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Als junges Mädchen musste die engagierte
Polizistin Joyce Chan Wing-yee mit ansehen, wie ihre Mutter bestialisch
ermordet wurde. Sie fand sie gefesselt und stark blutend in ihrer
gemeinsamen Wohnung und konnte erst nicht realisieren, was überhaupt
geschehen ist. Dieses Ereignis ist höchstwahrscheinlich der Grund ihrer
späteren Berufswahl. Und wie es kommen muss, macht sie als junge Polizistin
eine Erfahrung, die den prägenden Erlebnissen aus ihrer Jugend ähnelt. Der
Tatort ist ähnlich rituell hergerichtet, wie damals bei ihrer Mutter, was
Joyce, die ohnehin ihre ganze Energie in ihre Arbeit legt, dazu veranlasst,
sich von diesem Fall nicht mal mehr ansatzweise abzuwenden.
Doch der Fall ist alles andere als leicht zu lösen: Es wird ein
Tatverdächtiger gefasst, der zwar für den aktuellen, nicht aber für den
Fall aus der Vergangenheit in Frage kommt. Komischerweise weiß der
Verdächtige aber bestens über Joyces Mutter Bescheid. Doch bevor Joyce
näheres erfahren kann, bringt sich der mögliche Mörder grausam um. Zudem
taucht ein Mädchen mit merkwürdiger Vergangenheit auf: 12 Jahre war sie
verschwunden und, wie sich rausstellt, von dem Mörder Joyces Mutter
entführt und von der Außenwelt abgekapselt gehalten. Das ganze Geschehen
wird immer komplizierter, doch Joyce ist von dem Gedanken besessen, den
Mörder zu stellen... |
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Als ultimativer Psycho-Thriller, dem Klassiker
"Sieben" ähnlich, wird "Nude Fear" angepriesen und es
ist nicht schwer zu erraten, dass der Beitrag aus Hongkong mit dem Vorbild
nicht wirklich Schritt halten kann. Aber dennoch ist "Nude Fear"
alles andere als eine Enttäuschung. Er präsentiert sich als äußerst
unterhaltsamer Film, der eigentlich über die gesamte Spielzeit überzeugen
und erstklassig unterhalten kann. Besonders der Anfang weiß zu gefallen, in
dem eine dunkle, verstörende Stimmung aufgebaut wird, die analog zur
auftauchenden Spannung und dem Erzählten, dem Betrachter sicherlich nicht
mal den Hauch eines Gedanken in sich aufkommen lässt, den Rest des Films
nicht weiterzugucken. Der Zuschauer wird in den Bann des Films gerissen,
dessen Umklammerung sich aber sukzessive löst. Sicherlich ohne auf ein
schlechtes Niveau zu fallen, doch der Ende des Streifens kann mit dem Anfang
nicht ganz mithalten.
Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, das den Tod ihrer
Mutter miterlebt und sich im Laufe der nächsten Jahre zu einer nahezu
besessenen Polizistin entwickelt, die nur für ihren Job zu leben scheint.
Und was wäre da angebrachter, als sie mit ihren bösen Erinnerungen aus
ihrer Jugend zu konfrontieren? Logisch ist das zwar nicht unbedingt, hilft
der Geschichte aber in Schwung zu kommen und die Protagonistin, die solide
von Kathy Chow verkörpert wird, in einem bedauerlichen Licht zu stehen, was
unweigerlich filmisches Mitleid auslöst. Im Laufe der Geschichte verdichtet
sich das Netz der Verdächtigen, bis die junge Polizistin ihrem Gegenpart
gegenüber steht und versucht, ihm den Garaus zu machen.
Wie gesagt, verflachen die Ereignisse etwas während des Duells von Gut
gegen Böse. Die Rätsel vor der Zusammenkunft sind zwar gut und logisch in
die Geschichte integriert, doch es gibt keine Ereignisse, die an Filme wie
zum Beispiel "Sieben" erinnern. Die Ereignisse sind weniger
spektakulär und intelligent eingebettet worden. Harte Einlagen gibt es
nicht, mal abgesehen von einigen blutreichen Aufnahmen. Dafür ist die Rolle
des Bösewichts aber so richtig schön böse, wie man sich das wünscht.
Und... bis aufgedeckt ist, bei wem es sich um den Bösewicht handelt, kann
der Zuschauer lustig mitraten, ohne jedoch eine gute Chance zu besitzen,
richtig zu tippen.
Wer von "Nude Fear" erwartet, dass er besonders innovativ ist und
auf eine Analogie zu "Sieben" erwartet, der ist auf dem Holzweg.
Wer allerdings ohne diese Erwartungen an den Film rangeht, der wird bestens
unterhalten und wird sich den Filmtitel positiv in Erinnerung halten. |