Sublime

Informationen

OT:Sublime

ca.108 Minuten

USA 2007

Regie

  • Tony Krantz
Darsteller

  • Thomas Cavanagh
  • Paget Brewster
  • Cas Anvar
  • Shanna Collins
  • u.a.

Sublime

Story

George Grieves (Tom Cavanagh) führt ein Leben, wie es sich viele andere nur wünschen können und hat deshalb eigentlich keinen Grund zur Klage. An seinem 40. Geburtstag beginnt er jedoch langsam, zu zweifeln. Liebt ihn seine attraktive Frau Jenny (Kathleen York) überhaupt noch? Wie wird es künftig weitergehen? Fürs Erste hat George jedoch keine Gelegenheiten, sich über derartige Gedanken den Kopf zu zerbrechen, da für den nächsten Tag eine Routine-Darmspiegelung auf dem Programm steht. Dort angekommen, lernt er den iranischen Arzt Dr. Sharazi (Cas Anvar), der den Eingriff vornimmt, sowie die bezaubernde Krankenschwester Zoe (Katherine Cunningham-Eves) kennen und wird kurz darauf schon für die Koloskopie vorbereitet…

Als George nach dem Eingriff wieder aus der Narkose erwacht, scheint sich irgend etwas verändert zu haben. Die Ärzte verhalten sich allesamt äußerst seltsam, und auf auf seinem Bauch findet sich ein genähter Einschnitt. Was ist passiert? Hat man versehentlich die Krankenakte vertauscht und an George den falschen Eingriff vorgenommen? Dem völlig verwirrten Mann fällt es fortan schwer, zwischen Realität und Vorstellung zu unterscheiden, immer wieder setzen Halluzinationen ein. Im Krankenhaus scheint es nicht mit rechten Dingen zuzugehen, denn nachdem Georges Zimmernachbar ihn noch warnt, wird er kurz darauf brutal von dem schwarzen Pfleger Mandingo (Lawrence Hilton-Jacobs) umgebracht. In der folgenden Zeit scheint alles aus den Fugen zu geraten. Jenny verbringt verdächtig viel Zeit mit Dr. Sharazi und lässt sich kaum noch bei George blicken, während die Wochen verstreichen und sich keiner um seinen immer schlechter werdenden Zustand zu kümmern scheint. Als Georges Bein nach einer gefährlichen Infektion amputiert werden muss und er von dem Pfleger Mandingo immer wieder gequält wird, fasst er den Entschluss zur Flucht…

Kritik

Als Warner vor etwa einem Jahr die Horrorfilmschmiede Raw Feed ins Leben rief und kurz darauf mit "Rest Stop" einen annehmbaren, wenn auch nicht gerade seiner Konkurrenz überlegenen Terrorstreifen auf den Markt brachte, schien die Strategie Warner’s für alle Horrorfans schnell ersichtlich. Scheinbar wollte man mit Raw Feed auf den aktuellen Trend aufspringen und dem Publikum das bieten, was damals in Mode war. So konnte man mit "Rest Stop" viele gute Kritiken für sich verbuchen, auch wenn wohl niemand behaupten würde, dass damit ein herausragender Genrefilm geschaffen wurde. Jetzt allerdings steht Raw Feed’s neue Produktion in den Startlöchern und diese dürfte bei den Genreanhängern sicherlich für viel Überraschung sorgen. Ging man mit "Rest Stop" noch auf Nummer sicher und setzte auf Altbewährtes, ist "Sublime" nun vielmehr ein Experiment, das an Streifen wie "Jacob’s Ladder" und "Room 6" anknüpft. Mit "Sublime" dürfte sich Raw Feed auf jeden Fall den erhofften Respekt ernten, allerdings muss auch die Frage aufwerfen, ob man sich hiermit vielleicht nicht zu weit aus dem Fenster lehnte, denn einfach machen es einem die Produzenten hier definitiv nicht.

Bei "Rest Stop" war es noch genau der anspruchslose aber spannende Plot und die altbekannte Ausgangssituation, die dafür sorgte, dass man zwar keinen neuen, aber auf jeden Fall einen gut funktionierenden Streifen vor sich hatte. Scheinbar wollte man sich bei Raw Feed von den Gerüchten entfernen, nichts Kreatives auf die Beine stellen zu können, so entstand dann auch "Sublime", der die Reihen der Horrorfilmfans in zwei Lager spalten wird. Die einen werden ihn mögen, die anderen werden enttäuscht sein, dass einem hier keine leichte Horror-Unterhaltung serviert wird. Regie führte bei alledem Tony Krantz, der schon "Rest Stop" und viele andere Filme und Serien produzierte, für "Sublime" aber erstmals selbst als Regisseur tätig wurde. Für das Projekt standen ihm etwa 1,5 Millionen Dollar zur Verfügung.

