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"Big Brother is watching you"... Es
bedarf keines futuristischen Würfels mit hinterhältigen Fallen, um
Hochspannung zu erzeugen. Die Situation bei "House of 9" ähnelt
der des inzwischen mit zwei Sequels versehenen "Cube": Wildfremde
Personen unterschiedlicher Charaktere werden entführt, finden sich an einem
unbekannten Ort wieder und kämpfen um Ihr Leben.
"House of 9" baut seine Spannung
langsam auf, bezieht diese Spannung dabei aus eben den Spannungen, die sich
zwischen den einzelnen Personen ergeben. Die Gruppe der Eingeschlossenen ist
bunt zusammengewürfelt und bedient so manches Klischee. Genug
Konfliktpotential also, um die ersten Minuten des Films mehr als
unterhaltsam zu gestalten.
Die halbwegs erfolgreiche Tennisspielerin, die
lieber auf Parties ins Glas schaut als Gegnerinnen vom Platz zu fegen, legt
sich mit der aufbrausenden vorbestraften Hasch-Braut an. Ein
Möchtegern-Rap-Star liefert sich Wortgefechte und Faustkämpfe mit einem
Schnauzbart-Bullen. Nebenbei zieht er mit seinen selbstgereimten
Hiphop-Gesängen auch noch den schwulen Modedesigner durch den Kakao. Dann
ist da noch das etwas ältere Ehepaar, das weder mit sich noch mit den
anderen im Reinen ist. Ruhepole in dieser illustren Gesellschaft verkrachter
Existenzen bilden nur die eher zurückhaltende Ballett-Tänzerin und ein
Priester. Letzterer wird gespielt von Dennis Hopper, der wie immer sehr
solide agiert, hier allerdings ein bisschen verschenkt wirkt, da seine Rolle
des friedfertigen Gottesmannes doch ein bisschen arg stereotyp ist.
Nach den ersten etwa 30 Minuten des Films mit
unterhaltsamen Dialogen aber streckenweise auch einigen Längen setzt dann
allmählich die Action ein. Die ersten Todesfälle ereignen sich. Zunächst
als Unfall, später als kaltblütige Morde. Jeder gegen jeden. Die
Extrem-Situation lässt sie alle über Leichen gehen. Die einen aus Notwehr,
die anderen aus eiskaltem Kalkül. Eine "Battle Royale" entwickelt
sich, in einem Herrenhaus, statt auf einer Insel.
Wie bei "Battle Royale",
"Cube" oder "Saw", die sich einer ähnlichen Thematik
bedienen, kommt auch bei "House of 9" kaum Langeweile auf. Die
Handlung folgt dem "Zehn-kleine-Negerlein-Prinzip" und gipfelt in
einen gelungenen, blutigen Showdown. Das Ende selbst ist wirklich genial,
überraschend und verstörend zugleich.
Fazit: "House of 9" ist ein
intelligenter Psycho-Thriller. Eine Art "Cube ohne Würfel und
Fallen" meets "SAW ohne Serienmörder"... |