Abominable

Informationen

OT:Abominable

ca. 90 Minuten

USA 2006

Regie

  • Ryan Schifrin
Darsteller

  • Matt McCoy
  • Haley Joel
  • Christien Tinsley
  • Karin Anna Cheung
  • u.a.

Abominable

Story

Preston Rogers (Matt McCoy) ist noch immer von einem tragischen Unfall traumatisiert, der sich vor einem Jahr bei einer routinierten Klettertour ereignete. Seine Frau verlor dabei das Leben, während Preston knapp überlebte und seitdem an einen Rollstuhl gefesselt ist. Potentiell selbstmordgefährdet, wird ihm von einem Psychologen geraten, den Ort des Geschehens erneut aufzusuchen, um die Geister der Vergangenheit endlich loswerden zu können. Zusammen mit seinem unsympathischen Pfleger Otis (Christien Tinsley), der das Ganze nur widerwillig über sich ergehen lässt, reist Preston somit in die Bergregion, wo sich das Unglück ereignete und bezieht sogar noch einmal das gleiche Ferienhaus. Trotz vieler unliebsamer Gedanken und Erinnerungen kommt Preston mit der Situation einigermaßen klar.

Noch am selben Abend tauchen fünf gutaussehende, junge Frauen auf, die das Haus nebenan gemietet haben, um dort ein paar Tage lang Spaß zu haben. Nach einiger Zeit bemerkt Preston allerdings, dass irgendwas in der Umgebung nicht mit rechten Dingen zugeht und tatsächlich erblickt er mit seinem Fernglas zufällig eine unheimliche Kreatur am Waldrand. Weder Otis noch die Polizei schenken ihm Glauben. Erst als eine der Frauen von der Bestie getötet wird, wird klar, welche Gefahr wirklich in den dunkeln Wäldern lauert. Der gehbehinderte Preston ist gezwungen schnell zu handeln, wenn er sein und das Leben der anderen retten will..

Kritik

Die Tatsache, dass es sich bei "Abominable" um einen Genrevertreter handelt, der die Yeti bzw. Bigfoot Thematik verwendet, dürfte wohl keinem Fan mehr Freudentränen in die Augen treiben, gab es dies zuvor doch bereits schon mehrere Male zu sehen. Die mir davon bekannten Streifen sind der Hammer-Klassiker " Yeti, der Schneemensch", sowie "Der Teufel tanzt weiter" (der, obwohl der Titel darauf schließen lässt, nichts mit Sam Raimi’s Klassiker "Tanz der Teufel" zu tun hat). Im direkten Vergleich zu Hunden, Schlangen und Spinnen, den typischen Schreckgestalten des Tierhorrorkinos, hat der Bigfoot bislang eher seltener seine Pranken geschwungen, was darauf hoffen lässt, dass "Abominable" vielleicht ein bisschen weniger ausgelutscht als viele seiner Genrekollegen daherkommt. So viel darf ich an dieser Stelle schon verraten, Ryan Schifrin ist mit seinem Spielfilmdebüt, zuvor drehte er lediglich den Kurzfilm "Evil Hill", ein jederzeit unterhaltsamer, aber keineswegs neuartiger Ausflug ins aggressive Tierreich gelungen.

"Abominable" versucht nicht lange zu verleugnen, welcher Hitchcock-Klassiker maßgeblich Pate für die Story stand. In nicht wenigen Momenten erinnern Preston’s unheimliche, voyeuristische Augenblicke stark an James Stewart aus dem Klassiker "Das Fenster zum Hof", welcher zwar nicht als direkte Vorlage diente, Ryan Schifrin und James Morrison, die das Drehbuch schrieben, allerdings definitiv beeinflusst haben muss. Die Story des Films ist keinesfalls erfrischend neu oder anders, sondern blind vorhersehbar, was aber nichts daran ändert, dass man sofort das Gefühl hat, es hier mit einem durchaus professionellen B-Movie zu tun zu haben. Die Auslegung der Charaktere weiß von Beginn an zu fesseln, ermöglichen es einem die durchaus klar zugeordneten Hauptpersonen doch sofort, sich auf Preston’s Seite zu schlagen. Zum Einen weil Matt McCoy den Part des leidenden Depressiven, der sich dem tragischen Schicksalsschlag seiner Vergangenheit stellen muss, sehr glaubhaft rüberbringt und des weiteren weil sein Betreuer Otis als wirklich unsympathischer Widerling ausgelegt ist.

