|
Acht
Insassen eines Gefängnisses für Serienkiller stellen eines Morgens
überrascht fest, dass ihre Zellentüren offen stehen und die Wärter
spurlos verschwunden zu sein scheinen. Das ganze Gebäude scheint, bis auf
die Killer, wie ausgestorben und hat sich zudem merklich verändert. Anders
als noch am Vortag, scheint das Gefängnis nun verwittert und alt, alles
wirkt tot und abgestorben. Der "Papiertüten-Mörder" Lawrence
(Dutch Dore-Boize) übernimmt schnell die Führung über seine Mithäftlinge
und muss alsbald feststellen, dass das Gebäude von einer Art tödlichem
Nebel umgeben ist, der ein Entkommen unmöglich macht. Während die
Serienkiller der Situation auf den Grund zu gehen versuchen, stirbt
plötzlich einer nach dem anderen. Dreht einer der Häftlinge durch oder ist
noch jemand im Gefängnis, der den Spieß umdreht und nun Jagd auf die
Serienkiller macht? |
|
Serienkiller sind mittlerweile fast schon ein
alter Hut innerhalb des Horrorfilms und all seinen Sub-Genres. Da verlangt
es einem Filmemacher gelegentlich Kreativität und Innovation ab, wenn er
sich diesem Thema auf eine Art annähern möchte, mit dem das Publikum noch
halbwegs hinter dem Ofen hervor zu locken ist. Und zumindest in dieser
Hinsicht bringt die Low-Budget Produktion "KillerKiller", die von
einem gewissen Pat Higgins realisiert wurde, eine schräge und abgefahrene
Story mit, die jedoch leider nicht angemessen umgesetzt wurde. Higgins, der
bereits Streifen wie "TrashHouse", "Hellbride" oder
"The Devil's Music" in Szene setzte, beweist eindrucksvoll, dass
die beste Story wertlos ist, wenn die Verantwortlichen wenig oder überhaupt
kein Talent mitbringen. Selbiges scheint dem Mann, der hierbei neben dem
Besetzen des Regiestuhls noch für das Drehbuch, den Filmschnitt und das
Ausüben der Produzentenfunktion verantwortlich war, eindeutig zu
fehlen.
Das Beste, was ein Low-Budget Film tun kann,
ist sein finanzielles Defizit so gut wie nur eben möglich zu überspielen.
Dies versucht "KillerKiller" nicht einmal im Ansatz, stattdessen
wird dem Zuschauer bereits in den ersten Filmminuten das Fehlen jedweder
Geldmittel verdeutlicht. Alleine das Gefängnis wirkt lächerlich und
notgedrungen, dabei aber alles andere als glaubwürdig. Als Set fand
vermutlich ein altes Krankenhaus Verwendung, das aber innen absolut kahl
daherkommt. Erklärt wird dies im Film nur mit den Worten, dass sich
"alles merkwürdig verändert" habe. Nun, auch eine clevere Art,
fehlendes Geld für brauchbare Kulissen zu entschuldigen.
Doch nicht nur an seinem Set krankt der
Streifen von Anfang an, weiterhin erscheint etwas fragwürdig, dass das
gesamte Gefängnis nur acht Insassen zu zählen scheint. Dies nimmt man
"KillerKiller" aufgrund der durchaus beachtlichen Größe des
Gebäudes nicht so recht ab, auch hier hat das Budget wieder zugeschlagen
und sich seine Opfer gesucht. Schnell erweist sich weiterhin, dass die im
Kern interessante Geschichte alles andere als spannend in Szene gesetzt
wurde. Statt einen Horrorfilm mal von einer anderen Seite zu zeigen und
einen Haufen durchgeknallter Jason- und Michael Meyers-Verschnitte ins
rechte Licht zu setzen, bestehen die Serienkiller lediglich aus
gewöhnlichen und langweiligen Typen, die zwar allesamt ihre
Hintergrundgeschichte mitbringen, dabei aber jedweden ironischen Seitenhieb
auf das Genre vermissen lassen.
"KillerKiller" ist weder eine
bissige Persiflage, noch ein althergebrachter Slasher, sondern vielmehr ein
gewollt mysteriöser Horrorthriller mit einigen blutigen Momenten. Die
Handlung ist jedoch an Nonsens kaum zu übertreffen und verliert schnell
jede Sympathie des Zuschauers. Da wird einem mal schnell ein tödlicher
Nebel vorgesetzt, dessen Herkunft nie erklärt wird, weiterhin dürfen alle
Killer nacheinander ableben und dies jeweils schön passend in der Art und
Weise, wie sie schon ihre Opfer bevorzugt über den Jordan gehen ließen.
Die Morde werden dabei von einem blonden Racheengel ausgeübt, deren
Herkunft natürlich erst zum Schluss geklärt wird und die dem Geschehen
noch die Krönung verleiht. Heimlich schleicht sich das Blondchen mal als
Chearleaderin, mal als OP-Schwester in die Gedanken der Serienkiller, um sie
dort abzumurksen und sie so auch real sterben zu lassen.
Blutig geht es dabei bestenfalls in dem Sinne
zu, dass gelegentlich eimerweise Blut an die Wände spritzt, für Gorehounds
ist hier jedoch nichts Interessantes zu sehen. Die Kills sind zudem alles
andere als spektakulär geraten und tragen somit nicht viel zum
Unterhaltungswert des Streifens bei. Wenn dann nicht gerade gemordet wird,
diskutieren die Serienkiller fleißig die Philosophie ihrer Taten, reden
über Analplugs, Sexpiele mit geschärften Eckzähnen oder das Morden mit
sauberen oder schmutzigen Plastiktüten.
Die einzige, nennenswerte Stärke des Films
ist seine kurze Laufzeit von gerade mal 75 Minuten, der es zu verdanken ist,
dass der Zuschauer sich nicht zu Tode langweilt. Jede weitere Minute wäre
tödlich gewesen, denn bereits in dieser Länge ist zu merken, dass dem Werk
gegen Ende langsam aber sicher das letzte bisschen Luft ausgeht. An und für
sich langweilt "KillerKiller" aber nicht zwangsweise, sondern
bringt sein Publikum passabel über die Runden, sofern dieses mit Low-Budget
Streifen vertraut ist. Der Film bietet keine nennenswerten Stärken, ist
aber auch keine Schlaftablette und gelegentlich muss man sich dann auch mal
an einen solchen Rettungsanker klammern.
Low-Budget-Horror, der seinem Namen alle Ehre
macht. Die Produktion verlief tatsächlich auf einem sehr niedrigen,
finanziellen Stand und wurde durch die schwachsinnige Story, öde Charaktere
und hölzerne Dialoge auch nicht gerade aufgepeppt. "KillerKiller"
bietet keinerlei nennenswerte Stärken, langweilt aber wie durch ein Wunder
auch nicht akut und somit können sich Low-Budget Freunde dieses Werk
sicherlich noch ohne anschließende Suicidgedanken zu Gemüte führen.
Dennoch kann man sich das Geld für "KillerKiller" guten Gewissens
sparen, da gibt es weitaus Besseres aus der Ecke. |