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Die
amerikanische Psychologie-Studentin Katie steht kurz vor ihrer
Dissertation. Für ihre wissenschaftliche Arbeit will sie einen
berüchtigten Mordfall untersuchen, der sich in Deutschland
zugetragen hat. Dort hat Oliver Hartwin ein grausames Verbrechen
verübt. Er hat über das Internet ein williges Opfer gesucht,
dass er wie ein Vieh geschlachtet und verspeist hat.
Katie
fährt ins deutsche Rohtenburg, um der grausamen Geschichte auf
den Grund zu gehen. Sie besucht die Plätze, an denen sich das
Geschehen abgespielt hat. Die junge Studentin hat sogar die Möglichkeit,
sich Original-Aufnahmen der Tat anzugucken. Nichts ahnend, welche
menschlichen Abgründe sich ihr offenbaren... |
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Der
Film „Rothenburg“ versucht sich in der Wiedergabe der
Geschehnisse um den realen Tötungsfall des Armin Meiwes, der
infolge seiner Tat als „Kannibale von Rotenburg“ in die
Geschichte einging. Der Film, der bereits am 3. März 2006 in die
deutschen Kinos kommen sollte, hatte einen holprigen Start, da
Armin Meiwes eine einstweilige Verfügung erwirkte. Der Film lief
nicht an, da das Gericht eine hinreichend glaubhafte Ähnlichkeit
mit dem Film und der Realität erkannte und so Meiwes Persönlichkeitsrechte
verletzt wurden. Gegen diesen Richterspruch wurde Einspruch
eingelegt, dem letztlich das Bundesverfassungsgericht
stattgab.
So kommt nun auch der deutsche Filmfreund in den fraglichen
„Genuss“ sich die filmische Wiedergabe der Tat einverleiben zu
dürfen. Die Story sollte eigentlich jedem bekannt sein, da der
Fall von der Presse intensiv betreut wurde. Sie wird, so gut man
das beurteilen kann, glaubhaft wiedergegeben. Da dies aber
offensichtlich nicht für 90 (oder hier halt 84) Minuten Spielzeit
gereicht hat, hat man eine kleine Geschichte um den Fall
konstruiert. Diese versucht sich mit einer psychologischen
Betrachtung der beiden Männer. Sie ist eines der Probleme des
Films. Mit einer besserwisserischen Herangehensweise werden Sachen
erzählt, die wenig glaubhaft sind. Zudem wirkt das Vorgetragene
und das Gezeigte zu Beginn sehr zäh. Der Betrachter muss schon
einiges an Interesse mitbringen, um diesen Teil des Films nicht
niedergeschlagen zu überwinden.
Hat man sich von dem Vorleben der beiden Protagonisten unterhalten
lassen, oder den klischeebeladenen Vortag gut überstanden, kippt
die Erzählweise dann aber zum Guten. Zumindest aus filmischer
Sicht. Die eigentliche Geschichte des vermeintlichen „Kannibalen
von Rotenburg“ wird wiedergegeben und es kann sich Spannung und
natürlich auch ein gewisser Ekelfaktor aufbauen. Das Geschehen
ist zwar aufgrund der fehlenden Fiktion intensiv, wirkt aber
dennoch über weite Strecken viel zu konstruiert. Beispielsweise
gibt es in jedem Raum Nebel. Dies soll sicherlich zum Aufbau einer
gewissen Atmosphäre dienen, ist aber nicht nahe der Realität.
Ansonsten geht Regisseur Martin Weisz (drehte vor diesem Film
Videoclips und danach „The Hills Have Eyes II“) gut mit seinen
visuellen Stilmitteln um. Es gibt Filter, Rückblenden mit altem
Filmmaterial und die Umgebung im „Schlachtraum“ kann sich auch
sehen lassen.
Was auch relativ gut zu beobachten ist, sind die darstellerischen
Leistungen, die insbesondere von Thomas Kretschmann als Oliver
Hartwin (die quasi Rolle des Armin Meiwes) und Thomas Huber als
Opfer getragen werden. Beide Schauspieler agieren zwar etwas übertrieben,
was ihnen aber niemand wirklich vorwerfen kann. Die Rollen sind ja
alles andere als gewöhnlich. Keri Russell als
Psychologie-Studentin Katie kann von sich behaupten, im Film nett
auszusehen. Für mehr ist dieser Rolle sicherlich auch nicht
gedacht.
Insgesamt betrachtet hat man es bei „Rohtenburg“ mit einem
Film zu tun, der sicherlich mehr erhoffen lässt, als er tatsächlich
darbietet. Er ist zu oberflächlich gestrickt und trotz der nahen
Beschreibung wohl weit weg von dem, was bei den wahren
Protagonisten im Kopf vorging. Für eine gruselig, erschreckende
Unterhaltung taugt er ganz gut. Für eine psychologische
Betrachtungsweise des „Kannibalen von Rotenburg“ sicherlich
nicht. |