Das Haus an der Friedhofmauer

Informationen

Drehland Italien
Drehjahr 1981
Laufzeit ca. 82 Minuten
Regie Lucio Fulci
Darsteller Catriona MacColl Dagmar Lassander Ania Pieroni Sylvia Collatina u.a.
Bild
  • 2
  • 35:1 (anamorph)
Ton DD 2.0
Sprachen
  • Deutsch
  • Englisch
Untertitel
LC 2
FSK KJ
Das Haus an der Friedhofmauer

Story

Historiker Norman Boyle zieht mit seiner Frau Lucy und seinem kleinen Sohn Bob von New York nach Boston. Dort bezieht die Familie ein abgelegenes Haus, in dem Norman gewisse Forschungen fortführen will. Sein Vorgänger, der Forscher Prof. Peterson, hat sich in diesem Haus mit einem Strick das Leben genommen, nachdem er seine Frau getötet hatte.

Von diesem Ereignis weiß Norman und seine Familie nichts. Noch nicht. Der kleine Bob lernt derweil ein kleines Mädchen namens Mae kennen. Sie erzählt ihm, dass das Haus verflucht sei und macht ihm damit Angst. Allerdings scheint das Mädchen nur von Bob wahrgenommen zu werden. Seine Eltern halten das Mädchen für eine Einbildung. Allerdings findet Mutter Lucy das Haus und auch die neu eingestellte Kinderhüterin Anne unheimlich. Währenddessen erfährt Norman bei seinen Nachforschungen von einem gewissen Freudstein, der vor vielen Jahren in diesem Haus lebte. Offensichtlich hat er hier grausame Menschenversuche durchgeführt, die das Gemäuer nachhaltig beeinflusst haben. Wie nachhaltig, dass soll er und seine Familie bald am eigenen Leib erfahren…

Das Haus an der Friedhofmauer  Das Haus an der Friedhofmauer

Kritik

Lucio Fulci war zu Lebzeiten eher für ordentliche Portionen Atmosphäre und Splatter als für durchdachte Drehbücher bekannt. Da verwundert es auch niemanden, dass der Kultregisseur in „Das Haus an der Friedhofmauer“ seinem bewährten Stil treu bleibt. Die Geschichte mag auf den ersten Blick zwar interessant klingen, gibt aber nicht wirklich viel her. Und das obwohl zahlreiche mystische Elemente vorkommen. Diese sind allerdings so angelegt, dass sie weder ein deutliches Gesamtbild abgeben, noch in ihrer Gesamtheit verstanden werden können. Ein echter Fulci eben.

Seine Fangemeinde will solche Streifen sehen und kann sich darüber freuen, dass „Das Haus an der Friedhofmauer“ einer der besseren Filme des Italieners ist. Die Atmosphäre ist neben den blutigen Effekten sicherlich das Aushängeschild des Streifens. Es gibt düstere Szenen, die in dem gruselig anmutenden Haus gut zur Geltung kommen. Spinnengewebe, seltsame Geräusche aus dem Keller und sonstiger Grusel-Schnickschnack tragen ihren Teil zum Entstehen einen guten Atmosphäre bei. Wenn die eingefangenen Bilder auch manchmal arg unterbelichtet sind. Die Spezialeffekte kommen ebenfalls in typischer Fulci-Manier rüber. Stark blutig und immer etwas trashig wirkend. Genau so, wie man sie sehen will. Was etwas nervt, wenn man von einigen sehr langatmigen Szenen und sinnfreien Dialogen absieht, ist der kleine Protagonist, der in seiner Rolle versucht sein fehlendes Talent für die Schauspielerei mit Geschrei zu kompensieren. Sicherlich ist sein Geheule von der Regie angewiesen, dennoch nervt es unwahrscheinlich. Seine Kollegen spielen sich auch nicht gerade in die Ruhmeshallen des modernen Spielfilms, brauchen sie aber auch nicht unbedingt. Ihre mittelprächtig bis schlechten Leistungen passen gut in das Gesamtbild des Films, in denen es eh nicht um Ästhetik sondern um Euro-Horror-Trash geht. Der Großmeister selbst gibt, wie so oft, einen kleinen Gastauftritt, der storytechnisch nicht ins Gewicht fällt. Die Charaktere der Rollen werden ganz passabel vorgestellt. Die Tatsache, dass einige schräge Figuren unter den Mitwirkenden sind, bringt ein wenig frischen Schwung in den Streifen. Allerdings sind die schrägen Rollen sehr kurz gehalten und nicht von Bedeutung. Insgesamt betrachtet ist „Das Haus an der Friedhofmauer“ ein lupenreiner Film aus dem Hause Fulci, der Freunden des Ausnahmeregisseurs ohne jede Frage Spaß bereiten wird. Genau so sicher ist es aber auch, dass Leute, die Fulci nicht kennen oder mögen sicherlich nicht auf das Gezeigte abfahren. Allerdings wird es wohl auch nur selten der Fall sein, dass ein B-Movie und Trash liebhabender Fan von Horror-Filmen aus Italien Fulci nicht kennt und andersrum ist es unwahrscheinlich, dass man als Unwissender einen Film von ihm in die Hand bekommt. Wer als Fan „Das Haus an der Friedhofmauer“ noch nicht gesehen hat, sollte dies auf jeden Fall nachholen. Glücklicherweise gibt es ja zahlreiche Veröffentlichungen aus der jüngeren Vergangenheit, die diesen Film ungeschnitten präsentieren und für wenig Geld zu haben sind. Allerdings muss man bei der Auswahl auch ein wenig aufpassen, da ein schlechtes Bild die Qualität des Films aufgrund zahlreicher dunkeler Szenen mindern kann. Empfohlen werden können hier die Ausgaben von CMV-Laservision.

Das Haus an der Friedhofmauer  Das Haus an der Friedhofmauer

DVD

Die DVD kommt mit einem verhältnismäßig guten Bild und Ton daher. Das Master-Tape muss offensichtlich gut gewesen sein. Der Ton liegt lediglich im DD2.0 Format bei, dies stört das Guckvergnügen aber zu keinem Zeitpunkt. Die Extras auf der CMV-DVD können sich sehen lassen. Neben der deutschen Nostalgieversion gibt es entfernte Szenen ( ca. 2 Minuten), eine Bildergalerie (ca. 4 Minuten), den Vor- und den Abspann der internationalen Fassung, vier verschiedene Trailer und einen TV-Spot. Recht üppig und gut für einen Film von 1981.

Bewertung

Splatter Das Haus an der Friedhofmauer
Spannung Das Haus an der Friedhofmauer
Story Das Haus an der Friedhofmauer
Ekelfaktor Das Haus an der Friedhofmauer
Atmosphäre Das Haus an der Friedhofmauer
Tonqualität Das Haus an der Friedhofmauer
Bildqualität Das Haus an der Friedhofmauer
Zusatzmaterial Das Haus an der Friedhofmauer
Gesamteindruck Das Haus an der Friedhofmauer

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