbildlich!

Bewertung

Splatter 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Spannung 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Story 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ekelfaktor 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Atmosphäre 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_schwarz.gif2007_stern_schwarz.gif
Ton 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Bild 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Extras 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif
Gesamt 2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern.gif2007_stern_halb.gif2007_stern_schwarz.gif

Ähnlicher Film:

  • Poltergeist Der Exorzist

Tintorera – Meeresungeheuer greifen an

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Informationen

OT:Tintorera

ca.80 Minuten

Mexiko 1977

Regie

  • Rene Cardona Jr
Darsteller

  • Susan George
  • Hugo Stiglitz
  • Andrés García
  • u.a.

Tintorera - Meeresungeheuer greifen an

Story

Miguel und Esterborn sind Vorzeigeplayboys und haben ihr Leben ganz nach dem männlichen Ideal ausgerichtet: Sie vergnügen sich oft mit hübschen Mädchen und wenn sie das mal nicht machen, jagen sie die wildesten Tiere des Meeres. Bevorzugt erledigen sie Tigerhaie, da diese mit am gefährlichsten sind. Ihr Motto lautet dabei. „Wenn der erste Schuss nicht zwischen die Augen trifft, war es Dein letzter…“.

Als die beiden Draufgänger mal wieder mit einer weiblichen Gespielin auf dem mexikanischen Meer verweilen, kommt es zu einer Tragödie: Ein riesiger Tintorera, ein Tigerhai, verspeist erst die holde Maid und dann auch noch Miguel, der sich heldenmutig dem Tigerhai entgegenstellte und ihn halt nicht mit dem ersten Schuss zwischen die Augen traf…

Der Überlebende entkommt und benachrichtigt die zuständigen Behörden, die sich auch bald aufmachen und alles, was unter Wasser kreucht und fleucht, niederzumetzeln. Als die ganze Sache verarbeitet scheint, wird der Playboy dummerweise wieder unvorsichtig und ein Nacktbaden soll ihn und seine weiblichen Gefährten in die Flossen eines alten Bekannten treiben…

Kritik

„Der weiße Hai“ war das Mass aller Dinge und hat einigen geldgeilen Produzenten gezeigt, dass man mit den Urbewohnern der Meere eine Menge Geld verdienen kann, wenn man diese nur zu blutrünstigen Killern abstempelt. Selbst in Mexiko haben die Leute davon Wind bekommen und sich alsbald daran versucht, mit dem Tintorera, was Spanisch ist und Tigerhai bedeutet, auf Geldjagd zu gehen.

Das dabei nur ein billiger Abklatsch herauskommt ist zwangsläufig, denn einen Hai kann man nun mal nur als Menschenfresser gebrauchen und ihn nicht mit irgendwelchen Charakterzügen versehen. Man hat zwar versucht, die Geschichte der zwei Playboys etwas auszuschmücken, allerdings ist das alles andere als unterhaltsam. Man sieht wie die Beiden sich streiten, sich wieder vertragen und einige Mädels abschleppen… Der Hai bleibt dabei leider auf der Strecke und darf viel zu wenig in den Mittelpunkt rücken, als das dem Betrachter lieb sein kann. Denn wenn er mal zu sehen ist, kommt es unweigerlich zu den wenigen Höhepunkten des Films, die unerwarteter Weise sogar das ein oder andere Schmankerl für Freunde des Splatterfilms aufweisen. Gerade in der ersten Bissszene geht ganz gut die Post ab, da der Möchtegern-Retter mal eben von dem Meeresungeheuer in zwei Teile gebissen wird. Für eine FSK 16 ist das schon recht hart und zudem gut anzusehen. Auch die anderen Effekte, die dann aber leider viel zu selten kommen, sind gelungen, sodass dem Film von Seiten der Spezialeffekte keinerlei Vorwurf gemacht werden kann.

