Arachnia

Informationen

OT:Arachnia

ca. 84 Minuten

USA 2003

Regie

  • Brett Piper
Darsteller

  • Rob Monkiewicz
  • Irene Joseph
  • David Bunce
  • Bevin McGraw
  • u.a.

Arachnia

Story

Es klingt zunächst nach einem Routine-Auftrag, als der Pilot Sean Pachowski (Rob Monkiewicz) den hoch angesehenen und berühmten Professor Mugford (David Bunce) mit einigen seiner Studenten zu einer Ausgrabungsstätte fliegen soll. Zuerst läuft alles wie geplant, bis nachts plötzlich ein Meteorit vom Himmel rast und die Maschine zum Absturz bringt. Glücklicherweise bleiben die Insassen des Charterflugzeuges unverletzt, doch ernüchtert stellen sie fest, dass sie mitten im Nirgendwo abgestürzt sind. Da mit Hilfe von außen zunächst nicht zu rechnen ist, sucht die Gruppe selbst nach Hilfe und stößt dabei auf ein scheinbar leerstehendes Farmhaus, das kurzerhand als Notunterkunft herhalten muss. Sean, dem Professor und dessen Studenten ist jedoch keine Ruhe vergönnt, da plötzlich ein kauziger alter Mann auftaucht, der ihnen den toten Körper einer riesigen Spinne zeigt. Die Zweifel der Gruppe, dass es sich dabei wirklich um ein einstmals lebendes Tier handeln könnte, werden schnell beseitigt, denn der Meteoriteneinschlag hat ein lange verschüttetes Tunnelsystem freigelegt, in dem Dutzende dieser riesigen Kreaturen hausen. In der darauf folgenden Nacht kommen die Monster an die Oberfläche und attackieren das Farmhaus. Die Gruppe hat jedoch keine Lust, als Spinnenfutter zu enden und setzt sich zur Wehr…

