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Im Sommer 1976 scheint David,
ein ansonsten unauffälliger Kerl, langsam durchzudrehen. Er ist
Freund des Okkulten und hat zunehmend Wahrnehmungsstörungen. Er hört
den Hund seiner Nachbarin sprechen. Dieser outet sich als Satan höchstpersönlich
und es dauert auch nicht lange, bis der Hund David Befehle
erteilt. Befehle, die David zwingen, Leute umzubringen.
David folgt diesen Befehlen und übt die Morde vornehmlich an
jungen Frauen aus. New York hat einen neuen Serien-Killer... |
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„Son Of Sam“ ist ein sehr
eigenartiger Film. Er versucht sich daran, die Geschichte des
David Berkowitz wiederzugeben, einem realen Serienmörder.
Geschrieben und produziert wurde diese Streifen von Ulli Lommel,
der auch das Regie-Zepter schwang. Der Deutsche Regisseur Lommel
wurde durch Filme wie „Die Zärtlichkeit der Wölfe“ und „The
Boogey Man“ bekannt und hat in der näheren Vergangenheit einige
Serienmörder-Fälle verfilmt. In „Dungeon Girl“ hat er sogar
den Fall „Natascha Kampusch“ aufgegriffen. Die Qualität
seiner Filme geht mit zunehmendem Lebensalter steil bergab. „Son
Of Sam“ ist leider eines seiner aktuelleren Werke.
Doch zunächst zu der Geschichte, die Lommel versucht
wiederzugeben. So hat sich das wahre Leben des amerikanischen
Serienmörders zugetragen: Der 1953 in New York City geborene
David Berkowitz kam als Richard David Falco auf die Welt
und wurde als Kind von Familie Berkowitz adoptiert. Als er erfuhr,
dass seine Eltern ihn weggaben war er am Boden zerstört. 1975 verübte
er in der Bronx seinen ersten Angriff auf ein Mädchen. Mit einem
kleinen Messer. Da dieses Verbrechen nicht mit Mord endete,
beschloss David Berkowitz in Zukunft eine Schusswaffe zu benutzen.
Zwischen Juli 1976 und August 1977 erschoss Berkowitz sechs
Menschen. Im satanischen Wahn. Verletzte weitere schwer. Am 10.
August 1977 wurde Berkowitz verhaftet, nachdem er zu nah an einem
Hydranten geparkt hatte und einen Strafzettel bekam. Er wurde zu
365 Jahren Haft verurteilt.
Lommel schafft es nicht mal im Entferntesten, den realen Stoff
verständlich rüberzubringen. Der durch und durch
unprofessionelle Film reiht lediglich Bilder an Bilder. Es wird
quasi gar nichts erzählt. Nur Quatsch gezeigt. Alles ist ziemlich
zusammenhanglos. Keinerlei Leitfaden ist zu erkennen. Man kann
sich nicht einmal sicher sein, in welche Richtung der Film erzählt
wird. Manchmal scheint es, als gehe es rückwärts durch die
Geschichte. Manchmal aber auch nicht. Dies dürften eh nur
diejenigen erkennen, die sich bereits mit dem Fall „Berkowitz“
auseinandergesetzt haben. Beispielsweise den Spike Lee Film
„Summer Of Sam“ gesehen haben.
Lommel versucht zwar viele Stilmittel einzusetzen: Interessante
Kameraeinstellungen, Geräusche, Geschwindigkeitsveränderungen,
Filter, mehr als eine nervtötende Angelegenheit kommt dabei aber
nicht rum. Nach einer Viertelstunde merkt man bereits, dass die
Umsetzung des Stoffs gescheitert ist. Nach einer halben Stunde ist
man sich bewusst, Schrott im Abspielgerät zu haben. Spätestens
nachdem man 5000 mal „Danke Satan“ gehört hat, will man
einfach nur noch Abschalten. Wer diesen Film bis zum Schluss
durchhält, hat echt starke Nerven.
Das die Synchronisation nicht gut ist, versteht sich fast von
selbst. Die Stimmen passen bei 90% der Akteure nicht. Der
Hauptdarsteller spielt sehr schlecht. Zumindest in den Szenen, wo
er etwas machen muss. Meist muss nicht viel gespielt werden. Die
Leute stehen einfach irgendwo rum und müssen irgendwohin gucken.
Dies stellt natürlich auch der Regie ein Armutszeugnis aus. Ein
weiterer Kritikpunkt sind die Kulissen, die oftmals lächerlich
wirken. Zumindest dann, wenn irgendetwas in Räumen stattfindet.
Als bestes Beispiel hierfür die absurden Schwarzen Messen.
Was Lommel mit diesen Satans-Messen ausdrücken will ist
schleierhaft. Will er den Geisteszustand des Psychopathen
dokumentieren? Es scheint eher so, als seinen diese Szenen nur
Mittel zum Zweck: Füllmaterial. Von der Psyche des Mörders
bekommt der Betrachter sowieso nichts mit. Leute, die ohne
Vorwissen diesen Film schauen, kommen sich sicherlich vereimert
vor. Und das zurecht.
Das Einzige, was man Lommel zugute halten könnte ist, dass er
hier versucht hat, einen Kunstfilm zu kreieren. Grenzwertig ist
das Gezeigte allemal. Das dieser Film nicht jeden Geschmack trifft
ist daher klar. Die Frage ist, ob er überhaupt einen Geschmack
triff. Denn selbst blutige Szenen gibt es trotz dem dicken FSK 18
Warnzeichen nicht. Man bekommt lediglich ein paar beschmierte
Leichen zu Gesicht. „Son Of Sam“ hat dennoch gute Chancen auf
eine Auszeichnung. Zum schlechtesten Film 2008. Vielleicht sogar
zum schlechtesten Film der Dekade oder zum miesesten Film des
Jahrhunderts. |