Aber was bringt einem das, wenn der Rest nur abgekupferter Müll ist, der mit ein wenig Erotik künstlich aufgepäppelt wurde? Richtig: Gar nichts. Zudem kann man einige untalentierte Schauspieler betrachten, Dummdialogen lauschen und sich die Frage stellen, warum die Strandschönheiten bloß bei den Superproleten aufs Boot springen?

Ein Highlight bietet „Tintorera – Meeresungeheuer greifen an“ dann aber doch noch, da Ramon Bravo an dem Film mitgearbeitet hat. Er war derjenige, der zwei Jahre später in Lucio Fulcis „Woodoo – Die Schreckensinsel der Zombies“ die bekannte Unterwasserszene gedreht hat. Das dies diesen Film aber nicht rechtfertigt ist klar und somit bleibt wohl festzuhalten, dass der Film nur etwas für Sammler ist, da er in einem unheimlich schönen und besonders reißerisch wirkendem Cover bei ITT und VMP erschienen ist, die sich beide im Regal sehen lassen können.

Bewertung

Splatter 2_5.gif
Spannung 2.gif
Story 1_5.gif
Ekelfaktor 1_5.gif
Atmosphäre 2.gif
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Ähnlicher Film:

Blut an den Lippen

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Informationen

OT:Les Lèvres rouges

ca.96 Minuten

Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien 1971

Regie

  • Harry Kümel
Darsteller

  • John Karlen
  • Delphine Seyrig
  • Danielle Ouimet
  • Andrea Rau
  • u.a.

Blut an den Lippen

Story

Valerie und Stefan sind ein frisch verheiratetes Ehepaar, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet. Da sie ihr Schiff nach England verpassen entscheiden die beiden, im belgischen Ostende ein Hotel zu nehmen um dort zu nächtigen. Momentan ist keine Saison, weswegen Valerie und Stefan die einzigen Gäste sind. Außer dem Portier ist niemand in dem großen Anwesen. Später kehrt Gräfin Elisabeth Bathory in das Hotel ein, die mit ihrer Begleiterin Ilona für etwas Verwirrung sorgt, da der Portier behauptet die Gräfin schon vor 40 Jahren in diesem Hotel empfangen zu haben. Die einzige unerotische Aufregung der ersten Übernachtung des Liebespaar liefert dann auch nur die hiesige Tageszeitung, die von einer Mordserie berichtet. Am nächsten Tag wollen Valerie und Stefan eigentlich abreisen, überlegen sich aber ihr Verlassen noch etwas herauszuzögern. Dies führt dazu, dass sie Gräfin Elisabeth Bathory näher kennen lernen und von ihr in einen geheimnisvollen Bann gezogen werden. Bathory hat nämlich die Absicht, ihre Kammerzofe Ilona auszutauschen. Und Valerie scheint eine perfekte Nachfolgerin abzugeben…

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Kritik

Harry Kümels filmischer Erguss "Blut an den Lippen" ist ein über weite Strecken unbekannter Film geblieben. Bereits im Jahre 1971 erschienen, erzählt er eine nette Geschichte rund um den roten Lebenssaft und die Beziehung zwischen Vampirismus und Erotik. Sicherlich ist die reichliche Darstellung von nackter Haut nicht einer wissenschaftlichen Studie geschuldet, sondern Mittel zum Zweck um einen mittelmäßigen Streifen etwas aufzupeppen.

Mehr als mittelmäßig kann der Film nicht sein. Die Story ist, wenn auch subtil wirkend, sehr minimalistisch. Im Grunde geht es nur um die vier Protagonisten und ihren Aufenthalt im Hotel. Da kann, bei einer (uncut) Laufzeit von 96 Minuten, natürlich schon mal die ein oder andere langweilige Szene auftreten. Das Geschehen ist also begrenzt und hat prinzipiell das Problem, dass das Tempo alles andere als hoch ist. Dank guter Aufnahmen und dem schönen Schauplatz rund um das Hotel kann eine durchweg gelungene Atmosphäre erzeugt werden, welche die fehlende Spannung weitgehend kompensiert und "Blut an den Lippen" in seiner Gesamtheit dennoch ganz gut funktionieren lässt. Ob er bei der Fangemeinde von Langzähnen als guter Vampir-Film ankommt, darf bezweifelt werden. Auf klassische Vampir-Mittel wurde komplett verzichtet. Vampirzähne bekommt man nicht zu Gesicht. Ebenso wenig einen Van Helsing, Fledermäuse, Umhänge oder sonstige Symbolik. Aber man braucht ja nicht zwangsläufig auf altbekannte Stilmittel zu setzten, um solch eine Geschichte zu erzählen. Allerdings fließt in "Blut an den Lippen" dadurch reichlich wenig Blut, was es einem schwerer macht, ihn den Vampir-Gerne zuzuordnen.