Kritik

Spinnen, egal ob in naturgetreuer Größe oder in überdimensionaler Form, haben nun schon unzählige Male die Protagonisten etlicher Horrorfilme in Angst und Schrecken versetzt. So dürfte so mancher Genre-Liebhaber mittlerweile etwas auf Distanz gehen, sobald ein neues Werk dieser Art das Licht der Welt erblickt, schließlich ist die Weide langsam aber sicher abgegrast und es gibt kaum noch etwas, das man in derartigen Filmen nicht schon gesehen hat. Der demnächst in Deutschland erscheinende "Arachnia" dürfte es demzufolge einigermaßen schwer haben, reißenden Absatz zu finden, was vor allem hinsichtlich des Mainstream-Publikums kein Fehler darstellen wird. Was einem hier geboten wird, ist Trash in allen Belangen, der sich für Freunde des ernsthaft angelegten Horrors schlichtweg als unkonsumierbar erweist, während Liebhaber der bewusst schlechten Unterhaltung hier wieder einmal ein regelrechtes Highlight vorgesetzt bekommen. Zu verdanken ist das Werk, das schon 2003 in den USA erschien, keinem geringeren als Brett Piper, der seinen Ruf als Schrottfilmer durch Werke wie "A Nymphoid Barbarian in Dinosaur Hell" oder "Galaxy Destroyer" längst zu festigen wusste. Neuerdings stellt Piper seine Dienste als Filmemacher gänzlich der Erotik-Produktionsschmiede Seduction Cinema zur Verfügung, der die Filmwelt Werke wie "The Lord of the G-Strings" oder "Spiderbabe" zu verdanken hat. Dies ist auch "Arachnia" überdeutlich anzusehen, wird dieses Werk doch von allem gekennzeichnet, was man in der Regel mit einem Billigfilm in Verbindung bringen würde: Schlechte Schauspieler, Titten als Storyersatz und lausig in Szene gesetzte Monster, bei denen selbst der gestandene Allesseher kaum seinen Augen traut. Genau diese Zutaten sind es aber, die immer wieder mal für höchst spaßige, wenn auch nicht gerade all zu anspruchsvolle oder tiefsinnige Unterhaltung sorgen. "Arachnia" stellt da keine Ausnahme dar und wirkt wie eine herrlich selbstironische Verbeugung vor dem US-Monsterkino der 50er und 60er Jahre, das diesem auch hinsichtlich der Story zur Ehre gereichen würde. Die Geschichte um einen Forscher, Wissenschaftler oder was auch immer, der mit einigen Studenten auf Forschungsreise oder dergleichen ist und dabei alsbald von Monstern angegriffen wird, könnte altbackener nicht sein, funktioniert in diesem Fall jedoch als bewusster Trash vorzüglich. Natürlich kann der Zuschauer den Studenten ihre Rollen zu keinem Zeitpunkt abkaufen, werden diese doch von den typischen Klischee-Bildern, etwa dem Kiffer oder den ebenso erotischen wie hirnlosen Blondinen ausgefüllt. Deren IQ erreicht in "Arachnia" dabei neue Tiefpunkte, so dass dem Zuschauer in regelmäßigen Abständen die absurdesten Dialoge um die Ohren gehauen werden, die sich ein Drehbuchautor nur einfallen lassen kann. Als positiver Nebeneffekt geizt "Arachnia" allerdings nicht gerade mit nackter Haut und lässt eine der Blondinen, zur großen Überraschung hinsichtlich der FSK 12, schon nach wenigen Minuten ihre Klamotten ablegen. Nachvollziehbar, schließlich hat niemand, der gerade in einem abgelegenen und rustikalen Haus angekommen ist, etwas Besseres zu tun als ein Bad zu nehmen und sich vor allen zu entblößen. Die Story wird in der ersten halben Stunden mit Nackt- oder Lesbenszenen gefüllt, die zwar absolut nichts zur Handlung beitragen, den Zuschauer jedoch bestens bei Laune halten. Danach geht es dann Schlag auf Schlag ans Eingemachte und die ersten Spinnen haben ihren großen Auftritt. Deren Aussehen unterbietet dann glanzvoll alles, was man in den letzten Jahren an billigen Horrorfilm-Monstern gesehen hat, auch wenn die Intention der Verantwortlichen sicher eine andere war. So verzichtete man hierbei in jeder Hinsicht auf CGI und setzte stattdessen auf selbstgebastelte Attrappen, die neben den Akteuren jedoch wie ein Haufen Knetmasse wirken. Vermutlich lässt sich daraus auch die Freigabe ableiten, denn welcher 12jährige fürchtet sich schon vor bösartiger Knetmasse? "Arachnia" lässt nichts von dem vermissen, was der Zuschauer schon aus anderen Spinnenschockern kennt, auch wenn es hier aufgrund des niedrigen Budgets und den eher niedlichen Monstern keineswegs bedrohlich wirkt. Die größte Stärke des Films ist sicherlich das konsequente Fehlen von langatmigen Szenen, die das Tempo auf ein gesundes Level bringen und die 84 Minuten zu einer unterhaltsamen Angelegenheit für Trash-Fans machen. Mit einem mörderischen Spannungsaufbau sollte man dabei natürlich nicht rechnen, dafür ist das Ganze dann eben doch eine Spur zu lächerlich geraten, was dem Werk aber zu verzeihen ist. Auch die Schauspieler sind nicht gerade das Gelbe vom Ei und zudem auch nicht weiter bekannt. Ein Großteil des Casts war bereits in anderen Seduction-Cinema-Produktionen zu sehen und dürfte selbst im restlichen B-Movie-Markt keine Chancen haben. De besten Eindruck von allen Akteuren hinterlässt letztendlich noch immer Alexxus Young, die es sich nicht nehmen ließ, sich in einer beinahe schon grenzdebilen Szene ihrer Klamotten zu entledigen. "Arachnia" ist gutgelaunter Trash mit all seinen Stärken, Schwächen und typischen Merkmalen. Wer diesem Genre von Grunde auf abgeneigt ist, wird hiermit nichts anfangen können, alle anderen dürfen jedoch einen Blick riskieren. "Arachnia" ist kurzweilig, nimmt sich nicht all zu ernst und hat zudem etwas nackte Haut, sowie außerordentlich abstruse Stop-Motion-Monster zu bieten, die alleine schon die investierte Zeit wert sind. Objektiv betrachtet eine Katastrophe, ist "Arachnia" immerhin solider Trash, der unter diesen Gesichtspunkten annehmbare Unterhaltung liefert.

Bewertung

Splatter Arachnia
Spannung Arachnia
Story Arachnia
Ekelfaktor Arachnia
Atmosphäre Arachnia
Gesamt Arachnia

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