A Tale Of Two Sisters

A Tale Of Two Sisters

Informationen

Darsteller
  • Yeom Jeong-Ah
  • Im Soo-Jung
  • Moon Geun-Young
  • Lim Ji-Eun
  • Kim Kab-Su
  • u.a.
Regie Kim Ji-Woon
Tonformat
  • Dolby Digital 5.1 (deutsch / koreanisch)
  • Dolby Digital DTS (deutsch)
Bildformat Widescreen 1.85:1 (anamorph)
Sprachen
  • Deutsch
  • Koreanisch
Untertitel Deutsch
FSK Freigegeben ab 16 Jahren gemäß § 7 JÖSchG
Ländercode 2
Drehland Süd Korea
Jahr 2003
Filmlänge ca. 110 Min.
Verleih E-M-S
Originaltitel
  • Janghwa
  • Hongryeon
A Tale Of Two Sisters

Story

Nach längerem Aufenthalt in einer psychiatrischen Klinik in Folge des Todes ihrer Mutter, kehren die beiden Schwestern Soo-Mi und Soo-Yeon in das Landhaus ihres Vaters zurück. Dieser lebt inzwischen mit einer anderen Frau zusammen.

Das Verhältnis zwischen ihnen und der neuen Stiefmutter ist gespannt. Insbesondere die kleine Soo-Yeon sieht sich den Schikanen der boshaften Dame ausgesetzt. Doch ihre ältere Schwester Soo-Mi stellt sich schützend vor sie und sucht den Konflikt. Doch diese familiären Probleme sind nicht die einzigen unangenehmen Ereignisse.

Merkwürdige Dinge passieren seit ihrer Ankunft im Haus: Seltsame Geräusche erklingen vom Dachboden, aus den Dielen tropft Blut. Eine unheimliche Gestalt wandelt nachts durch das Haus. Etwa der Geist ihrer verstorbenen Mutter??…

Kritik

Es waren einmal zwei Schwestern …

Ah ja… Sicherlich ein weiterer Grusel-Beitrag aus dem Fahrwasser der "Ring" / "Grudge"- Welle. Diesmal wohl dann mit ZWEI gruselig-weiß gekleideten bleichen Mädchen als Schockgaranten.

So ähnlich könnte mancher unbedarfte Filmfreund eventuell denken, bei Betrachtung des Covers und Angesichts der Tatsache, dass nun mal in jüngster Vergangenheit eine ganze Reihe von asiatischen Gruselfilmen sich dieser Elemente bediente.

"A Tale of Two Sisters" ist jedoch anders!!!

"A Tale of Two Sisters" ist zwar auch (genau wie oben erwähnte Beispiele) intelligentes Gruselkino auf höchstem Niveau. Jedoch bietet der Film weitaus mehr, als "nur" gepflegte Gänsehaut.

Er stellt eine perfekte Mischung aus dezentem Grusel, melancholischem Drama und Psychothriller dar.

Der Film kann als eine Art Kammerspiel bezeichnet werden, schließlich kommt er mit lediglich vier Hauptdarstellern aus, denen fast ausschließlich die gesamte Spielzeit gehört. Kein Wunder, dass die Geschichte besonderen Wert auf die Zeichnung der Charaktere legt. Ein äußerst glückliches Händchen hatte man diesbezüglich bei der Besetzung der Rollen.

Grandios die Darbietung der beiden Jungschauspielerinnen. Auf der einen Seite die schutzlose, verängstigte kleine Soo-Yeon (Geun-yeong Mun), auf der anderen ihre große Schwester Soo-Mi (Su-jeong Lim), die sie behütet. Auch der Charakter der intriganten bösen Stiefmutter ist mit Jung-ah Yum brillant besetzt. Während sich Soo-Yeon den verbalen und später auch physischen Anfeindungen ihrer Stiefmutter ausgesetzt sieht, bietet Soo-Mi der unliebsamen Ersatzmutter die Stirn, liefert sich einen regelrechten Machtkampf mit ihr. Einziger Ruhepol der Familie scheint der Vater zu sein, der sich jedoch zu keinerlei klärenden Reaktion hinreißen lässt und für keine Partei wirklich Stellung bezieht.

Jede Person der Handlung scheint dabei psychische Störungen zu haben. Die Bandbreite reicht da von Schizophrenie über Depressionen bis hin zu Schuldgefühlen und Vergangenheitsverdrängung.

Während sich der erste Teil des Films darum bemüht, die Charaktere vorzustellen und die gruselige Atmosphäre aufzubauen, konzentriert sich die zweite Hälfte des Films dann auf eben diese psychologischen Aspekte.