Sicherlich ist "Sublime" bei Weitem mutiger und einfallsreicher als der siebenundneunzigste "Hostel" Aufguss, aber ganz so neu ist die Thematik dann doch nicht, denn wie bereits erwähnt, bediente sich Drehbuchautor Erik Jendresen merklich bei "Jacob’s Ladder" und "Room 6", auch wenn es vermessen wäre, das Resultat "Sublime" deshalb als Plagiat abzustempeln, denn ausreichend eigene Ideen werden auch hier verarbeitet. Der Plot klingt dabei so einfach wie effizient: Ein Mann, der gerade seinen 40. Geburtstag hinter sich gelassen hat, begibt sich für eine Routine-Untersuchung ins Krankenhaus, wo jedoch einiges nicht mit rechten Dingen vorgeht und er sich im Folgenden immer mehr von der Realität entfremdet. So bodenständig und realitätsnah die Handlung in den ersten Momenten des Streifens auch noch ist, umso mehr hebt sich das Ganze gegen später in die nicht gerade leicht verdaulichen Elemente eines Paranoiathrillers um menschliche Abgründe und innere Ängste, in dem nichts so ist, wie es scheint.

Man muss sicherlich in der richtigen Stimmung sein, um einen Film wie "Sublime" sehen zu können, denn anders als bei "Rest Stop" wird einem hier keine leichte Unterhaltung geboten. Es gibt nur wenige Sequenzen in dem Werk, die nicht mit elementaren Metaphern, Andeutungen und Symbolismen versehen ist, das Undurchsichtige fügt sich nur dann zu einem Ganzen, wenn man der Handlung bereitwillig folgt und sich auf sie einlässt. Schnell wird klar, dass es in "Sublime" nicht nur eine Realitätsebene gibt, vielmehr spielt sich der Film in einem Universum der Furcht ab, in dem George’s größte Ängste wahr werden. Jenny betrügt ihn mit dem Chefarzt, seine Tochter wird lesbisch und sein Pfleger ist ein schwarzer Sadist, ganz zu schweigen davon, dass bei der Routine-Darmspiegelung etwas gehörig schief ging und George mit einer unerklärlichen Wunde an seinem Bauch zu sich kommt.

Es ist schwer, auf "Sublime" einzugehen, ohne zu viel zu verraten, doch soviel sei vorweggenommen: Die Handlung bietet in ihrem immer weiter fortschreitenden Gang und der letztendlichen Auflösung das Potential zu einem wirklich fesselnden Drama, das ein schwieriges Thema aufgreift. Horrorfans, die nur auf Blut und Brutalitäten aus sind, sollten dieses Werk deshalb auch umgehen, da wahnwitzige Visionen, statt blutgetränkte Szenarien hier die Hauptrolle spielen. Zwar wird es in einer Szene gegen Ende auch mal durchaus übel und sadistisch, doch Splatterfans, die sich aufgrund der FSK 18 schon freudig die Hände reiben, dürfen dieses Werk ruhigen Gewissens umgehen. Der Grund, wieso mir das Ganze jedoch weniger zusagen konnte als erwartet war die stets fehlende Spannung. "Sublime" lebt vom Unerklärlichen, von der Suspense, doch gleichzeitig kommt das komplette Geschehen beinahe ohne Spannung aus. Ebenso störend ist die Laufzeit von 108 Minuten, in der man sich durch so manch langatmige Momente kämpfen muss. Im Gegenzug dazu können die Schauspieler aber überzeugen. Thomas Cavanagh nimmt man die Rolle des George ab, genau so wie allen anderen Akteuren ihre individuellen Charaktere. Vor allem Lawrence Hilton-Jacobs als sadistischer Mandingo wird einem noch länger in Erinnerung bleiben.

In seinen Grundzügen ist "Sublime" ein beachtenswerter Thriller, der ein komplexes Thema aufgreift und dieses mit der menschlichen Angst verbindet, um daraus einen gut durchdachten und sicherlich einmaligen Film zu machen. Wer dabei allerdings auf einen üblichen Horrorfilm hofft, der dürfte enttäuscht werden, da "Sublime" gerade das nicht bietet. Genauso kommt die Spannung zu kurz, man erhält in den 108 Minuten des öfteren den Eindruck, dass einige Szenen merklich in die Länge gezogen wurden. Inwiefern es also mutig oder einfach nur überschätzt von Warner war, mit ihrer zweiten Raw Feed Produktion auf anspruchsvolle Unterhaltung und nicht auf gut verkaufbaren Horror zu setzen, wird jeder für sich selbst beurteilen müssen. Die Meinungen teilen wird "Sublime" auf jeden Fall.

Bewertung

Splatter Sublime
Spannung Sublime
Story Sublime
Ekelfaktor Sublime
Atmosphäre Sublime
Gesamt Sublime

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  • Jacob’s Ladder
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