Wie bereits erwähnt, wir der Film in der Hauptsache von den vier Hauptcharakteren getragen. Zum einen das Ehepaar und auf der anderen Seite die Baronin samt Zofe. Die Charakterisierung ist zwar nicht die intensivste, darf aber als gelungen betrachtet werden. Man bekommt zumindest die Chance, sich seinen „Liebling“ auszusuchen und mit ihm mitzuzittern. Darstellerisch bekommt man oberes Mittelmaß geboten. Delphine Seyrig spielt sich in der Rolle der Lady Bathory klar in den Vordergrund. Seyrig hat in ihrer Karriere zwar in knapp 40 Filmen mitgespielt, von denen sind aber kaum welche bekannt. Eigentlich schade. Ihre Zofe wird von der deutschen Darstellerin Andrea Rau („Tatort“ u.a.) gespielt. Sie kann zwar optisch überzeugen, fällt aber nur durch Zeigefreudigkeit auf.

Für Leute, die Filme aus den 70er mögen und die eine nette Atmosphäre der Erzählgeschwindigkeit bevorzugen, dürften mit "Blut an den Lippen" einen Film der guten Unterhaltung finden. Ob der Film, in seiner freizügigen Art, künstlerisch wertvoll ist oder am Thema vorbei geht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Er ist zwar kein überdurchschnittlich guter Film, fest steht aber, dass man ungewöhnlich gut unterhalten wird.

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Bewertung

Splatter 1_5.gif
Spannung 2_5.gif
Story 2_5.gif
Ekelfaktor 2_5.gif
Atmosphäre 4_5.gif
Gesamt 4.gif

Ähnlicher Film:

Blut an den Lippen

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Informationen

Drehland
  • Belgien
  • Deutschland
  • Frankreich
  • Italien
Drehjahr 1971
Laufzeit ca. 96 Minuten
Regie Harry Kümel
Darsteller John Karlen Delphine Seyrig Danielle Ouimet Andrea Rau u.a.
Bild
  • 1
  • 66:1 (uncut)1
  • 78:1 (cut)
Ton DD 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel Deutsch
LC 2
FSK KJ
Blut an den Lippen

Story

Valerie und Stefan sind ein frisch verheiratetes Ehepaar, welches sich auf der Hochzeitsreise befindet. Da sie ihr Schiff nach England verpassen entscheiden die beiden, im belgischen Ostende ein Hotel zu nehmen um dort zu nächtigen. Momentan ist keine Saison, weswegen Valerie und Stefan die einzigen Gäste sind. Außer dem Portier ist niemand in dem großen Anwesen. Später kehrt Gräfin Elisabeth Bathory in das Hotel ein, die mit ihrer Begleiterin Ilona für etwas Verwirrung sorgt, da der Portier behauptet die Gräfin schon vor 40 Jahren in diesem Hotel empfangen zu haben. Die einzige unerotische Aufregung der ersten Übernachtung des Liebespaar liefert dann auch nur die hiesige Tageszeitung, die von einer Mordserie berichtet. Am nächsten Tag wollen Valerie und Stefan eigentlich abreisen, überlegen sich aber ihr Verlassen noch etwas herauszuzögern. Dies führt dazu, dass sie Gräfin Elisabeth Bathory näher kennen lernen und von ihr in einen geheimnisvollen Bann gezogen werden. Bathory hat nämlich die Absicht, ihre Kammerzofe Ilona auszutauschen. Und Valerie scheint eine perfekte Nachfolgerin abzugeben…

