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China im 14. Jahrhundert. Das Land ist
geprägt von Kriegswirren und dem Konflikt zwischen den verfeindeten Ming-
und Yuan-Dynastien. Eine koreanische Delegation macht sich auf den Weg zu
Friedensverhandlungen mit dem chinesischen Kaiser. Doch die Gesandten
geraten in einen Hinterhalt und werden als vermeintliche Spione ins Exil in
die Wüste verbannt. Unter ihnen befindet sich auch der Krieger Yeo-Sol.
Einst ein Sklave, ist er nach dem Tod seines Herren nun ein freier Mann.
Auf ihrem gefährlichen Weg zurück in die Heimat sieht sich die Gruppe
nicht nur der unbarmherzigen Gluthitze der Wüste ausgesetzt. Kriegerische
Mongolen und Yuan-Krieger lauern überall. Als sie eine Ming-Prinzessin aus
den Fängen der Mongolen befreien, wittern die Gesandten eine große Chance,
ihre Friedensmission doch noch erfüllen zu können. Wenn sie es schaffen,
die Entführte dem Kaiser unversehrt zurückbringen, können sie den
Herrscher gnädig stimmen und ihre Ehre retten.
Ein gewagtes Unterfangen, denn mit blutrünstigen Mongolen ist nicht zu
Spaßen… |
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Dass sich asiatische Filmproduktionen hinter
den großen Hollywood-Blockbustern schon lange nicht mehr verstecken
brauchen, ist inzwischen kein Geheimnis mehr. Im Gegenteil: Während der
amerikanische, teilweise auch der europäische Film, sich mit Computer
überladenen Special-Effects-Orgien oder Remakes in Eintönigkeit und
Einfallslosigkeit verliert, sprudelt der asiatische Filmbrunnen nur so
voller erfrischender Ideen und großartiger Produktionen.
„Musa – Der Krieger“ ist so eine erfrischende, großartige Produktion.
Ein Historienfilm, der auf beeindruckende Art und Weise traditionelle
Elemente mit moderner Bildästhetik verbindet. Eine großartige Melange aus
Melancholie und Martial Arts, Ästhetik und Action, Gefühl und Gewalt.
Auf wahren Begebenheiten basierend schildert „Musa – Der Krieger“ die
ebenso abenteuerlich wie ausweglose Odyssee einer kleinen Gruppe tapferer
und ehrbarer Krieger durch die unerbittliche Wüste, durch das Feindesland
eines schier übermächtigen Gegners. Aber die wilden Mongolen sind bei
weitem nicht der größte Feind. Eifersucht, Neid und Intrigen innerhalb der
Gruppe drohen den Zusammenhalt zu zerstören. Und so lebt der Film nicht nur
durch Action und wunderschöne Landschaftsaufnahmen, sondern auch von seiner
Dramatik und den Spannungen, die sich zwischen den einzelnen Charakteren
ergeben.
Zwar treten bei einer Spielzeit von über 2 ½ Stunden unweigerlich einige
dramaturgische Längen auf, auch ist der Erzählfluss zu Beginn des Films
ein wenig zäh, die Einführung der Charaktere mitunter etwas verwirrend.
Die gewaltigen Schlachtenszenen vor wunderschönen Landschaftskulissen
machen diesen kleinen Makel allerdings mehr als wett. Dass Krieg, in welcher
Form auch immer, kein Ping-Pong-Spiel ist, haben in jüngster Vergangenheit
Werke wie „Braveheart“ (Mel Gibson, 1995) oder „Der Soldat James Ryan“
(Steven Spielberg, 1998) eindrucksvoll und schonungslos verdeutlicht. Die
Zeiten, in denen auf der Leinwand sauber gestorben wurde, sind vorbei. Ob
Held oder Schurke, niemand endet mehr mit einem blutlosen theatralischen
Röcheln, anprangerndem Gesichtsausdruck und Worten wie „Hombre, Hombre,
Du hast geschießt ein Loch in mich!“. - Nein! Das Sterben ist ätzend,
grausam. Realistisch eben.
Die Choreografie der Actionsequenzen ist beeindruckend, die Stunts sind
perfekt inszeniert. Kein Wunder, schließlich zeichnete sich Doo-hong Jung
für die Martial-Arts-Szenen verantwortlich, der bereits 1999 für den
koreanischen Action-Blockbuster „SHIRI“ als Stunt-Koordinator fungierte.
Die Kampfszenen sind atemberaubend, zumal hier auf einen unnötigen Einsatz
von CGI-Effekten verzichtet wurde. Handarbeit ist Trumpf, hier regieren
Schwert, Axt, Bogen und Lanze. Herausragend ist dabei die Kampftechnik von
Hauptdarsteller Woo-sung Jung als schweigsamer Krieger Yeo-Sol. Er wirbelt
sich mit der todbringenden Lanze durch unzählige Feinde, als habe Gordon
Liu ihm höchstpersönlich die Kampfkunst in der 36. Kammer der Shaolin
gelehrt.
Eine perfekte Show liefert einmal mehr auch Zhang Ziyi. Wenn auch auf
völlig andere Art und Weise. Die „chinesische Winona Ryder“ hält sich,
anders als bei „Tiger & Dragon“, mit ihren Martial Arts -
Fähigkeiten zurück, legt dafür die ganze Energie in die Darstellung der
chinesischen Prinzessin. Dabei ist sie mal zierliche hilflose Unschuld, mal
erhabene Gebieterin, dann wieder sture Kratzbürste. Eine Augenweide.
Fulminant wie die Kampfszenen ist auch der Soundtrack. Die Musik trägt
ihren Teil dazu bei, dass es dem Zuschauer den Atem verschlägt. Ob
bombastischer Monumentalsoundtrack oder eingängige asiatische Ballade. Der
Score passt sich wunderbar den dargestellten Bildern an.
„MUSA – Der Krieger“ ist perfektes Historien-Kino. Opulent
ausgestattet, fulminant und brachial inszeniert. Nicht umsonst wurde der
Film 2003 beim FANT-ASIA Film Festival in Montreal mit dem dritten Platz in
der Kategorie „Bester Film“ geehrt. „MUSA – Der Krieger“ ist
großes Kino für die große Leinwand. Umso bedauerlicher ist es daher, dass
es der Film seinerzeit in Deutschland nicht in die Kinos schaffte. Mit E-M-S
hat sich nun über 5 Jahre nach der Premiere von MUSA endlich ein Verleih
gefunden, der deutschen Filmfreunden den Genuss dieses Meisterwerks
zumindest im eigenen Wohnzimmer ermöglicht.
Fazit: Bild- und brachialgewaltiges Schlachten-Epos. Ein Film wie ein
Gemälde! |