|
Die Firma TROMA macht ja schon seit jeher
keinen Hehl daraus, sich für ihre Produktionen ziemlich dreist bekannter
Vorlagen zu bedienen, um deren Themen dann in unvergleichbar trashiger Weise
nach eigenen Vorstellungen neu umzusetzen. Die Resultate sind neben
ernsthaften Beiträgen, wie dem unglaublich harten Vietnam-Veteranen-Drama
"Combat Shock", in der Vielzahl rasante (Horror-) Komödien mit
oftmals enormen Splattergehalt. Bekanntestes Kind der "Schmiede des
trashigen Geschmacks" ist sicherlich der inzwischen schon mit drei
Filmen vertretene verstrahlte Hausmeister "Toxic Avenger", kurz
"Toxie". Bei ihren Ankündigungen ist TROMA mit
augenzwinkerndem Humor auch nicht gerade bescheiden. So heißt es auf dem
Cover / im Trailer des gorigen Kriegsspektakels "Troma's War":
"Gegen DIESEN Film wirkt Rambo wie Lassie..."
Dem 1991 erschienenen HEXENHAUS ist schon nach
kurzer Zeit anzusehen, an welchem großen Original er sich anlehnt. Ein
einsames Haus / Hütte im Wald, ein paar unbedarfte Teenies, ein Fluch,
Dämonen, Blut... Na? Klingelt's? Richtig: Da war doch mal ein Film namens
"Tanz der Teufel", der eine ähnliche Konstellation
besaß...
Nun läßt sich Hexenhaus als
Semi-Amateurproduktion qualitativ nicht mit einem "Tanz der
Teufel" vergleichen, schon gar nicht degradiert er jenes Meisterwerk
zum "Ringelreigen der Glücksbärchis", allerdings macht er als
Partyfilm (am besten als Abschluss einer langen Filmnacht, wenn die
Aufmerksamkeit aufgrund Alkoholkonsums oder Müdigkeit allmählich etwas
nachlässt) ähnlich viel Spaß wie das Original, vorausgesetzt, die eigenen
Ansprüche sind wirklich nicht ZU hoch gesteckt.
Von der Handlung her bietet Hexenhaus nun
wirklich absolut nichts neues. Auch die unterschiedlichen Charaktere können
1 zu 1 in jedem zweitklassigen Teeniehorror angetroffen werden. Das Drehbuch
(wahrscheinlich von Toxie persönlich mit seinem blutigen Wischmob
hingeschmiert) weist eklatante logische Fehler und hanebüchene Ideen auf.
Dass die Schauspieler auch nicht gerade als
Hamlet-Darsteller die großen Theater der Welt füllen können, dürfte bei
TROMA ebenfalls klar sein. Die deutsche Synchronisation trägt natürlich
ihr übriges dazu bei, dass der Film Nicht-Vorgewarnten Normalsehern die
Augen in Propellergeschwindigkeit verdrehen lassen dürfte. Recht witzig ist
allerdings Victor Verhaeghe als Bob. Mit verwegenem Piratenkopftuch gibt er
den vorlauten Proll, der alles können will, aber nichts schafft und die
unbekannte alte Oma mal eben mit einem "Wenn sie nicht aufhört zu
glotzen, werde ich hingehen und ihr eine knallen" begrüßt. Irgendwie
erinnert er dabei ein wenig an den jungen Eric Idle von Monty
Python...
Die blutigen Spezialeffekte bei den
Mordsequenzen sind wirklich gut gelungen und weisen in ihrer Härte
Parallelen zu Tromas "Rabid Grannies" auf, zudem sind sie in der
deutschen Fassung ungeschnitten. Leider sind jedoch die Masken ähnlich wie
bei besagtem Großmütter-Splatter auch hier nicht gerade das Gelbe vom Ei.
Über aufgeklebte Narben bei den wiederbelebten Opfern kann man noch getrost
hinweg sehen. Warum allerdings die teeniekillende Großmutter von
einem Mann (nämlich dem "Mark"- Darsteller Douglas Gibson)
gespielt wird und mit umgeschnallten Getreidekissen-Buckel und Plastikmaske
aussieht, wie ein zu groß gewachsener Leprechaun, bleibt wohl ein Geheimnis
von TROMA. Vielleicht eine Art künstlerische Note der
Firma?
Warum nun, fällt der Film trotz besagter
Mängel nicht vollends durch? Tja, dass mag wohl eines der Mysterien der
TROMABILIA sein. TROMA schafft es nämlich einmal mehr, mit minimalistischer
Qualität 95 Minuten amüsant zu unterhalten. Hexenhaus besitzt den Charme
der frühen 80er Jahre mit ihrer Welle von splättrigen
Teenie-Schnellschüssen. Anspruchslos, aber kurzweilig. Ideal für "mal
eben zwischendurch". Splatter without any great matter...
Fazit: TROMA- Horror in altbewährter Manier:
Altbekannte Story, flache Charaktere, dafür aber umso tiefere
Blutlachen... Ein Partyfilm für die Splatterfraktion!! |