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Es ist der letzte Arbeitstag für den jungen
Dorfsheriff Wayne (Sean Patrick Flanery), bevor er seinen Job an den Nagel
hängt, um dem 600-Seelen-Dorf gemeinsam mit seiner Frau Cynthia (Kristin
Booth) den Rücken zu kehren. Doch ausgerechnet an diesem Tag geschieht
bereits am frühen Morgen etwas, das so gar nicht in die sonstige Idylle der
kleinen Gemeinde passt, in der Wayne ansonsten bestenfalls mal Strafzettel
verteilen muss. Ein Bauer wird tot und mit unzähligen Biss- und Kratzspuren
versehen auf seiner Farm aufgefunden. Der bekannte Versager Clyde (Stephen
McHattie) ist der Erste, der einen schrecklichen Verdacht äußert, denn
angeblich wurde er von unzähligen Raben angegriffen. Natürlich glaubt
Wayne den Worten des Trinkers zuerst nicht, doch schon bald soll sich die
Behauptung grausam bewahrheiten. Immer mehr Menschen fallen gigantischen
Rabenschwärmen zum Opfer, niemand ist vor den gefiederten Monstern sicher.
Woher sie kommen und wieso sie töten ist unklar, doch der Mennonite Oskar
(John Ralston) scheint mehr zu wissen... |
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Wenn ein neuer Horrorfilm auf dem Markt
erscheint, der beinahe exakt den gleichen Titel trägt wie ein bekannter
Klassiker des Genres, dann lässt dies die Fans in den meisten Fällen
hellhörig werden. Allerdings ist die Namensgleichheit im Falle von
"Die Vögel - Attack from above" gar nicht im Sinne der Macher,
sondern wurde vom deutschen Verleih erstellt, vermutlich, um mehr Kunden zu
ködern. Zugegeben: Mit seinem finsteren Cover, dem bekannten Namen und
seinem "Keine Jugendfreigabe" - Rating macht "Die Vögel -
Attack from above" sicherlich einiges her und wird einer potentiellen
Kundschaft die Kaufentscheidung wesentlich erleichtern. Blöd nur, dass es
sich dabei um eine regelrechte Mogelpackung handelt, denn letztendlich hat
"Kaw", wie der Streifen im Original heißt, seine Freigabe in
keinster Weise verdient.
Doch dazu später mehr. Ein Vergleich mit Hitchcock's Klassiker fällt
hierbei schon aus Prinzip schwer, denn zum einen liegen 44 Jahre zwischen
den Werken und zum anderen wurde "Die Vögel - Attack from above"
für den amerikanischen Sci-Fi Channel produziert und demzufolge muss man
sich in diesem Fall auch auf ein traditionelles B-Movie einstellen. Hier
liegt an und für sich noch nicht die Problematik, gibt es doch in
regelmäßigen Abständen immer wieder brauchbares aus dem Reich der
aggressiven Tiere zu bestaunen. Nein, kompliziert wird es erst dann, wenn
das Projekt in die Hände eines Teams gelegt wird, das sich gar nicht
darüber im Klaren zu sein scheint, was es dem Publikum eigentlich bieten
möchte. Das Drehbuch von Benjamin Sztajnkrycer verläuft konstant ohne
irgendwelche Überraschungen oder Wendungen, während die Inszenierung von
Regisseur Sheldon Wilson, der uns 2004 bereits "Shallow Ground"
bescherte, über weite Strecken absolut belanglos und fernab jeder Spannung
bleibt.
Die Charaktere werden nach bekannten Mustern eingeführt. Da wäre der
allseits bekannte und beliebte junge Sheriff, der allerdings einen
Ortswechsel anstrebt und deshalb seinen letzten Tag im Dienst antritt.
Weiterhin hätten wir noch den typischen Versager und Säufer, der anfangs
noch äußerst dubios daherkommt und schlussendlich den großen Helden
spielen darf. Hier ist alles vertreten, was in einen solchen Film gehört.
Der alte Arzt, der sich das Ganze auch nicht so recht erklären kann, junge
Leute, die immer wieder in Gefahr geraten und gerettet werden müssen, sowie
zwei seltsame fanatische Mennoniten, die mehr zu wissen scheinen. So weit
ist das sicherlich tragbar, rechnet man doch bei einem Film wie
"Kaw" mit derlei Klischeefiguren, doch wenn sie absolut schlampig
eingeführt werden, dann ist das definitiv ein Zeichen gröbster
Vernachlässigung des Plots.