Der Schauplatz des Geschehens, ein abgelegenes Landhaus, wirkt von außen betrachtet idyllisch, einladend, gar friedlich.

Im Inneren, dort wo das Kammerspiel um die vier Hauptdarsteller stattfindet, erscheint es jedoch unheimlich, beängstigend, mit seinen großen Korridoren, der antiken Einrichtung und irgendwie erdrückend.

Einen besonderen Anteil an dieser Wirkung hat dabei sicherlich die Kameraarbeit, die mit langsamen Kamerafahrten und gelungenen Schnitten alltägliche Gegenstände wie z.B. seltsam gemusterte Tapeten einen bedrohlichen Touch verleiht.

Untermalt wird die Bilderpracht von einem wunderschönen Soundtrack mit Streichereinlagen und Klavierspiel.

Regisseur Ji-woon Kim, bekannt u.a. durch seine Komödie "The Quiet Family" ("Choyonghan kajok", Süd Korea, 1998) oder seinen Beitrag "Memories" zum Episodenfilm "Three" ("San geng", HK, Süd Korea, Thailand, 2002) setzt geschickt klassische Gruselelemente wie verschlossene oder sich unheimlich knarzend öffnende (Schrank-) Türen in Szene.

In technischer Hinsicht fällt neben der bereits erwähnten hervorragenden Kamerafahrt die außerordentlich stilvolle Verwendung von Farbtönen auf. Insbesondere der kontrastreiche Einsatz von roten und blauen Farben sticht dabei ins Auge. Beinahe wähnt man sich in einem Argento-Film.

Schockeffekte werden spärlich aber dafür umso wirkungsvoller eingesetzt. Einige Szenen sind denn auch ohne weiteres mit den besten Momenten von Klassikern wie "Ringu" oder "The Eye"vergleichbar. Der Grusel kommt zumindest in der ersten Hälfte des Films eher aus dem Bauch heraus. Die Protagonisten durch dunkle Korridore zu begleiten, wissend, dass etwas im argen liegt kann eben wesentlich gruseliger sein als so manche Hauruck-Schockeffekt-Orgie. Wer (aus Ignoranz oder Unwissenheit, oder weswegen auch immer) Asien-"Horror" einzig mit CAT-III – Splatter- und Gewaltorgien zu definieren versucht, werden mit "A Tale of Two Sisters" wahrscheinlich nicht viel anfangen können. Nicht blutige Action ist angesagt. – Hier herrscht Bettdecke-ins-Gesicht-zieh-Pflicht!!!

Ein wenig erinnert der Film an verstörendes französisches Avantgarde-Kino oder die finsteren Werke eines David Lynch. Wahrlich keine leichtverdauliche Filmkost für zwischendurch. Mitdenken ist angesagt.

Zahlreiche Details, die zur Lösung des Rätsels beitragen und sich dem Zuschauer eventuell erst bei mehrmaligem Anschauen offenbaren, gilt es zu entdecken.

Scheint die Auflösung zwar auf den ersten Blick, zumindest für regelmäßige Kinogänger, schon im Laufe der Handlung klar zu sein, so lassen die letzten 30 Minuten des Films mit raschen Wendungen und geschickten Handlungssprüngen den Zuschauer nach dem Abspann dennoch mit offenem Mund und lauter Fragen und Interpretationsmöglichkeiten zurück.

DAS ist ganz große Film-Kunst: Ohne großen Popanz fast zwei Stunden packende Unterhaltung zu bieten UND gleichzeitig zum Nachdenken anzuregen.

"A Tale of two Sisters" ist sicherlich einer der stärksten und intensivsten Genrebeiträge aus Fernost!! Ein Film, der auf Anhieb zu gefallen weiß, seine volle Intensität aber sicherlich erst bei mehrmaligem Ansehen entfaltet.

Das Label E-M-S wird mit seiner Reihe CineMagicAsia genau den Geschmack der Filmfans treffen. Asienmovies sind nämlich gerade in jüngster Zeit schwer angesagt. Nur allzu verständlich, schließlich lassen sich dabei eben solche Meisterwerke wie "A Tale of Two Sisters" entdecken.

DVD

Leider lag für das Review nur die Presse-DVD vor, die lediglich den Film und eine Trailervorschau enthält.

Laut Information von e-m-s enthält die eigentliche Verleih-DVD folgende Features:

– Originaltrailer

Bewertung

Splatter A Tale Of Two Sisters
Spannung A Tale Of Two Sisters
Atmosphäre A Tale Of Two Sisters
Ton A Tale Of Two Sisters
Bild A Tale Of Two Sisters
Gesamt A Tale Of Two Sisters

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