Bis es ans Eingemachte geht und sich "Abominable" sein Prädikat als Horrorfilm verdient, darf man also erst einmal den leisen Konflikten zwischen diesen beiden Charakteren beiwohnen, bis schließlich das weitere Kanonenfutter in Form von fünf hübschen Mädels auftaucht, die sich in alter Horrorfilm-Manier aufgrund einer nur wenig spürbaren Charakterisierung kaum voneinander unterscheiden. Darauf sei aber auch gepfiffen, da "Abominable" die Spannungsschraube von nun an immer weiter anzieht und sich dabei nicht einmal so ungeschickt anstellt. Meist ist das Geschehen aus Preston’s Sicht gefilmt, was dafür sorgt, dass man sich noch weitaus besser in seine, eigentlich hilflose, Lage hineinversetzen kann. Preston sieht das Unheil nahen, allerdings will ihm niemand glauben, weder die Polizei, noch Otis, und am allerwenigsten seine neuen Nachbarinnen, die ihn für einen Spanner halten. So sieht man den Schrecken herannahen, bis er plötzlich zuschlägt und für einige blutige Momente sorgt.

"Abominable" nutzt seine Stärken gekonnt aus und konzentriert sich in weiten Teilen auf den Spannungsverlauf, wie auf die Hauptfigur Preston, so dass man stets weiß, woran man ist, und sich gut in die Handlung einfügen kann. Des weiteren weiß die Inszenierung des Tierhorrorfilms durchaus ebenso zu gefallen. An der Optik gibt es nichts zu rütteln, für ein B-Movie sieht alles einwandfrei aus. Nebelverhangene, düstere Wälder, die das verschneite Berghotel einengen wissen zu gefallen und sorgen für reichlich Atmosphäre, auch das Monster selbst wurde einigermaßen gut gestaltet. In den Ganzkörperaufnahmen wirkt es in einigen Sequenzen etwas unbeholfen, doch gerade die Momente, in denen der Bigfoot nicht in seiner vollen Pracht zu sehen ist, sorgen für den einen oder anderen Schauer. Sobald sich das Monster dann Hunger bekommt, ist auch für einige härtere Effekte gesorgt, mit denen man in der Form wohl nicht gerechnet hätte. Ein Bauch wird buchstäblich zermatscht, ein Gesicht zur Hälfte abgebissen und auch sonst darf man noch einigen bemitleidenswerten Opfern beim kreativen Dahinscheiden zusehen. Das Blut fließt hier zwar nicht in Litern, doch wenn es zur Sache geht dann durchaus schonungslos und genau zum ernsten Grundton des Films passend.

Bei all dem Lob darf aber nicht vergessen werden, dass "Abominable" eben doch nicht mehr als ein typischer Tierhorrorfilm ist, der sich zwar leicht vom Durchschnitt abhebt, für den es dann aber doch nicht zum Geheimtipp gereicht hat. Die Story ist an und für sich spannend, folgt aber stur allen möglichen Klischees und hätte durchaus noch einige überraschende Wendungen vertragen. Ansonsten gibt es aber nur wenig zu meckern, selbst die Schauspielerleistungen sind in diesem Creature-Feature passabel ausgefallen. Matt McCoy agiert in der Hauptrolle packend und sympathisch, Christien Tinsley ist ein glaubhaftes Ekel und die fünf Mädels erfüllen ihren Zweck ebenso, eine darf sich in einer obligatorischen Duschszene sogar mal entkleiden. Nicht unerwähnt bleiben dürfen ebenso Horror-Urgesteine Lance Henriksen und Jeffrey Combs, der eine als Hobbyjäger und letztgenannter als unterhaltsamer, kettenrauchender Tankstellenbesitzer.

"Abominable" gehört definitiv zu den besseren Tierhorrorfilmen, die mir in letzter Zeit untergekommen sind. Eine durchgängig an den Bildschirm fesselnde, wenn auch viel zu klischeebeladene und leider auch nicht all zu überraschende Handlung über einen mordlüsternen Bigfoot wurde in annehmbare optische Gewänder gehüllt und mit der nötigen Portion Blut & Eingeweiden versehen. "Abominable" ist Horror-Fast Food für zwischendurch, nicht so gut um unbedingt gesehen werden zu müssen, aber auch nicht so schlecht, dass man Bedenken vor einem Kauf haben müsste. Wem wieder mal nach 90 Minuten unterhaltsamen Tierhorrors der Sinn steht, dem sei dieses Werk empfohlen.

Bewertung

Splatter Abominable
Spannung Abominable
Story Abominable
Ekelfaktor Abominable
Atmosphäre Abominable
Gesamt Abominable

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