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Kritik

Harry Kümels filmischer Erguss "Blut an den Lippen" ist ein über weite Strecken unbekannter Film geblieben. Bereits im Jahre 1971 erschienen, erzählt er eine nette Geschichte rund um den roten Lebenssaft und die Beziehung zwischen Vampirismus und Erotik. Sicherlich ist die reichliche Darstellung von nackter Haut nicht einer wissenschaftlichen Studie geschuldet, sondern Mittel zum Zweck um einen mittelmäßigen Streifen etwas aufzupeppen.

Mehr als mittelmäßig kann der Film nicht sein. Die Story ist, wenn auch subtil wirkend, sehr minimalistisch. Im Grunde geht es nur um die vier Protagonisten und ihren Aufenthalt im Hotel. Da kann, bei einer (uncut) Laufzeit von 96 Minuten, natürlich schon mal die ein oder andere langweilige Szene auftreten. Das Geschehen ist also begrenzt und hat prinzipiell das Problem, dass das Tempo alles andere als hoch ist. Dank guter Aufnahmen und dem schönen Schauplatz rund um das Hotel kann eine durchweg gelungene Atmosphäre erzeugt werden, welche die fehlende Spannung weitgehend kompensiert und "Blut an den Lippen" in seiner Gesamtheit dennoch ganz gut funktionieren lässt. Ob er bei der Fangemeinde von Langzähnen als guter Vampir-Film ankommt, darf bezweifelt werden. Auf klassische Vampir-Mittel wurde komplett verzichtet. Vampirzähne bekommt man nicht zu Gesicht. Ebenso wenig einen Van Helsing, Fledermäuse, Umhänge oder sonstige Symbolik. Aber man braucht ja nicht zwangsläufig auf altbekannte Stilmittel zu setzten, um solch eine Geschichte zu erzählen. Allerdings fließt in "Blut an den Lippen" dadurch reichlich wenig Blut, was es einem schwerer macht, ihn den Vampir-Gerne zuzuordnen.

Wie bereits erwähnt, wir der Film in der Hauptsache von den vier Hauptcharakteren getragen. Zum einen das Ehepaar und auf der anderen Seite die Baronin samt Zofe. Die Charakterisierung ist zwar nicht die intensivste, darf aber als gelungen betrachtet werden. Man bekommt zumindest die Chance, sich seinen „Liebling“ auszusuchen und mit ihm mitzuzittern. Darstellerisch bekommt man oberes Mittelmaß geboten. Delphine Seyrig spielt sich in der Rolle der Lady Bathory klar in den Vordergrund. Seyrig hat in ihrer Karriere zwar in knapp 40 Filmen mitgespielt, von denen sind aber kaum welche bekannt. Eigentlich schade. Ihre Zofe wird von der deutschen Darstellerin Andrea Rau („Tatort“ u.a.) gespielt. Sie kann zwar optisch überzeugen, fällt aber nur durch Zeigefreudigkeit auf.

Für Leute, die Filme aus den 70er mögen und die eine nette Atmosphäre der Erzählgeschwindigkeit bevorzugen, dürften mit "Blut an den Lippen" einen Film der guten Unterhaltung finden. Ob der Film, in seiner freizügigen Art, künstlerisch wertvoll ist oder am Thema vorbei geht, muss wohl jeder selbst entscheiden. Er ist zwar kein überdurchschnittlich guter Film, fest steht aber, dass man ungewöhnlich gut unterhalten wird.

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DVD

Die DVD kommt mit einem verhältnismäßig gutem Bild daher. Die ungeschnittene Fassung ist dabei deutlich besser, als das „große“ Extra der DVD: die deutsche Kino-Fassung. Die Farben kommen nicht ganz exakt rüber, die Schärfe ist logischerweise auch nicht in ihrer kompletten Gänze zu betrachten und die ein oder andere Verschmutzung gibt es natürlich auch. Für einen Film von 1971 ist das Material aber sehr gelungen. Dies gilt auch für den Ton, der recht klar im DD2.0 Format aus den Boxen strömt.

