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Die Straßen von Los Angeles sind
überschwemmt mit Kriminalität. Da die normale Polizei nicht mehr Herr der
Lage zu sein scheint, ruft der Polizeipräsident eine neue Spezialeinheit
namens S.Q.U.A.D. (Scum Quelling Urban Assault Division) ins Leben. Unter
deren Mitgliedern ist auch Police-Officer Ryder, der kurz zuvor bei einem
Einsatz angeschossen wurde und sich seitdem in Behandlung bei der
Polizeiärztin befindet. Schon der erste Einsatz in der neuen Truppe weckt
bei ihm Misstrauen gegenüber seinen Kollegen, gehen sie doch mit
unglaublicher Brutalität und Rücksichtslosigkeit auch Unbeteiligten
gegenüber zu Werke und scheinen die Situationen bereits im Vorfeld schon zu
kennen. Unmittelbar nach den Einsätzen findet man Rykers Partner seltsamer
Weise tot auf: Sie haben auf skurrile Art und Weise Selbstmord begangen.
Auch Ryker merkt allmählich, wie er sich langsam aber sicher verändert,
Situationen voraussieht und drastischere Verhaltensweisen an den Tag
legt. Verwirrt beginnt er Nachforschungen anzustellen und findet zu
seinem Erschrecken heraus, dass er und seine Kollegen den Experimenten einer
fanatischen Ärztin aufgelegen sind, die ihnen auf Anordnung des bigotten
Polizeichefs eine Droge verabreicht und sie so zu willigen Vollstreckern des
(Un-)Rechts macht... |
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Der Vorspann ist sehr stimmungsvoll und macht
neugierig: Während die Credits eingeblendet werden, philosophiert in einem
Radiointerview ein radikaler Moralist über die Ausmerzung „lasterhafter
Bürger“, das ganze wird schön untermalt, indem eine Amateurkamera, ganz
im Nachrichtenstil, Bilder von Neonazis, Gewaltdelikten, Prostituierten,
etc. auf der Straße zeigt. Das kommt einem doch bekannt vor oder? Richtig:
aus u.a. Dawn of the Dead (George A. Romero; USA 1977) oder ähnlich
gelagerten Filmen mit Endzeit-Atmosphäre.
Leider hält der Rest bei weitem nicht das, was die gelungene Einleitung
erwarten lässt. RYDER ist enttäuschender Weise doch nur ein weiterer „Bulle
deckt Skandal auf und bringt Fiesling in den eigenen Reihen zur Strecke“-Film,
trotz des gelungenen Beginns ohne sonderliche Überraschungen oder
innovativen Ideen. Der Film weiß zu Beginn durchaus nett zu unterhalten,
als Ryder zunächst die Vorgehensweise seiner neuen „Kollegen“ kennen
lernt. Leider zieht sich der Mittelteil mit der „Selbstfindung“ Ryders
dann doch etwas, um schließlich in einem Showdown zu enden, der nun
wirklich niemanden von Hocker haut. Die schauspielerischen Leistungen sind,
anders als bei vielen Vertretern seiner Zunft, im Großen und Ganzen in
Ordnung.
Wings Hauser mit Lockenkopf und Strahlemann-Lächeln ist als eine Art
unscheinbarer David Hasselhoff-Imitator eine ganz passable Wahl für die
Rolle des „ferngesteuerten“ Polizeibeamten ohne Glanz und Superkräfte
und macht gerade wegen der zurückhaltenden Darstellung seines verkörperten
Charakters ein für seine Verhältnisse gutes Bild. Brion James lässt als
Moralkeule-schwingender Prediger mit seinen bösen Blicken und
theatralischen Gesten die Sau raus und weiß dadurch einigermaßen zu
gefallen. Allerdings kommt die Szene gegen Ende des Films, als er
eigenhändig in Kreise seiner Freak-Truppe auf offener Straße einen „Sünder“
verbrennt etwas lächerlich und aufgesetzt rüber.
Insgesamt besitzt der Film eine Menge kritischer Anspielungen auf die
Doppelmoral, v.a. auch innerhalb der Medienwelt. Seien es die gerade in
Amerika populären TV-Prediger und ihre Shows, die sich nicht selten
aufgrund ihrer Äußerungen z.B. zum Thema Frauen, Homosexualität oder
Abtreibung als faschistischer Bodensatz der Gesellschaft entpuppen, oder der
Wahlkampf, bei dem ethisch verkommene Kandidaten den Moralapostel spielen...
Eine wunderschön symbolische, nebenbei auch relativ splattrige Szene, sei
an dieser Stelle hervorgehoben: Da hängt ein Junkie direkt zu Beginn des
Films gekreuzigt an einer Fernsehantenne. Ein Sinnbild für die heutzutage
teilweise fast schon religiöse Formen annehmende Abhängigkeit der Menschen
gegenüber den Massenmedien...
Den Film allerdings in dieser Hinsicht jetzt als sozialkritisch hinzustellen
und Lobeshymnen anzustimmen, wäre allerdings etwas zuviel des Guten,
schließlich bekommen auch hier einige „Randgruppen“ ihr Fett weg,
schließlich handelt es sich ja um eine amerikanische Produktion...
Zumindest anfangs noch recht witzig anzuschauen ist dabei u.a. Ryders
dickwanstiger, dunkelhäutiger Partner, der aus seiner Vorliebe für
Verbrecher-Schwänze keinen Hehl macht und auch mal einen verhafteten
Gangster auf offener Straße auf der Motorhaube seines Wagens in den Arsch
fickt...
Übermäßig hart ist der Film (zumindest in der deutschen Version von New
Vision, explizite Schnitte sind aber auch nicht erkennbar...) auch nicht
gerade, dabei sind sogar offensichtlich einige Actionszenen vom
amerikanischen Original übernommen und im Originalton belassen worden.
Somit ragt RYDER auch in dieser Hinsicht nicht gerade aus der Masse seiner
Epigonen heraus. (Der Covertext verheißt: „Der härteste Wings Hauser
aller Zeiten“... ehrlich gesagt: Nach Konsum dieses Films nicht unbedingt
eine gute Werbung für die anderen Hausers...)
Fazit: Durchwachsene Wings Hauser-Action-Thriller-Kost. Einmal sehen (wenn
überhaupt) reicht. |