Ein solcher braucht "Die Vögel - Attack from above" letztendlich
auch nicht. Pausenlos folgt eine Vogelattacke der nächsten, der Streifen
hangelt sich regelrecht von Spannungsmoment zu Spannungsmoment und lässt
dabei eine Figurenentwicklung oder Charaktereinführung vollkommen außen
vor. Action und Schockmomente bestimmen den Drive des Films und nehmen ihn
schlussendlich vollends ein. Blöd nur, wenn die Attacken der zahlreichen
Raben immer nach gleichem Muster ablaufen und das Steuer irgendwann auch
nicht mehr herumreißen können. Doch zumindest darf gesagt werden, dass
teilweise mit echten, trainierten Tieren gearbeitet wurde und die Vögel
deshalb nicht allesamt zu künstlich aussehen. In diversen Massenszenen ist
die Herkunft aus dem Computer aber ohne große Probleme zu erkennen.
Eine gewisse bedrohliche Atmosphäre macht sich durchaus breit, wenn die
Raben zu Hunderten auftauchen und über ihre wehrlosen Opfer herfallen. In
dieser Hinsicht bietet "Kaw" zwei, drei durchaus spannende Szenen
in denen die Ausweglosigkeit der Menschen anhand einer solchen gigantischen
Überzahl an Tieren mehr als deutlich wird und man fast schon froh sein
kann, dass sich Vögel außerhalb des Bildschirms in der Regel friedlich
verhalten. Der Erklärungsversuch, wieso die Tiere zu gefährlichen Bestien
mutiert sind, darf in "Die Vögel - Attack from above" natürlich
auch nicht fehlen, hier gibt man kurzerhand dem Rinderwahnsinn die Schuld.
Für Logik war das Tierhorrorgenre ja noch nie berühmt, aber was uns
Sheldon Wilson hier bisweilen auftischt, geht gerne mal an die Grenze des
Erträglichen. Die Raben sind allem Anschein nach so intelligent, dass sie
sogar in der Lage sind, Steine zu transportieren um mit gezielten Attacken
Autoscheiben zu zerstören.
"Die Vögel - Attack from above" geht leider irgendwann jedweder
Charme abhanden. Der Film wirkt außerordentlich kostengünstig inszeniert,
spielt sich immer in ähnlichen Szenarien ab und befindet sich, was Settings
und Ausstattung anbelangt, beinahe schon auf Amateur-Niveau. Hier wirkt
keine Kulisse lebendig oder glaubhaft. Noch enttäuschender ist aber das
Fehlen jedweder rabiater Gewalt, mit der man anhand einer Freigabe ab 18
Jahren rechnen würde. Ansonsten hat die FSK immer nachsehen, wenn die
Gewalt von Tieren ausgeht und verleiht großzügige 16er Freigaben, aber
hier hatte wohl jemand einen schlechten Tag. "Die Vögel - Attack from
above" zeigt nichts, was eine Freigabe ab 18 rechtfertigen würde. Hin
und wieder dürfen die Vögel natürlich mal ihre Schnäbel zum Einsatz
bringen, aber bis auf etwas herausgerissenes Fleisch bleibt der Streifen
absolut gewaltarm.
Die Schauspieler erledigen ihren Job dafür souverän. Der aus "Der
blutige Pfad Gottes" und "Suicide Kings" bekannte Akteur Sean
Patrick Flanery mimt hier den sympathischen Dorfsheriff, der sich an seinem
letzten Tag mit gefräßigen Raben herumärgern darf und bleibt dabei stets
charismatisch. Eine positive Überraschung ist der Auftritt von Rod Taylor
als alterndem Arzt. Taylor war bereits in Hitchcock's "Die Vögel"
zu sehen und so war es ein feiner Zug von Sheldon Wilson, ihm auch hier eine
Rolle anzubieten. Eine weitere passende Besetzung war Stephen McHattie in
der Rolle des Losers, der letztendlich noch über sich hinauswachsen darf,
da man McHattie seinen Charakter jederzeit abnimmt.
"Die Vögel - Attack from above" ist leider nur ein
unterdurchschnittlicher Versuch einer Hommage an Hitchcock's "The
Birds". Zwar bleibt der Film durchgehend action- und spannungsreich,
dennoch wirkt das Gezeigte oftmals einem beliebigen Low-Budget Projekt
entnommen und absolut lieblos abgedreht. Die echten Vögel verleihen dem
Ganzen Atmosphäre, doch leider sind ihre aus dem Computer stammenden
Kollegen sehr schnell zu entlarven. Dem Film mangelt es an einem richtig
spannenden Plot, wie auch an blutigen Szenen, die Freigabe ab 18 sollte
vermutlich nur dazu dienen, mehr Käufer anzulocken. Was bleibt ist ein
Film, den sich Tierhorror-Fans zwar noch ansehen können, der aber trotzdem
weit hinter den Erwartungen zurückbleibt. |