Neben dem erwähnten „großen Extra“ gibt es noch den US-Amerikanischen Trailer und eine kleine Bildergalerie mit freizügigen Aushangfotos und einem Cover. Zudem gibt es noch einen DVD-ROM-Part in dem die Fotos zum Ausdruck bereit liegen.

Von der DVD aus dem Hause Eyecatcher gibt es insgesamt drei Versionen, die den gleichen Inhalt bieten. Zwei mal gibt es die Version in einer „normalen“ Hartbox mit zwei verschiedenen Cover-Motiven. Zu diesen beiden DVDs gestellt sich noch einen limitierte Version, die in einer großen Hartbox daherkommt. Hiervon gibt es lediglich 500 Exemplare.

Bewertung

Splatter 2009_1_5.gif
Spannung 2009_2_5.gif
Story 2009_2_5.gif
Ekelfaktor 2009_2_5.gif
Atmosphäre 2009_4_5.gif
Tonqualität 2009_4.gif
Bildqualität 2009_4_5.gif
Zusatzmaterial 2009_3_5.gif
Gesamteindruck 2009_4.gif

Das Haus an der Friedhofmauer

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Informationen

Drehland Italien
Drehjahr 1981
Laufzeit ca. 82 Minuten
Regie Lucio Fulci
Darsteller Catriona MacColl Dagmar Lassander Ania Pieroni Sylvia Collatina u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (anamorph)
Ton DD 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
LC 2
FSK KJ
Das Haus an der Friedhofmauer

Story

Historiker Norman Boyle zieht mit seiner Frau Lucy und seinem kleinen Sohn Bob von New York nach Boston. Dort bezieht die Familie ein abgelegenes Haus, in dem Norman gewisse Forschungen fortführen will. Sein Vorgänger, der Forscher Prof. Peterson, hat sich in diesem Haus mit einem Strick das Leben genommen, nachdem er seine Frau getötet hatte.

Von diesem Ereignis weiß Norman und seine Familie nichts. Noch nicht. Der kleine Bob lernt derweil ein kleines Mädchen namens Mae kennen. Sie erzählt ihm, dass das Haus verflucht sei und macht ihm damit Angst. Allerdings scheint das Mädchen nur von Bob wahrgenommen zu werden. Seine Eltern halten das Mädchen für eine Einbildung. Allerdings findet Mutter Lucy das Haus und auch die neu eingestellte Kinderhüterin Anne unheimlich. Währenddessen erfährt Norman bei seinen Nachforschungen von einem gewissen Freudstein, der vor vielen Jahren in diesem Haus lebte. Offensichtlich hat er hier grausame Menschenversuche durchgeführt, die das Gemäuer nachhaltig beeinflusst haben. Wie nachhaltig, dass soll er und seine Familie bald am eigenen Leib erfahren…

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Kritik

Lucio Fulci war zu Lebzeiten eher für ordentliche Portionen Atmosphäre und Splatter als für durchdachte Drehbücher bekannt. Da verwundert es auch niemanden, dass der Kultregisseur in „Das Haus an der Friedhofmauer“ seinem bewährten Stil treu bleibt. Die Geschichte mag auf den ersten Blick zwar interessant klingen, gibt aber nicht wirklich viel her. Und das obwohl zahlreiche mystische Elemente vorkommen. Diese sind allerdings so angelegt, dass sie weder ein deutliches Gesamtbild abgeben, noch in ihrer Gesamtheit verstanden werden können. Ein echter Fulci eben.

