|
Die Frage, was eigentlich einen guten
Film ausmacht, wurde sich schon oft gestellt. Aber was ist
eigentlich mit der Frage, was einen Film an sich ausmacht. Nur weil
ein Stück Zelluloid mit irgendwelchen Sachen versehen wurde, muss es
noch lange kein Film sein, der sich dann darauf befindet. Als
Beispiel für eine Aneinanderreihung von komischen Sachen, die in der
Konsequenz dann ein Film sein sollen, ist der deutsche
Amateur-Beitrag „A Fucking Cruel Nightmare“. Gleich zu Beginn des
Streifens wird man darauf hingewiesen, dass der Film am besten
gehasst werden sollte.
Da denkt man sich noch, wie man denn bitteschön einen Film hassen
kann und freut sich über die Kreativität seitens der Macher. Zudem
wird man mit netter Filmmusik aus dem Bereich des harten Heavy
Metal, was ja durchaus passend ist, unterhalten.
Was dann jedoch kommt, wirft trotz der Inhaltslosigkeit einige
Fragen auf. Beispielsweise: „Die werden doch nicht?“, „Geht das
jetzt so weiter?“, „Die ganze Zeit?“. Eine Szene reiht sich an die
andere. Immer gibt es irgendwelche Amateur-Splatter-Einlagen zu
sehen. Eine Zeit lang kann man sich das ja auch mal angucken. Aber
auf Dauer wird das Geschehen mächtig stumpf.
Der Hauptbestandteil von „A Fucking Cruel Nightmare“ sind also
Splatter- und Gore-Szenen. Ob es überhaupt ein Zielpublikum für
solch eine hirnlose Zurschaustellung gibt, sei mal dahingestellt. Es
muss auch die Frage erlaubt sein, ob man sich um die Ersteller
dieses „Films“ ernsthafte Sorgen machen muss?
Nüchtern betrachtet muss man ganz klar feststellen, dass die Effekte
nicht von bester Güte sind. Einige sind gut gemacht, andere
lachhaft. Glücklicherweise raubt dies dem Film den letzten Rest
einer kaum vorhandenen Glaubwürdigkeit. Zudem sind einige sehr
ekelige Szenen aus dem Genitalbereich vorhanden, die man sich sicher
hätte sparen können.
Filmtypische Sachen wie Schauspielerei, Spannung, Dramaturgie oder
Atmosphäre können an dieser Stelle nicht beschrieben und auch nicht
bewertet werden. Es fehlt allein das Vorhandensein. Somit kann
natürlich auch keine wirkliche Empfehlung ausgesprochen werden, da
der Film maximal für Hardcore-Splatter-Undsonstnix-Fans oder fürs
Nebenbeischauen geeignet ist. Mehr auf keinen Fall.
Unterm Strich hat man es dann wohl mit KEINEM Film zu tun. Bei
Porno-Filmen mag es ja ein manches Mal sinnig sein, wenn man die
Handlung weglässt, um die Unfähigkeit der Darsteller nicht in die
weite Welt hinaus zu tragen. Bei „A Fucking Cruel Nightmare“
funktioniert das Ganze aber nicht. Immerhin wird man vor, während
und auch noch nach der Betrachtung zum Nachdenken animiert. Kann man
einen Film, oder einen filmartigen Zustand wirklich hassen? |
|
Die Verpackung der DVD kommt mit netter Optik daher.
Das Case ist in einen Pappschuber gehüllt. Innendrin sieht es etwas
anders aus, was aber niemanden verwundern dürfte. Bild und Ton sind
nicht mit einen Hollywood-Produktion zu vergleichen. Das was man
sehen und hören kann ist im Vergleich zu ähnlichen Produktionen
ordentlich.
Als ordentlich muss auch der Bonus bezeichnet werden. Es gibt ein
Making Of von etwa fünf Minuten, eine Slideshow, eine Kurz-Film
namens „Goretrip 08“ (13:58 Minuten) und den Trailer zum Film.
Besonders der Kurz-Film ist nett anzusehen.
|