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Ohne jede
Erinnerung, was in den letzten Stunden geschah, kommt Tonya (Ailsa
Marshall), in einem dunklen Raum liegend, zu sich. Weder weiß sie, wo sie
sich befindet, noch, wie sie hier hergekommen ist, aber scheinbar teilen
noch andere Menschen dieses Schicksal. In einem sterilen, weißen Raum
warten 13 Menschen auf Tonya, die an ihrer Kleidung allesamt eine Nummer
tragen und die Fragen der jungen Frau nicht beantworten können. Niemand hat
auch nur die geringste Ahnung, aus welchem Grund er hier ist, doch eine
Flucht scheint aufgrund eines elektrischen Halsbandes, das sich bei einem
Fluchtversuch unbarmherzig aktiviert, scheinbar ausweglos.
Nach
kurzer Zeit der Ratlosigkeit meldet sich plötzlich der große Unbekannte,
der für die Situation verantwortlich zu sein scheint, via Videoleinwand zu
Wort und erklärt seinen Probanden, dass sie sich in einem ganz speziellen
Spiel befinden. Jeder von ihnen trägt angeblich ein wichtiges Hilfsutensil
bei sich, doch, mahnt der Entführer eindringlich, sollten die
Versuchskaninchen sich untereinander keinesfalls vertrauen, da sich jeweils
ein Mörder, ein Vergewaltiger und ein Pädophilier unter ihnen befinden.
Als ob das die Situation noch nicht genug erschweren würde, schalten sich
ab diesem Zeitpunkt regelmäßig und unangekündigt alle Lichter aus, worauf
im Anschluss stets einer der Probanden tot ist. Die Spiele mögen
beginnen... |
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Nanu, was ist das
denn? Eine Gruppe sich einander völliger fremder Menschen erwacht in einem
isolierten Raum und muss sich nun den sadistischen Psycho-Spielchen eines
irren Killers stellen? Handelt es sich hierbei etwa um ein inoffizielles
Saw-Sequel, das die Reihe mit geringerem Budget und neuen Charakteren in
eine andere Richtung lenken soll? Mitnichten. Der 2008 in den USA
produzierte Thriller "No Exit" ist nichts anderes als ein
austauschbares Rip-Off der Idee des mittlerweile zum Kult avancierten "Saw"-Franchises.
Dies wäre an und für sich noch zu verschmerzen, hätten nicht duzende
Filmemacher mittlerweile bereits die selbe Idee gehabt und ihre dreisten
Abkupferungen in Massen in die Videotheken gebracht. Selbst der allessehende
Horror-Nerd ist mittlerweile derart übersättigt von neuen Pseudo-Saws,
dass diese Streifen in der Zwischenzeit nur noch mit Widerwillen aufgenommen
werden. "No Exit" dürfte es also nicht wirklich leicht bei den
Genre-Freaks haben und bei dem ganzen Rest sowieso nicht. Was hier nämlich
von dem Regie-Duo John Suits und Gabriel Cowan vorgelegt wurde, gehört ganz
eindeutig in die Low-Budget Ecke und kann deshalb schon rein inszenatorisch
in keinster Weise an die großen Vorbilder anknüpfen.
Dies
lässt bislang auf einen schlechten Film schließen, doch "No Exit"
vorschnell als solchen abzustempeln, würde ihm definitiv nicht gerecht
werden. Betrachtet man die Umstände, die zur Produktion des Streifens führten,
dann stellt dies in keinster Weise einen Vergleich zur weltweit berühmten
"Saw"-Reihe dar. Während es sich bei denen mittlerweile um
budgetstarke Hollywood-Produktionen handelt, ist "No Exit" das
Erstlingswerk zweier Regie-Newcomer, denen hierfür kaum finanzielle Mittel
zur Verfügung standen. Auf haufenweise Gore und technische Spielereien
sollte der Zuschauer hier also zuletzt hoffen, vielmehr legt "No Exit"
seinen Fokus beinahe ausschließlich auf die Charaktere und deren Verhalten.
Die Sozialstudie, wie sich fremde Menschen untereinander in einer
Extremsituation verhalten, wurde nun schon mehrmals in solchen Filmen
aufgegriffen und nicht nur in "Saw", sondern auch in Streifen wie
"Cube" oder "House of 9" gehörig ausgelutscht. Verständlich
also, dass "No Exit" kaum noch Möglichkeiten bleiben, neue Ideen
oder Ansätze zu erzählen.
Letztendlich schlägt
sich der Streifen angesichts dieser Tatsache aber noch ganz ordentlich, was
vordergründig auf das überaus bemühte Spiel der meisten Darsteller zurückzuführen
ist. Angefangen beim besonnenen Denker, der die Gruppe zusammenhält, bis
hin zum gefährlichen Aggressor, verkörpert ein jeder einen typischen
Charakter und füllt ihn mit ausreichend Leben, um "No Exit" über
die gesamte Laufzeit immerhin zu keiner langweiligen Angelegenheit werden zu
lassen, was als die größte Leistung des Films betrachtet werden darf.
Auch, wenn das Publikum ein Großteil der Szenen ohne Schwierigkeiten
vorhersagen wird, so fällt das Geschehen doch nie so sehr ab, als dass die
Laufzeit zur Qual mutieren würde. Auf der anderen Seite verfügt der Film
jedoch über keinerlei nennenswerte Szenen, die ihn über längeren Zeitraum
im Gedächtnis seines Publikums halten würden - sehen und wieder vergessen
ist hier die Devise.
Betrachtet
man "No Exit" unter den Gesichtspunkten eines Thrillers oder gar
eines Horrorfilms, dann fällt er leider zur Gänze durch. Die einzige
Spannung wird der aus der Grundsituation einer Story bezogen, welche von
anderen Filmen erfunden wurde - eigene Qualitäten sind also Mangelware. Die
Tatsache, dass dieses Werk ab 18 eingestuft wurde, erscheint zudem beinahe lächerlich,
da sich die Brutalität sehr in Grenzen hält und bis auf eine einzige
Gore-Szene diesbezüglich nichts Interessantes auszumachen ist. Würde es
sich hierbei um eine größere Produktion handeln, wäre dem Film die FSK 16
jedenfalls sicher. Daran gemessen, dass die Gewalt in diesem Werk aber
ohnehin an letzter Stelle steht, dürfte wohl auch der letzte Gorehound
seine Aufmerksamkeit schnell anderen Faktoren schenken und in dieser
Hinsicht bleibt letztlich nur die Story, die aber zu guter letzt mit einem
derart unsinnigen und ärgerlichen Ende aufwartet, dass das gesamte,
vorherige Geschehen noch einmal schlechter dasteht, als es im Grunde war.
Eigentlich, ja eigentlich ist den Machern dieses Werks nicht vorzuwerfen,
dass sie nicht zumindest ihr Bestes gegeben hätten. "No Exit" ist
schlussendlich einfach nichts anderes, als ein Independent-Machwerk und hat
verständlicherweise nicht das Budget eines Mainstreamfilms. Blöderweise
hat man sich aber an den falschen Vorbildern orientiert und liefert so nur
einen faden Aufguss dessen, was das Publikum schon längst nicht mehr sehen
will. Auf der einen Seite zwar immer noch auf passable Weise unterhaltsam,
ist "No Exit" andererseits leider auch viel zu harmlos ausgefallen
und wartet zudem mit einem reichlich unausgegorenen Ende auf. Allesseher
mussten da zwar schon wesentlich Schlechteres über sich ergehen lassen,
dennoch kann hier keine Empfehlung mehr ausgesprochen werden. |