Seine Fangemeinde will solche Streifen sehen und kann sich darüber freuen, dass „Das Haus an der Friedhofmauer“ einer der besseren Filme des Italieners ist. Die Atmosphäre ist neben den blutigen Effekten sicherlich das Aushängeschild des Streifens. Es gibt düstere Szenen, die in dem gruselig anmutenden Haus gut zur Geltung kommen. Spinnengewebe, seltsame Geräusche aus dem Keller und sonstiger Grusel-Schnickschnack tragen ihren Teil zum Entstehen einen guten Atmosphäre bei. Wenn die eingefangenen Bilder auch manchmal arg unterbelichtet sind. Die Spezialeffekte kommen ebenfalls in typischer Fulci-Manier rüber. Stark blutig und immer etwas trashig wirkend. Genau so, wie man sie sehen will. Was etwas nervt, wenn man von einigen sehr langatmigen Szenen und sinnfreien Dialogen absieht, ist der kleine Protagonist, der in seiner Rolle versucht sein fehlendes Talent für die Schauspielerei mit Geschrei zu kompensieren. Sicherlich ist sein Geheule von der Regie angewiesen, dennoch nervt es unwahrscheinlich. Seine Kollegen spielen sich auch nicht gerade in die Ruhmeshallen des modernen Spielfilms, brauchen sie aber auch nicht unbedingt. Ihre mittelprächtig bis schlechten Leistungen passen gut in das Gesamtbild des Films, in denen es eh nicht um Ästhetik sondern um Euro-Horror-Trash geht. Der Großmeister selbst gibt, wie so oft, einen kleinen Gastauftritt, der storytechnisch nicht ins Gewicht fällt. Die Charaktere der Rollen werden ganz passabel vorgestellt. Die Tatsache, dass einige schräge Figuren unter den Mitwirkenden sind, bringt ein wenig frischen Schwung in den Streifen. Allerdings sind die schrägen Rollen sehr kurz gehalten und nicht von Bedeutung. Insgesamt betrachtet ist „Das Haus an der Friedhofmauer“ ein lupenreiner Film aus dem Hause Fulci, der Freunden des Ausnahmeregisseurs ohne jede Frage Spaß bereiten wird. Genau so sicher ist es aber auch, dass Leute, die Fulci nicht kennen oder mögen sicherlich nicht auf das Gezeigte abfahren. Allerdings wird es wohl auch nur selten der Fall sein, dass ein B-Movie und Trash liebhabender Fan von Horror-Filmen aus Italien Fulci nicht kennt und andersrum ist es unwahrscheinlich, dass man als Unwissender einen Film von ihm in die Hand bekommt. Wer als Fan „Das Haus an der Friedhofmauer“ noch nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall nachholen. Glücklicherweise gibt es ja zahlreiche Veröffentlichungen aus der jüngeren Vergangenheit, die diesen Film ungeschnitten präsentieren und für wenig Geld zu haben sind. Allerdings muss man bei der Auswahl auch ein wenig aufpassen, da ein schlechtes Bild die Qualität des Films aufgrund zahlreicher dunkeler Szenen mindern kann. Empfohlen werden können hier die Ausgaben von CMV-Laservision.

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DVD

Die DVD kommt mit einem verhältnismäßig guten Bild und Ton daher. Das Master-Tape muss offensichtlich gut gewesen sein. Der Ton liegt lediglich im DD2.0 Format bei, dies stört das Guckvergnügen aber zu keinem Zeitpunkt. Die Extras auf der CMV-DVD können sich sehen lassen. Neben der deutschen Nostalgieversion gibt es entfernte Szenen ( ca. 2 Minuten), eine Bildergalerie (ca. 4 Minuten), den Vor- und den Abspann der internationalen Fassung, vier verschiedene Trailer und einen TV-Spot. Recht üppig und gut für einen Film von 1981.

Bewertung

Splatter 2008_4_5.gif
Spannung 2008_3_5.gif
Story 2008_3.gif
Ekelfaktor 2008_4.gif
Atmosphäre 2008_4_5.gif
Tonqualität 2008_5.gif
Bildqualität 2008_5.gif
Zusatzmaterial 2008_5.gif
Gesamteindruck 2008_4_5.gif

Ähnlicher Film: