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Eine Frau erwacht
mutterseelenallein und vollkommen nackt in der Wildnis. Benommen und
verwirrt schreit sie um Hilfe, weiß nicht, was geschehen ist. Plötzlich
fällt ein Schuss, der die Frau zu Boden streckt und schwer verwundet. In
Panik versucht sie, sich wieder aufzurappeln, als plötzlich ein Mann hinter
ihr steht und sie mit einem Kopfschuss hinrichtet.
So
hätte sich die junge und durchaus attraktive Diane (Danielle De Luca) den
versprochenen, neuen Job, für den sie sogar bereit war, in eine Kleinstadt
irgendwo am Ende der Welt zu ziehen, sicherlich nicht vorgestellt: Zwar
wurde ihr eine Arbeit als Tänzerin zugesagt, doch dass es sich dabei um
eine Anstellung als Stripperin handelt, wurde Diane natürlich verschwiegen.
Finanziell im Notstand, nimmt sie die Arbeit allerdings notgedrungen an und
räkelt sich fortan für eine Horde sabbernder Männer an der Stange. Da
ihre Kolleginnen ihr zudem den Schritt zur Prostitution nahe legen und Diane
keine andere Möglichkeit mehr sieht, das Geld für eine neue Existenz
zusammen zu bekommen, lässt sie sich auch darauf ein. Blöderweise ist ihr
erster Freier ein schwer gestörter Psychopath, der sie betäubt und
vollkommen entkleidet in der freien Natur aussetzt. Mit den verschiedensten
Waffen geht der Fremde auf die Jagd nach Diane, doch die weiß sich zu
wehren... |
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Na, was ist das
denn? Neuzeit-Exploitation? Die Story des Films "Naked Fear" neigt
in jedem Fall durchaus dazu, diesen Schluss sehr schnell entstehen zu
lassen. Frauen werden entführt und müssen anschließend fernab der
Zivilisation unbekleidet um ihr Überleben kämpfen. Zugegeben, da hat auch
das B-Movie-Genre schon mit Tiefsinnigerem aufgewartet, doch gerade
männliche Konsumenten sollten bei derartiger Unterhaltung, so meint man, eigentlich voll auf ihre Kosten kommen. Was kann ein Regisseur mit
einer solchen Story schon großartig falsch machen, so lange die
Inszenierung zumindest halbwegs passabel erscheint? Und da hapert es dann
leider gewaltig, denn Thom Eberhardt's "Naked Fear" wartet mit
einer Optik auf, die diversen deutschen Nachmittagssoaps Konkurrenz zu
machen scheint.
Als
Hollywoodgröße ging Eberhardt zwar noch nie durch, doch zumindest durfte
er in seiner Karriere bereits einige, zumindest halbwegs bekannte Filme
inszenieren. Neben "Eine verrückte Reise durch die Nacht" mit
Keanu Reeves in der Hauptrolle, brachte der Regisseur auch "Genie und
Schnauze" mit Ben Kingsley und Michael Cain in den Kasten. Irgendwann
erfolgte dann allerdings der Abstieg und seitdem dreht Thom Eberhardt nur
noch belanglose und austauschbare Kost, die es zum großen Teil nicht einmal
nach Deutschland geschafft hat. Dass gerade "Naked Fear" diese
"Ehre" zuteil wurde, ist kritisch beäugt schon verwunderlich,
handelt es sich hierbei doch auch nur wieder um einen
unterdurchschnittliches B-Movie, das sich einzig durch seine nackten
Hauptdarstellerin über Wasser zu halten versucht.
Spannende Filme zur
hier dargebotenen Survival-Thematik gibt es einige und somit war für den
Filmemacher und sein Team durchaus die Möglichkeit gegeben, sich an
zahlreichen Vorbildern zu orientieren. Dies scheint allerdings nur
unzureichend genutzt worden zu sein, da "Naked Fear" über weite
Strecken keine Ahnung hat, was er mit seiner Laufzeit anfangen soll. Ja, 106
Minuten sind für ein derartiges Werk schon über dem Durchschnitt und in
diesem Fall wieder einmal der lebende Beweis dafür, dass der strikten
Zeitsetzung vieler derartiger Filme auch eine Berechtigung zu Grunde liegt.
Es vergehen beinahe 40 Minuten, bis die Handlung des Streifens in Gange
kommt. Bis auf das Intro, das die brutale Hinrichtung einer nackten Frau
zeigt, glaubt man schon, dass der Verleiher vielleicht einen falschen Film
in die DVD-Hülle gelegt hat, denn bis zu diesem Zeitpunkt ist noch nicht
viel von einem Thriller zu sehen.
Blöderweise soll
sich dies auch in der restlichen Laufzeit nicht ändern. Ab dem Zeitpunkt,
wenn Diane entführt wird und um ihr Überleben kämpfen darf, wird das
Ganze zwar recht unterhaltsam, doch entschädigt dies nicht für das Fehlen
jedweder Charakteristik. Die handelnden Personen sind alle absolut
austauschbar und ohne Charakterzeichnung eingeführt, was einem auch nach 40
Minuten noch unmöglich macht, einzuschätzen, wer jetzt aus welcher
Motivation handelt. Auch in Sachen Dialog, Kamera und restlicher
Inszenierung ist "Naked Fear" kurz gesagt eine Katastrophe. Nichts
gegen Filme aus dem B-Bereich, doch wenn das Ganze dann derart billig und
dilettantisch wie hier gezeigt wird, dann hat es selbst der Trash-Liebhaber
schwer. Die Vergleiche zu seichter Nachmittagsunterhaltung à la
"GZSZ" liegen hier wirklich nicht all zu weit.
Scheiß Charaktere,
eine miese Inszenierung und ein träger Storyverlauf erfordern schon einiges
an Toleranz, um "Naked Fear" bis zum Wendepunkt durchzuhalten.
Sobald dieser dann eintritt, wird das Ganze zumindest noch zum halbwegs
spannenden Überlebenskampf, der der Bezeichnung Thriller nicht gerecht
wird, gegen das Vorherige aber beinahe schon oscarverdächtig erscheint. Vor
einem reizenden Naturschauplatz wird die nackte Diane von einem einem
geisteskranken Jäger unerbittlich verfolgt, was stellenweise in blutigen
Szenen gipfelt, die einer Freigabe ab 18 Jahren allerdings nicht gerecht
werden. Sex und Violence sind hierbei durchaus auf 16er Niveau. Auch, wenn
die Akteurin die meiste Zeit unbekleidet durchs Bild flüchtet, so wird das
Ganze nie zu explizit, auch die Morde werden Gewaltfetischisten nicht
zufrieden stellen.
Dennoch erwischt
"Naked Fear" die Kurve ab einem gewissen Punkt noch haarscharf und
rettet sich vor dem Totalreinfall. Für einen geselligen Abend unter
Freunden ist der Streifen ungeeignet, doch B-Movie-Nerds ohne sonderliche
Ansprüche werden dem Gezeigten im Nachhinnein sicherlich nicht komplett
abgeneigt gegenüberstehen. Dass alle anderen hiervon die Finger lassen
sollten, ist selbsterklärend. Nicht, weil das Gezeigte zu obszön, explizit
oder fragwürdig wäre, sondern weil anhand der miesen Inszenierung nur
hartgesottene Allesseher den Streifen überhaupt bis zum Ende durchhalten
werden. Objektiv betrachtet gibt es wirklich nicht viel Positives an diesem
Werk. Die Schauspieler sind für ihre Rollen ausreichend, werden aber
niemals in Hollywood Fuß fassen - und das ist auch gut so.
Was soll man zu einem Film wie "Naked Fear" noch großartig sagen?
Letztendlich sind die, die sich so etwas ausleihen, selbst Schuld.
Zugegeben: Diverse B-Movie-Dauerkonsumenten, zu denen auch ich mich zähle,
können hierbei noch ganz passable Unterhaltung finden, doch für alle
anderen bleibt nur die dringende Warnung, bei dem Streifen auf Distanz zu
gehen. Würde "Naked Fear" zumindest ein richtiges Brett an
sinnlosen Sex- und Gewaltszenen bieten, könnte man das Werk wenigstens noch
als sinnentleerte Exploitation deklarieren, doch so bleibt im Endeffekt ein
Film, der storytechnisch und inszenatorisch absolut nichts zu bieten hat und
auch sonst hinter den Erwartungen zurückbleibt. Muss man nicht gesehen
haben. |